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Alternative Jobs / Ausildungen / Studien zu Autorin, Lektorin

Frage von ovary ovary

Hallo zusammen

Mein grösster Berufswunsch ist es, Autorin (mit selbstädnigem Teilzeit-Lektorat) zu werden. Es gibt mittlewerile sogar einen Studiengang, der sich damit beschäftigt. Da es aber jährlich 90 Bewerbungen und nur 15 Plätze gibt, verlangt meine Mutter mindestens noch einen Plan B und C.

Ich schliesse im Sommer die kaufmännische Lehre mit Berufsmatura ab (Schweiz. In DE etwa = Gymi). Da mir der Beruf aber viel zu langweilig ist, brauche ich was anderes, also: wisst ihr irgendwelche spannenden Berufe? Interessante Studiengänge? Oder von einem freien Arbeitsplatz in einem Verlag? Auch gerne in DE (Sorry, aber die haben nun mal die besseren Verlage ;))

Und mein grösstes Problem: ich mag keine "normalen" Jobs. Schon beim Gedanken daran wird mir schlecht^^ also brauche ich was aussergewöhnliches, spektakuläres :DD

vielen dank für eure vorschläge!!

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Antworten (5)

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    Antwort von AnnJabusch AnnJabusch

    Übe das Schreiben als Hobby aus und pflege deinen Brotberuf. Das braucht ein Autor nämlich. Oder komme deinem Thema näher, indem du Neue Deutsche Literatur, Germanistik o.ä. studierst und dir einen Job in der Verlagsbranche suchst. (Aber die meisten Lektoren und Autoren kommen aus völlig anderen Berufen!)

    Ich bin Lektorin und Autorin und kann dir versichern, dass man ein außerordentlich schwankendes Einkommen hat. Meistens schwankt es nach unten ;-) Und ich bin nicht etwa schlecht oder einfach nur die Ausnahme, sondern das ist die Regel, wie ich aus dem Bekannten- und Kollegenkreis und zwei Berufsverbänden weiß.

    Es ist auch noch nicht einmal der Bestseller, der Autoren plötzlich reich macht, sondern es ist stetiges Schreiben und die Vermarktung Dutzender oder gar Hunderter von Veröffentlichungen, bis sich eines Tages nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" ganz schön was summiert hat. Als junger Mensch, der eventuell irgendwann einmal eine Familie gründen will und dann auf regelmäßiges Einkommen angewiesen ist, geht das gar nicht ohne Brotberuf. Aber auch, falls du den Wunsch nach Reisen, Auto oder was weiß ich hast, wirst du ihn mit Schreiben allein nicht unbedingt finanzieren können, denn du musst davon ausgehen, dass du an oder sogar unter der Armutsgrenze lebst. Du bist als (literarische) Autorin eine Künstlerin und Künstler sind auf sich allein gestellt.

    Gewiss, es gibt Schreibschulen, und man lernt auch dort etwas, z.B. Charaktere zu entwerfen, Handlungsbögen zu spinnen oder Dialoge interessant zu gestalten, also das Schreibhandwerk. Du bekommst aber kein Zertifikat, mit dem du dich irgendwo bewerben könntest. Niemand wird dir mit dem Abschlusszeugnis die Tür öffnen und sagen: "Da kommt unsere diplomierte Bestsellerautorin oder zukünftige Literaturnobelpreisträgerin".

    Zudem sind Diese Schreibschulen, die du meinst, sehr teuer. Und eigentlich unnötig. Es gibt Hunderte von Schreibgruppen im Internet und im wahren Leben, die sich treffen, Texte gegenseitig vortragen und beurteilen uvm. Dazu gibt überall Seminare für mehr oder wenig Geld, in denen spezielle Aspekte des Schreibens gelehrt werden. Sehr zu empfehlen ist darunter z.B. die Bundesakademie in Wolfenbüttel, in denen namhafte Autoren und Dozenten in Wochenendseminaren erstklassiges Wissen und Können für kleines Geld vermitteln. Bei uns in Deutschland gibt es Volkshochschulkurse, die das Schreiben lehren. Die kosten noch weniger. So etwas gibt es doch sicher auch bei euch in der Schweiz.

