Frage von pogonaut, 75

Altersvorsorge total vernachlässigt... Was tun?

Hallo zusammen!

Ich war 15 Jahre selbstständig und 3 jahre angestellt und habe meine Altersvorsorge total vernachlässigt... Ich bin jetzt knapp 35.

Ich weiß, das war nicht klug - Was kann ich nun tun? Ich bin wieder Arbeitnehmer und habe auch ein gutes gehalt aber ich habe viel zu wenig ahnung von dem thema.

Was sollte ich noch sinnvolles abschließen? Danke für ehrliche Hilfe

Antwort
von RudiRatlos67, 31

In Deiner Situation wäre eine betriebliche Altersversorgung möglicherweise eine gute Wahl.  Die Arbeitgeber beteiligen sich häufig daran und der Staat hilft auch noch mit. Für einen leidigen kommt auf die weise leicht ein monatsbeitrag von 200 zusammen, an dem du dich mit einem netto gehaltsverzicht von 50 bis 100 Euro beteiligst.  Aber das ist nur eine von vielen Möglichkeiten.  Was in deinem Fall das beste ist lässt sich nur durch einen versierten Fachmann für Altersversorgung in einer persönlichen Beratung eingrenzen

Kommentar von constein ,

Selbstverständlich ist die BAV ein gutes Produkt. Nur gibt es zu wenig gute Produkte die von den Arbeitgebern angeboten werden und so nichts mehr bringen. Da in einer BAV die Garantie eingebaut sein muss sind hier Rendite, die dringend für das Alter gebraucht werden, nicht realistisch.

Dazu kommt die volle Besteuerung im Alter! BAV vom AG(ab
20%) mit bezahlt immer mitnehmen.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

bei 30Jahren Laufzeit empfehle ich grundsätzlich ein Fondsportfolio einzubeziehen.
Zur Besteuerung:

selbst wenn eins der schlechtesten Produkte am Markt zugrunde legt, geht die Rechnung noch sehr gut auf. Der Versicherte zahlt die Beiträge aus unversteuertemGehalt ohne Sozialabzüge. In der Auszahlungsphase ist im allgemeinen die Steuerlast sehr viel geringer und sozialabgaben fallen auf die bAV im Rentenalter auch nicht an. Die Rechnung geht fast unausweichlich positiv für den Versicherten auf. Dazu kommt noch, dass evtl. Arbeitgeberzuschüsse ohne bAV Nutzung garnicht da wären, bzw, wenn sie da wären, versteuert werden müssten und der Sozialversicherung unterliegen würden.

Mir ist bekannt das es immer wieder Kritiker gibt, die eine bAV zerreden wollen, bislang ist es aber so, das ich jede Kritik wiederlegen kann und jeden Kunden davon überzeugen kann, dass es wenig gleichwertige Alternativen gibt.
Darüber bleibt unterm Strich der unausweichliche Grundsatz, dass ein Arbeitnehmer seine gesetzliche Rente in irgendeiner Form Aufstocken muss, da er davon allein im Allgemeinen, ganz sicher nicht leben kann. Die AN die davon leben könnten, haben sich einen entsprechenden Lebensstandert aufgebaut, den sie im Alter gern behalten möchten. Fakt ist auch, wenn ein AN mit 20 Jahren eine bAV mit 150 € bruttobeitrag und BBG Dynamik abschließen lässst, dann ist bei 80% der Versicherten die Versorgungslücke so gut wie ausgeglichen.
Nicht jeder ist in der Lage oder möchte das Risiko einer Immobilieninvestition tragen um seine Altersvorsorge zu sichern und auch eine Immobilie unterliegt Reparaturkosten und gegenüber einer bAV ist auch der Kapitalertrag sehr gering.

Kommentar von RudiRatlos67 ,


Nur gibt es zu wenig gute Produkte die von den Arbeitgebern angeboten werden


Da kann ich nur für mich sprechen, aber ich habe ein Produkt im Portfolio das zb. mit der MetallRente vergleichbar ist, aber für jeden zugänglich und damit eines der besten und sichersten Produkte am Markt darstellt.
Selbst die bei Maklern so beliebte Canada life kann ich damit leicht überbiten. Das Kapital bleibt in Deutschland (dabei sehe ich persönlich zwar keine Vorteile, aber auch ich vertraue den deutschen Sicherungseinrichtungen für Versicherungen und Kapitalanlagen)

Antwort
von kevin1905, 22

Ich bin jetzt knapp 35.

Geht ja noch. Mit Beträgen von 50,- € im Monat käme man aber nicht mehr weit.

Ich bin wieder Arbeitnehmer und habe auch ein gutes gehalt aber ich habe viel zu wenig ahnung von dem thema.

Suche bitte einen unabhängigen Versicherungsmakler auf und mach mal eine Bedarfsanalyse inkl. Risikoprofil und Schichtenvergleich.

