3

Alternative zu Zwiebeln?

Frage von Nasomator Nasomator

Hallo liebe GF-Nutzer,

ich bräuchte mal euren Rat und hoffe, dass einige erfahrene Köche und Köchinnen mir weiter helfen können. Ich selbst bin leidenschaftlicher Koch und so bin auch ich es, der bei uns zu hause diesen Part übernommen hat. Meine Freundin ist eigentlich ganz pflegeleicht und mag fast alles, allerdings gibt es eine für mich wichtige Zutat, die sie auf den Tod nicht ausstehen kann, sie hasst Zwiebeln und alles was damit zu tun hat oder danach schmeckt. Ich selbst koche sehr viel mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Sellerie, Porree/Lauch und Knoblauch, aber das mag sie nicht. In vielen Fällen koche ich also das gleiche Gericht, in zwei Varianten, also einmal mit und einmal ohne diese feinen Würzgemüse, was aber nicht immer leicht ist und auch von den Mengen her keinen Sinn macht und manchmal reichen auch die Kochstellen einfach nicht aus. Natürlich lass ich die Zwiebeln auch oft einfach weg, aber dann schmeckt es einfach nicht "rund" (wenn ihr wisst was ich meine). Ich meine Bratkartoffeln ohne Zwiebeln sind einfach nicht das Wahre oder Soßen ohne Zwiebeln, da hilft es auch nichts, wenn ich sie raus siebe, sie mag einfach den Geschmack nicht. Ich hab es schon mit Sellerie probiert, aber das Ergebnis ist einfach nicht der Hit. Was könnte ich also bei deftigen Gerichten anstatt von Zwiebeln verarbeiten, um einen leicht scharfen und runden Geschmack zu bekommen?

Fragen zu gleichen Themen finden

Antworten (8)

  • 2
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Emulgator01 Emulgator01

    Wow, das ist mal eine schwierige Frage. Ich hab mir das jetzt über eine halbe Stunde überlegt, bin aber nicht wirklich zu einer guten Lösung gekommen. Wie schon mehrfach erwähnt: Selbst, wenn du die Zwiebeln durch etwas ersetzt, das ähnlich schmeckt, wird sie es warscheinlich nicht mögen (vorausgesetzt dass sie wirklich den Geschmack nicht mag, und nicht nur die Vorstellung Zwiebeln zu essen, bei vielen Menschen weiß man das ja nicht so genau...). Ansonsten (wie zum Beispiel bei der Idee mit der Kapuzinerkresse - welche ich aber trotzdem ausprobieren würde, da es ein wirklich toller Tipp ist) wird es aber nicht mehr der selbe Geschmack sein. Vor allem weil in der heutigen Küche Zwiebeln und Knoblauch fast unverzichtbar sind. Es bringt nix, wenn ich jetzt Bärlauch statt Knoblauch hernehme, außer sie bildet sich nur ein, dass sie den Geschmack nicht mag, was auch viele gern machen. Meine Freundin dachte zum Beispiel auch lange Zeit sie möge kein Sushi, seit ich ihr dann langwierig klar gemacht habe, dass sie nur die Vorstellung rohen Fisch zu essen nicht mochte, den Geschmack aber sehrwohl, ist das eines ihrer Lieblingsgerichte. Das sei mal nur am Rande erwähnt, wird dir aber warscheinlich nicht groß weiterhelfen. Wenn es nur um den "Nachgeschmack" ginge: Dem kann man zum Beispiel mit Fenchelsamen, Petersilie oder Kümmel entgegenwirken. Wird dir aber warscheinlich ebenfalls wenig helfen. So doof sich das anhört, aber ich denke es gibt nur zwei Lösungen: Entweder du nimmst das ganze in Kauf und jeder macht mal kleinere Zugeständnisse (zB du kochst nur jeden dritten Tag etwas mit Zwiebeln oder so, dafür isst sie das dann anstandslos), oder du gibst ihr Zeit. Ich habe mal gelesen, dass die Japaner (sehr weise Leute in meinen Augen) herausgefunden haben, dass sich das Geschmacksempfinden entwickelt und "geschult" werden kann. Nach dieser Erkenntnis schmeckt man anders bzw kann bestimmte Geschmäcker erst wahrnehmen, wenn der Geschmackssinn bereits trainiert ist. Nachdem ich das mit meiner Freundin besprochen hatte, konnte sie dem auch zustimmen: Ihre Mutter kochte immer extrem einseitig, und seitdem meine Freundin und ich nun zusammenwohnen schmeckt sie bestimmte Dinge anders, mag Dinge die sie früher nicht mochte und umgekehrt. Das heißt der Schlüssel lautet in diesem Fall abwechslungsreiche Kost. Der Prozess kann jedoch einige Jahre dauern. Der umgekehrte Fall kann übrigens auch möglich sein: durch übermäßigen Verzehr von Geschmacksverstärkern (vor allem Natriumglutamate) kannn sich der Geschmackssinn zurückentwickeln und "verkrüppeln". Das heißt mein Fazit: Abwechslungsreich kochen, öfter mal etwas probieren, was ihr noch nie gegessen habt, und ihr Zeit geben, das alles zu verarbeiten. Ach ja und: bewusst essen. Lernen, die einzelnen Geschmäcker bewusst zu verarbeiten und so das Essen zu mehr als der Nahrungsaufnahme zu nutzen. Wenn du Glück hast, wird deine Freundin in zwei, drei Jahren soweit sein um sich überreden zu lassen, doch mal die Zwiebeln drinnen zu lassen. Sobald sie das macht, hast du "gewonnen" ;) Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen, auch wenn es warscheinlich keine gute "einfache" Antwort gibt. Aber wie gesagt, ich habe mir über die (sehr tolle) Frage jetzt lange den Kopf zerbrochen. Viel Erfolg!