    Schau dich doch mal bei autorenforum.de um. Dort findest Hilfe für alle möglichen Fragen um das Schreiben. Und einen kostenlosen, umfangreichen und sehr nützlichen Newsletter.

    Was deine Pläne anbelangt, vom Schreiben leben zu wollen, kann ich dir dieses Buch empfehlen: http://www.amazon.de/Schreiben-leben-Schriftsteller-erfolgreiches-Ver%C3%B6ffent... leider nur noch antiquarisch - aber nach wie vor aktuell.

    Viel Erfolg dennoch!

    Kommentar von ovary ovaryovary

    Mir ist bewusst, dass es sehr schwierig (bis unmöglich) ist, sich nur vom Buchschreiben "ernähren" zu können. Deshalb suche ich ja auch alternative / ähnliche Berufe. Auch ist mir bewusst, dass es nicht die bestverdienende Branche ist. Aber lieber nicht besonders gut verdienen, dafür etwas machen,was man mag.

    Ich erwarte auch kein Wunder durch den Stduiengang. Ich meine keine Schreibschule, sondern einen offiziellen Studiengang, mit Bachelor-Abschluss. Auf einer solchen Internetseite bin ich, aber irgendwann bin ich da an eine Grenze gestossen, weil halt doch alle auf einem Amateur-Niveau schreiben und lesen (was nichts heissen mag, ich gehöre auch dazu!) aber nicht selten ist es dann eine "ich schreib dir einen netten kommentar, damit du mir auch einen netten kommentar schreibst"-kultur. Das bringt einen nicht weiter. Und natürlich braucht es Können, aber es heisst auf der Fachhochschul-Seite auch ziemlich ausdrücklich, dass es einem vor allem auch Zeit gibt, sich mit dem Schreiben auseinanderzusetzen. Deshalb glaube ich schon, dass es etwas bringen kann. Ausserdem ist das Ganze nach einem Mentorat-Prinzip aufgebaut, was ich sehr interessant finde, ich glaube, das kann tatsächlich funktionieren :)

    gerne seh ich mich mal auf dem forum um, vielen dank für den link.

    Ich möchte dir ganz herzlich für deinen ausführlichen Kommentar danken!

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    RatgeberHelden Antwort von Mandava Mandava

    Und da ich nicht lehrerin werden will (was bei einem germanistik-studium meist der fall ist),

    Das ist doch Quatsch. Erstens werden nur durchschnittlich 30% der Germanistikstudenten Lehrer, zweitens kommt es doch immer drauf an, was DU aus deinem Studium machst.

    Kommentar von ovary ovaryovary

    und was machen die anderen 70%?

    Kommentar von Mandava MandavaMandava

    Die arbeiten entweder an der Uni oder in der Wirtschaft - so wie andere auch.

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    Antwort von Ernesto1206 Ernesto1206

    Mit der Berufsmatura stehen dir eigentlich sehr viele Möglichkeiten offen. Ich selber bin heute auch Lektor, wenn auch nicht Autor, und arbeite selbstständig für mehrere Firmen, schreibe und redigiere Texte etc. Mir scheint, dass du a) mit der KV-Lehre eine falsche Wahl getroffen hattest b) dir überlegen solltest, dass in JEDEM Beruf Unspektakuläres einen grösseren Anteil in der sog. Normalität hat als das Aussergewöhnliche, das du von deinem zukünftigen Beruf suchst. Versuche, in einem Zeitungsverlag unterzukommen, vielleicht zuerst als Stagiaire, werde Reporterin im internationalen Bereich und werte dann später deine Erfahrungen aus als Autorin. Die Arbeit in einem Buchverlag ist keineswegs nur spektakulär. Zuerst musst man säen, bevor man ernten kann.

