Frage von ronbonqqq, 78

Als Tourist Eheschliessung in Dänemark und direkt nach Deutschland ziehen und Aufenthaltserlaubnis beantragen und bekommen?

Meine Russische Freundin hat ei EU Touristenvisum (Italien) für 1 Jahr. Ich plan dass Sie aus Russland nach Dänemark (direkt oder indirekt) fliegt und dort mit mir heiratet. Dann direkt danach nach Deutschland ziehen wo Ich schon wohne und arbeite. Und dass Sie dann die Beantragung macht zur unbefristeter Aufenthaltserlaubnis auf Grund von "Ehepartner". Ist dieser Plan möglich und rechtlich auch korrekt? Und kann Sie während die Zeit dass Ihre Beantragung bearbeitet (wie lang ist die eigentlich) wird, bei mir in Deutschland bleiben?

Antwort
von peterobm, 64

unbefristet wird Sie erstmal nicht bekommen; ist sie der deutschen Sprache mächtig? was die Papiere angeht: http://toender.dk/burger/heiraten/heiraten?language=de 

etwas schwierig um an die benötigten Papiere zu kommen

die AE kann auch auf ein Jahr befristet werden. 

Götheinstitut Sprachkurs A1

Antwort
von Karl37, 55

Ein Schengenvisum berechtigt nicht zur Eheschließung. Da muss deine Freundin sich schon ein nationales Visum für Dänemark besorgen.

Die Ehe in Dänemark muss hier dem Standesamt angezeigt werden und erst dann kann deine Freundin eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland beantragen, dazu gehört deine Erklärung zur Kostenübernahme. Dann kann sie ein Visum für Deutschland in Russland beantragen und einreisen.

Kommentar von dimawowaputjew ,

Zur Eheschließung ist man sehr wohl berechtigt, egal ob Schengenvisum, kein Visum oder, ob man Flüchtling oder sogar illegal ist! Da Recht zu heiraten hat nämlich mit den aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen wenig zu tun. 

Und in Dänemark braucht man kein dänisches Visum, um dort zu heiraten! Man kann mit einem Schengenvisum dort ein Hotelzimmer mieten und sich ganz entspannt mit den entsprechenden Dokumenten (Ehefähigkeitszeugnis des deutschen Partners, Bescheinigung über das Nichtvorliegen einer Eintragung im Personenstandsregister und Geburtsurkunde des russischen Partners) im Standesamt trauen lassen. Die Trauzeugen werden von der Gemeinde gestellt, sofern keine eigenen vorhanden sind. Kosten tut der Spaß ca. 40€ Gebühren.

Dänische Personenstandsurkunden werden in Deutschland ohne weitere Legalisierungen anerkannt. Auf Bornholm und in weiteren süddänischen Gemeinden sind die Heiratsurkunden u.A. in deutscher Sprache ausgefertigt, somit muss man diese noch nicht mal übersetzen lassen.

Und man muss nicht unbedingt wieder ausreisen! Das gibt das Aufenthaltsrecht nicht her. Nämlich dann, wenn die Ehe bereits in Deutschland gelebt wird, ist eine Ausreise und das Beantragen eines neuen Visums unverhältnismäßig/unzumutbar. Und als Ehepartner muss man keine Kostenübernahmeerklärungen und sonstigen Mist abgeben, denn man ist per Gesetz, allein aufgrund der Ehe bereits verpflichtet. 

Die Ausländerbehörde kann sich maximal aufregen, dass bei Beantragung des Visums ein falscher Zweck der Reise angegeben wurde, doch das wäre eine Straftat und müsste von einem Richter auch so beurteilt werden. Und es ist nunmal nicht verboten, sich während eines Studienaufenthalts, eines Praktikums oder auch nur während einer längeren Reise zu verlieben und den Entschluss zu fassen, zu heiraten.

Deine Behauptungen sind also fast alle falsch.

Kommentar von Karl37 ,
Kommentar von dimawowaputjew ,

Ein Anwalt? Ein Entrag auf einer angeblichen Anwaltsseite.

Ein Blick ins Gesetz hilft da weiter. Der angebliche Anwalt hat übrigens fehlerfrei eingeräumt, dass der Vorwurf der falschen Angaben bei Visabeantragung im Raum steht. Und, dass wegen der in Deutschland gelebten Ehe nicht ausgewiesen wird.

