Frage von tomy1987, 89

Als Privatverkäufer wie Haftet man bei Ebay wenn der Versand der Ware kaputt angekommen ist?

Hallo habe was bei Ebay verkauf und es Ordnungsgemäß Verpackt zudem in die Verkaufsanzeige geschrieben das als Privatverkäufer keine Haftung übernehme. Der Empfänger meldet sich 6 Tage später Ware kaputt? Was soll ich jetzt machen. bzw muss ich Ware zurücknehmen?

Antwort
von CodeExtreme, 40

Guten Morgen,

hier sind überwiegend falsche Antworten zu finden, daher begründe ich meine Meinung mit entsprechenden Vorschriften.

Wenn du deine Ware als Privatperson, also nicht gewerblich, verkauft hast gelten die ganz normalen Vorschriften aus dem bürgerlichen Gesetzbuch für den Kaufvertrag.
Bei einem Versendungskauf wie du ihn schilderst gilt §447 I BGB. Demnach geht die Gefahr des Unterganges auf den Käufer über, wenn der Verkäufer die Sache dem Spediteur oder der zur Versendung bestimmten Person ausgeliefert hat.

Diese Regelung ist moralisch zu diskutieren aber hat absolute Geltung. Du bist also nicht verpflichtet dich darum zu kümmern, bekommst dein Geld als wäre der Kauf normal verlaufen.

Einzig musst du belegen (Zeugen, Einlieferungsbeleg, Sendungsnummer), dass du das Paket ordnungsgemäß abgegeben hast. Auch muss der schaden nicht auf deine Schlampigkeit zurückzuführen sein (nicht, oder falsch verpackt).

Viele Grüße
Merlin

Kommentar von Xipolis ,

Es könnte eine vertragliche Nebenverpflichtung bestehen, denn Schadenersatzanspruch gegen das Transportunternehmen abtreten zu müssen (da zwischen Käufer und Transporteur kein Vertrag besteht).

Kommentar von CodeExtreme ,

Vielen Dank für die Ergänzung!

Antwort
von Xipolis, 29

tomy1987,

solange Sie die Ware ordnungsgemäß verpackt haben - was laut Ihrer Beschreibung der Fall ist - sind Sie mit der Abgabe des Paketes beim Paketdienst aus der Haftung.

Das Risiko, dass der Transport nicht ankommt oder die Ware beschädigt wird, liegt beim Käufer (§ 447 BGB).

Allerdings hat Ihr Käufer zunächt keinen Anspruch gegen den Paketdienst, da zwischen diesen beiden kein Vertragsverhältnis besteht.

Damit der Käufer gegen den Paketdienst auch ohne Vertrag vorgehen kann, benötigt er von Ihnen die Abtretung Ihrer Ansprüche gegen Paketdienst. 

Diese Abtretung* können und sollten Sie schriftlich erklären (da vermutlich vertragliche Nebenverpflichtung). 

Gleichzeitig sollten SIe auch deutlich, dass damit der Fall für Sie erledigt ist. 

Es empfiehlt sich vorsorglich Beweise zu sichern, dass die Ware ohne Mängel verpackt worden ist.

* Aus der Abtretungsurkunde solle hervorgehen, dass Ihr Anspruch gegen den Paketdienst aus der Sendung mit Nr. 123456789 vom Datum an den Käufer übergeht. Die Urkunde muss im Original unterschrieben sein (§ 410 BGB).

Kommentar von Xipolis ,

ERGÄNZUNG

Gut ist auch, wenn Sie im Falle eines Falles nachweisen können, wie sie verpackt haben.

Zwar entscheiden Paketdienste in der Regel immer auf Nichthaftung wegen mangelhafter Verpackung, solange Sie jedoch nach ordnungsgemäß verpackt haben, brauchen Sie sich keine Sorgen machen.

Laut dem AG Höxter - 10 C 140/09 beispielsweise ist eine Haftung des Verkäufers in solchen Fällen ausgeschlossen.

Antwort
von SiViHa72, 56

Wenn die Ware schon defekt ankam, also von der Beschreibung des Zustands abwich,  ist Dein Passus hinfällig.

Ich als Käufer würde dann ggf. einen Fall auf ebay eröffnen, dann klärt sich das. Du kannst,w enn Du Dir definitiv weisst, Du hast korrekte Ware versandt,auch einen Fall eröffnen.

Solltest Du versichert versandt haben udn die Ware ist auf dem Versand kaputt gegangen, ist das Versandunternehmen zuständig (DHL, Hermes oder was Du gewählt hast)

Kommentar von Xipolis ,

Unsinn, denn das Gesetz sieht hier das Risiko beim Käufer (es sei denn der Verkäufer hat den Artikel defekt oder mangelhaft verpackt verschickt). Es gilt § 447 BGB.

Die einzige Pflicht des Käufers wird die Abtretung seiner Ansprüche gegen den Paketdienst an den Käufer sein.

Antwort
von armabergesund, 54

wenn die Ware ordnungsgemäss verpackt war, sodass Dir kein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden kann, haftest Du nicht.

Kann der Käufer jedoch beweisen, dass der Artikel bereits vorher defekt war, wirst Du wegen versuchten Betruges belangt werden können.

Antwort
von Marenemu, 36

Als erstes wäre zu klären, ob die Ware durch den Versand kaputt gegangen ist. War das Paket z.B. beschädigt? In diesem Fall würde die Post, je nach Versandart haften. Lag es aber z.b. an einer der schlechten Verpackung (z.B. darin ist etwas zerbrochen, weil es nicht gut gepolstert war) wirst du von der Post nichts bekommen. Zurücknehmen musst du es aber wohl, da es defekt ist, ob nun durch den Versand oder vielleicht schon vorher. Wenn du denkst, der Empfänger hätte es kaputt gemacht und es geht um hohe Beträge, dann müsstest vermutlich aber mal mit einem Anwalt reden und die Möglichkeiten besprechen.