    Kommentar von ovary ovaryovary

    vielen dank für deine ausführliche antwort. ja, im nachhinein ist mir auch bewusst geworden,d ass das kv das falsche für mich ist. aber ich wollte und will meine lehre nicht abbrechen.

    natürlich gibt es auch unspektakuläres, aber in einigen berufen halt schon mehr als in anderen, oder? :)

    darf ich dir zu deiner lektors-arbeit eine frage stellen? und zwar: gibt es genügend aufträge? haben junge lektoren auf dem arbeitsmarkt überhaupt eine chance, oder ist das arbeitsvolumen eigentlich bereits ausgeschöpft?

    Kommentar von AnnJabusch AnnJabuschAnnJabusch

    Wenn ich nochmal antworten darf?

    Gute Lektoratsaufträge sind rar und heiß umkämpft. Du würdest gegen Kokurrenten antreten, die ihre Arbeit fast verschenken, weil jeder, der schreiben kann, irrigerweise der Meinung ist, er könnte auch lektorieren. Die Auftraggeber kennen den Unterschied nicht und wählen den Billigsten. Und selten hat man Gelegenheit, von seiner Qualität im Vorfeld zu überzeugen.

    Das wird bei euch in der Schweiz nicht anders sein als bei uns. Gewiss, es immer mal wieder Leute, die gern etwas korrekturgelesen haben möchten - am liebsten für dreifuffzig! Aber "richtige" Lektoratsarbeit ist was anders: Da werden Texte poliert und geschliffen nach allen Regeln der Kunst, Ausdruck, Stil, alles. Und bei längeren Texten, Roman-Manuskripten u.ä. natürlich auch all das, was einen guten Roman ausmachen soll. Dass selbst renommierte Verlage inzwischen ihr Lektorat inzwischen "outsourcen", wie man auch Neusprech inzwischen sagt, hebt nicht etwa das Honorar-Niveau, sondern drückt es noch (denn Heerscharen von ehemals festangestellten Verlagslektoren zählen ebenfalls zu deinen Konkurrenten).

    Vielleicht schaust du auch hier mal nach: http://www.vfll.de

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    Antwort von norberta norberta

    deine antipathie gegen normale jobs kann ich gut verstehen (manchmal gehts es ja n u r darum fixkosten - wie miete etc. zu fianzieren-)

    zu deiner frage: 1.) schau mals ins netz der freiberufler für lektoren tätigkeiten sucht das gleiche gilt 2.) für Lektorenverbände (Vitamin B und praxismöglichkeiten sind schon vor dem Studium wichtig - ausserdem gibt es dort viele Tipps und sogenannte Weiterbildungsmöglichkeiten-Hinweise. In D ist es bspw. der VFLL, wie das Schweizer Gegenstück heisst lässt sich auch im Internet-Recherchieren. 3.) Schau dir die Studienverzeichnisse ein und belege externe Kurse mit entsprechenden Themen.

    Die Zeit der interessanten Verlagsberufe ist - meiner Erfahrung nach - abgelaufen, letztendlich ist man dann nur Sachbearbeiter (bestenfalls) ud zwar nicht im Lektorat sondern in der EDV.

    Schreibe Artikel (Schüler-, Stadtteilzeitung, Wochenblatt, Lokalpresse, Fachzeitschriften)

    Werde aussergewöhnlich und spektakulär und die Sachen kommen auf Dich zu.

