Frage von Traberli, 78

Alternative Behandlung bei ADHS?

Hallo Zusammen, bei mir wurde ADHS mit überwiegender Konzentrationsschwäche festgestellt. Hat hier jemand Erfahrung mit einer alternativen Behandlung? Zum Beispiel Homöopathie, Yoga, mentales Training usw. Ich brauche ganz dringend hilfe, aber möchte nichts mit Schulmedizin machen. Bin um jede Erfahrung dankbar. LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Anaschia, 63

ADHS wird meistens viel zu schnell diagnostiziert. Unsere heutige Lebensweise: Fastfood,Fernsehen, Handy, Computer und diverse Umweltgifte , sind nicht gerade förderlich für die Gesundheit. Mit Ritalin kann man da schnell das passende Mäntelchen drüber werfen. Dann bist Du so, wie ein Mensch heute in unserer Gesellschaft zu funktionieren hat.

Aber auch der Stoffwechsel im Gehirn braucht das richtige Futter ! Zucker, Alkohol ,Weißmehl und die 1000 Zusatzstoffe in Fertiggerichten und Getränken sind da kontraproduktiv.

Such Dir einen ganzheitlich arbeitenden Mediziner, und lass Dir nicht gleich den ADHS Stempel aufdrücken.

Manchen Menschen hilft schon eine richtige Ernährung und die zusätzliche Substitution mit Mikronährstoffen. 

Ritalin ist und bleibt eine starke Droge, die bei dauernder Einnahme nicht absehbare Schäden im Gehirn anrichten kann. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Gefahr sehr groß, da ihr Gehirn noch nicht voll entwickelt ist.

Ich weiß jetzt nicht wie alt Du bist, aber oft verschwinden solche Probleme nach der Pubertät.

.

Kommentar von MalNachgedacht ,

ADHS wird meistens viel zu schnell diagnostiziert.

Hast Du das selbst herausgefunden?

Unsere heutige Lebensweise: Fastfood,Fernsehen, Handy, Computer und diverse Umweltgifte , sind nicht gerade förderlich für die Gesundheit.

Wieso sollen Handies nicht "förderlich für die Gesundheit" sein?

Und woher willst Du wissen, ob es zwischen "Fastfood" oder "Fernsehen" einen kausalen Zusammenhang zu ADHS gibt?

Mal eben ins Blaue spekuliert oder aus zeitlichen Zusammenhängen unzulässige Kausalzusammenhänge gefolgert?

Mit Ritalin kann man da schnell das passende Mäntelchen drüber werfen. Dann bist Du so, wie ein Mensch heute in unserer Gesellschaft zu funktionieren hat.

Kinder die ADHS haben leiden oft extrem darunter - soll man ihnen nicht helfen?

Aber auch der Stoffwechsel im Gehirn braucht das richtige Futter ! Zucker, Alkohol ,Weißmehl und die 1000 Zusatzstoffe in Fertiggerichten und Getränken sind da kontraproduktiv.

Auch da die Frage: Irgendwelche Belege für einen kausalen Zusammenhang zwischen z.B. "Weißmehl" und ADHS - oder sind das einfach die üblichen verbreiteten Behauptungen aus "alternativmedizinischen Kreisen".

Wenn Weißmehl ADHS begünstigen würde dann müßte doch ADHS in Frankreich ("Baguette") deutlich verbreiteter sein als in Deutschland wo deutlich  mehr Schwarzbrot gegessen wird.

Such Dir einen ganzheitlich arbeitenden Mediziner, und lass Dir nicht gleich den ADHS Stempel aufdrücken.

Der vielgenannte "ganzheitliche Mediziner" - was weiß der tatsächlich mehr über ADHS als die wissenschaftliche Medizin?

Manchen Menschen hilft schon eine richtige Ernährung und die zusätzliche Substitution mit Mikronährstoffen. 

Wohl eher der übliche Fehlschluß von "Alternativmediziner" - natürlich wird es "manchen Menschen" mit ADHS irgendwann NACH einer Ernährungsumstellung oder "zusätzliche Substitution mit Mikronährstoffen" bzgl. ihres ADHS besser gehen.