Kommentar von CodeExtreme ,

Die ersten Zeilen waren absolut richtig, aber zurücknehmen muss der Verkäufer die Sache keinesfalls! Das Risiko des Versandes trägt der Käufer. Er muss sich mit seinem Schadensersatzanspruch an die Post wenden.

Kommentar von Xipolis ,

Ergänzend: Der Verkäufer sollte seine Ansprüche gegen das Versandunternehmen an den Käufer abtreten.

Expertenantwort
von haikoko, Community-Experte für Ebay, 44

Dann soll der Käufer Dir den Defekt / die Defekte per Foto nachweisen und Du erstellst beim Versandunternehmen eine Schadensmeldung.


zudem in die Verkaufsanzeige geschrieben das als Privatverkäufer keine Haftung übernehme.

Welch Fehlformulierung. Du hast das Ding doch verpackt und Dich auch hoffentlich an die Verpackungsrichtlinien / -hinweise des Versandunternehmens gehalten.

Wenn Du keinen versicherten Versand gewählt hast und die Ware nicht den Verpackungsrichtlinien entsprechend verpackt war, bis Du für haftbar.

Kommentar von tomy1987 ,

Nunja habe das Packet Ordnungsgemäß Verpackt zudem war meine Partnerin daneben gestanden. Also hätte jemand zum Bestätigen zudem finde ich das komisch das der Käufer sich erst 6 Tage nach dem er das Packet erhalten hat sich meldet ..

Kommentar von CodeExtreme ,

Hallo,

Sie haben alles richtig gemacht!

  1. Der Haftungsausschluss ist absolut sinnvoll, denn nur so kann man die Haftung und Garantie für spätere Schäden ausschließen.
  2. Ordnungsgemäß verpackt. (Sicherheitshalber ein Foto)
  3. Zeugen für die Abgabe bei der Post

Somit besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen schaden bei dem Versand und Ihnen und viel wichtiger: Sie können das darlegen.

Kommentar von haikoko ,

Ordnungsgemäß verpackt. (Sicherheitshalber ein Foto)

Zwischen den Selbsteinschätzungen der Verkäufer und den Versandhinweisen / -richtlinien der Versanddienstleister bestehen in der Regel Riesenunterschiede.

Kommentar von Xipolis ,

haikoko,

damit haben Sie Recht. Und jeder der gewerblich mit DHL arbeitet, weis auch, dass die nur in seltenen Fällen haften (zu schwere Paletten auf die eigene gestellt oder vom Gabelstabler drübergefahre). 

Dennoch gehen die Regelungen der Versandunternehmen hier nicht zu Lasten des Verkäufers und auch obliegt nicht die Beurteilung darüber (uns somit auch die Haftungsfrage) dem Transportunternhemen. 

Es gilt hier immer § 447 BGB: Risiko des Käufers.

Der Verkäufer sollte den Anspruch gegen das Transportunternehmen an den Kunden abtreten.

Der Haftungsausschluss kann auch als vollständiger Gewährleistungsausschluß verstanden werden, denn hier liegt kein Verbrauchsgüterkauf vor (BGH - 13.03.2013 - VIII ZR 186/12).

Antwort
von dresanne, 39

Lass Dir als erstes genaue Fotos von der Beschädigung kommen. Ist dies der Fall, hast du nicht gut genug verpackt und musst rückabwickeln. Davor schützt Dich nicht die Floskel "Keine Rücknahne". Der Artikel hat genauso wie beschrieben beim Empfänger einzutreffen.

Kommentar von Xipolis ,

Lieder falsch, denn das Gesetz und auch die höchstrichterliche Rechtsprechung verlagert hier in diesem Fall (der Fragesteller schrieb ja, ordnungsgemäß verpackt) das Risiko vollkommen auf den Käufer.

Die einzige Pflicht die der Verkäufer vermutlich hat, ist seine Ansprüche gegen den Dienstleister an den Käufer abzutreten.

Kommentar von dresanne ,

Erzähle doch nicht so einen Unsinn. Das gilt nur für unversicherte Sendungen (Warensendung), und auch nur, wenn der Käufer mit dieser Versandart einverstanden war. Bei versicherten Seundungen (Paket) haftet entweder der Verkäufer oder der Versanddienstleister, je nachdem,. wer die Schuld trägt.

Kommentar von Xipolis ,

dresanna,

kleiner Exkurs: Beim Versendungskauf ist der Übergang der Gefahr in § 447 BGB geregelt. Danach trägt der Käufer die Gefahr des Untergangs oder der Beschädigung der Kaufsache, sobald der Verkäufer die Ware an das Transportunternehmen übergeben hat.

Eine Haftung des Versenders scheidet damit grundsätzlich aus (so unter anderem auch das AG Höxter - 10 C 140/09). 

Das Transportunternehmen ist Vertragspartner des Verkäufers, daher wird dieser sehr wahrscheinlich zu einer Abtretung seiner Ansprüche verpflichtet sein.

Kommentar von dresanne ,

Mir brauchst Du keine Erklärung geben, ich weiß, wie das läuft. Sonst hätte ich, im Gegensatz zu Dir, keine Antwort gegeben.

Kommentar von Xipolis ,

dresanna,

OK, kein Thema. Meine Absicht war, begründet klar zustellen, wer hier wem gegenüber haftet.

Antwort
von FGO65, 36

Auf dem Transport kaputt gegangen?

Paket versichert versandt?

Antwort
von Glyphodon, 7

WAS hast du denn verschickt und WIE hast du es verpackt?

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