Frage von ihsirhc, 42

Als unerfahrener und nicht sehr kommunikativer Mensch alleine Reisen - wohin?

Hallo,

ich habe nun bald meinen Masterabschluss. Da ich noch nie in meinem Leben alleine gereist bin, möchte ich das jetzt gerne nachholen. Ich kann mir aber einfach gar nicht vorstellen, wie man sowas macht.. Ich bin auch nicht der Typ, der schnell auf Leute zugeht, Gespräche startet o.ä. Nun habe ich schon jede Menge gegooglet, aber wie das so ist, findet man doch nicht genau die passenden Antworten, oder man geht unter in der Menge an Informationen.

Also, worum geht es mir: Ich möchte 2 bis 3 Monate alleine reisen (Mai bis Juli) um endlich mal zu lernen, wie das ist und ob das was für mich ist. Lernen auf Leute zuzugehen, lernen neue Menschen kennen zu lernen. Aber wo?

Am meisten liest man ja von Australien oder Neuseeland. Nun bin ich aber auch 10 Jahre älter als die ganzen Abiturienten, die dort das erste mal den Duft der Freiheit schnuppern. Auch frage ich mich, ob es Alternativen gibt, die keine Flugkosten von über 1000€ beinhalten. Ich wollte auch schon immer mal nach Norwegen. Dort frage ich mich allerdings, ob es nicht ein wenig zu einsam wird, wenn man dort außerhalb der großen Städte unterwegs ist.

Ich bin ehrlich gesagt auch ein kleiner Schisser, gerade weil das alles neu für mich ist. Daher würde ich Länder bevorzugen, wo es halbwegs geregelt zugeht und man zumindest eine halbwegs vernünftige Infrastruktur findet.

Ich habe auch von Wwoofing gelesen.. Sowas könnte ich mir auch gut vorstellen. Aber natürlich nur eine gewisse Zeit, um dann auch noch Zeit zum reisen zu haben..

Es kann natürlich sein, dass Australien oder Neuseeland nunmal am geeignetsten sind. Wahrscheinlich gerade im Bezug aufs kennenlernen neuer Menschen. Aber wie siehts mit Erfahrungen in anderen Ländern aus? Vielleicht auch die USA?

Ja, viel Text. Aber ich bin für jeden Tip und jede Inspiration dankbar!

Antwort
von WalterLemon, 42

Hi :)

Wie so viele andere Schulausgänger auch, die gerade erst frisch ihr Abi in der Tasche hatten, hab ich mir für 7 Monate Work-and-Travel in Neuseeland gegönnt. Eigentlich kann ich es nur immer wiederholen: Das Land lohnt sich einfach extrem! Egal ob man allein unterwegs ist, mit einem Freund oder Leuten, die man dort vor Ort trifft (was in den meisten Fällen Deutsche oder Franzosen sind). Nach meinen Erfahrungen ist Neuseeland mit eines der - wenn nicht sogar das - reiseanfängerfreundlichste Land, das es gibt. Man kann auf verhältnismäßig kleinem Raum (etwas der Größe der alten BRD) eine riesige Bandbreite an wirklich atemberaubenden Landschaften genießen, hat ein ausreichend dichtes Netz an gut ausgebauten Straßen und kommt in den meisten Fällen sehr gut von A nach B. Die Kriminalität ist abgesehen von einigen Stellen in Auckland, mir fällt da gerade der Westen um Henderson ein, auch eher gering. Selbst giftige Tiere gibt es in Neuseeland weniger, als in Deutschland und die Menschen sind im Allgemeinen wirklich so, wie man es immer behauptet. Das kann ich nach eigenen, empirischen Erfahrungen nur bestätigen :) Im Grunde machen all diese günstigen Faktoren Neuseeland nicht nur zu einem verdammt sehenswerten, sondern auch genauso sicheren Reiseland - was in meinen Augen mit einer der Hauptgründe dafür ist, warum es gerade bei jüngeren Leuten so beliebt ist. Die Population der Einwohner, aber auch der nicht zu vernachlässigenden Menge an Backpackern ist gerade groß genug, dass man immer wieder auf Leute trifft, die ihrerseits sehr aufgeschlossen sind, aber auch genug Möglichkeiten hat, sich fern jeglicher Zivilisation aufzuhalten. 2 bis 3 Monate sind für NZ fast schon ein bisschen wenig, aber wenn man "nur" eine Rundreise machen möchte und vor hat, in der Zeit eher weniger zu arbeiten oder an festen Orten zu bleiben, sollte man die besten Punkte Neuseelands stressfrei sehen können. Abgesehen von Neuseeland bin ich allerdings in meinem Leben - das noch nicht allzu lang ist - nicht viel gereist und besonders nicht allein. Ich selbst bin eigentlich auch nur auf die Idee gekommen, nach NZ zu reisen, weil sich das ein sehr guter Freund von mir für seine Zeit vor dem Studium fest vorgenommen hatte. Von daher bin ich vielleicht nicht der beste Ansprechpartner, wenn es um Tipps zum Alleinreisen geht. Aber da ich einen Großteil der 7 Monate fast nur in Gesellschaft meines Kumpels verbracht habe und es viele Orte gab, in denen wir in Meilen weitem Umkreis keinen Menschen um uns hatten, bekommt man schon eine vage Vorstellung davon, wie es ist, vollkommen allein zu reisen. 

