Frage von NinaNicole7010, 59

Altenpflege - Wird beim Anreichen alles richtig gemacht?

Der Vater meiner Freundin ist pflegebedürftig geworden. U. a. hat er Probleme beim Schlucken. Sie geht ins Seniorenheim und reicht ihm das Essen an, was auch ihre zwei Geschwister machen (Die Pfleger natürlich auch, wenn keiner von ihnen dort ist). Er bekommt pürrierte Kost, auch regelmäßig ein dickflüssiges Getränk. Er hatte schon eine schwere Lungenentzündung und ist ins Krankenhaus gekommen. Dort hat man gesagt, dass es davon kommen muss, weil er Essen und Speichel in die Lunge bekommt. Deswegen stellt sie sich die Frage, ob sie beim Anreichen des Essens alles richtig macht. Ist Folgendes richtig?: - das Essen darf nur pürriert sein? Komischerweise liegt immer weiches geschmiertes Weißbrot abends auf dem Tablett (mit Margarine und Marmelade drauf). Es sollte vorher in das dickflüssige Getränk kurz gestippt werden. Nebenbei: Er ißt wenig, und deswegen gibt sie ihm das nicht. Er bekommt z. B. Quark oder Joghurt dazu auf dem Tablett und das dickflüssige Getränk. - das Essen muss im Sitzen eingenommen werden. Dazu wird der oberste Bettteil hochgestellt im 50 Grad Winkel? - was macht man, wenn der Patient sich verschluckt hat. Darf man dann gar nicht weiter füttern bis zur nächsten Mahlzeit? Gibt es einen Unterschied zwischen den Ausdrücken "Verschlucken" und "Würgen"? - der Patient muss nach dem Essen 15 Minuten in der sitzenden Position bleiben. Dazu: Der Patient hat am Steißbein eine offene Stelle von ca. 3 x 2 cm, und er sollte deswegen nicht lange sitzen, nur liegen. Man muss darauf achten, dass diese Stelle nicht schlimmer wird. Besserung und Heilung der Stelle ist nicht möglich. - der Patient muss beim Essen ausreichend wach sein, sonst darf kein Essen gegeben werden? Danke im Voraus für die Antworten.

Antwort
von Alba202, 13

Man sagt nicht füttern wie bei Tieren. Sonder anreichen.

Kommentar von NinaNicole7010 ,

Ok, wußte ich nicht.

Kommentar von NinaNicole7010 ,

Ich ändere es.

Antwort
von Rendric, 22

Puh, das ist schwer zu beurteilen, wenn man die Person nicht kennt.

1. Die korrekte Sitzposition ist 90-90-90, das heißt, das Hüfte, Knie und Fußgelenk im 90 Grad-Winkel abgeknickt sein sollen. Im Bett ist das nicht möglich, man beugt aber auch da gewöhnlich die Knie an und stellt einen "Bodenkontakt" (z.B. ein Kissen) her.

Je nach persönlichen Vorlieben oder aufgrund der Wunde kann auch 50 Grad korrekt sein, für das optimale Essen aber eigentlich zu flach.

2. Bei Verschlucken niemals Essen o.ä. hinterherschieben. Den Patienten zum Abhusten auffordern, falls das möglich ist. Vorbeugen und zwischen die Schulterblätter klopfen. Oder sogar auf die Seite drehen und dann zwischen die Schulterblätter klopfen.

Im Notfall einen Rettungswagen rufen.

3. Wenn man sich verschluckt, gelangt die Speise in die Luftröhre, statt in die Speiseröhre.

Würgen ist ein Reflex des Körpers um die Speise aus der falschen Röhre wieder heraus zu bekommen. Oder aber auch, um Luft an der Speise vorbei wieder in die Lungen zu bekommen.

4. Wachheit muss definitv gegeben sein.

Bei bestimmten Krankheitsbildern kann man ein Verschlucken nicht mehr vermeiden, auch wenn man alles beim Essen anreichen richtig macht.

Übrigens ist das Essenanreichen bei Schluckgestörten eine Aufgabe der examinierten Fachkraft. Pflegehelfer dürften gar nicht anreichen.

Deswegen würde ich auch der Freundin empfehlen, bei Unsicherheiten das Anreichen lieber dem Pflegepersonal zu überlassen. Sie sind wenigstens rechtlich auf der sicheren Seite.

Kommentar von Rendric ,

ach ja. Püriertes Essen ist typisch. Meistens wird aber auch weiche Konsistenzen wie eingeweichtes Brot mit Streichbelag oder Torten gegeben.

In den meisten Fällen ist das kein Problem.

Sollte es aber bei ihrem Vater ein Problem sein, da er es nicht schluckt, immer verschluckt oder im Mund sammelt, sollten Alternativen überdacht werden.

Kommentar von NinaNicole7010 ,

auch im Krankenhaus haben die Kinder den Vater gefüttert (als er dort mit der schweren Lungenentzündung war)

Kommentar von Rendric ,

Das finde ich auch gut. Gerade im Krankenhaus, da Krankenpfleger nicht so ausgebildet sind wie Altenpfleger. Das merken wir leider immer wieder. Ein Krankenhaus hat andere Prioritäten.

Das ist nur ein Vorschlag, wenn sie sich beim Anreichen nciht sicher fühlen, dann sollten sie es lieber lassen.

Es ist halt doch gefährlich und kann auch tödlich enden.

Ich weiß ja wirklich nicht, was er hat. Aber wurde auch mal ein Logopäde mit hinzugezogen?

Kommentar von NinaNicole7010 ,

Nein, er leidet auch an Demenz. Ich glaube, deswegen wurde kein Logopäde hinzugezogen. Ich glaube, weil es deswegen keinen Sinn macht.


Kommentar von Rendric ,

Nein, dann macht es wenig Sinn. Vielleicht noch mit einer Ergotherapie, die auf basale Stimulation geht.

Aber an sich bringt das nicht viel.

Dann kann man auch nicht mehr viel machen.

Kommentar von NinaNicole7010 ,

Er kann schon schlucken. Der Altenpfleger sagte mal, dass es keine Selbstverständlichkeit wäre, dass er husten könnte. (aber es kam trotzdem was in der Lunge, deswegen die Lungenentzündung, aber zuvor hatte er das übliche Essen im Seniorenheim bekommnen. Erst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus hat er die pürrierte Kost bekommen.

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