Die eine, perfekte Altersvorsorge für alle gibt es nicht. Es hängt von vielen Fakoren ab und muss unabhängig konzipiert werden.

Antwort
von Seehodil, 45

Kommt auf Ihre finanziellen Möglichkeiten an. Normalerweise würde ich Ihnen raten, in Immobilien in Wachstumsgebieten zu investieren.

Für den kleineren Geldbeutel ist Riester gar nicht so verkehrt. 

Kommentar von RudiRatlos67 ,


Für den kleineren Geldbeutel ist Riester gar nicht so verkehrt. 


?????

Das ist eine sehr allgemeine Aussage und mit grösster Vorsicht zu genießen. Um mit Riester eine Sinnvolle Altersvorsorge vergleichbar mit Immobilien aufzubauen, reichen meist weder die Zulagen noch die Eigenbeiträge. Außerdem müssen die Vorraussetzungen gegeben sein um aus Rister nicht eine Kapitalvernichtungsmaschiene für den Versicherten zu schaffen.

Riester: Ja, aber nur wenn es passt, wenn die Zulagen mindestens den Eigenbeitrag übersteigen und nur unter strengster Kontrolle und ständiger Prüfung bzgl. der Vorraussetzunngen um stets mindestens 100% der Beiträge an Zulagen zu erhalten.

Kommentar von Seehodil ,

Natürlich kann man mit Riester im Regelfall keine mit Immobilienbesitz vergleichbare Vorsorge treffen. Wo lesen Sie denn bitte solche Aussagen rein?

Es hat aber dennoch nicht jeder das Geld für den Immobilienerwerb. Und wenn monatlich nur kleine Beträge (mein O-Ton: der kleine Geldbeutel) zur Verfügung stehen, ist Riester schon eine Option, die man durchaus in Erwägung ziehen kann.

Alles andere hat wohl in Ihrem Kopf stattgefunden.

Antwort
von constein, 28

Hallo, eine Analyse wird dir sicher einen sehr hohen Bedarf (Versorgungslücke) im Alter aufzeigen. Um 500€ Rente zu bekommen bracht man ca. 100-150T€ an Kapital. Dahin zu sparen sollte das Ziel sein.

Fondssparen sollte die beste Möglkichkeit sein Geld aufzubauen. Wichtig ist dabei es auch richtig zu lernen. Wenn ein guter Aktienfonds 50% abschmiert(siehe 2008), dann muss sich dieser wieder mit 100 % entwickeln um die Erluste auszugleichen.  In einem Fondssparplan müssen die Gewinne versteuert werden, das ist gerade bei Sicherung des Geldes "schmerzhaft". So lange man dafür seine Freibeträge nutzen kann ist alles ok. Aber wir brauchen ja weit über 100.000€!? Fondssparen im Versicherungsmantel (moderne Rentenversicherung) ist auch eine  Möglichkeit. Dabei sind die Anlageänderungen kostenfrei und die Auszahlungen im Alter steuerbegünstigt. Nachteil sind die Abschlusskosten die in den ersten 5 Jahren gezogen werden und so oft nur 50% des Sparbeitrages in die Anlage geht.  In jedem Sparprodukt gibt es Kosten. Wenn aus 100 T€ die Gewinne mit 25% Abgeltungssteuer bezahlt werden ist das oft mehr als die Abschlusskosten in einem guten Versicherungsprodukt. Ein weiterer Vorteil in einer AV ist das der Vertrag bis zum 80.-90. Lebensjahr abgeschlossen werden kann. Im Alter steht das Geld weiter transparent und flexibel zu Verfügung. Auszahlpläne, Verrentungen und die Möglichkeit das Geld weiter anzulegen sind weiter Vorteile. Alle Anlageformen stehen zur Verfügung und können weiter flexibel genutzt werden.

Grundsätzlich sollte sich dein Sparbeitrag mit mindestens 6% p.a. (20Jahre) entwickeln. Lerne deinen Weg zu finden. Lass dich von mehreren Finanz- und Versicherungsmakler unabhängig beraten. Diese sollten eine gute Adresse sein. Tipp: Mit Ehe- oder Parner die AV abstimmen. Sollte einer eher "Gehen" sollte das Geld dem Partner erhalten bleiben. Verrentungen sind in Versicherungsprodukten oft ein Hindernis. Viel Glück! constein

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Hallo, eine Analyse wird dir sicher einen sehr hohen Bedarf (Versorgungslücke) im Alter aufzeigen.

Oh, ich sehe Sie kennen den Fragesteller.... Oder war das nur eine Unterstellung?

Fondssparen sollte die beste Möglkichkeit sein Geld aufzubauen. Wichtig ist dabei es auch richtig zu lernen.

Machen Sie aus Ihren Mandanten Anlageprofis?

