Frage von HUND1975, 83

Altbau Fassadendämmung - kennt jemand noch andere Möglichkeiten, damit das Aussehen des Hauses nicht komplett verloren geht ?

Wir haben ein 3 Familienhaus BJ1908 und wollen nun die Fassade dämmen. Der Architekt hat vorgeschlagen, das ganze Haus "einzukleiden" dann ginge aber der ganze Altbau-Charakter ( also Stuck um die Fenster, Absätze in der Fassade etc. ) verloren und man hätte einen "glatten" Kasten. Kennt jemand noch andere Möglichkeiten, damit das Aussehen des Hauses nicht komplett verloren geht ?

Antwort
von Onki73, 31

Ja, es gibt eine Alternative zur Dämmung - die Temperierung.

Überschlage die benötigten Sanierungskosten und rechne sie den möglichen Einsparungen (realistische 10-20% der Heizkosten) entgegen. Bedenke, dass eventuell die Fenster ausgetauscht werden müssen, weil sonst die Laibungsdämmung nicht passt. Rechne nicht mit allzu hohen Heizkosteneinsparungen, die treten in der Praxis nie so ein, wie sie der Energieberater auf dem Papier vorrechnet.

In welchem Zeitraum spielen die Einsparungen an Heizkosten die Sanierungskosten wieder rein? In 10 Jahren, 20, 30 oder sogar 50 Jahren? Alles was über 10 Jahre liegt, ist unwirtschaftlich - davon kann man sich nach §§ 24/25 EnEV befreien lassen.

Wärmegedämmte Fassaden speichern kaum noch Tageswärme ein. Sie verlieren an der Oberfläche in der Nacht schnell die Wärme durch Abstrahlung gegen den kalten Nachthimmel und fallen mit der Oberflächentemperatur unter die Lufttemperatur.

Das hat zur Folge, dass sich an der Oberfläche oft Kondensat bildet. Die veralgten Fassaden kann man oft beobachten. Innerhalb der ersten fünf Jahre wird noch mit Bioziden (wasserlöslichen Giften) in der Fassadenfarbe dem Algenwachstum entgegen gewirkt, dann sind die wohldosierten Biozide mit dem Ende der Gewähleistungspflicht für den Hersteller, bzw. Verarbeiter ausgewaschen. Die Fassade wird grün (Veralgung) oder schwarz (Schwarzschimmel). Das Kondensat auf der Oberfläche des WDVS gibt es ab den ersten kühleren Tagen.

Wie viel Wasserdampf diffundiert durch einen Wasserfilm? Gar keiner, Null, Nichts! Das hat zur Folge, dass sich in der alten Bestandswand die Feuchte "staut", denn vor der Montage des WDVS gab es ein Feuchtegefälle innerhalb der Wand nach aussen, nach der Montage des WDVS gibt es ein Feuchtegefälle innerhalb der Wand nach innen. Das hat gravierende Auswirkung auf eventuell im Aussenmauerwerk steckende Balkenköpfe von Holzbalkendecken. Hier steigt die Fäulnisgefahr erheblich! Die Entfeuchtung des Hauses muss nunmehr nur noch über die Fensterlüftung (verstärktes Lüften) oder eine Lüftungsanlage (zusätzliche Kosten für  Installation, Wartung und regelmäßige Reinigung) erfolgen.

Unter der ständigen Feuchtebeaufschlagung der Fassade leidet die Dauerhaltbarkeit. Die Instandsetzungsintervalle an der Fassade verkürzen sich deutlich gegenüber der Putz- oder Klinkerfassade. Hierfür werden Rücklagen benötigt.

Die massive, wärmespeicherfähige Fassade, diffusionsoffen gestrichen, dagegen bietet dem Haus einen optimalen Feuchtehaushalt. Durch die Einspeicherung von Tageswärme fällt die Fassadenoberfläche so gut wie nie unter die Taupunkttemperatur - es entsteht kein Kondensat auf der Oberfläche.

Die alte, freistehende und logicherweise unbeheizte Friedhofsmauer beweist es. Sie ist algenfrei. Wenn diese doch mal Algen und Moos angestzt hat, dann maximal nur unter dem dichten Blätterdach eines großen, alten Baumes.

