carsten75 am 12.12.2007 um 18:34 Uhr
seit einiger Zeit läuft im TV Werbung eines dts Energieversorgers, der ein Gezeitenkraftwerk in der Nordsee installieren wird, welches aus vielen "Turbinen"-Dynamos besteht. Was ist davon zu halten in Bezug auf den Lebensraum Meer, der leidet doch mit sicherheit auch(?), gibt es dazu Studien? Ich weiß, daß die großen Windparks in Californien Auswirkungen auf das Hinterland haben, der Wind und somit der Regen bleibt aus. Was haltet ih davon?
durch solche gezeitenkraftwerke leidet das meer jedoch deutlich weniger als durch andere energiequellen... mal die anderen alternativen eqs ausgeschlossen... ich finde es ganz gut, dass man sich endlich mal einen kopf macht, wie man die umweltbelastung und -zerstörung einschränken kann... natürlich haben wir das optimum noch nict gefunden... aber wir sind auf dem weg dorthin.... und ich glaube kaum, dass unsere heutige gesellschaft auf strom verzichten könnte, bis jemand die perfekte art der energiegewinnung gefunden hat... (was dann wahrscheinlich gar nicht möglich wäre..

Ich glaub da kann man Studien machen ohne Ende. Was wirklich passiert zeigt erst die Realität.
Wenn das Wort Gezeitenkraftwerk fällt, denkt man unweigerlich an das weltweit größte Projekt dieser Art, das Strömungskraftwerk an der Mündung des französischen Flusses Rance bei Saint-Malo (Bretagne). Bei diesem im Jahre 1966 errichteten Kraftwerk wird der Tidenhub von 12 bis 18 Meter genutzt, um Wasser hinter einem Staudamm aufzustauen. Dabei werden 24 Röhrenturbinen à 10 MWel angetrieben. Bei Niedrigwasser wird das Wasser durch diese Turbinen wieder abgelassen. Die durchschnittlich 2.200 Stunden pro Jahr in Betrieb befindliche Anlage ist jedoch extrem korrosionsanfällig und hatte gravierende negative Auswirkungen auf das Ökosystem des Flusses. Außerdem gibt es weltweit nur wenige Standorte, die für ein solches System geeignet wären.
Ein neuer Ansatz, die Gezeitenkräfte zu nutzen, stellt ein britisch-deutsches Projekt dar, welches sich seit einigen Jahren in der Planung befindet und im nächsten Jahr im Bristol Channel vor der Küste Cornwalls installiert wird. Die Anlage, welche fast wie eine »Unterwasser-Windkraftanlage« aussieht, nutzt nicht den Tidenhub, sondern die durch die Gezeiten verursachten Meeresströmungen. Da die Dichte von Wasser deutlich größer ist als die von Luft, genügt auch das eher gemächliche Tempo von Ebbe und Flut, um Strom zu gewinnen. Für eine erfolgreiche kommerzielle Nutzung müssen moderate Strömungsgeschwindigkeiten von mindestens 2 bis 2,5 m/sec vorhanden sein. Auch andere Meeresströmungen könnten bei geeigneter Geschwindigkeit zur Stromerzeugung genutzt werden.
LittleArrow am 13. Dezember 2007 00:10 Danke und DH für die detaillierte Antwort.
Und: Gibt es diese Stömungsgeschwindigkeiten normalerweise zweimal am Tag?
Wolfi0410 am 13. Dezember 2007 00:49 Sehr gut erläutert DH

Diese Form der alternativen Energiegewinnung ist momentan nur eine Studie. Du hast Recht: es ist noch gar nicht klar, welche Auswirkungen dies auf die Lebewesen im Meer hat? Werden Pflanzen und Tiere von den Turbinen angezogen und bedroht? Der Werbespot mit dem Aquarium ist ja doch ein Hohn. Denn: Das Meer ist kein abgeschlossenes lebloses Aquarium.
Ich fordere erst noch genauere Umweltstudien, damit wir mit solchen Plänen nicht "den Teufel mit Beelzebub austreiben".
carsten75 am 12. Dezember 2007 18:41 also wird das noch gar nicht gebaut? Dann bin ich ja vorerst beruhigt, sehe es so wie du, daß damit auch viele Gefahren für das Meer verbunden sind.
stimmt... so ein gezeitenkraftwerk verursacht ja auch viel weniger schäden als die schadstoffe der anderen fabriken, welche ins meer geleitet werden?!?!?!?
gerwitt am 12. Dezember 2007 18:46 Nun ja, ein Testbetrieb ist für nächstes Jahr geplant: http://www.eon.com/de/unternehmen/tdw_16963.jsp
sender am 12. Dezember 2007 20:56 Viel zu spät, aber mich fragt ja keiner.

Es gibt meines Wissens ein Gezeitenkraftwerk in Frankreich bei St. Malo. Es müssen gewisse Voraaussetzungen bezüglich Ebbe und Flut herrschen. Allerdings sind diese Anlagen ziemlich Rost gefährdet.
Wolfi0410 am 13. Dezember 2007 00:48 Schon mal was von Edelstahl gehört?

Die Meeresbewohner werden sich sicher darüber freuen. Aber das macht ja nichts, Hauptsache wir Menschen sehen nichts von dem Leid, denn es passiert ja alles so schön unter Wasser.
LittleArrow am 13. Dezember 2007 00:13 Wo hätten die ein Problem? Wale werden sich doch dort nicht einfinden/-lochen oder?
Qetan am 14. Dezember 2007 21:21 Etwas nachdenken ist manchmal ganz hilfreich.
Das ist glaub ich die Werbung von EON, die ja nicht gerade für eine gute Umweltpolitik bekannt sind. Man kann immer viel behaupten was man für irgendwann in nichtbekanntgebenen Jahren vielleicht mal bauen wird. So etwas kann jeder behaupten. Die sollen sich wieder melden wenn sie den Bau bewginnen, davor sollen sie einfach ruhig sein und nicht so laut rumtönen. Besser wäre es wenn sie aktiv etwas an den bestehenden Anlagen verbessern würden und die Preise senken. Das ganze soll eh nur dazu dienen sich rechtfertigen zu können wenn man demnächst wieder die Preise erhöht... aber ... aber man plant doch was ganz tolles, was dann 0,1 % der Energieerzeugung ausmacht ....
sender am 12. Dezember 2007 20:53 Ja, das ist eon. Die haben für solche Werbung Geld. :-(