Natürlich ist die Frage, ob man eher allein oder in kleinen Grüppchen reist, auch eine Frage des jeweiligen Menschentyps. Ich zähle auch eher zu der Sorte, die auch mal für eine Zeit lang ohne großen sozialen Kontakt auskommt und hätte mich vor meiner Reise in Neuseeland wahrscheinlich so ähnlich eingeschätzt wie du. Aber wenn man einmal vor Ort ist, ändert sich das. Auch wenn man nicht unbedingt von allein auf die anderen Leute zugeht, wenn man in einem Hostel mit dutzend jungen, wahnsinnig aufgeschlossenen und offenen Leuten herumhängt, wird man da einfach mit hineingesogen. Solange man halbwegs entspannt ist und sich vielleicht nicht aktiv von den anderen abkapselt, bietet sich im Grunde immer eine gute Gelegenheit, um Leute kennenzulernen.

Allerdings ist Neuseeland dafür auch nicht gerade so sehr günstig. Die Lebenshaltungskosten liegen etwas höher, als bei uns, was man als Reisender besonders bei den Lebensmitteln zu spüren bekommt. Neuseeland ist leider eins der Länder, die den Großteil ihrer Agrarerzeugnisse ins Ausland verschiffen und deshalb saisonell bedingte Ware im Supermarkt schnell teuer wird. Wenn man 2 bis 3 Monate reisen will und in der Zwischenzeit etwas sehen und erleben möchte, sollte man realistisches Budget von NZ$ 60 veranschlagen. Damit kommt man im Monat ungefähr auf 1100-1200€, was sich für 3 Monate also mit 3600€ auf dem Konto niederschlägt. Plus Flug, Visum, evtl. Ausrüstung kommst du also auf grob 5000-5500€, wenn du zwischendurch nicht arbeiten möchtest. Allerdings kann ich dir Wwoofing, bzw. als Alternative davon "Help-X", sehr empfehlen. Ich selbst bin leider nur dazu gekommen für 2 Wochen kurz vor der Abreise im Raum Auckland bei einem Help-X-Host unterzukommen. Viele, die einige Zeit allein unterwegs sind, nutzen das als Möglichkeit, ihr Englisch bei Muttersprachlern aufzubessern und gleich Einheimische kennenzulernen und ganz nebenbei etwas Kosten zu sparen. Immerhin kommt man bei den meisten Hosts mit relativ entspannter Arbeit weg, hat eine nette Unterkunft mit typischem NZ-Charme und fühlt sich dabei wie zu Hause. Ich selbst musste zwar etwas mehr mit anpacken (Terrassentreppe bauen, Auto reparieren, Zimmer renovieren), aber das ging alles. Für den Mehrwert, den man dabei geboten bekommt, lohnt sich das alle mal :) 

Leider ist die Zeichenanzahl jetzt erschöpft. Ich hoffe, ich konnte etwas helfen ;)

Gruß,

WL

Kommentar von WalterLemon ,

P.S.: Ich sehe gerade, dass du vor hast, zwischen Mai und Juli zu verreisen. Du musst bei deinen Reiseplänen aber mit einkalkulieren, dass in dieser Zeit dort Winter ist :) Das hat natürlich als Reisender diverse Vorteile, aber - so wie ich das sehe - für einen Reiseanfänger eher Nachteile. Auf der einen Seite ist es ganz schön, wenn der überwiegende Großteil der Backpacker in dieser Zeit das Land schon wieder verlassen hat und der Backpackerstrom Winterruhe hält, auf der anderen Seite ist es dort im Winter aber nicht unbedingt sehr angenehm. Gerade auf großen Teilen der Südinsel, die im Gegensatz zur Nordinsel ja die überwiegende Hauptattraktion ist, dürften ziemlich rauhe Witterungen herrschen, die ein low-budget-reisen nicht gerade sehr angenehm machen (wenn ich so an Zelten bzw. übernachten im eigenen Campervan bzw. Station Wagon denke). Die Preise sind in der Nebensaison dann auch denkbar niedrig (z.B. kosten die unbewirtschafteten Hütten für die Great Walks von April bis Oktober nur einen Bruchteil des Preises der Sommersaison - die Spannen reichen hier in der gleichen Hütte jeweils von $60 p.P./p.Ü. im Sommer bis $15 p.P./p.Ü. im Winter), aber im Grunde geht es ja darum, die Natur zu erleben und das Reiseleben zu genießen. Das ist bei Schmuddelwetter und weniger gemütlichen Bedingungen auf Dauer sicherlich nicht gerade empfehlenswert ;)