Durch die Sonneneinstrahlung wird die Fassadenoberfläche in der Regel deutlich über die Lufttemperatur erwärmt, die Luft erwärmt sich dann an der wärmeren Fassadenoberfläche, wobei die oberflächennah erwärmte Luft trockener wird und die Fassade trocknet. Durch kapillare Wasserleitung wird eventuell vorhandenes Wasser aus der Wand an die Oberfläche zum Abtrocknen geführt.

Das funktioniert nicht beim WDVS weil es beim WDVS keine kapillare Wasserleitung gibt - weder beim Styropor, noch bei der Mineralwolle! Diese feuchten durch das Unterschreiten der Taupunkttemperatur im Dämmstoff (wo sich ja auch Luft mit Wasserdampf befindet) unweigerlich auf und verlieren im Laufe der Jahre permanent an Dämmwirkung. Da hilft auch keine Hydrophobierung, weil diese nur gegen Regen (große Wassertropfen) von aussen schützt. Kondensat entsteht aber im inneren des Dämmstoffs in Form von feinsten Tröpfchen an hydrophilen und auch hydropoben Oberflächen.

Nun behaupten manche Hausbesitzer, mit der Fassadendämmung hätten sie mehr als die Hälte der Heizkosten eingespart. Das mag im Einzelfalle auch stimmen, die Ursache für die hohe Heizkosteneinsparung ist dann aber im erheblich gestiegendem Dämmwert der Aussenwand zu sehen, weil dieser zuvor durch Auffeuchtung schon fast nicht mehr vorhanden war. Fast den gleichen Effekt der Heizkosteneinsparung hätte man alleine mit der Trocknung der Wände bekommen, nur deutlich billiger.

Hier klärt ein Blick auf die Untersuchungsergebnisse von J.S. Cammerer (mit Namen und Bildersuche mal googeln) auf, der schon vor Jahrzehnten den Zusammenhang von der Feuchte am Ziegelstein und der Dämmwirkung untersucht hat.

Bei einer Feuchte von nur 4% am Ziegelstein (noch nicht fühlbar) bietet der Ziegelstein nur noch 50% an Dämmwirkung, bei einer Feuchte von 10% am Ziegelstein, hat der Ziegel nur noch eine Dämmwirkung von 23%. Ist innen bereits Schimmel an der Aussenwand, so kann die Wandfeuchte in diesem Bereich bereits bei gut 18% liegen - in diesem Falle lässt sich die Dämwirkung der Wand alleine durch Trocknung verzehnfachen!

Auf diesen Umstand der Dämmwerterhöhung der Aussenwand durch Trocknung wird natürlich seitens der Politik und Bauwirtschaft nicht hingewiesen - das könnte ja das Geschäft mit dem Dämmstoff mindern.

Um die Wände trocken zu bekommen und auch dauerhaft trocken und dämmfähig zu halten, muss die Heizungswärme direkt auf der inneren Wandoberfläche der Aussenwand ankommen.

Die Trocknung von Baustoffen erfolgt ausschließlich über die Oberfläche und der daran anliegenden Luftschicht. Diese muss trockener sein, als die Oberflächenfeuchte des Bausstoffs.

Wird die innere Wandoberfläche also direkt beheizt (Wandheizung) oder liegt vor der innere Oberfläche ein Warmluftschleier zur Oberflächenerwärmung, wie die Heizleiste ihn bietet, so erfolgt eine rasche Bauteiltrocknung, da die am Bauteil anliegende erwärmte Luftschicht gegenüber der Raumluft trockener ist und die Feuchte damit von der Wand weg geführt wird.

Wird mit dem herkömmlichen Heizkörper der Raum erwärmt, wird die Feuchte zur Aussenwand hin geführt, die Wand wird befeuchtet und der Dämmwert wird gesenkt.

