Frage von LisaTucker6, 126

Als muslimin in den katholischen Religionsunterricht?

Hallo. Meine Freudin (muslimisch) und ich (Orthodox) möchten von Ethik in den katholischen Unterricht wechseln, allerdings muss man am Anfang des neuen Schuljahres in der Kirche einen Gebet vortragen und wir haben mitbekommen, dass das Betreten von nicht-katholischen Schülern keinen guten Eindruck bei dem Lehrer macht, da man öfters von der Bibel und über Gebete redet und es nicht gut rüberkommen mag, wenn man eine andere Glaubensrichtungen hat. Meine Freundin kennt die Bibel nicht, möchte sie aber gerne kennenlernen und aus Interesse, da sie sich für den kath. Religionsunterricht interessiert, mit mir wechseln. Nun, denkt ihr, dass wir dort "benachteiligt" werden, weil wir beide eine andere Glaubensrichtung haben? Müssen wir am Anfang des Schuljahres in der Kirche einen Gebet vorsagen? Wir hoffen, ihr könnt uns diese Fragen beantworten.

Antwort
von omikron, 22

Man muss natürlich davon ausgehen, dass im katholischen Religionsunterricht auch katholische Dinge vermittelt werden. Wenn ihr das möchtet, dann könnt ihr einen Antrag stellen.

Ob es einen guten Eindruck macht, spielt keine Rolle. In der Regel müssen eurem Wunsch nicht nur die Eltern zustimmen, sondern auch die Schulleitung und der Religionslehrer. Er kann also von vornherein sagen, dass er das nicht möchte. Wenn er aber zugestimmt hat, dann gehört ihr genauso zu seinen Schülern wie die anderen.

Schulgottesdienste sind wieder eine ganz andere Frage. Für dich als orthodoxen Christen dürfte das Sprechen eines Gebets in einer katholischen Kirche wohl kaum ein Problem darstellen. Da ist mehr die Frage: traue ich mich, vor den anderen zu sprechen. Deine Freundin sollte sogar kein Gebet im christlichen Gottesdienst sprechen, da sie einer anderen Religion angehört. Aber sie darf natürlich mitgehen.

Kommentar von LisaTucker6 ,

Vielen Dank!

Antwort
von MarkusKapunkt, 45

Das kommt ehrlich gesagt tatsächlich auf den Lehrer an. Ich habe selbst auch schon von Benachteiligungen gehört, die Schüler einer anderen Konfession im "falschen" Unterricht erwartet hat. Manche Lehrer sind da nunmal sehr verbohrt: viele glauben tatsächlich, ihr Glaube sei der einzig wahre und ihr Unterricht deshalb exklusiv nur den Mitgliedern der eigenen Religion vorbehalten.

Dass dies keine Rechtsgrundlage hat tut oft nichts zur Sache, da die Mühlen der Justiz sehr langsam mahlen und man kaum vor Ablauf eines Halbjahres mit einer Klage gegen ungerechte Noten durchkommt. Ehrlich gesagt würde ich euch bwi so einem fragwürdigen Lehrer zuerst einmal raten, mit ihm ein ehrliches Gespräch zu führen. Ihr merkt dann sehr schnell, wad der Lehrer für ein Typ ist und ob ihr in seinem Unterricht erwünscht seid.

Und wegen des Gebets macht euch mal keine Sorgen. Da könnt ihr ruhig mitbeten, oder beten Muslime etwa nicht?

Antwort
von LisaSchnell, 68

Wenn ihr dem Lehrer des Fachs erklärt, dass ihr euch dafür interessiert, hat bestimmt niemand was dagegen. Ob ihr ein Gebet vortragen müsst, weiß ich nicht allerdings kann man das bei euch bestimmt ausfallen lassen wenn es vom Lehrer als unangebracht angesehen wird. Benachteiligt werden ihr bestimmt nicht, müsst euch aber wie alle anderen für eine gute Note auch anstrengend und mit dem Thema auseinander setzen.
Wir hatten auch Muslimische Schüler im Kath. Unterricht.