"Nach" ist aber eben nicht das gleiche wie "Durch"...

Und wie Du ja selbst schreibst:

oft verschwinden solche Probleme nach der Pubertät.

Natürliche Heilungen gibt es also eben auch - die Frage ist daher ob man mit "richtiger Ernährung" und "zusätzlicher Substitution mit Mikronährstoffen" tatsächlich seine Chancen auf einen besseren Heilungsverlauf erhöht oder nicht.

Lass mich raten:  

Dafür gibt es keine Belege außer Anekdotenberichten von "Alternativheilern" die mit entsprechender Ernährungsberatung und/oder "Mikronährstoffen" ihre Brötchen verdienen....

Ritalin ist und bleibt eine starke Droge, die bei dauernder Einnahme nicht absehbare Schäden im Gehirn anrichten kann. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Gefahr sehr groß, da ihr Gehirn noch nicht voll entwickelt ist.

Vielleicht sollte man keine haltlose Ritalin-Panik verbreiten (wie es z.B. Scientology macht).

Die Realität ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat#Abh.C3.A4ngigkeitsentwicklung

...Fälle von Abhängigkeit wurden bei fachgerechter medikamentöser Therapie von ADHS mittels Methylphenidat nicht berichtet. Entsprechend ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung nicht in der Liste der unerwünschten Wirkungen in der Patienteninformation („Beipackzettel“) enthalten.

Das plötzliche (eigenmächtige) Absetzen von Methylphenidat sollte jedoch unterlassen werden, da dies unter Umständen zu so genannten Absetzerscheinungen wie etwa verstärkter Hyperaktivität, Gereiztheit oder depressiver Verstimmung führen kann.

Generell wird für die Gruppe der ADHS-Betroffenen eine verstärkte Neigung zum Suchtmittelgebrauch (z.B. Nikotin, Alkohol oder Cannabis) angenommen.Studien zeigen, dass eine Behandlung des ADHS mithilfe von Stimulanzien wie Methylphenidat die Suchtgefährdung bei den Betroffenen senkt.

Kommentar von Anaschia ,

Dein Wissen besteht anscheinend nur aus den für Dich passenden Links im Netz. Das kann sich der/die FS selbst raussuchen. Wenig hilfreich, da hier einfach das Verständnis um die Zusammenhänge fehlt.

Kommentar von uteausmuenchen ,
Dein Wissen besteht anscheinend nur aus den für Dich passenden Links im Netz.

Man nennt so etwas "Quellen" oder "Belege", die besonders dann aussagekräftig sind, wenn sie in seriöse Fachartikel verweisen.

Aussagen werden dadurch für den FS nachvollziehbarer und ihr Grad der Zuverlässigkeit für den FS besser einschätzbarer.

Warum eine belegte Aussage weniger hilfreich sein soll als blanke, unbelegte Behauptungen (oder sogar Aussagen, die seriösen Quellen widersprechen), bleibt wohl Dein Geheimnis.

Kommentar von Anaschia ,

Du willst Quellen aus dem Netz ??? Bitteschön,, hier wird im unteren Teil auch sehr gut die Wirkung aufs Gehirn erklärt: http://www.ads-kritik.de/ADS-Kritik28.htm

und hier noch ein " wissenschaftlicher "Link ; darauf wird hier ja immer als das Non plus Ultra hingewiesen: http://www.adhs-schweiz.ch/Bilder/ritalin_die_verkannte_gefahr.pdf

Viel Spaß beim Lesen ! Falls Du noch weitere Quellen aus dem Netz brauchst ; immer wieder gerne !

Kommentar von MalNachgedacht ,

Du willst Quellen aus dem Netz ??? 

Wie Ute bereits erwähnt hat:

Man nennt so etwas "Quellen" oder "Belege", die besonders dann aussagekräftig sind, wenn sie in seriöse Fachartikel verweisen.

Längst nicht alles was im Internet steht ist ein seriöser Fachartikel - es gibt eben nicht ohne Grund in jedem Bereich renommierte Fachzeitschriften die durch Peer Review und andere Massnahmen bemüht sind einen hohen Qualitätsstandard einzuhalten.

