Frage von gibass1981, 262

Altersvorsorge Fondspolice Friends Provident Bewertung?

Hallo,

ich habe ein Problem mit meiner Altersvorsorge Police, die ich in 2011 beim Finanzberater abgeschlossen habe, das Produkt so 38 Jahren laufen. Ich habe monatlich ca. 130 euro eingezahlt, insgesamt bis jetzt nach 5,5 Jahren ca. 8.000 euro. Ich bekomme dann ein Schreiben von dem Friends Versicherer wo ich feststelle, dass der Fondswert also den Vertragswert aktuell nur bei 2.500 euro liegt. Die Zuteilung der Einzahlungen auf die Fonds beträgt laut der Formel die ich vom Versicherer mitgeteilt bekommen habe in den ersten 60 Monaten nur ca. 33% laut der Formel:

(130 EUR -5% Garantiegebühr -4 EUR)*33,4 Zuteilungsrate =38,33 EUR

Also es waren monatlich nur diese 38 euro in Fonds umgewandelt, der Rest nur Kosten.

Es gibt eine Beitragsgarantie, d.h. das was ich eingezahlt habe (nach Abzug der Kosten?) wieder zurückbekomme aber wenn das so wäre dass das Produkt kein Gewinn macht, dann investiere ich lieber gleich woanders statt das Geld zu vernichten.

Alles andere, wie ich in den Vertragsdetails nachgelesen habe sind Kosten und Gebühren. Wie kann das denn sein, dass die Kosten fast 70% der Einzahlungen betragen, ist das rechtlich erlaubt? Ich habe nachgelesen dass ab 2013 solche Produkte mit so hohen Abschlussprovisionen nicht mehr in Deutschland erlaubt sind. Fraglich ist jetzt ob diese Fonds, die Friends anbietet (internationale Aktien und Mischfonds „Select of Friends“) in der Lage sind die Gewinne zu machen und gleichzeitig auch die Kosten weiter zu bedienen.

Die Frage ist auch, lohnt es sich in dieses Produkt weiter einzuzahlen bis irgendwann die Police Gewinne macht oder lieber anders Geld investieren (direkt in Sparplan oder z.B. eine Immobilie kaufen). Wer kann hier unabhängig beraten? Meine Rechtsschutzversicherung sagt, dass mit den Kosten so im Vertrag steht aber mehr konnten die mir nicht sagen. Ein anderer Versicherungsvermittler sagt, ist soll das beitragsfreistellen, weil das Produkt mir keine Gewinne erwirtschaftet. Er will mir aber gleich ein anderes Produkt verkaufen, der evtl. gar nicht besser ist.

Andere Frage noch: kann man diese Beiträge bei der Steuererklärung geltend machen?

Jetzt sind die Kosten für die ersten 60 Monate schon gelaufen, deswegen einfach auszusteigen ohne sich beraten lassen möchte ich auch nicht. Die Verbraucherschutzzentrale kann mir wahrscheinlich nur so wenig sagen wie die Rechtsschutzversicherung. Wer kann hier dann helfen?

Danke

Antwort
von kevin1905, 209

Eine Versicherung wird sich in den ersten 5 Jahren Laufzeit grundsätzlich nicht rentieren, da in dieser Zeit neben den laufenden Verwaltungs- und Risikokosten auch noch die Abschluss- und Vertriebskosten gezillmert werden.

Ab dem 61. Monat fallen diese Weg, da der Vertrag dann aus der Stornohaftung ist.

Du solltest also den langfristigen Blick ehr darauf richten wie hoch die Kosten

  • für die Verwaltung
  • für das Risiko
  • für die Beitragsgarantie
  • für den Fonds selbst (TER) sind

denn diese fallen nicht nach 60 Monaten weg.

ist das rechtlich erlaubt?

Es gibt zwei Modelle der Vergütung. Die Bruttopolice, in denen halt die Abschlusskosten von deinem Beitrag mitbezahlt werden oder eben die Nettopolice wo du selbst den Abschlussvermittler bezahlst.

Die gezillmerten Abschluss- und Vertriebskosten durften damals 4% betragen (seit LVRG für Neuabschlüsse nur noch 2,5%) der Bruttobeitragssumme.

Fraglich ist jetzt ob diese Fonds, die Friends anbietet (internationale
Aktien und Mischfonds „Select of Friends“) in der Lage sind die Gewinne
zu machen und gleichzeitig auch die Kosten weiter zu bedienen.

Etwa 80% der aktiven Fonds erwirtschaften keine Bruttorendite oberhalb ihrer eigenen Benchmark (Outperformance) und von den 20% die es tun, schaffen es die meisten auch nicht dauerhaft, sondern nur immer mal wieder. Die meisten aller aktiven Fonds sind daher meiner Meinung nach zu teuer und zu schlecht.