Antwort
von SirEasy, 47

Macht euch da nicht so viele Sorgen und sprecht den Lehrer einfach mal darauf an. Der ist ja auch kein Unmensch und wenn ihr die Religion wirklich kennenlernen wollt, wird er eurer Bitte auch sicher nachkommen.
LG

Antwort
von comhb3mpqy, 24

Wenn Euch der Lehrer benachteiligt, dann geht zur Schulleitung.
Ich glaube an Gott und finde es gut, wenn Ihr in den Religionsunterricht gehen wollt.
Falls Du Gründe/Argumente wissen möchtest, um an Gott zu glauben, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen, dort findet man Argumente.

Antwort
von saygoodnight, 5

Niemand darf zur Teilnahme an einem (Schul-)Gottesdienst gezwungen werden: http://www.ibka.org/node/668

Laut Wikipedia (Religionsunterricht_in_Deutschland) können Schüler "grundsätzlich auch am Religionsunterricht einer Konfession
teilnehmen, der sie nicht angehören, allerdings nicht gegen den Willen
der hierfür verantwortlichen Religionsgemeinschaft."

Ihr könnt auch etwas über katholische Religion lernen, indem ihr euch selbst schlau macht, z. B. im Internet oder in der Bibliothek. Das wäre vielleicht eine gute Alternative zu dem verbohrten Religions-Lehrer, der ein Problem mit anderen Glaubensrichtungen hat. Ich meine, es bringt ja nichts, wenn ihr im Religionsunterricht sitzt und euch unwohl fühlt.

Antwort
von SkR1997, 16

Ich denke, dass ihr es schwerer haben werdet, als diejenigen, die schon ihr ganzes Leben in den Religionsunterricht gehen.

Bei uns in der evangelischen Religion war auch mal eine Muslimin (beim Thema Islam hatte sie natürlich eine 1). Das ging ohne Probleme.

Im Religionsunterricht sitzen so viele Atheisten - warum dann nicht auch ein paar Andersgläubige? Dann kann man wenigstens gut diskutieren.

Antwort
von cerveza, 6

hallo, wenn es fuer den Unterricht eine Bedingung ist, ein Gebet in der Kirche vorzutragen, dann denke ich als Moslem kaum, dass dies erlaubt ist und ich wuerde das auch nicht machen. Nichtmuslimische Schueler die sich fuer den muslimischen Religionsunterricht interessieren, werden schliesslich auch nicht gezwungen vorher in die Moschee zu gehen und bei einem Gebet mit zumachen, alleine das finde ich schon diskriminierend deiner Freundin gegenueber. Ich denke nicht, dass es von der Religion erlaubt ist, zumindestens wenn es sich um ein christliches Gebet handelt, in dem Jesus angebetet wird, Jesus ist fuer uns ein Prophet, aber er wird nicht angebetet. Sollte es sich bei dem Gebet um ein islamisches Gebet handeln, dann weiss ich es nicht. Muslime duerfen in einer Kirche beten, wenn es sich um das islamische Gebet handelt, allerdings habe ich gehoert dass in der Kirche keine Statuen sein sollten. Aufjeden fall darf man als Muslim auch nicht kirchlich heiraten oder Treuzeuge bei einer christlichen Hochzeit sein oder Taufpate. Also sollte deine Freundin einen Imam also Prediger fragen.

Antwort
von kelzinc0, 32

In welchem Bundesland wohnt ihr?

Weil sowas habe ich noch nie gehört.

In meiner alten schule konnte man wählen und da war ncihts mit beten oder kirche

Kommentar von LisaTucker6 ,

In Baden-Württemberg. Das ist bloß einmalig. Man geht an einem Tag mit der ganzen Schule in die Kirche und sagt ein Gebet für die neuen Kinder auf, die eingeschult werden.

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