In der Welt der sogenannten "Alternativmedizin" ist eher die Methode beliebt das zu glauben was ins eigene Weltbild passt.

Kommentar von Anaschia ,

Gehört die Fachinfo von Novartis zu Ritalin in die Schublade der Alternativmedizin ? http://www.fachinfo.de/pdf/010445

Die hat wohl eher kein Heilpraktiker ins Netz gestellt !

Sehr interressant , vor allem Seite 6 und 7 mit den "sehr häufigen und häufigen Nebemwirkungen."

Da freut sich wahrscheinlich jedes Zappel-Kind auf eine Medikation.

Gibt ja auch ne Menge an Lebensqualität zurück (Ironie)

Kommentar von MalNachgedacht ,

Gehört die Fachinfo von Novartis zu Ritalin in die Schublade der Alternativmedizin ? 

Bestimmt nicht - allerdings finde ich dort auch nichts über den von Dir behaupteten Zusammenhang zwischen ADHS und Weißmehl, Fast Food, Handies, Fernsehen oder Umweltgifte....

Sehr interressant , vor allem Seite 6 und 7 mit den "sehr häufigen und häufigen Nebemwirkungen."

Als "sehr häufig" gilt eine Nebenwirkung bereits wenn sie bei 1 von 10 Kindern auftritt. 
Umgekehrt also können durchaus  90% aller Kinder gar nichts von einer "sehr häufigen" Nebenwirkung mitbekommen.

Desweiteren bedeutet "sehr häufig" auch nicht, dass diese Nebenwirkung dauerhaft auftritt - und wenn doch kann man ja immer noch auf Ritalin verzichten.

Außerdem sollte man auch verstehen was es mit den dort aufgelisteten Nebenwirkungen auf sich hat - da steht nämlich:

"...In der Tabelle auf Seite 6 sind die Nebenwirkungen
aufgeführt, die aus klinischen Studien und als spontane Berichte nach der Zulassung sowohl im Zusammenhang mit Ritalin LA als auch mit anderen methylphenidathydrochloridhaltigen Arzneimitteln
gemeldet wurden..."

Mit anderen Worten - tritt während der Behandlung mit Ritalin irgendein gesundheitliches Problem auf das gemeldet wird dann erscheint das bereits in der Liste der Nebenwirkungen - und zwar auch dann wenn gar kein kausaler Zusammenhang mit Ritalin belegt ist.

Nicht jede der dort genannten Nebenwirkungen muß also tatsächlich von Ritalin verursacht werden....

Da freut sich wahrscheinlich jedes Zappel-Kind auf eine Medikation.

Bestimmt nicht jedes - aber vielleicht die 90% oder mehr der "Zappel-Kinder" die von Nebenwirkungen gar nicht betroffen sind aber nun dank Ritalin gute Chancen haben wieder ein mehr oder weniger normales Leben zu führen statt unter ihrem durch ADHS verursachten Zustand zu leiden.

Es ist ja nicht so, dass betroffene Kinder einfach ein bisschen "zappeliger" sind als andere - sondern diese Kinder haben oft massive Probleme mit ihrem Leben klar zu kommen.

Dafür nimmt man dann sogar die eine oder andere Nebenwirkung in Kauf...

Gibt ja auch ne Menge an Lebensqualität zurück (Ironie)

Richtig - aber ohne Ironie...

Aber natürlich verordnet man in der "Alternativmedizin" stattdessen lieber "

Mikronährstoffe".

 

Es gibt zwar keinerlei solide Belege dafür, dass den Kindern damit geholfen ist - und weil ihnen eine wirksame Behandlung dadurch vorenthalten ist erhöht das die Gefahr, dass sich betroffene Kinder selbst Mittel suchen die ihren Zustand "erleichtern" - was dann oft genug Drogen sind - aber egal: 

Mit "Mikronährstoffen" kann man ja trotzdem (und vergleichsweise einfach) Geld verdienen - man muss eben nur im Internet verbreiten, dass die bei ADHS helfen.