    Kommentar von Nasomator NasomatorNasomator

    Vielen vielen Dank, für die fantastische und sehr ausführliche Antwort. Da sind viele neue Ansätze für mich drin, mal schauen, wie ich es in der Realität umsetzen kann. Top Antwort!!!

    Kommentar von Emulgator01 Emulgator01Emulgator01

    Kein Problem. Den wenigen Leuten, die hier seriöse Fragen stellen, muss man doch einfach helfen wollen! ;)

  • 1
    Antwort von pecudis pecudis

    Mußt Du anders sehen: wenn das, was der Zwiebel ihren Geschmack gibt (zB Rhamnose, Senföle), in anderen Pflanzen / Gewürzen enthalten ist, wird sie die genausowenig mögen.

    Die einfachste Möglichkeit wird immer noch sein, die Zwiebeln (Lauch & Co..) extra zu schmoren, und dann jeweils hinterher zuzugeben :/

    Kommentar von Nasomator NasomatorNasomator

    Danke für den Tipp, aber ich suche ja auch eine Alternative die eben anders schmeckt und mein Essen trotzdem abrundet. Ich werde es wohl so machen, wie du beschrieben hast und die Zwiebeln separat schmoren und zugeben, auch wenn es nicht das gleiche ist, als ihren Geschmack schön in die anderen Zutaten einziehen zu lassen.

    Kommentar von pecudis pecudispecudis

    Wenn Du andere Stoffe haben willst, versuchs mit Peperoncini mit Zucker, das dürfte dem Inhalt einer Zwiebeln ohne Glycoside noch am ehesten Nahkommen. Mit richtig viel Einsatz könntest Du auch irgendein schwach- oder ähnlichschmeckendes Gemüse (Schwarzwurzel, Möhre, aber auch Apfel) in Essig einlegen und dann dazugeben.

  • 1
    Antwort von schildi schildi

    Rezept - Kapuzinerkresse, einige Infos...