Alle Vorwürfe von Scheinehe über Visaerschleichung bis zum illegalen Grenzübertritt müssen einer richterlichen Überprüfung standhalten. Und man muss nicht das Abhandensein (s)einer Scheinehe beweisen, sondern die Behörden das Vorhandensein, das sind die elementarsten Grundsätze des Rechtsstaates.

§ 28 AufenthaltG - Familiennachzug zu Deutschen

(1)
Die Aufenthaltserlaubnis ist dem ausländischen

1.

Ehegatten eines Deutschen

,

2. minderjährigen ledigen Kind eines Deutschen,

3.

Elternteil eines minderjährigen ledigen Deutschen zur Ausübung der

Personensorge

zu

erteilen, wenn der Deutsche seinen gewöhnlichen Aufenthalt im

Bundesgebiet hat. Sie ist abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 in den

Fällen des Satzes 1 Nr. 2 und 3 zu erteilen

.

Sie soll in der Regel abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 erteilt werden.

Sie kann abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 dem nich
personensorgeberechtigten Elternteil eines minderjährigen ledigen
Deutschen erteilt werden, wenn die familiäre Gemeinschaft schon im
Bundesgebiet gelebt wird. § 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2, Satz 3 und
Abs. 2 Satz 1 ist in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 entsprechend
anzuwenden.

(2)
Dem Ausländer ist in der Regel eine Niederlassungserlaubnis zu
erteilen, wenn er drei Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis
ist, die familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen im
Bundesgebiet fortbesteht, kein Ausweisungsgrund vorliegt und er sich auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann. Im Übrigen wird die Aufenthaltserlaubnis verlängert, solange die familiäre Lebensgemeinschaft fortbesteht.

(3)
Die §§ 31 und 35 finden mit der Maßgabe Anwendung, dass an die
Stelle des Aufenthaltstitels des Ausländers der gewöhnliche
Aufenthalt des Deutschen im Bundesgebiet tritt.

(4)
Auf sonstige Familienangehörige findet § 36 entsprechende
Anwendung.

(5)
Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt zur Ausübung einer
Erwerbstätigkeit.

§ 5 AufenthG - Allgemeine Erteilungsvoraussetzungen

(1)
Die Erteilung eines Aufenthaltstitels setzt in der Regel voraus, dass

1. der Lebensunterhalt gesichert ist,

1a. die Identität und, falls er nicht zur Rückkehr in einen anderen
Staat berechtigt ist, die
Staatsangehörigkeit des Ausländers
geklärt ist,

2. kein Ausweisungsgrund vorliegt,

3. soweit kein Anspruch auf Erteilung eines Aufenthaltstitels besteht,
der Aufenthalt des Ausländers nicht aus einem sonstigen Grund
Interessen der Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigt oder
gefährdet. und

4. die Passpflicht nach § 3 erfüllt wird.

(2)
Des Weiteren setzt die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, einer
Niederlassungserlaubnis oder einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG
voraus, dass der Ausländer

1.

mit dem erforderlichen Visum eingereist ist

und

2.

die für die Erteilung maßgeblichen Angaben bereits im Visumantrag

gemacht hat.

Hiervon kann abgesehen werden, wenn die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Erteilung erfüllt sind oder es auf Grund besonderer Umstände des Einzelfalls nicht zumutbar ist, das Visumverfahren nachzuholen.

...

§ 39 AufenthV - Verlängerung eines Aufenthalts im Bundesgebiet für längerfristige Zwecke

Über die im Aufenthaltsgesetz geregelten Fälle hinaus kann ein Ausländer einen Aufenthaltstitel im Bundesgebiet einholen oder verlängern lassen, wenn

1.

er ein nationales Visum (§ 6 Abs. 3 des Aufenthaltsgesetzes) oder

eine Aufenthaltserlaubnis besitzt,

2. er vom Erfordernis des Aufenthaltstitels befreit ist und die
Befreiung nicht auf einen Teil des Bundesgebiets oder auf einen
Aufenthalt bis zu längstens sechs Monaten beschränkt ist,

3.

er Staatsangehöriger eines in Anhang II der Verordnung (EG) Nr.