Wenn ein guter Aktienfonds 50% abschmiert(siehe 2008), dann muss sich
dieser wieder mit 100 % entwickeln um die Erluste auszugleichen. 

Das Risiko besteht natürlich wenn ich nur eine Anlageklasse wähle. Solche Verluste einzelner Fonds sind aber auch nach 2 Jahren im allgemeinen zumindest größtenteils wieder ausgeglichen da nach einem heftigen Abwärtsimpuls auch ein stabiler Aufwärtsimpuls entsteht.

Usw. Usw.
Das ganze stinkt in meinen Augen danach unbedingt ein bestimmtes Produkt zu generieren. Ich frage mich wie Sie an dieser Stelle in eine niedergeschriebene Beratung einsteigen können ohne den Kunden auch nur im geringsten zu kennen.

Danke, ich habe genug gelesen.

Kommentar von constein ,

Danke für die Info RudiRatlos67.

Ich wollte nichts gegen deinen Rat BAV sagen nur auf reale Probleme hinweisen......


Oh, ich sehe Sie kennen den Fragesteller.... Oder war das nur eine Unterstellung?
Nein, ich kenne ihn nicht, habe aber durch eine große Anzahl von Analysen mit der Altergruppe vergleichbare Ergebnisse.


Machen Sie aus Ihren Mandanten Anlageprofis? Profi ist übertrieben, aber jeder sollte sich bestimmtes Wissen aneignen, wie von ihnen beschrieben zu verstehen. Dabei sollte auch ein Vermittler mit Rat zur Seite stehen.....


Usw. Usw.
Das ganze stinkt in meinen Augen danach unbedingt ein bestimmtes Produkt zu generieren.

Ja, es gibt aus meiner Sicht 3-4 gute AV Produkte die sich eignen und durch die flexible Produktgestaltung und Möglichkeiten für jeden Kunden interessant sein könnte. Ist halt mein Vorschlag!








Kommentar von constein ,

von Rudiratlos67
Das Risiko besteht natürlich wenn ich nur eine Anlageklasse wähle.
Solche Verluste einzelner Fonds sind aber auch nach 2 Jahren im
allgemeinen zumindest größtenteils wieder ausgeglichen da nach einem
heftigen Abwärtsimpuls auch ein stabiler Aufwärtsimpuls entsteht.

Den Fonds bei minus 20 % abgestoßen das Geld sicher angelegt und später günstig eingestiegen..... dann nicht nur nach 2 Jahren ausgeglichen sondern Gewinn gemacht. Wer gewinnen will, darf nicht verlieren!

Antwort
von althaus, 29

Du hast noch nichts versäumt. BIs zur Rente ist noch genügend Zeit zu sparen. Aber du solltest damit anfangen. Zunächst solltest Du Buch führen wieviel Du im Monat entbehren kannst, dann solltest Du Dich mit Altersvorsorgeprodukte ausernandersetzen. Dadurch, daß es kaum noch Zinsen gibt, ist die Auswahl sehr gering. Früher gab es Anleihen mit Verzinsungen bis zu 6%. Heute ist der Zins von sicheren Anleihen unter 1%. Daher kann man genausogut beim Tagesgeld bleiben. Das ist das erste bwas Du machen kannst. Sammle 2 bis 3 Monatsbeträge als Reserve auf dem Tagesgeld, dann kannst Du anfangen in Aktien-Fonds zu investieren. Wer noch nie mit Fonds zu tun hatte ist zunächst überfordert, denn es gibt über 8000 Fonds. Ich spare monatlich in 6 bis 8 Fonds. Jeder Fonds wird mit 50€ bespart und das regelmäßig monatlich. Das heist bei niedrigen Kursen als auch bei hohen Kursen. Ich habe bei der Frankfurter Fondsbank Tel: 069-77060-200 ein Depot eröffnet, was kostenfrei geführt wird und kaufe über ein Vermittler, Experte24, Tel.: 089-54047730 diverse Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Bei der Bank zahlst Du in der regel bis zu 5% Aufschlag, das kannst Du Dir sparen, wenn Du Dir Dein Fonds selbst heraussuchst.

Wie findest Du Deine Fonds? Durch Empfehlungen, z.B. auf www.finanzfrage.net oder durch Zeitschriften wie zum Beispiel der Finanztest. Wenn Du regelmäßig und immer spartst, kannst Du Dir eine ordentliche Summe zurücklegen und zudem von Kursgewinne (auch Verluste sind möglich) profitieren. 

Auf jeden Fall solltest Du keine Kapitallebensversicherung mehr abschließen, denn die sind viel zu teuer und erwirtschaften in der Zukunft immer weniger an Rendite, da sie in Anleihen anlegen und wo die rentieren, habe ich Dir schon genannt.  Ach ja, vergiß Riester, das Produkt wollen die wieder abschaffen, da es im Markt nicht angekommen und unrentabel  ist. 

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