Frage von Beatrix24, 125

Altbau, Keller feucht, zum wiederholten Mal Schimmel im Schlafzimmer und jetzt gesundheitliche Beschwerden: Was tun?

Seit 1 ½ Jahren lebe ich in einer Erdgeschosswohnung eines Altbaues. Soweit ich weiß ist dieser nicht gedämmt. Vor kurzem löste sich Putz an der Außenwand, der einfach runter fiel. Im Keller steht oft Wasser und mein Keller ist ebenso feucht und riecht modrig. Angeblich ist auch im Dachgeschoss schon Wasser eingetreten (so erzählte es ein Nachbar) und die Dachgeschoßwohnung sei feucht/ schimmelig, da ebenfalls nicht gedämmt. Meine Heizkosten sind sehr hoch. Bereits vor meinem Einzug waren in meinem Schlafzimmer (Nordseite/ 2 Außenwände/ ein altes Holzfenster) und an einer Stelle im Wohnzimmer Schimmel und feuchte Flecken zu sehen. Der Vermieter gab an den Schimmel zu beseitigen. Bei meinem Einzug war kein Schimmel mehr sichtbar (ABER: wie ich jetzt erst erfahren habe, hat der Vermieter vor meinem Einzug nur überstrichen mit Farbe und nichts richtig saniert!) Doch im Winter kam an genau den gleichen Stellen wieder Schimmel/ Feuchtigkeit. Im Sommer war dann mein Rollladen im Schlafzimmer kaputt, das habe ich sofort dem Vermieter mitgeteilt, doch er tat nichts! Ganze 5 Monate passierte nichts, obwohl ich immer und immer wieder den Vermieter um Reparatur bat. Dadurch konnte ich im Schlafzimmer nicht mal lüften! Erst als ich Druck machte wurde der Rollladen ausgetauscht. Leider habe ich jetzt Schimmel und extrem schlechte, sporige Luft in meinem Schlafzimmer. So dass ich schon gesundheitliche Folgen davon getragen habe! Ich schlafe jetzt im Wohnzimmer, aber dieses geht zur Straßenseite und das ist eine vielbefahrene laute Hauptstraße, so dass ich nicht die nötige Ruhe zum schlafen habe! Wäre das Schlafzimmer nicht nach hinten raus (zum ruhigen Hinterhof, also weg von der Hauptstraße gelegen), sondern zur Hauptstraße hin, hätte ich die Wohnung nicht genommen, da es mir zu laut gewesen wäre. Aber so ging ich davon aus ruhig zum Hinterhof zu schlafen. Jetzt habe ich Lärm, Schimmel und gesundheitliche Folgen! Der Vermieter behauptet übrigens in der Wohnung und dem Haus wäre kein Schimmel.. Ich will so schnell wie möglich hier raus. Frage mich aber was ich genau tun kann: Miete mindern? Auch nachträglich? Brauche ich irgendwelche Beweise? Kann ich fristlos kündigen? Sollte ich deshalb zu einem Anwalt?

Antwort
von dmellenthin, 54

Schimmel sollte umgehend entfernt werden und die betroffene Stelle danach behandelt.

Ich würde empfehlen die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer zu messen und dann ggf. entgegenzuwirken indem die Feuchtigkeit reduziert wird.

http://www.schimmel-entfernen24.net/luftfeuchtigkeit/

Antwort
von Padri, 52

Haben Sie den Vermieter von den Mängeln schriftlich mit der Bitte um Behebung in Kenntnis gesetzt? Das ist die Voraussetzung für alles weitere Tun. Ohne eine schriftliche Mängelanzeige geht rechtlich gar nichts. Sie können erst wenn der Vermieter sich das danach nicht anschaut, kann man die Miete unter Vorbehalt weiter zahlen. Mindern Sie eigenmächtig die Miete und tragen eine Mitschuld an der Schimmelbildung, so sind Sie für die Beseitigung verantwortlich und müssen die geminderte Miete zurückzahlen. Fristlose Kündigung geht gar nicht, dafür gibt es nur wenige, rechtlich einwandfreie Gründe. Eine fristgerechte Kündigung geht immer. Sie müssen ja auch erst einmal eine andere Wohnung finden.

Schimmel in Schlafzimmern ist in 99% der Fälle auf falsches Heiz- und Lüftungsverhalten zurückzuführen. Es muss täglich morgens stoßgelüftet werden bei weit geöffnetem Fenster. Keine Kipplüftung! Das ist falsch und lässt Schimmel entstehen. Im Herbst/Winter muss das Schlafzimmer leicht geheizt werden.

Feuchtigkeit aus Bad, Küche, die ins Schlafzimmer bei offenen Türen eindringen kann, begünstigt Schimmel ebenso wie Wäsche in der Wohnung hängen und viele Pflanzen.

Antwort
von Onki73, 58

Ob ein Altbau gedämmt ist oder nicht hat nichts mit der Schimmelbildung zu tun. Die innere Wandoberfläche muss warm genug sein, um Kondensat und erhöhte Feuchten zu vermeiden. Eine Dämmung wärmt aber nicht. Nur die Heizung erwärmt den Raum und diese Wärme sollte gleichmäßig durch die Heizanlage vor den Aussenwänden verteilt werden, dann bleibt es auch schimmelfrei im Raum.

Dein Heizkörper produziert punktuell die Wärme im Raum und durch die Raumluft soll diese Wärme nun im Raum gleichmäßig verteilt werden. Durch Luftauskühlung vor kalter Wandoberfläche steigt die oberflächennahe rel. Luftfeuchte stark an. Dadurch wird die Wand befeuchtet.