Gutgläubige gibt es ja reichlich....und wenn am Ende die Lebensqualität derart "behandelter" Kinder leidet kümmert das die Anbieter solcher Nahrungsergänzungsmittel herzlich wenig.

Antwort
von uteausmuenchen, 57

Hallo Traberli,

Homöopathie (und andere selbsternannte Alternativen) werden intensiv beworben. Fragt man Anbieter der Homöopathie, so werden sie vermutlich schnell eine Studie von Heiner Frei aus Bern ausgraben (die der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte gerne zitiert). Nur allzu gerne wird geschrieben, dass diese Arbeit doch beweise, Homöopathie wäre bei ADHS wirksam.

Werbung ist halt .... naja, Werbung halt.

Tatsächlich hat die eineinhalb Jahre laufende Arbeit gerade mal 12 Wochen einen Placebovergleich. In diesen 12 Wochen fällt das Ergebnis ziemlich mau aus. Andere Studien zeichnen ein ganz anderes, mit der gesamtwissenschaftlichen Einschätzung der Zuckerkügelchen erheblich besser vereinbares Bild:

Ein systematischer Review (also eine Durchsicht aller Forschungsarbeiten) aus dem Jahr 2007 (also einschließlich der von den Homöopathen so bejubelten Arbeit) ergab:

"Die bisher ausgewerteten Varianten der Homöopathie legen nicht nahe, dass es signifikante Behandlungseffekte bei den Kernsymptomen, den Aufmerksamkeitssymptomen, der Hyperaktivität, der Impulsivität oder den Begleitstörungen wie der Ängstlichkeit bei ADHS gibt"

(Zitat: "The forms of homeopathy evaluated to date do not suggest significant treatment effects for the global symptoms, core symptoms of inattention, hyperactivity or impulsivity, or related outcomes such as anxiety in Attention Deficit/Hyperactivity Disorder." http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD005648.pub2/full)

Einfacher ausgedrückt: Homöopathika sind Placebos. Sie wirken nicht. Auch nicht bei ADHS. Auch dann nicht, wenn man es sich wünscht. Auch dann nicht, wenn es der Homöopath behauptet.

Alternativ ist an der Alternativmedizin leider meist nur eines: Man behauptet Wirkungen, ohne diese Behauptung zu belegen zu müssen. Nicht selten behauptet man Wirkungen, die aus medizinischer oder naturwissenschaftlicher Sicht völlig unplausibel sind. Hilfe suchende Menschen fragen viel weniger nach Belegen und sind so eine leichte Beute für dubiose Angebote.

ADHS ist nicht gleich ADHS. Bei manchen Patienten reichen Placebos - das Ritual der Einnahme. Bei manchen nicht. Sinnvollere Therapien bieten größere Wahrscheinlichkeit eines Nutzens.

Wende Dich am besten an ADHS-Vereine (Beispiel: http://www.adhs-deutschland.de/Home.aspx ; http://tokol.de/index.php/adhs-spektrum-parken-185) Dort kannst Du Dich auf umfassend über verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten informieren. Tatsächlich muss gar nicht jeder ADHS Patient automatisch medikamentös behandelt werden. Manche aber sagen, dass ihnen die Medikamente wirklich helfen. Man sollte da offen sein, in welche Gruppe man gehört.

Konzentrationsübungen können aber auch ohne Medikamente das Konzentrationsvermögen steigern. Unter Umständen kannst Du Deinen Hausarzt einmal nach den Möglichkeiten einer Ergotherapie mit Schwerpunkt Konzentrationsübungen fragen.

Grüße

Antwort
von Traberli, 18

Mein Ziel ist es nicht umbedingt das ADHS zu heilen, sondern lernen damit umzugehen. Ich bringe mal ein Beispiel vielleicht versteht man es dann besser.