Der Heizkörper erzeugt überwiegend Warmluft (in der Regel 70-80%), diese steigt zur Decke und sinkt unter Auskühlung neben dem Heizkörper an der Aussenwand nach unten ab. In sich wandoberflächennah abkühlender Luft steigt aber immer auch die rel. Luftefuchte an, weil das Wasserdampfaufnahmevermägen der Luft geringer wird. Dadurch wird die wandoberflächennahe Luftschicht feuchter.

Diesen, gegenüber der allgemeinen Raumluftfeuchte, erhöhten Feuchtewert übernimmt die Aussenwand und feuchtet auf. Vor allem unten an der Scheuerleiste und in den schlecht von der Warmluft erreichbaren Ecken kommt es zur starken Luftauskühlung mit den entsprechend hohen Feuchten und der Gefahr der Schimmelbildung.

Schon alleine das einfache Heizrohr unten vor allen (!!!) Aussenwänden würde hier die Luftabkühlung deutlich mindern und damit die Schimmelgefahr senken.

Die stuckbesetzte Altbaufassade hat übrigens auch pauphysikalisch positive Aspekte: Durch den Dachüberstand wird die Fassade vor direkter Beregnung und damit Befeuchtung geschützt. An der Fassade ablaufendes Regenwasser entzieht der Fassadenoberfläche eine erhebliche Wärmemenge. Umlaufende Gesimse auf halber Fassadenhöhe halten Niederschlagswasser von dem darunter leigenden Fassadenbeich fern.

Kleine "Dächer" über den Fensteröffnungen in der Fassade sorgen dafür, dass das Wasser nicht auf das darunter liegende Fensterbrett tropft und in der Folge gegen das Fenster spritzt. So wird das Fenster im unteren Bereich trocken gehalten, was die Haltbarkeit der Holzfenster deutlich erhöht, ebenso wirken sich 45° abgeschrägte äußere Fensterbretter aus, wie sie teilweise an alten Klinkerbauten ohne "Dächer" über dem Fenster zu sehen sind. Das nennt sich konstruktiver Feuchteschutz und ist leider heute fast schon in Vergessenheit geraten.

Auch halfen die alten Fensterläden die Wärme im Haus zu halten, denn das Fenster ist und bleibt das Bauteil mit dem höchsten Wärmedurchlass am Haus. Schon ein einfacher Holz-Fensterladen mit dentsprechender Dicke ohne Lüftungsschlitze sorgt - sofern nachts regelmäßig geschlossen und dicht anliegend - mit einem halbwegs ruhenden Warmluftpolster zwischen Fenster und Fensterladen für eine verminderte Wärmeabfuhr durch das Fenster.

Fensterläden gibt es auch als innenliegende Variante, oft mehrfach ausklappbar um im Innenraum nicht allzuviel Platz weg zu nehmen. Innere Fensterläden sollten allerdings luftdichter, als das Fenster selbst sein, sonst gibt es Kondensatprobleme am Fenster. Vermutlich daher sind diese heute kaum noch zu finden.

Hieran sieht man aber auch schon den Grundsatz: Innen dichter als aussen. Das gilt schon für die Putze (innen Kalkzementputze, aussen Kalkputze) als auch für die Kastenfenster (inneres Fenster dicht schließender, als äusseres Fenster). Folgt man diesem Grundsatz nicht (das WDVS verstößt gegen diesen Grundsatz!), so steigt die Gefahr der Kondensatprobleme.

Das Haus sollte also temperiert werden. Siehe "Temperierung" im Internet. Zur Bekämpfung von Feuchte im Keller, bietet sich die Temperierung mittels einfachem Kupfer-Heizrohr an, welches weichverlötet dicht unter dem Putz in Sockelhöhe in die Kellerwände eingelegt wird und mit warmen Heizungswasser betrieben wird. Die Installation kostet bei Selbstmontage (Lötanleitungen gibt es im Internet - das Material im Baumarkt) ca. 15,-EUR/Meter Wand - macht es der Handwerker, wird es geringfügig teurer.

Durch die Wärme im Mauerwerk wird die Feuchte verdrängt. Vor der inneren Wandoberfläche entsteht ein aufsteigender Warmluftschleier, der die darüber liegenden Wandflächen erwärmt und diese vor Kondensat (Sommerkondensat) schützt. Das kann keine Kellerabdichtung!

