Frage von BaldTrainer, 321

Als Student freiberuflich arbeiten. Versicherung, Steuern und so weiter, was ist zu beachten?

Hallo Zusammen, ich möchte zum nächsten Semester studieren und mache mir Gedanken über meine finanzielle Situation als Student.

Ich habe die Möglichkeit als Freiberufler zu arbeiten und ca. 1400 - 1500€ Brutto monatlich zu verdienen, während des Studiums.

Dieser Betrag ist eigentlich auch nötig ( Wohnung, Auto, Lebensmittel usw.)

Bei dem oben genannten Verdienst würde ich sogar nur eine 14 Std. Woche haben, sodass ich auch als ordentlicher Student gelte.

Wie sieht es dann mit den Abgaben aus für Krankenversicherung und Steuern aus usw.? Ich bin 25 Jahre alt, also auch nicht mehr in der Familienversicherung.

Zahle ich nur den studentischen Beitrag für Kranken und Pflegeversicherung oder muss ich mich freiwillig gesetzlich versichern und einen hohen Beitrag zahlen?

Habe ich als Student irgendwelche Vorteile bei den Steuern und gibt es dort einen Freibetrag oder muss ich den gesamten Verdienst versteuern?

Ich bedanke mich schon mal sehr bei euch und freue mich auf eure Antworten.

Viele Grüße Sebastian

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 247

Ich habe die Möglichkeit als Freiberufler zu arbeiten und ca. 1400 - 1500€ Brutto monatlich zu verdienen, während des Studiums.

  1. Sicher, dass es freiberuflich und nicht gewerblich ist?
  2. Meinst du mit Brutto deinen Umsatz oder den Gewinn vor Steuern?

Dieser Betrag ist eigentlich auch nötig ( Wohnung, Auto, Lebensmittel usw.)

Die Liste ist schon etwas vage. Du musst erstmal schauen, was ggf. als Betriebsausgabe steuermindernd berücksichtigt werden kann.

Wie sieht es dann mit den Abgaben aus für Krankenversicherung und Steuern aus usw.?

Ohne deinen Jahresgewinn ermittelt zu haben lässt sich zur Einkommensteuer nichts sagen. Wenn du nicht weißt wie hoch deine Betriebsausgaben sind, wird der Gewinn schwer zu ermitteln sein. Mach dich nochmal schlau bezüglich deiner Buchhaltungspflichten.

Umsatzsteuer lässt sich auch nichts zu sagen.

Krankenversicherung kostet 80,- € im Monat (KVdS).

Habe ich als Student irgendwelche Vorteile bei den Steuern und gibt es
dort einen Freibetrag oder muss ich den gesamten Verdienst versteuern?

Das Einkommensteuergesetz kennt keine Studenten. Es kennt Einkünfte.

Dein nächstes Ziel wäre der Steuerberater.

Kommentar von BaldTrainer ,

Danke schon mal für deine Antwort.

Ja es ist eine freiberufliche Tätigkeit, die ich momentan nur ruhen lasse. 

Da es eine leichte Einnahmequelle ist, würde ich diese auch für das Studium auch wieder nutzen.

Mit Brutto ist Gewinn vor Steuer gemeint und bei Betriebsausgaben kommt auch nicht viel dazu, außer die Fahrtkosten und kostengünstiges Arbeitsmaterial.

Umsatzsteuer fällt auch weg, da die Leistungen nach §4 Nr.21b) bb) UstG. von der Umsatzsteuer befreit sind.

Aber dass die Krankenversicherung nur 80,- € Monat beträgt hört sich schon mal gut an.

Also spielt wirklich nur die Arbeitszeit für die KVdS eine Rolle und nicht die Einnahmen.

Und wenn man sich das voraussichtliche Einkommen auf ein Jahr hoch rechnet dann ist die Steuer ja auch sehr überschaubar.

Du hast mir schon mal sehr weiter geholfen.

Danke dir!