Beispiel
Ich habe in beiden Kniegelenken Arthrose schon seid meinem 6. Lebensjahr. Bis ich 16 Jahre alt war dachte ich es ist normal Schmerzen zu haben. Mit 16 ist es dann offiziell gewesen. Ich weiß das es nicht heilbar ist. In 2 Jahren habe ich alles mögliche versucht. Physiotherapie, Einlagen, bandagen, Reizstrom usw. Nichts hat geholfen und dann wollten sie mich Spritzen da sind bei mir alle Alarm leuchten angegangen. Ab dort habe ich gelernt damit umzugehen. Ich weiß wie weit ich gehen kann bis es meinem Körper nicht mehr gut tut. Ich weiß auch was ihm gut tut. Versuche immer auf ihn zu hören bzw. Auf meine Knie. In heftigen Phasen ziehe ich meine Bandage wieder an und nimm msm oder was viel Ingwer und bewege mich viel aber nicht gelenkbelastend.

Das ist mein wunsch, dass ich es auch mit meinem ADHS schaffe.

Antwort
von HypnoDoc, 46

Hallo Traberli,

ADS/ADHS hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Art Modediagnose entwickelt. In der Fachwelt wird ADHS aber seit langer Zeit kontrovers diskutiert. Trotz der immer wieder hervorgehobenen Erfolge durch eine medikamentöse Behandlung, gibt es große Zweifel daran, dass es sich bei ADHS um eine Stoffwechselstörung im Gehirn handelt und damit um eine „Störung“ im eigentlichen Sinne. 

Neuere Untersuchungen von führende Neurobiologen, wie z. B. Prof. Gerhald Hüther von der Universität Göttingen (z. B. Interview mit Prof. Gerald Hüther s. u.), zeichnen ein anderes Bild und geben Hinweise auf vielfältige andere Ursachen. 

Neben den traditionellen Therapien, medikamentös, Verhaltenstherapie, usw. bietet auch die Hypnosetherapie eine sehr gute Möglichkeit. Gerade für Kinder und Jugendliche kann eine fachgerechte Hypnosetherapie sehr hilfreich sein und die Symptome bei ADS/ADHS deutlich verbessern, in vielen Fällen sogar völlig beseitigen.

Daher rate ich dir dich an einen Hypnosetherapeuten zu wenden (Heilpraktiker für Psychotherapie oder einen Psychotherapeuten mit Schwerpunkt Hypnose). Insbesondere auch, weil du geschrieben hast, dass der Schwerpunkt bei Konzentrationsschwächen liegt und - wenn ich das richtig verstanden habe - keine oder kaum Hyperaktivität vorliegt. Entspannungsübungen sind vermutlich ein Baustein der Therapie...

LG

Kommentar von Traberli ,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort

Kommentar von uteausmuenchen ,

Vorsicht!

Das Bild, das Hüther vom ADHS zeichnet, widerspricht fundamental dem, was die biologische und neurobiologische Forschung an Ergebnissen zu Tage fördern konnte.

Laut Hüther ist ADHS durch einen Überschuss an Dopamin im Großhirnes bedingt - eine Behauptung, die in keiner Weise durch Daten abgedeckt ist. Dieser Überschuss soll laut Hüther aber nicht genetisch, sondern erziehungsbedingt zustandekommen. Die Eltern tragen über psychologische und pädagogische Fehlleistungen laut Hüther entsprechend die Hauptschuld, medizinische Behandlungen lehnt er als nicht an diese völlig unhaltbare Ursache gehend ab. Gerade seine Ablehnung von Medikamenten macht Hüther in der esoterischen Szene beliebt. Richtig werden seine Aussagen dadurch aber nicht.

Sein eigenes pädagogisches "Alm-Projekt" wurde von manchen Journalisten zwar hochgejubelt, ADHS-Vereine haben jedoch genauer nachgefragt und konnten so aufdecken, wie wenig den Jugendlichen geholfen wurde. 

http://www.adhs-deutschland.de/Home/Unser-Angebot/Leseecke/Leseecke-Medien/Adria...

(Von dort aus weitere Links zu den Stellungnahmen anderer Vereine)

Vorsicht auch vor dubiosen Hypnose-Angeboten von Heilpraktikern. Wenn eine psychologische Behandlung, dann doch vom Fachmann/ der Fachfrau mit entsprechender Ausbildung...