Wie es um deine Fonds steht kann hier niemand beantworten ohne die ISIN/WKN zu kennnen.

Die Frage ist auch, lohnt es sich in dieses Produkt weiter einzuzahlen
bis irgendwann die Police Gewinne macht oder lieber anders Geld
investieren (direkt in Sparplan oder z.B. eine Immobilie kaufen).

Grundsätzlich sollte die klare Mehrzahl der Geldanlagen in Sachwerte (Aktien, gewisse Fonds, Immobilien, Rohstoffe, etc.) gehen.

Aber du hast ja aus einem gewissen Grund eine Versicherung abgeschlossen. Der Vorteil einer Versicherung ist, dass diese wirklich bis ans Lebensende eine Rentenzahlung erbringt. Die Rentenversicherung sichert das Langlebigkeitsrisiko ab. Ein Sparplan mit Kapitalverzehr ist irgendwann evtl. leer, obwohl noch Leben übrig ist.

Wenn du eine Immobilie anschaffen willst, so solltest du da sehr bedacht rangehen. Die wichtigsten Punkte bei Immobilien sind

  • Lage, Lage, Lage und Lage!
  • das jemand ANDERS drin wohnt und diese für dich abzahlt.

Langfristig sollte es dann aber auch nicht bei einer Immobilie bleiben, sondern ruhig 2-4 sein.

Andere Frage noch: kann man diese Beiträge bei der Steuererklärung geltend machen?

Beiträge zur privaten Altersvorsorge, die keine Riester- oder Rüruppolicen sind, sind steuerlich nicht abzugsfähig, wenn der Vertrag nach dem 31.12.2004 geschlossen wurde.

Dafür wird im Leistungsfall nur der Ertrag besteuert (18% der Rente, bei RB mit 65, unterliegen dem dann gültigen pers. Steuersatz). Während der Laufzeit findet keine Besteuerung der Erträge (realisierte Kursgewinne, Dividenden, Zinsen) statt.

Die VBZ würde ich in Versicherungsfragen mit etwas Vorsicht genießen. Nicht alle Mitarbeiter haben entsprechende Ausbildung in rechtsberatenden Berufen oder als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen oder zumindest als Versicherungsfachmann. Auch haftet die VBZ nicht für Falschberatungen. Kostenfrei arbeiten sie auch nicht.

Ohne die Zahlen zu kennen, kann ich dir nicht helfen. Du kannst einen unabhängigen Makler suchen und ihm den Vertrag in den Bestand geben, dann mit ihm klären was anhand deiner Ziele und wünsche die sinnvollste Vorgehensweise wäre.

Kommentar von gibass1981 ,

Hallo Kevin,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. 

Mich wunder vor allem wo die 70% der Einzahlungen geflossen sind. Wenn die Abschluss- und Vertriebskosten nur 4% betragen, 5% die Beitragsgarantie, 1,5% die Verwaltungskosten, 4 euro Vertragsgebühr, 0,02% die Vertragsverwaltunggebühr auf den Vertragswert, dann Gebühr für Todesfallleistung (wurde im Vertrag nicht genau genannt) und dann die übliche Fondsgebühren auch noch dazu. Ich habe das Gefühl, dass alle diese Gebühren ziemliche Belastung für die Vertragsentwicklung Einfluss haben. 

Und wenn ich höre, dass die Fondsentwicklung nicht mal jährlich 5% schafft, dann macht das ganze wenig Sinn.

WKN der Fonds:

FPI Haspa Pfolio Stabil EUR S1

FPI PFolio Quality Selections EUR S1

FPI Carmignac Patrimoine EUR S1

FPI Investissement EUR S1

FPI Warburg Pfolio Active Assets EUR S1

Eine Umschichtung in andere Fonds ist möglich. Diese Fonds was ich haben wie ich sehe keine gute Rendite in 5 Jahren erwirtschaftet.

Antwort
von constein, 177

Hallo, als Versicherungsmakler habe ich ca 150 Verträge bei der Friends abgeschlossen und verwalte mit meine Kunden gemeinsan die Verträge. Sie haben eine transparente Versicherung mit Top Bedingungen und Kosten die nicht höher liegen als andere Anbieter. Durch die Bonizahlungen in den 38 Jahren, wenn Sie durchhalten, was Sie sollten, werden Sie für die Kosten am Ende entschädigt.

In der Angebotsberechnung bei Antragstellung ist eine jährliche Darstellung bei 0,4, 6, 8 oder 9% aufgelistet. Wo liegt da der Vertrag? Auch kann die Fondsauswahl zu Verlusten geführt haben. Gerne und unverbindlich, alle Infos und Berechnungen zu ihrem Vertag als Telefon Online Beratung.

Wenn Sie wollen finden sie mich. Gruss constein

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