    Mit ihren grossen, runden Blaettern und den leuchtend gelben, auch orangefarbenen Blueten mit scharlachroten Strahlen ist sie ein attraktiver Blickfang im Garten: die Kapuzinerkresse, botanisch tropaeolum majus genannt. Die Pflanze stammt aus Suedamerika, wurde von den spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht und schon bald in Kraeuterbuechern beschrieben. Kapuzinerkresse wirkt desinfizierend und kraeftigend. Dennoch gibt es keinen nennenswerten kommerziellen Anbau. Mit der europaeischen Brunnenkresse ist sie nicht verwandt, aber sie aehnelt ihr im Geschmack - fuer ihre Schaerfe sorgt ein Senfoelglykosid. Die Kapuzinerkresse ist eine Staude, bei uns gedeiht sie - ausser in mediterranen Klimainseln - nur einjaehrig. Sie stellt keine grossen Ansprueche an den Boden und laesst sich auch in Balkonkaesten ziehen, wenn sie genuegend Sonne bekommt. Als Gewaechs der subtropischen Klimazone vertraegt sie keinen Frost. Bio-Obstbauern saeen sie unter ihre Baeume, um diese vor dem Befall mit Blatt- und Blutlaeusen zu schuetzen; die Kapuzinerkresse wirkt hier auch abwehrend gegen Schnecken, Raupen und Ameisen. Wenig bekannt ist der Wert dieser Pflanze fuer unsere Ernaehrung: Bemerkenswert ist ihr hoher Gehalt an Vitamin C sowie an Mineralstoffen. Die pikanten Blaetter eignen sich als wuerzende Zutat fuer gemischte Salate. Die unreifen Samen und die geschlossenen Knospen kann man in Essig und Salzlake einlegen. Sie sind nach drei Monaten Reifelager ein Ersatz fuer Kapern. In groesseren Mengen verzehrt, wirken sie stark abfuehrend. Ohne die Gelb- und Rottoene der Kapuzinerkresse waere die aus Kalifornien stammende Mode der "flower power" auf dem Teller nur halb so huebsch. Geschmacklich wie farblich setzen sie Akzente bei gruenen Salaten aber auch als essbare Dekoration fuer Gerichte mit Gefluegel oder Fleisch. (aus Koch-Mix)

    Kommentar von Nasomator NasomatorNasomator

    Hört sich interessant an, nur wo soll ich es her bekommen?

    Kommentar von Katzewanda KatzewandaKatzewanda

    Im Sommer selber ziehen, ansonsten haben Großmärkte manchmal sowas oder Spezial-Ess-Blüten-Händler, falls es sowas schon gibt. Tolle Alternative, schmeckt scharf, weiß aber nicht, ob man sie mit braten kann, kenne sie als DEko.

  • 1
    Antwort von helrich helrich

    Ersatz für Zwiebeln ?

    Ich kann Dich nur zu gut verstehen: Soße ohne Zwiebeln - das geht doch gar nicht...

  • 1
    Antwort von Katzewanda Katzewanda

    Zwiebeln sind Zwiebeln, kannst Du nicht einfach nach und nach welche dazu mogeln, dass sie sich daran gewöhnt? Essen ohne Zwiebeln und andere Lauchgemüse schmeckt einfach nicht.

    Kommentar von Nasomator NasomatorNasomator

    Stimmt aber Ehrlichkeit bleibt auch Ehrlichkeit. ;)

    Kommentar von Katzewanda KatzewandaKatzewanda

    ja, sicher, weiß ich ja, mein Mann mag keine Ente und gans, aber Hühnchen und Pute, auch wenn ich alles in einem Pott schmore und gleich würze; manches ist unterbewusste Ablehnung, denke ich.

  • 1
    Antwort von anjanni anjanni

    Schnittlauch ist eine tolle Alternative zu Zwiebeln, finde ich. Kannst Du im Topf in der Küche ziehen und frisch zum Schluß hinzugeben (nicht kochen).

    Wir hatten das auch in der Familie, daß nicht jeder Zwiebeln mochte. Mein Onkel wurde da oft von meiner Tante "betrogen", weil sie die Zwiebeln so klein gehackt hat, daß er es nicht gemerkt hat.

    Kommentar von Nasomator NasomatorNasomator

    Werde ich auch mal testen, ich hoffe es fällt für sie nicht unter Zwiebelgeschmack. ;) Danke

  • 0
    Antwort von littlei littlei

    Würze die Gerichte einfach etwas mehr. Wenn du Würze brauchst, greif zu Chili. Wenn man es richtig dosiert, klappt es gut und wird nicht zu scharf.

  • 0
    Antwort von adianthum adianthum

    Als Kind habe ich jedes noch so kleine Stückchen Zwiebel aus dem Essen gepult (aber eher wegen der Konsistenz). Auch Käse war ein absolutes no go. Heute esse ich beides, Zwiebeln in Mengen, Käse aber nur wenn er nicht stinkt. Also bin ich ein lebender Beweis dafür, dass sich der Geschmackssinn weiterentwickelt ;-))

Diese Frage

Verwandte Fragen

Noch nicht den richtigen Rat gefunden?

Einfach und schnell viele hilfreiche Ratschläge von Deutschlands aktivster Ratgeber-Community erhalten!

Einfach und schnell einen Tipp erstellen und Ihren guten Rat mit anderen teilen!

Einfach und schnell ein Video hochladen und anschaulichen Rat an alle geben!

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Rechtliche Hinweise finden Sie hier.