Kommentar von kevin1905 ,

Also spielt wirklich nur die Arbeitszeit für die KVdS eine Rolle und nicht die Einnahmen.

In der Krankenversicherung der Studenten ist das korrekt. Studium muss den Mittelpunkt des Erwerbslebens bilden.

Antwort
von FlyingCarpet, 218

Lass Dich da von einem Steuerberater beraten, das kostet nicht die Welt und Du bist auf der sicheren Seite. Du musst dann ja sowieso eine Einkommenssteuererklärung abgeben.

Antwort
von Apolon, 170

Ich habe die Möglichkeit als Freiberufler zu arbeiten und ca. 1400 - 1500€ Brutto monatlich zu verdienen, während des Studiums.

Oft geht man von falschen Voraussetzungen aus, was eine freiberufliche Tätigkeit ist. Keine deiner früheren Fragen hier im Forum bezieht sich auf eine freiberufliche Tätigkeit.

Daher ein Hinweis auf das Einkommensteuergesetz bezüglich einer freiberuflichen Tätigkeit:

Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit, die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe.  Ein Angehöriger eines freien Berufs im Sinne der Sätze 1 und 2 ist auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist, dass er auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird.

Nachzulesen im § 18 EStG

Bitte beachten: ein Physiotherapeut ist nicht freiberuflich tätig.

Kommentar von BaldTrainer ,

Erst einmal Danke für Ihre Mühe.

Allerdings ist das keine Antwort auf meine Frage, denn meine Frage war nicht ob ich Freiberufler bin, sondern wie hoch die Abgaben sein könnten.

Als Physiotherapeut ist man Freiberufler, oder besser gesagt man kann.

Seit Februar 2014 bin ich freiberuflicher Physiotherapeut und Dozent. In der Zeit habe ich sowohl als freier Mitarbeiter in einer Physiotherapie Praxis gearbeitet und noch als mobiler Therapeut Privatpatienten behandelt.

Also ich habe schon persönlich meine Erfahrung als Freiberufler machen können und bis jetzt hat auch niemand gesagt das es nicht geht.

Meine Dozenten Tätigkeit lasse ich momentan ruhen und wenn ich das Studium beginne kann ich es jeder Zeit wieder aufnehmen und auch dann bin ich ein Freiberufler.

Was ich sagen möchte ist, dass wenn ich sage das ich freiberuflich arbeite, dann ist das so, dies muss man nicht in Frage stellen.

Zudem ist es überall im Internet nachzulesen, dass ein Physio auch Freiberufler ist.

Viele Grüße

Sebastian.

Kommentar von Apolon ,

Die Hinweise in deinem Link sind teilweise falsch.

Maßgebend ist, was im Gesetz steht und nicht was auf irgendeiner Internet-Seite steht.

Ergänzend habe ich dieses Jahr mehrere Physiotherapeuten versichert die für ihre Tätigkeit eine Gewerbeanmeldung benötigten.

Bitte beachte in nachfolgendem Link, dass Physiotherapeuten nur in die Kategorie "ähnliche Berufe" fallen.

http://www.konstanz.ihk.de/recht_und_fair_play/gewerberecht/sonstiges/Gewerbebet...

Gruß Apolon

Kommentar von Kristall08 ,

Apolon, was ist denn ein Physiotherapeut anderes als ein Krankengymnast? Und das steht auch in deiner Liste.
War mir allerdings auch neu, dass das freiberuflich sein kann. ;)

Kommentar von BaldTrainer ,

Oh, ich bin die Liste nur überflogen. Das stimmt ja auch, damals hieß es Krankengymnast, heute ist es der Physiotherapeut. 

Und nochmal ich bin seid über einem Jahr Freiberufler, als Physiotherapeut.

Und wenn Ihre Versicherten Therapeuten eine Praxis eröffnen, dann ist es ein Gewerbe, aber ohne niedergelassene Praxis ist ein Physiotherapeut ein Freiberufler.

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