Kommentar von HypnoDoc ,

Liebe uteausmünchen,

man kann Gerald Hüther durchaus sehr kontrovers diskutieren,
da stimme ich dir zu. Ich wollte lediglich aufzeigen, dass durchaus andere Sichtweisen existieren und die Methylphenidad-Behandlung von AHDS mit Sicherheit nicht das ultimative Allheilmittel ist, dass sich nicht anmaßen darf die alleinige Wahrheit für sich zu pachten.

Was deinen letzten Absatz anbelangt: Auch da stimme ich dir
zu. Wie in allen Berufen, gibt es auch bei Heilpraktikern durchaus schwarze Schafe, Heilpraktiker, die doch sehr und ausschließlich aus der esoterischen Ecke kommen und wissenschaftliche Ergebnisse gerne ignorieren. 

Ähnliches gilt übrigens auch für einige Psychotherapeuten,
Psychiater und Ärzte. Ich denke, wir alle kennen zumindest Ärzte, deren menschliche Kompetenz und Empathie der Einfühlsamkeit von Toastbrot durchaus unterlegen ist. 

Ich kenne aus meiner persönlichen Erfahrung überraschen viele Psychotherapeuten und Psychiater, die wenig sorgfältig und
oberflächlich Diagnosen stellen, die sich bei genauerem Hinsehen als schlichtweg falsch erweisen. Leider gibt es in allen Berufen solche und solche.

Noch vor wenigen Wochen hatte ich eine Klientin deren offizielle Diagnose „bipolar“ lautete, die aber in den letzten 20 Jahren noch nie eine manische oder hypermanische Phase Episode hatte. Die Diagnose wurde in einem ca. 20 minütigen Gespräch (?!) gestellt, ohne die Biographie richtig zu analysieren. Der Psychiater hatte die Diagnose, wie er mir selbst sagte, basierend darauf gestellt, dass ihre Mutter eine bipolare Störung habe, wobei die konkrete Lebenshistorie dieser Patientin auf etwas ganz anderes hindeutete, wenn man denn genauer hingesehen hätte.

Des Weiteren:

Hypnose ist durchaus im Zusammenhang mit ADHS erforscht
worden und in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht worden; hier nur zwei Beispiele:

  • Hypnosis and Neuroscience; A Cross Talk Between Clinical and Cognitive Research; Arch Gen Psychiatry. 2002;59(1):85-90. doi:10.1001/archpsyc.59.1.85
  • Journal of Neurotherapy: Investigations in Neuromodulation, Neurofeedback and Applied Neuroscience; Volume 1, Issue 1, 1995

Eine andere Methode zur Therapie con ADHS ist das
Neurofeedback, das in Kombination mit Entspannungstechniken eingesetzt wird, u. A. auch Hypnose.

Und noch etwas zum Schluß: es gibt auch Überlegungen und Studien (Quelle finde ich gerade nicht), die die Ursachen von ADHS auf die Reizüberflutung der modernen Gesellschaft zurückführen.... Letztlich gibt es, trotz vieler Jahre der Forschung, noch immer keine Einheitliche Wahrheit in der wissenschaftlichen Welt was die Entstehung von ADHS anbelangt.

LG

Kommentar von MalNachgedacht ,

Neuere Untersuchungen von führende Neurobiologen, wie z. B. Prof. Gerhald Hüther von der Universität Göttingen

Ist das der gleiche Gerhald Hüther wie in dem Artikel hier?

http://www.zeit.de/2013/36/bildung-schulrevolution-bestsellerautoren

"...Als Mitbegründer von "Schule im Aufbruch" ist Hüther deren wissenschaftliches Aushängeschild. Tatsächlich ist die Universität Göttingen eine gute Adresse für die Neurowissenschaften. Dort gibt es sowohl ein Exzellenzcluster als auch eine Graduiertenschule zum Thema. An keiner dieser Einrichtungen aber ist Hüther beteiligt. Auch in den anderen neurowissenschaftlichen Instituten taucht sein Name nicht auf..."

