Eins vorweg: Das ist nur so ein Gedanke. Da es so einfach erscheint, bin ich mir fast sicher, dass es sehr gute Gruende dagegen gibt - mir fallen sie nur nicht ein. Daher bitte ich Euch, diese Gruende zu nennen.
ALGII wird komplett gestrichen. Statt dessen gibt es eine staatliche Arbeitsplatzgarantie. In diese muesste noch einiges an Zeit und Gehirnschmalz fliessen - Richtung ist aktueller 1-EUR Job. Da gibt es noch einiges Potential in Richtung Sauberhaltung, Umweltpflege etc, ohne dass man an "echten" Job massiv knabbern muesste.
Statt 1 EUR gibt es aber einen Stundenlohn, der bei - sagen wir 25 Wochenstunden - dem ALG II Satz + durchschnittlicher Zusatzkosten (Wohngeld etc) * Standortfaktor entspricht. Ob dann jemand in einer groesseren Wohnung leben moechte oder in einem Miniloch haust und den Rest fuer Plasma oder Kippen rauswirft - eigene Entscheidung. Denn obwohl das Geld vielleicht nicht selber erwirtschaftet ist, so ist es doch verdient.
Haupteffekt: Das Ansehen der Leute, die die Jobgarantie in Anspruch nehmen, steigt dramatisch - das macht man nur noch, wenn eine wirkliche Notlage vorliegt - Schmarotzertum kann man diesen nicht mehr vorwerfen.
Es gibt keinerlei Repressalien mehr - wem der Job reicht, der darf das weitermachen. Das kostet zwar auch Geld, aber ein rieser Verwaltungsoverhead faellt weg.
Weiter im Antworttext:
Du warst zu schnell :=)
Die gehoeren zu den Leistungsverweigerern.
Handfeste Dinge? Zwangsarbeit, Zig Millionen nicht vorhandene Arbeitsplätze müssten geschaffen werden (und das ohne den so genannten 1. Arbeitsmarkt zu tangieren?), der Stundenlohn müsste schon ziemlich hoch sein, wenn ich den 10fachen Familienvater vor mir sehe, der ja auch für die Kinder mit verdienen müsste, Wo sollen diejenigen die Zeit hernehmen, die bereits arbeiten und auf ergänzend ALG2 angewiesen sind?, Kinder werden mitbestraft, wenn Eltern "Verweigerer" der Zwangsarbeit sind, Wie wird die Kinderbetreuung sichergestellt, da nach Deinem Modell ja kein Elternteil zu Hause bleiben dürfte, etc., etc. ...
Familienvater: Es ist doch egal, wie hoch der Stundenlohn im Endeffekt ist. Im uebrigen: Je hoeher der Stundenlohn, desto geringer die schaedlichen Auswirkungen auf den 1. Arbeitsmarkt (es wuerde halt ein faktischer Mindestlohn geschaffen werden, warum sollte ich beim Sklaventreiber fuer 3,50/h arbeiten, wenn der Staat mir 5/h garantiert <Zahlen nur Beispielswerte>).
Aufstockung: Wer die Anz. Stunden arbeitet, bekommst natuerlich weiterhin die Aufstockung - wenn die aufgrund des Mindestlohns durch die Hintertuer ueberhaupt noch noetig ist.
Kinder werden nicht mitbestraft, sondern gerettet. Es ist doch fakt, dass die wirklich Asozialen doch gibt, die ganz bewusst auf Kosten anderer Leben. Kinder aus diesen Familien haben doch kaum Chancen auf ein anstaendiges Leben.
Die Kinderbetreuung laesst sich doch garantiert loesen, indem festgelegt wird, wieviel Stunden pro Tag ein x Jahre altes Kind benoetigt - das als Arbeit fuer die Allgemeinheit angerechnet wird.
"Familienvater: Es ist doch egal, wie hoch der Stundenlohn im Endeffekt ist."
Naja, dann verkauf mal, dass der eine für die Tätigkeit 60,-€ Stundenlohn bekommt, während der andere nur 6,-€ bekommt, denn Einheitslohn ginge ja nicht (demzufolge, welcher Mindestlohn?)...
"Je hoeher der Stundenlohn, desto geringer die schaedlichen Auswirkungen auf den 1. Arbeitsmarkt" Falsch, weil letztlich der Stundenlohn vom Staat übernommen wird und die Arbeitskraft einfach da ist. Wenn ich als Staat jemanden habe, der eine Grünanlage pflegen soll, dann ist es egal ob der 3,50€ oder 60,-€ bekommt (der Staat muss diese Geld eh ausgeben), der macht das, da ist es dann auch egal, ob ein Selbständiger Gärtner diese Dienstleistung für 2,50€ anbieten würde...
Welche Aufstockung? Du hast ALG2 abgeschafft...