    Kommentar von ovary ovaryovary

    danke für dein verständnis :)

    im internet habe ich schon viel recherchiert. es ist nicht so, dass ich diese frage völlig planlos stelle ;) den VFLL kenne ich bereits - auf offiziellen berufsberatung-CH-homepages ist auch nur der aufgelistet. ich nehme deshalb an, dass kein solcher in der schweiz existiert.

    ich habe noch nie von externen kursen gehört^^ kann man da "reingucken" ohne zu einem studium zugelassen zu sein?

    deshalb möchte ich gerne ein eigenes lektorat - wo man mit den autoren kontakt hat usw... :)

    das mache ich bereits - ich bin presseverantwortliche in einem verein und sorge dafür, dass man wenigstens ab und zu von diesem hört :P

    danke für den tipp - ich schau mal, was sich da machen lässt x))

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    Antwort von fraggle16 fraggle16

    nun, um Autorin oder Lektorin zu werden, brauchst du weder Studium noch Ausbildung. Du musst gut sein.

    oder denkst du, die werte Joanne K. Rowling hat Schriftstellerei studiert?

    Egal, was für eine Ausbildung du hast, egal, was du studiert hast, du kannst neben deiner Arbeit schreiben, das Buch bei einem Verlag einreichen und schauen, ob es überhaupt Verlage wollen, und wie sich dann das Buch verkauft.

    Wenn es sich zeigt, dass du davon leben kannst, kannst du es zu deinem Hauptberuf machen, und ansonsten weiterhin nebenbei schreiben.

    Zum Schreiben gehört vor allem Talent. Zum Umgang mit Wörtern gehört vor allem, dass man selbst viel liest.

    Um Lektor zu werden, empfiehlt es sich, die entsprechende Sprache studiert zu haben, es gibt aber auch hier keine Verpflichtung. Man kann auch in Verlagen in einem Volontariat anfangen und die Dinge sich entwickeln lassen.

    Entsprechende Initiativbewerbungen kannst du bei jedem Verlag loswerden. Aber eins sollte dir klar sein - solche Wege sind hart und steinig. Deshalb ist es wichtig, dir für solche Wege Unabhängigkeit von deinen Eltern zu verschaffen.

    Zum Thema - außergewöhnlich, spektakulär - wenn du so an die Sache rangehst, hast du schon verloren.

    Kommentar von ovary ovaryovary

    natürlich muss man es können. aber studieren maler nicht auch kunst? aber viele autoren haben germanistik o.ä. studiert – was du weiter unten auch erwähnst. Und da ich nicht lehrerin werden will (was bei einem germanistik-studium meist der fall ist), sehe ich das als studienfach eher nicht.

    Ich möchte auch nicht von anfang an vollberuflich autorin sein – es ist mir völlig klar, dass mind. 99.99% der autoren nicht nur vom schreiben leben können. Die frage ist nur – was arbeiten? Da wären ein paar inputs nett :D

    Ich lese viel – sehr viel sogar. Aber das sehe ich nicht als qualifikation :) bei dem studium, das mich interessiert, ist lektorin als möglicher beruf später ebenfalls aufgelistet. Was mich an volontariaten etwas abschreckt, ist das wissen, lehrlingsaufgaben ausführen zu müssen und fast nichts zu verdienen. Und es gibt nur selten anschliessend eine anstellungsmöglichkeit (habe ich gehört)

    Soweit ich weiss, haben verlage sowieso viele bewerbungen – es könnte sich also ziemlich schwierig erweisen, auch nur in die nähe eines richtigen verlags zu kommen. Unabhängigkeit von meinen eltern ist bei allen weiterführenden wegen ein ziel (wobei es beim studium etwas schwierig werden könnte, trotz 200 km entfernung :D).

    Tja… lieber kämpfen und verlieren, als aufhören zu träumen :)

    Kommentar von fraggle16 fraggle16fraggle16

    also, Lehrlingsaufgaben wirst du doch so oder so erledigen müssen, ich weiß ja nicht, was du dir so vorstellst, aber ich kenne niemanden, der studiert hat, und nicht während oder nach dem Studium lehrlingsarbeiten ausführen musste - man muss sich bewähren, durch Praktika, Trainee-Jobs, als Arzt oder Pharmazeut durch Famulaturen während des Studiums, etc. pp.

    ein Germanist wird nicht Lehrer, sonst studiert er auf Lehramt.

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