Antwort
von brido, 20

Entspannung ist nicht unbedingt hilfreich. Homöopathisch muss der Behandler sich über hohe Potenzen trauen. Es gibt einige Mittel. Was hat laute Musik für Wirkung? Wäre ein wichtiger Hinweis. Auch eine Glutenfreie Ernährung kann helfen. Die Bauchspeicheldrüse ist oft angegriffen. Da gibt es z.B. Metaharonga. 

Kommentar von MalNachgedacht ,

Homöopathisch muss der Behandler sich über hohe Potenzen trauen. Es gibt einige Mittel.

Na dann verrate doch mal ein paar konkrete Beispiele für homöopathische Mittel, die bei gesunden Kindern ähnliche Symptome verursachen wie sie bei ADHS typisch sind.

Denn in der Homöopathie gilt ja (angeblich) das sogenannte homöopathische Ähnlichkeitsprinzip:

https://www.dzvhae.de/dzvhae-presse/abc-der-homoeopathie/-1-571.html

Ähnlichkeitsregel
Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Die Ähnlichkeitsregel ist das Grundprinzip der Homöopathie. Nur das homöopathische Arzneimittel kann wirken, das in einer Prüfung am Gesunden, die Symptome hervorgerufen hat, an denen der Erkrankte leidet.

Und da würde mich dann doch sehr interessieren welche homöopathischen Mittel dazu in der Lage sein sollen ....

Antwort
von einfachichseinn, 60

Was spricht gegen die Schulmedizin?

Ich kann dir sagen, dass ich eine Menge durchgemacht habe, was Ernährung und auch verschiedenste Homöopathische Mittel bishin zu einer tiergestützten Therapie.

Gebracht hat das bis auf einen leeren Geldbeutel allerdings nichts.

Kommentar von Traberli ,

bei mir in der Familie besteht Höhe Suchtgefahr und ich bin mir sehr unsicher das dann zu nehmen. außerdem möchte ich meinem Körper nicht noch mehr Schaden.

Kommentar von einfachichseinn ,

Wenn schon eine erhöhte Suchtgefahr besteht, bist du ohne Medikamente schon doppelt gefährdet. Viele Menschen mit ADHS, die unbehandelt leben, neigen dazu im Erwachsenen Alter eine Sucht zu entwickeln (Selbstmedikamention).

Kommentar von Traberli ,

ich nehme generell keine Schulmedizin allein aus dem Grund weil ich meinem Körper nicht schaden möchte... ich habe Arthrose und habe auch hier jegliche Medikamente angelegt bzw ich habe es mit schmerzmittel einmal versucht ohne Erfolg nun lebe ich damit und habe gelernt auf meinen Körper zu hören

Kommentar von einfachichseinn ,

kann man machen, dabei bleibt eben nur die Frage, ob es so produktiv ist sich selbst einzuschränken, aber gut es ist deine Entscheidung. Aber ich würde an deiner stelle dann lieber nichts machen, als Geld zum Fenster hinaus zu schmeißen.

Antwort
von BurkeUndCo, 26

Da Du ja anscheinend von Deinem Arzt entsprechende Medikamente verschrieben bekommst (bekommen hast), würde ich Dir empfehlen Deine Bedenken und Befürchtungen mit ihm zu diskutieren. Eventuell kann er diese entkräften oder versuchen - gemeinsam mit Dir - die Therapie etwas umzustellen.

Die Hoffnung hier im Forum über allgemeine Antworten etwas zu erfahren, das wirklich gleichwertig ist zur echten ärtzlichen Beratung ist, ist leider hoffnunggslos. Denn nutr ein Arztkann Dich wirklich medizinisch in Deiner Gesamtheit breurteilen.

Kommentar von Traberli ,

mein Arzt hat meine Bedenken bestätigt. er weiß allerdings nichts anderes als Heilmittel. akzeptiert aber meine Entscheidung

Antwort
von berndcleve, 14

Das ist keine Diagnose, das ist eine Subsumierung von Symptomen.

Antwort
von teutonix1, 45

Schau dich doch einfach mal in den einschlägigen Foren um, da gibt es sicher gute Tipps.

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