Frage von fragenwissen, 43

Alter Rüde und Jungrüde: Kann es zu Problemen kommen?

Ich habe einen 15 jährigen Cockerspaniel (rüde, nicht kastriert) meine Schwester holt sich am Wochenende einen 13 Wochen altem Labrador Rüden.

Da wir zusammen Weihnachten feiern wollten werde ich wohl 2 Tage bei ihr übernachten müssen.. bis jetzt hab ich keine Sorgen, da er ja noch ein Welpe ist, denke ich,dass man die Kommunikation zwischen den Hunden noch leicht lenken kann.

Mein Hund hat kein Problem mit Welpen oder Hündinnen. Jedoch geht er ihnen beim Spazieren gehen meist aus dem Weg, weil er sich viel mehr für die Umgebung interessiert und die anderen Hunde besonders die jungen, ihm meistens zu wild wird. Auch Rüden die ihn anbellen oder anknurren & an der leine sind lässt er meist links liegen und geht weiter.. er bellt nur selten zurück und so gut wie nie bellt er zuerst.

Wenn er jedoch ohne Leine ist und die Hunde auf ihn zukommen & er nicht flüchten kann und eine Kommunikation mit ihm eingehen muss verhält er sich unterschiedlich.. Wie gesagt Hündinnen dürfen bei ihm alles. Wenn diese ihn wegjagen würde er sich nie wehren. Wenn Welpen ihn ununterbrochen nerven sagt er auch irgendwann mal bescheid aber da brauche ich keine angst zu haben das dort mehr passieren würde..

Bei Rüden kommt es drauf an.. wenn kleinere Rüden wie Chihuahua ihm gegenüber aggressiv werden geht er weg und ignoriert diese... Bei großen Hunden jedoch bewegt er sich immer ziemlich langsam.. sie schnuppern zuerst an der Schnauze und wenn man dann denkt dass alles ok ist und der andere Hund bei ihm am po schnuppern will blockt er dies manchmal ab und geht wieder in die Frontstellung.. manchmal geht es gut und die hunde kreisen so umeinander oder schnuppern doch kurz und markieren dann immer hintereinander aber bewegen sich immer ganz langsam..

oft passiert es aber dann auch dass der andere rüde wenn er nicht an sein po schnuppern darf anfängt zu knurren und dann ist mein Hund meistens gebissen.. deswegen vermeide ich diese Begegnungen mit rüden gerne.. Mein rüde beißt nicht zuerst (meistens eigentlich gar nicht) aber scheinbar provoziert er diese und da er es nur bei größeren Hunden tut verliert er auch meistens und ich gehe dazwischen.. auch an sich reagieren Rüden sehr stark auf ihn.. Die einzigen Momente wo er auf angriff geht ist, wenn ein anderer Rüde ihn besteigen will. Das wäre der moment wo ich nicht für garantieren kann dass er sich wehrt ...

Meine Sorge ist, dass es ja nun keine kurze begegnung ist, sondern wir in dem Revier des anderen Hundes eindringen..

Meine Fragen sind:

Zu weihnachten ist er ja noch ein Welpe da müsste es doch eigentlich noch gut gehen oder?

& wie kann ich die Hunde so vorstellen, dass sie auch später noch zusammen treffen können? Ich will direkt bei der ersten Begegnung nichts falsch machen..

Meine Schwester wohnt weiter weg sodass ich nicht mal eben für ne Stunde vorbeikommen kann & ohne den Hund gehts dann nicht...

natürlich treffen sie sich beim 1.mal im Park und nicht im Haus

Expertenantwort
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 42

Cockerspaniel haben - vor allen die älteren, noch an Rute kupierten - eher weniger Interesse an anderen Hunden weil sie gelernt haben, dass Hunde eher problemetisch reagieren können.

Das liegt daran, dass kupierte Cocker auch mit den Ohren und der Gesichtsmimik die Hundesprache nur noch unvollständig beherrschen, das führt zu hundischen Missverständnissen.

Deswegen mag Dein älterer Herr Cockerspaniel eigentlich Fremdhunde nicht so gerne.... 

Deswegen musst Du aber keine Angst haben, dass er sich mit dem Welpen nicht vertragen könnte. Du musst nur Vorsorge tragen und Dich gut informieren.

Dein Hund ist ein alter Herr der mürrisch auf plumpe Welpen - Annäherungsversuche reagieren könnte. Zudem wird der Welpe sein geringes Vermögen eine Drohmimik zu zeigen nicht verstehen. So könnte es zu unschönen Begegnungen kommen.

Damit das nicht passiert musst Du das mit regeln. Dein alter Herr braucht Rückzugsmöglichkeiten und Du solltest ihn dabei unterstützen den Welpen rücksichtsvoll zu machen.

Du darfst also dabei bleiben und mit Deiner Hand und Deiner Stimme "splitten" also - zurückhalten. Dazu hältst Du den Welpen wenn er zu wild ist an beiden Flanken mit den Händen sanft zurück... "Langsaaam" dieses Wort lernt der Kleine jetzt.

Der Welpe wird gelobt wenn er sich richtig benimmt und etwas zurücknimmt.

Hab Leckerchen in der Tasche für beide Hunde, der alte Herr bekommt immer zuerst. Lauft gemeinsam spazieren ein kurzes Stück, dabei Welpe an der Leine, so dass er den alten Herren nicht bedrängt....

Knurren beim alten Herren nicht unterbinden - warnen ist zur Erziehung Hund - Hund erlaubt

Es wird klappen, keine Angst!


Kommentar von fragenwissen ,

Ich danke dir für den hilfreichen Beitrag :)

bei dem alten habe ich nur das Problem dass er auch so langsam taub wird bzw ist .. gibt es da was man noch zusätzlich beachten muss

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Das ist der Grund weshalb Du - gut informiert - als Sozialpartner Deines alten Herren - regulierend (nicht eingreifen!) sondern "mitwirken" musst.

Wenn Dein alter Herr weiß, daß er sich auf Dich immer verlassen kann, daß er seine Ruhephasen gesichert hat, dann kann dieser junge Hund für Deinen alten Herrn eine Bereicherung darstellen.

Aber auch umgekehrt: Der junge Hund profitiert ebenfalls von einer derart gesteuerten Beziehung - denn er lernt "Frustrationstoleranz" gleich von Anfang an, wenn es um soziales Verhalten gegenüber schwächeren oder gehandicapten Artgenossen geht.

Wünsche Dir alles Gute bei diesem Vorhaben.

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