Wird durch das Wasser die Luft in den Poren und Kapillaren des Wandbaustoffes verdrängt, so sinkt der Dämmwert der Wand erheblich. Die Folge sind hohe Heizkosten und eine Wohnung, die nicht mehr warm zu bekommen ist. Durch die starke Feuchte in der Wand fällt dann aussen auch der Putz ab.

Es muss einiges getan werden am Haus, aber eine Dämmung auf nasser Wand, ist so das unsinnigste, was ich mir vorstellen kann.

Ich rate zu einem Wohnungswechsel, wenn schon gesundheitliche Probleme anfangen. Ansonsten kann man sich monatelang über einen Rechtsanwalt mit dem Vermieter streiten. Wenn er kein Geld für die Sanierung hat, bleiben die Zustände so. Durch den kaputten Rollladen und der damit für eine lange Zeit einher gehenden nicht möglichen Lüftung des Zimmers geht der Schimmelschaden jedoch voll zu Lasten des Vermieters.

Achte bei der neuen Wohnung auf möglichst geringe Aussenwandfläche und wenn, dann sollte vor dieser eine Heizmöglichkeit sein. Bei EG-Wohnungen sammelt sich auf dem Fußboden immer kalte Luft, die erst wieder ab der Unterkante des Heizkörpers erwärmt wird und aufsteigt.

Dieser Effekt von kalter Luft auf dem Boden wird durch bodentiefe Fenster noch verstärkt, weil sich hier an der Fensterscheibe die Raumluft bis zum Fußboden abkühlen kann. In der Regel gibt es darunter keine Heizung.

Eine Wohnung unter dem Dach hat an der Decke die Auskühlfläche. Damit sind dort auch erhöhte Heizkosten zu erwarten. Fensterläden, Rollläden, etc. vermindern nächtliche Wärmeverluste, wenn sie geschlossen werden.

Altbautypische Kastenfenster schützen gut vor Straßenlärm (durch zwei Fensterrahmen, durch die der Schall dringen muss), wenn sie nicht verzogen sind und gut schließen. Vorsicht ist dagegen bei unbeheizten Vorratskammern etc. Diese neigen durch die fehlende innere Wärme zur Auffeuchtung und Schimmelbildung.

Gut wäre auch eine Wohnung mit Fußbodenheizung - hier ist keine Schimmelbildung zu erwarten, weil die Fußbodenheizung als Flächenheizung für viel Wärmestrahlung im Raum und damit für eine gute Wärmeverteilung sorgt, was kühle Wandbereiche verhindert.

Antwort
von napoloni, 68

Aktueller Stand: Feucht + Schimmel, draußen kalt.

So lange du keine neue Bleibe hast, solltest du vernünftig lüften, und zwar so:

Mehrfach täglich Fenster ganz auf, am besten auf zwei Seiten gleichzeitig, so dass du Durchzug hast. Nach wenigen Minuten Fenster wieder komplett zu (niemals auf Kipp). Bei Durchzug können 2 Minuten manchmal schon reichen, mehr als 5 wird es definitiv nicht brauchen.

Bei Anwesenheit machst du das derzeit am besten so alle zwei Stunden. So bekommst du erstens viel Feuchtigkeit abtranportiert und hast zweitens ständig frische, unbelastete Luft.

Fristlos kündigen geht nicht. Also kündige jetzt, dann bist du in 3 Monaten raus.

Den Schimmel kannst du vielleicht mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch (50:50) abwischen.

Antwort
von OpaHans, 55

Hallo
Was willst du mit einem Anwalt? Wird dadurch die Wohnung trocken? Man ärgert sich nur, aber ändern tut sich nichts.
Kündigung auf den Tisch und eine andere suchen.

Antwort
von dietar, 38

In deinem Fall hilft nur ausziehen. Denn vor allem anderen müsste das Haus rundum bis unter die Kellersohle ausgegraben werden um eine funktionierende Drainage zu installieren. Dann müssen die Kellerwände trocknen (ca 2 Monate im Sommer) und die Wände neu isoliert werden. Gegen das Erdreich sollte mit einer Elefantenhaut isoliert werden. Der Graben um das Haus wird bis zur Bodenkante mit Kies aufgefüllt .  Keinesfalls Sand verwenden, dann war die Mühe umsonst. Gleichzeitig muss für ausreichende Kellerentlüftung gesorgt werden. Nus so kannst du erwarten in einer Bewohnbaren Wohnung zu leben. Offenbar ist das Dach auch noch defekt. Also, da kommen beträchtliche Summen zusammen. Ob der Vermieter bereit ist, soviel zu investieren, wage ich zu bezweifeln. Also nichts wie raus.

Antwort
von pharao1961, 39

Wohnst du im Erdgeschoss? Wie heizt du (Raumtemperatur) und wie lüftest du? Miete kann man mindern, aber langsam mal. Zuerst muss abgeklärt werden, wer der Verursacher ist, sonst geht der Schuss nach hinten los.

Kommentar von Onki73 ,

Vor dem Einzug waren bereits feuchte Flecken zu sehen und fünf Monate lang war der Rollladen defekt, dass der Mieter nicht vernünftig lüften könnte. Ich sehe da kein Verschulden beim Mieter.

Kommentar von pharao1961 ,

@Onki73: Die Schuld sehe ich auch nicht unbedingt beim Mieter, aber wenn ein Gutachter ein Datenlogger aufstellt und er lüftet und heizt auch nicht richtig, wird es kompliziert. Desweiteren weiß ich nicht, ob die Flecken vor dem Einzug ins Übergabeprotokoll geschrieben wurden.

Kommentar von Padri ,

Ohne schriftliche Mängelanzeige kann keine Miete gemindert werden. Besser ist die Miete unter Vorbehalt zu zahlen, wenn der Vermieter nichts tut, bzw. sich herausstellt, dass der Mieter eine Mitschuld trägt.

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