ALs zweiter in Notwehr handeln?

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6 Antworten

Wenn du jemand anders verteidigst, so wie in deinem Sachverhalt dargestellt, handelst du in Notwehr. 

Du solltest allerdings berücksichtigen, dass bei derart Betrunkenen das Notwehrrecht nicht in aller Härte angewandt werden darf (was aber nicht heisst, dass keine Verteidigung erlaubt ist). 

Würdest du übrigens daneben stehen und zugucken, wenn jemand anders verprügelt wird, ist das keine Unterlassene Hilfeleistung i.S. des Gesetzes. 

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du solltest auch beachten das deine Aktion immer auch verhältnismäßig sein muss. Du musst keinen Verprügeln der sich selbst kaum noch auf den Beinen halten kann, wenn du ihn einfach auch nur wegstoßen hättest können. das wird dann auch ein Richter eher nicht als angemessen durchgehen lassen.

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Kommentar von kayo1548
02.04.2016, 17:06

"du solltest auch beachten das deine Aktion immer auch verhältnismäßig sein muss. "

Nein, Notwehr muss nicht verhältnismäßig sondern erforderlich sein

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Nun, meiner persönlichen sowie bescheidenen Meinung nach, könntest Du die betrunkene Frau einfach festhalten, damit sie nicht mehr zu schlägt... Das funktioniert dann garantiert auch ohne Schlagen... 

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Kommentar von CREMEFRESH1
01.04.2016, 19:07

Und wenn die betrunkene Frau dann ihn angreift, darf er dann auch zurückschlagen... rein theoretisch?

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Kommentar von Thai378
01.04.2016, 19:09

Wenn die Frau ihn dann auch angreift, darf er sich verteidigen.
Die Aussage des Polizisten ist sehr unglaubwürdig. Denn würde ich bei der Dienstaufsicht melden.

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Kommentar von CREMEFRESH1
01.04.2016, 19:23

Ist ja nur theoretisch gesehen: Er hält sie fest, sie schlägt ihn, er darf zurückschlagen

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Ob es Notwehr ist bzw. war kann am Ende nur ein Richter entscheiden. Nun ist Notwehr dazu da, einen rechtswidrigen Angriff abwehren zu dürfen. D.h. wenn du oder deine Freundin angegriffen werden darfst du dich dagegen zur Wehr setzen - praktisch also die Frau zurückstoßen oder bspw. von deiner Freundin, die am Boden liegt wegziehen.

Der Polizist hat aber nun in sofern Recht, als daß´dir ein Schlagen der Frau ebenfalls als Angriff deinerseits ausgelegt werden kann. (Begründung: Ein Schlag dient nicht der Abwehr sondern stellt immer einen Angriffsakt dar.)

Wie das Ganze im Nachhinein dann bewertet wird, kann dir keiner sagen. Da u.U. auch das Überschreiten einer Abwehrhandlung durch die Notwehrparagraphen gedeckt ist.

Zusammenfassend ist es in jedem Fall richtig - im Rahmen der eigenen Möglichkeiten - Hilfe zu leisten, nur sollte man dabei möglichst besonnen und ohne unnötige Gewalt vorgehen 

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Doch das wäre selbstverständlich auch Notwehr gewesen. Im Strafgesetzbuch steht "Notwehr ist die Verteidigung die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden". Wenn also jemand anderes Angegriffen wird, ist das auch Notwehr wenn du der Person hilfst. Außer Notwehr gibt es auch noch den rechtfertigenden Notstand und den entschuldigenden Notstand. 

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Du bist berechtigt, den Angriff abzuwehren bzw. den Angreifer abzudrängen. Da hat die Polizei selber nix zu melden, das entscheidet letztendlich ein Gericht.

Was du nicht darfst: die Angreiferin vermöbeln. Also bittefein nicht mehr Zwang als zur unmittelbaren Abwehr nötig anwenden. 


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