Ich schließe mich dem an, was Ratznase und Siam gesagt haben. Eine Antwort wie "Du hast einfach den falschen Job" kannst Du vergessen. Ob diese Aufgabe für Dich richtig ist oder nicht, wirst Du mit der Zeit herausfinden. Es ist nicht nötig, daß Du schon am Beginn des Berufs mit allem umgehen können mußt, was Dir an Schwierigem da begegnen kann. Du bist in der Ausbildung, damit Du das lernst und das braucht Zeit; manches wirst Du auch erst dann gelernt haben, wenn Du schon einige Jahre in der Pflege gearbeitet haben wirst. Die Auseinandersetzung mit Tod und Sterben ist besonders schwierig - vielleicht deshalb, weil man dabei ja auch das eigene Ende des Lebens mit im Blick hat. Deine Ausbildung wird wahrscheinlich noch auf diese Fragen eingehen und Dir Gelegenheit geben, dabei weiterzukommen (frag doch Deine Lehrkräfte mal danach). Aus meiner Berufserfahrung heraus rate ich Dir, Deine persönliche Erfahrung mit dem Tod dieser Patientin und Deine Gefühle nicht auf die Seite zu schieben, zu ignorieren oder zu verbergen. Es kann sein, daß sich auf Deiner Station niemand findet, der selbst in der Lage ist, das Sterben einer Patientin mit aufzufangen und mit Dir darüber zu reden. Daran kannst Du in dem Fall dann leider nichts ändern. Doch grundsätzlich sollte man auf Station miteinander sprechen, wann und wie jemand gestorben ist, wie die Kollegen dabei empfunden haben, was nun weiter geschieht, wie mit den Angehörigen umzugehen ist und so weiter. Das alles sollte offen und taktvoll besprochen werden. (Wenn Du auf Station niemand hast, suche nach anderen Kollegen oder Lehrern und Mitschülern, die schon ähnliches erlebt haben.)Meiner Erfahrung nach schließt sich bald nach dem Tod eines Patienten eine Art "stationsinterne Trauerarbeit" an; die Kollegen sprechen miteinander über den Patienten, wie er war, als er noch lebte, was er mochte, was man Schönes oder Lustiges mit ihm erlebt hat und so weiter. Diese Dinge machen dann ein paar Wochen lang die Runde - immer wieder mal - und dann ist ein Sterbefall verarbeitet. Daß sich PflegerInnen gefühlsmäßig an ihre Patienten binden ist völlig normal. Diese Bindung darf nur nicht so stark werden, daß sie den professionellen Blick einschränkt. Mit der Zeit und mehr Praxis im Beruf (und professioneller Aus- und Fortbildung) wirst Du lernen, das besser einzuordnen und so damit umzugehen, daß Du nicht leidest. Eine ganz andere Frage ist, was mit einem Menschen geschieht, wenn er gestorben ist, ob es eine Seele gibt, die weiterlebt oder nicht und was mit Toten zu geschehen hat. Verschiedene Religionen und Kulturen geben darauf verschiedene Antworten. Eine einfache Antwort oder gar einen wissenschaftlichen Nachweis gibt es nicht. Auch da wirst Du mit der Zeit selbst herausfinden müssen, welcher Überzeugung Du zustimmen kannst oder willst. Auch das ist ein Prozeß, der unter Umständen sehr lange dauern kann. Laß Dich nicht entmutigen, alles das für Dich zu klären! Du hast einen sehr wichtigen und schönen Beruf und die Chance, auf Deinem Weg sehr viel zu lernen und zu erfahren. Das ist eine gute Perspektive und ich wünsche Dir viel Glück dabei! Gruß, quo.
@serienchiller:der tod ist ungeplant,also keiner kann mir sagen wann ich sterben werde, außer du bringst jemanden um, dann hast du den tod eines anderen geplant
Wenn man alt und gebrechlich ist, dann kann man nicht damit rechnen, dass es noch 50 Jahre bis zum Tod dauert.