Der Keller sollte ein Jahr lang mit dieser Heizrohrschleife unter angemesserer Belüftung (Feuchteabfuhr) getrocknet werden. Sieht man dann noch Feuchte an der Wand ist hier partiell die äussere vertikale Abdichtung zu überprüfen. So spart man erhebliche Kosten, die eine Komplettsanierung (Neuverputz und Schwarzabdichtung) der gesamten äußeren Kellerwand incl. fragwürdiger Drainagearbeiten mit sich bringe würden. Eine preiswerte Alternative hierzu würde allerdings die Abdichtung mit Ton darstellen - siehe "Dernoton" im Internet.

Durch die leichte Beheizung des Kellers mit der Temperierschleife werden auch Balkenköpfe bzw. die Eisenträger der Decken (in der Regel Preussische Kappendecke oder Stolte-Dielen) vor Feuchte (Fäulnis, bzw. Rost) geschützt.

Über dem Erdreich bietet sich die hydraulische Heizleiste (mal googeln) zur Temperierung (Beheizung) der Räume an. Der Ersatz eines Heizkörpers durch die Heizleiste im Raum - diese wird komplett unten vor allen Aussenwänden installiert (auch hinter Schränken), kosten ca. 500,- bis 700,-EUR. Je nach Aufwand, Hersteller der Heizleiste und örtlichen Gegebenheiten können die Kosten nach unten oder oben variieren.

Durch die Heizleiste wird ein trockener Warmluftschleier vor die Aussenwände gelegt, der diese Wände trocknet und den ursprünglich guten Dämmwert der Wände wieder herstellt.

Mein Haus (Bj. 1926) ohne Fassadendämmung hat im Keller das Temperierrohr bekommen und in den Wohngeschossen die Heizleiste. Ich bin sehr zufrieden mit der Wärmeverteilung im Haus, vor allem die Heizleiste bringt eine noch angenehmere Wärme ins Haus, als es der noch vorhandene alte Kachelofen vermag.

Die Raumluftfeuchten sind sehr gering, was ein Indiz für trockene Wände darstellt. Durch die gleichmäßige Wärmeverteilung in den Räumen (Kontrolle mit dem IR-Thermometer), bedingt durch den hohen Wärmestrahlungsanteil, den die Heizleisten letztendlich produzieren, wird die Raumluftumwälzung unterbunden. Staub, Dreck, Pollen und Keime fliegen nicht mehr durch die Luft. Die Luft wird gesünder.

Ich hoffe, die eine oder andere Anregung für eine preiswerte und dauerhafte Sanierung der alten Bausubstanz war dabei.

Mit freundlichen Grüßen

Onki73

Antwort
von FordPrefect, 43

Wir haben ein 3 Familienhaus BJ1908

Schön.

und wollen nun die Fassade dämmen.

Warum? Eine Fassadendämmung bei einem echten Altbau ist in aller Regel sinnfrei, häßlich und bringt wenig bis gar keine Heizkostenersparnis. Altbauten in Massivbauweise (Außenwandstärken > 50cm) sollten meist gar nicht gedämmt werden, weil das bauphysikalisch und in Bezug auf das Innenraumklima die schlechteste aller möglichen Kombinationen ergibt (vor allem in Verbindung mit modernen hochdichten Isolierglasfenstern). Lasst den Altbauten ihre typischen einglasigen Doppelfenster, und freut euch an einem schimmelfreien Bestandsobjekt zu niedrigsten Kosten. Ja, man muss heizen. Aber die Heizkosten sind nichts im Vergleich zum Wohn- und Lebenswertsgewinn.

Der Architekt hat vorgeschlagen, das ganze Haus "einzukleiden"

Dann solltet ihr unverzüglich den Vertrag kündigen, und euch einen suchen, der Erfahrung hat mit der Sanierung und Renovierung von Altbauten.

dann ginge aber der ganze Altbau-Charakter ( also Stuck um die Fenster, Absätze in der Fassade etc. )

Und genau deswegen ist das grober Unfug (mal ganz abgesehen davon, dass ihr ggfs. die denkmalschutzwürdigen Elemente ruiniert).