Nächster Punkt wäre, wenn ich vom Staat so einen Job bekomme mit 25 Stunden, der meinen Lebensunterhalt deckt, prima, dann hab ich ja noch Zeit für einen 400,-€-Job und hab dann mehr Kohle als mancher, der Vollzeit schuftet, irgendwie attraktiver als einige Arbeitsbereiche in der freien Wirtschaft... Da machen bestimmt noch ein paar Millionen Geringverdiener, die jetzt arbeiten, mit...
Wo ist hier der Unterschied zu ALG II?
Der Unterschied hier ist, dass ich bei ALG 2 einen heftigen Anteil des Zuverdienstes wieder abgezogen bekomme...
Mit welchem Recht willst Du mir aber was vom Arbeitsentgeld, das ich mit 25 Wochenstunden redlich verdient habe, kürzen?
Der bessere Ansatz wäre meiner Meinung nach das bedingungslose Grundeinkommen (sofern das mal einer realistisch hin bekommen sollte) und nein, ich meine nicht den Dreck, den die FDP mit diesem Namen schmückt...
Ich hab mal mit einem Gruenen Politiker aus Berlin darueber gesprochen. Dachte eigentlich, der zerfetzt mir das - aber im Endeffekt sagt er, dass das Modell dem Grundeinkommen im Endeffekt sehr aehnlich waere. Hat mich ueberrascht.
Dann hat der Junge entweder das (echte) bedingungslose Grundeinkommen oder Deine Idee nicht verstanden...
Aeh, Junge...?
Warum sollte ich jemanden mit so einer Aussage ernst nehmen, also ja, Junge...
Ich kuerze Dir gar nichts! Du bekommst lediglich die Differenz dessen, was dein Nachbar in der Jobgarantie bekommt.
Also kürzt Du...
Nee, ist nicht drin, Du hast mir ja diesen Job zu diesem Verdienst garantiert, da bestehe ich dann drauf...
Alles was ich sonst noch erarbeite ist meins und von Dir habe ich auch das von Dir garantierte zu bekommen, keinen Cent weniger, nix Differenz, dafür arbeite ich ja schließlich und sitze nicht zu Hause auf dem Sofa...
Achso, du meinst eine Bedingungslose Jobgarantie, auch wenn man schon beschaeftigt ist. War eigentlich nicht so geplant, muss ich drueber nachdenken.
Gedacht war halt, dass der Staat dir garantiert, x h/Woche arbeiten zu koennen fuer min y EUR. Hast du schon einen Job, der weniger Volumen hat, bekommst du das Geld aufgestockt und kannst die fehlende Zeit nachleisten, wenn du moechtest.
Nee, ich meine die, die die Jobgarantie annehmen und danach einen 400,-€-Job annehmen...
Entweder die Leute können dann auch den vorher vereinbarten Lohn komplett mit nach Hause nehmen, diesen Lohn anhand von Zusatzjobs zu kürzen geht da nicht oder Du hast doch ALG2 nicht abgeschafft sondern das läuft eigentlich weiter auch wenn Du es anders nennst und Du wirklich zusätzliche Zwangsarbeit eingeführt...
"Naja, dann verkauf mal, dass der eine für die Tätigkeit 60,-€ Stundenlohn bekommt, während der andere nur 6,-€"
Uhm, wenn die Leute jetzt fuers nichtstun unterschiedliches bekommen - das nimmt sich doch alles nichts. Es bleibt einfach so, wie es ist.
Ein Selbstaendiger kann das nicht fuer 2,50 anbieten.
"Welche Aufstockung? Du hast ALG2 abgeschafft..." Sag mir was schlaues hier. Andererseits, er arbeitet ja und bekommt dann das Geld - oder wenn er woanders arbeitet, die Differenz. Aber die ganze Aufstockung ist eh problematisch, weil man damit ja eigentlich nicht die Arbeitnehmer "aufstockt", sondern die Arbeitgeber.
"Uhm, wenn die Leute jetzt fuers nichtstun unterschiedliches bekommen - das nimmt sich doch alles nichts."
Nö, jetzt bekommt jeder so ziemlich das gleiche, nur dass Kinder auch etwas bekommen aber die willst Du ja sicher nicht auch zur Arbeit zwingen, damit die auch Geld zum überleben haben, oder?
Also geht es in dem Moment nur über den Stundenlohn der Eltern und das ist in meinen Augen dann schon was anderes...
Ach ja, den wahnsinns zusätzlichen (zu dem eh schon hohen bisherigen) Verwaltungsaufwand, den dieser Zwangsdienst mit sich brächte wäre der nächste Punkt...
Ja, genau darum gings doch. Um deinen 10fachen Familienvater, der genau deshalb etwas mehr bekommt.
Oder streich das mit der Anpassung je nach Kinderzahl. Erhoehung des Kindergeldes eine Alternative?
Das wird zu teuer, denn so eine Erhöhung muss dann für alle Kinder gelten, dann eher die Weiterzahlung von ALG 2 für Kinder...