Frage von ThanatosXray, 28

Als Student mehrere Nebenjobs?

Hallo, zur Zeit arbeite ich in einem Betrieb auf 20h Basis und verdiene im Monat brutto 700€. Kann ich dazu noch eine kurzfristige Beschäftigung aufnehmen? Was muss ich dabei beachten bzw. was wird versteuert?

Vielen Dank im Voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MFKunz, 14

Hallo ThanatosXray,

mein Name ist Max und ich bin einer der Gründer von InStaff. Wir sind in mehreren Bereichen tätig und vermitteln hauptsächlich kurzfristige Jobs, daher hilft dir vielleicht meine Antwort. Bitte beachte: Es kann sein, dass sich gesetzliche Regelungen ändern oder ich Fälle nicht bedacht habe, die vielleicht auf dich zutreffen und den ganzen Fall ändern. Daher bitte nur als Rat und nicht als einzige richtige Antwortmöglichkeit sehen.

Grundsätzlich gibt es meines Erachtens nach 3 Punkte, die du beachten solltest:

1) Versicherungspflicht als Student tritt ein
2) Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung endet
3) Anspruch auf Kindergeld (in vorherigem Post schon erwähnt) erlischt

Alle diese Punkte ändern sich, wenn du mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Das hat den Hintergrund, dass der Gesetzgeber dann davon ausgeht, dass du mehr als 50 % deiner gesamten Wochenarbeitszeit (ausgehend von 40 Stunden) für die Arbeit und nicht für das Studium aufwendest.

Die Veränderungen wären dann folgende:

1) Eigene Versicherungspflicht als StudentAktuell bist du vermutlich noch bei deinen Eltern familienversichert. Die Familienversicherung endet, wenn du mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest und du musst dich selbst versichern (Kosten: ca. 85 € pro Monat). Achtung: Die Krankenkassen kriegen das in jedem Fall mit und kommen ggf. auch im Nachhinein mit Forderungen auf dich zurück.

2) Versicherungsfreiheit in Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung
Aktuell hast du vermutlich einen Werkstudentenvertrag. Für Werkstudenten gelten besondere (günstigere) Regelungen - nämlich lediglich die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Wirst du jedoch als Vollzeit-Arbeitnehmer angesehen, weil du die 20 Stunden pro Woche überschreitest, müssen zusätzlich für die oben genannten Versicherungsarten Beiträge abgeführt werden (sowohl von dir als auch vom Arbeitgeber).

3) Anspruch auf Kindergeld
Der Anspruch auf Kindergeld für dich erlischt ebenfalls, wenn du mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest, weil du dann nicht mehr in der Ausbildung bist. Man spricht hier von "schädlichem Einkommen".

Weil du es noch gefragt hattest oben: Die kurzfristige Beschäftigung würde in Steuerklasse 6 abgerechnet und die entsprechenden Steuern dafür abgezogen. Du kannst diese aber über eine Steuererklärung am Ende des Jahres ggf. wieder zurückerhalten.

Das Thema ist insgesamt sehr komplex und zur Sicherheit würde ich dir empfehlen, bei deiner Krankenversicherung nachzufragen. Die können dir definitiv weiterhelfen. Es ist für mich auch nicht endgültig geklärt, ob eine kurzfristige Beschäftigung in die 20-Stunden-Regel hineinzählt oder nicht.

Viele Grüße
Max Kunz

Antwort
von siola55, 8

Infos, Hinweise und Tipps findest du in studis-online.de bzw. hier in dem Link: www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/jobben.php

Weiterhin findest du hierzu Infos in der minijob-zentrale.de unter
Be­son­der­hei­ten be­stimm­ter Per­so­nen­grup­pen -> Studenten bzw. in diesem Link hier: www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/14_besonderheite...

wie z.B.:

Kurzfristiger Minijob

Auch hier gelten für Studenten keine Besonderheiten. Eine kurzfristige
Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht
mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr
begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des
Verdienstes ist dabei unerheblich. Weitere Informationen zur
kurzfristigen Beschäftigung finden Sie hier.


Gruß siola55

Antwort
von kathakoch9876, 23

Du musst glaube ich wegen dem Kindergeld aufpassen, wenn man als Student mehr als 20 Stunden/Woche arbeitet.

Kommentar von siola55 ,

... nur bei einer Zweit-, Dritt- usw. Ausbildung!

Die Einkommensgrenzen für die 1. Ausbildung wurden bereits zum 1.1.2012 ganz abgeschafft!!!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community