Antwort
von Grundludwigpia, 32

Ich finde es gut dass Ihr diese Frage mit so viel Sorgfalt angeht. Hier kam bislang nur die Innendämmung zur Sprache. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, die heißt Kerndämmung.

<

p>Da werden, mal einfach gesagt, Hohlräume in den bisherigen Wänden ausgefüllt. Ist ein Standardverfahren, bewährt, Beschreibung findet Ihr hier http://www.enbausa.de/daemmung-fassade/daemmung/waende/kerndaemmung.html.</p>

Vorteile: es erhält die Fassade, hat aber nicht die Nachteile der Innendämmung wie Taupunktverschiebung und Velust von Innenraum. Lässt sich häufig von außen machen.

Sucht aber unbedingt jemanden, der Euch nachweisen (!!) kann, dass er das schon gemacht hat und fragt nach Referenzen, leuten, die Ihr selber anrufen könnt.


Antwort
von Zeitmeister57, 46

Die einzige Möglichkeit wäre eine Innendämmung. Allerdings oft eine komplizierte und kostspielige Angelegenheit. Beispielhaft hier eine Seite dazu:

http://www.energie-experten.org/bauen-und-sanieren/daemmung/innendaemmung/innend...

Grundsätzlich stellt sich die Frage:  Ist eine Dämmung überhaupt amortisierbar oder wird hier die Soße teurer als der Fisch ;-))

Antwort
von habakuk63, 45

Eine Zwischenisolierung und davor erneut eine Ziegelwand. Der Weg ist aufwendiger und teurer.

Antwort
von larry2010, 45

evtl. kann man von innen die wände dämmen. aber dann geht halt wohnfläche verloren.

an sich ist das schön gut mit dem dämmen, aber alte häuser sind dafür gebaut worden, das man sich von aussen abdichtet, ob es neue dichte finster sind oder aussendämmung.

Antwort
von Valexo33, 23

Fassadenschutz

Ob eine Fassade gegen Regenwasser oder Verschmutzung geschützt werden soll, unsere Systeme helfen sowohl bei Sichtmauerwerk, als auch bei rohen Rauh- und Glattputz- oder gestrichenen Fassaden.

Ein besonderer Effekt ist die Erhöhung bzw. Erhaltung der Wärmedämmung von Fassaden, die optisch nicht verändert werden dürfen (Denkmalschutz).

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne unter der Rufnummer 02351-5697787 zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Valexo

Antwort
von pharao1961, 39

Es kommt sehr darauf an, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Wenn ja, ist zu 99% nur eine Innendämmung zulässig. Die ist insoweit kritisch, da sich der Taupunkt weiter ins Wandinnere verlagert. Um Schimmelpilz sicher vorzubeugen, hat sich in solchen Fällen eine dezentrale Lüftungsanlage bewährt. Ich habe diese bei zig-Altbausanierungen eingesetzt. Ab gesehen davon arbeitet sie mit Wärmerückgewinnung und permanentem Luftaustausch. Ist also auch von daher eine gute Sache. Schau mal nach, auch bei ebay unter "Wohnraumlüftung". So teuer sind die Dinger garnicht mehr und die Fassade bleibt so wie sie ist. Die Meinung von FordPerfect kann ich daher nicht uneingeschränkt teilen.

Kommentar von FordPrefect ,

Die Meinung von FordPerfect kann ich daher nicht uneingeschränkt teilen.

Kein Problem :-)

Ich habe allerdings erhebliche Bedenken gegen diese Lüftungsanlagen, weil sie m.E. den tieferen Sinn des Energiesparens ad absurdum führen. Ja, man kann so (insbesondere mit Innendämmung, wie von dir vorgeschlagen) wohl den Primärenergieaufwand für die Heizung reduzieren. Aber dafür jagt man den Stromverbrauch für die Lüftung durch die Decke. Und gerade im Massivbau sind die Wände eigentlich selten das Problem, eher Geschossdecken, Dachraum und ggfs. uralte Heizungen.