Antwort
von Eselspur, 27

Gerade wenn du nicht so viel Geld für den Flug ausgeben willst, empfehle ich dir, auch an Europa zu denken. Ich habe selber da kaum Erfahrung, aber was ich von den baltischen Ländern, Polen, Rumänien und anderen ost- und mitteleuropäischen Ländern gehört habe, würde mich für drei Monate SEHR reizen.

Antwort
von KhunPumpui, 7

Flieg doch einfach nach Thailand. Da sind tausende von Backpackern unterwegs.

Einen ordentlichen SChub an Selbstbewusstsein kannst du dir in Pattaya holen - da kommst du als anderer Mensch zurück. Zudem kannst du dort in den Discos und Bars Kommunikationstrtaining machen mit den Mädels und ansatzweise auch gleich den Umgang mit Frauen lernen!

Informier dich mal: http://www.thailand-pattaya.net/

Zudem ist Thailand günstig, auch die Flüge dorthin - ein Rundreise durchs land ist sicher und spottbillig!

Antwort
von Seanna, 42

Ich war mal eine Zeit auf Malta, über eine Sprachschule mit Kurs.

Das war ziemlich gut, weil Hilfe vor Ort, die haben viel organisiert, auch Unterkunft in einer WG, und im Kurs (Business-Englisch) hat man auch viele Leute kennen gelernt, alle eher so 27-35.

Kommentar von ihsirhc ,

Das wäre natürlich auch eine Idee. Weißt du noch, über welche Organisation das lief?

Kommentar von Seanna ,

ESL in St. Julians.

Antwort
von ihsirhc, 24

also bei schmuddelwetter in neuseeland macht vielleicht wirklich nicht so viel sinn.. Ist australien in diesen monaten denn angenehmer? Hat schonmal jemand erfahrungen in Kanada gesammelt? Wie ist es da so mit backpacking, alleine reisen, leute kennen lernen?

Antwort
von aussie14, 26

Hallo,

ich denke, wenn man nicht so der extrovertierte
 Mensch ist, könnte ja in ein Land reisen, wo die Menschen etrovertiert sind. Ich kann da Australien empfehlen, da war ich selber eine länge Zeit,  die Menschen sind offen und gehen auch auf einen zu.

In Neuseeland ist in dieser Zeit schon wieder Herbst kälter und es ist schnell dunkel, da ist es schon schwieriger am Strand etc. locker angesprochen zu werden. Auch denke ich kann man schneller mal in ein Gespräch bei schönem Sonnenschein kommen, als wenn alle mit dem Regenschirm an einem vorbei rennen.

Es gibt ein Büro die geben einem Tips für Australien und auch Adressen zum Wwoofenm, frag doch mal da an....wobei du da den ersten Schritt für eine Anfrage in Form von einer Mail, etc. machen müßtest.

wwwaustralien-reisen.tips

Ich wünsche viel Glück bei dem Vorhaben und vor allem auch viel Spaß!

Antwort
von Kuestenflieger, 16

mit etwas realität bucht man est einmal eine busreise in deutschland , ettliche angebote ohne einzelzuschlag.

dann lernen sie ohne sprachprobleme mit anderen zu reisen . ist sicher nur zu leicht für sie , nicht exotisch genug .

Kommentar von ihsirhc ,

ansich geb ich ihnen recht..warum muss es immer so weit weg sein oder überhaupt, warum nicht mal das eigene Land kennen lernen. Allerdings werde ich so schnell nicht wieder die Gelegenheit haben, 3 Monate am Stück Urlaub zu machen. Innerhalb Deutschlands kann man auch in weniger Zeit viel bereisen..Aber von mir aus kann es wie gesagt auch gerne Norwegen o.ä. Sein :)

Antwort
von Skinman, 13

Italien.


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