539/2001 aufgeführten Staates ist und sich rechtmäßig im

Bundesgebiet aufhält oder ein gültiges Schengen-Visum für

kurzfristige Aufenthalte (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 des

Aufenthaltsgesetzes) besitzt

, sofern die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Erteilung eines Aufenthaltstitels nach der Einreise entstanden sind

,

4.

er eine Aufenthaltsgestattung nach dem Asylverfahrensgesetz besitzt

und die Voraussetzungen des § 10 Abs. 1 oder 2 des

Aufenthaltsgesetzes vorliegen,

5. seine Abschiebung nach § 60a des Aufenthaltsgesetzes ausgesetzt ist und er auf Grund einer Eheschließung oder der Begründung einer Lebenspartnerschaft im Bundesgebiet oder der Geburt eines Kindes während seines Aufenthaltes im Bundesgebiet einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis erworben hat oder

6.

er einen von einem anderen Schengen-Staat ausgestellten

Aufenthaltstitel besitzt und auf Grund dieses Aufenthaltstitel

berechtigt ist, sich im Bundesgebiet aufzuhalten, sofern die

Voraussetzungen eines Anspruches auf Erteilung eines

Aufenthaltstitels erfüllt sind; § 41 Abs. 3 findet Anwendung.

Kommentar von ronbonqqq ,

@dimawowaputjew - vielen dank... die einzige meist geschätzten antworten und kommentaren kamen von ihnen die mir weiterhelfen und vor allem motivieren dass alles mit unserer liebe noch gut kommt! danke!



Antwort
von wilees, 56

Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit so nicht funktionieren.

Welche Nationalität hast Du?

Kommentar von ronbonqqq ,

Wieso nicht? Ich, die Belgische Nat.

Kommentar von wilees ,

Erkläre bitte einmal logisch dem Sachbearbeiter des Ausländeramtes, warum diese russische Freundin ein italienisches Visum beantragt, wenn sie einen in Deutschland lebenden Belgier in Dänemark heiraten möchte? Woher und wie lange kennen diese beiden sich ( wird man sich mit Fug und Recht fragen )?

Kommentar von dimawowaputjew ,

Das siehst du falsch. Sie hat kein italienisches Visum beantragt, um jemanden in Dänemark zu heiraten und dann nach Deutschland zu ziehen! Sie ist zu Studien-/Arbeits-/Praktikums-/Fortbildungszwecken nach Italien eingereist und hat dann den netten jungen Mann kennengelernt und sich in ihn verliebt. Während ihres Aufenthalts hat sie sich entschlossen diesen zu heiraten. Und das ist ihr gutes Recht, egal, ob sie mit Arbeitsvisum, Studienvisum, illegal oder sonstwie eingereist ist. Der Grund für einen Aufenthaltstitel bzw. für die Verlängerung ist nach der Beantragung des (auch n Dänemark und Deutschland gültigen) Visums entstanden und nur darauf kommt es an. Dem Sachbearbeiter muss man da also auch nichts erklären.

Wenn das deutsche Standesamt es so schwer gestaltet, in Deutschland heiraten zu können, dann müssen sie damit leben, dass man - völlig legal - in Dänemark heiratet, wo nicht sofort jedem Mädel, nur weil es aus der ehemaligen SU kommt, vorgeworfen wird, nur auf Scheinehe aus zu sein.

Kommentar von wilees ,

Lt. Fragesteller wurde ein Touristenvisum für Italien beantragt. Die Dame sollte allerdings erst einmal nach Dänemark reisen - so der Fragesteller etc. Also hat Deine obige Antwort nichts mit der Fragestellung gemein.

Kommentar von dimawowaputjew ,

Meister, in der Fragestellung steht eindeutig, dass sie bereits ein Visum besitzt. Und nur darauf kommt es an. Entscheidend ist, dass der Entschluss zu heiraten, nach Beantragung des Visums entstanden ist. Man darf auch mit einem Touristenvisum aus- und wieder einreisen, wenn es kein einmaliges Visum ist. Somit hat die Antwort sehr wohl was mit der Fragestellung gemein!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community