Kommentar von pharao1961 ,

Du kennst mit Sicherheit garkeine dezentrale Lüftungsanlagen. So ein Lüfter hat 3 Watt...

Ab gesehen davon speichern sie in ihrem Innern Energie. Informiere dich mal dadrüber.

http://www.ebay.de/itm/Luftungsgerat-dezentral-mit-Warmeruckgewinnung-Fernbedien...

Die Geschossdecken sind innerhalb der Gebäudehülle. Wohin soll denn da bitteschön Energie verschwendet werden?

Uralte Heizungen??? Wozu gibt es denn (Gott sei Dank) die Regelung, dass Heizungen, die ein gewisses Alter haben, ausgetauscht werden müssen?

Kommentar von FordPrefect ,

Die Geschossdecken sind innerhalb der Gebäudehülle. Wohin soll denn da bitteschön Energie verschwendet werden?

Warum hat der Gesetzgeber wohl festgelegt, dass die Decke zum Dachboden gedämmt sein muss?

Uralte Heizungen??? Wozu gibt es denn (Gott sei Dank) die Regelung, dass Heizungen, die ein gewisses Alter haben, ausgetauscht werden müssen?

A) Das interessiert genau niemanden, vor allem denjenigen nicht, der dafür kein Geld hat, und

B) greift die Nachrüstpflicht gerade beim EFH nicht bzw. erst bei einem Eigentümerwechsel.

Was die Kritik hinsichtlich dezentraler LA anbelangt, gebe ich dir Recht - ich kenne nur die zentralen, und da ist der Stromverbrauch immens (zumal sie nur im Geschossneubau zur Anwendung kommen können). Siehe entsprechende ernüchternde Studien zu Niedrig- und Nullenergiehäusern - niedrige Heizkosten, aber dafür exorbitante Stromkosten. Von der mangelnden Hygiene durch die schwer zu reinigenden Kanäle mal ganz zu schweigen.

Bei den dezentralen LA ist aber der Einsatz bei denkmalgeschützten Gebäuden doch eigentlich ausgeschlossen - schließlich muss jede einzeln per Kernbohrung durch die geschützte Fassade platziert werden - und zwar in jedem Raum?

Kommentar von pharao1961 ,

Die oberste Decke muss nur dann gedämmt werden, wenn der Dachboden darüber UNBEHEIZT ist. Ob das im vorliegenden Fall so ist, wissen wir nicht.

Kein Geld für die Heizungssanierung? Ein Brennwertkessel ist heute nicht mehr teuer, ein Austausch lohnt eigentlich immer. Zuschüsse gibt es auch wenn gewisse Bestimmungen eingehalten werden.

Es ist hier kein Einfamilienhaus, sondern ein 3-Familienhaus und da muss der Kessel nach einer bestimmten Anzahl an Betriebsjahren raus. Ich habe auch ein 3-Familienhaus mit Heizung von 1984 und da hat der Bezirksschornsteinfegermeister das jetzt auch gefordert.

In meine Passivhäuser (die ich seit 7 oder 8 Jahren NUR noch baue), kommt immer eine zentrale Lüftungsanlage rein. Noch niemand hat sich über exorbitante Stromkosten beschwert. Die Filter hierfür kann der Eigentümer heutzutage selber wechseln. Mittlerweile gibt es sogar Firmen die "Alternative" Filter zu den namhaften Herstellern anbieten (ähnlich wie bei den Druckerpatronen) und für die Desinfektion stelle ich dem Bauherr gerne kostenlos ein Ozongerät zur Verfügung (Dienst am Kunden). Aber es geht ja hier nur um dezentrale Lüftungsanlagen und da gibt es keine Kanäle.

Einer Kernbohrung in die denkmal geschützte Fassade stimmt das Amt in der Regel zu im Hinblick auf keine andere Lösungsmöglichkeit und um Schimmel vorzubeugen. Die dez. Lüftungsanlage muss auch nicht zwingend in jedem Raum eingebaut werden. Meist genügen die Lüfter in den typischen Räumen Schlafzimmer, Bad, Küche.

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