Frage von HoneyBunny08, 71

Als Minderjährigen ohne Zustimmung von Mutter ausziehen?

Hey Leute 🤗

Ein Kumpel von meinem Mann hat mich drum gebeten diese Frage hier zu stellen, und er hofft auf hilfreiche Antworten.

Unswar geht es darum dass er erst 15 ist (Anfang August wird er 16), er würde gerne von Zuhause also bei seiner Mutter ausziehen. Die Gründe sind hier mal aufgereiht:

  • Seine Mutter bezieht ALG 2 und somit auch sein Kindergeld, weigert sich aber ihm jegliches Geld zu geben.

  • Die Mutter ist heimlich mit dem Vermieter zusammen der auch im Haus wohnt. (Sind nur 2 Wohnung, sogesehen haben die ein "eigenes Haus"), deswegen schläft sie auch immer bei ihm, und der 15 jährige Sohn bleibt immer alleine. Sein Zimmer ist aber außerhalb der Wohnung, also sogesehen im Flur (1 Zimmer ist außerhalb beider Wohnungen). Seine Mutter schließt immer die Wohnung ab somit kann er sich nix zu essen machen und sich nicht fertig machen. Sogesehen kann er garnix machen.

  • Er hat 2 halb Geschwister. Eine Wohnt im Haus nebenan, und die andere hat den Kontakt auch zu der Mutter abgebrochen, weil die Mutter nach ihrer Aussage "eine Geldgeile " ist.

  • Die andere halbschwester und ihr Mann, (die nebenan wohnen) haben ihn wirklich schwer beleidigt und ihm gedroht. "Er soll bloß aufpassen dass sie ihn nicht auf der Straße sehen sonst wird ihm was passieren".

Er hat sich selbst von Zuhause abgemeldet (hat auch die abmelde-bestätigung vom Einwohnermeldeamt und ist bei einem Freund momentan untergekommen, (der wohnen 2 Städte weiter), er lebt allerdings auch von ALG 2, er würde ihn aber aufnehmen. Er müsste dann nur zum Jobcenter gehen und einen Antrag stellen. (Mit 16 möglich????)

Er ist schon seit 1 Monat bei dem und fährt trotzdem jeden Tag zur Schule. Also unreif und dumm ist der Junge echt nicht :-)

Und nur ja, seine Mutter hat Kontakt zum Jugendamt aufgenommen, und der glaubt natürlich ALLES der Mutter. Der Junge hat jetzt ein Brief bekommen zum Thema er muss nächste Woche zum Jugendamt und alles klären, ansonsten wir die Mutter zum Gericht gehen und einen Antrag stellen dass er in eine GESCHLOSSENE Wohngruppe kommt. Unglaublich oder????!!!!

Er weigert sich natürlich mit dem Mann vom Jugendamt zu reden weil er weiß dass es eh nichts bringen wird. Deswegen will er zu einem anderen Jugendamt gehen, der in der Stadt ist wo er sich momentan aufhält.

Dem Jungen geht es echt dreckig.. Mein Mann und ich helfen ihm wo wir nur können, geben ihm auch Geld usw..

Also was meint ihr? Würde es mehr bringen wenn er zu einem anderen Jugendamt geht und dort alles schildert? Und darf er dann bei Freunden "Leben" oder würde er trotzdem in eine Wohngruppe kommen mit 16? Ich meine, ab 16 kann man selber entscheiden wo man Wohnen möchte? Halt mit einverständnis, die das andere Jugendamt ihn ja geben könnte? Und kann der Junge mit 16 alg2 beantragen?

Hoffe ihr seid nicht eingeschlafen:D

Liebe grüße 😊

Antwort
von Fortuna1234, 22

Hi,

warum sollte die Mutter noch zusätzlich zum Sachunterhalt (Wohnung, Essen, Trinken, Wasser) noch zusätzliches Geld geben? Er kann doch nebenher jobben.

Ansonsten kann er so oder so kein Hartz4 bekommen, da er a) noch zur Schile/Ausbildung geht und b) unter 25 dafür extreme Gründe vorliegen müssen.

Extreme Gründe wären Missbrauch, Gewalt, Drogensucht der Eltern etc. und nicht, dass die Mutter einen Freund hat oder eine Halbschwester die Mutter doof findet.

Ich finde das wird hier als Drama dargestellt, was es nicht ist. Und das Jugendamt wird das mit Sicherheit auch so bewerten.

Zu Freunden kann er ziehen, wenn es die Mutter erlaubt und er es sich selbst finanziert. Kindergeld und Nebenjob reicht und bekommt man hin.

Wenn er aber von anderen Geld will, ist er nicht nur finanziell abhängig sondern generell abhängig von deren Regeln. Und da darf ein 16jähriger nicht einfach zu Freunden ziehen und von Steuergelder finanziert.

Kommentar von HoneyBunny08 ,

Das ist ja eben die Sache, er darf ja nicht die Wohnung betreten da sie mit dem Vermieter zusammen ist obwohl sie ALG 2 bekommt und deswegen bei ihm mit in der Wohnung schläft. Essen bekommt er auch nicht. Er bekommt garnichts, er hatte nur sein Zimmer, ein Gäste klo - ohne waschbecken, sonst garnix. Ich finde schon dass es extrem ist dass der Freund der Mutter - der Vermieter, ihn angepackt hat und er schon morddrohungen bekommen hat. Ich glaube sie haben das nicht richtig durchgelesen.

Kommentar von Fortuna1234 ,

Hab ich schon gelesen. Was hindert ihn denn daran selbst was zu verdienen mit 16? Hat er denn einen Job? Hatte er mal einen? Und warum isst er nicht mit der Mutter und dem Freund (also dem Vermieter?). Hat er es sich mit dem neuen Freund der Mutter verscherzt?

Und was hat die Beziehung mit dem Vermieter mit dem ALG2-Bezug zu tun?

Und warum will er in keine Wohngruppe? Ist doch dann alles besser als daheim. Natürlich WILL er gerne bei Freunden wohnen, aber er sit 16 und damit minderjährig. Und wenn er Geld will bzw. von daheim raus, dann kann man sich nicht alles aussuchen. Dann sollte er froh sein, weg zu kommen, in eine Wohngruppe zu kommen, auf die Schule zu konzentrieren und mit 18 sieht das wieder anders aus.

Du solltest ihm nicht mit geld helfen, sondern ihm eher helfen einen Job zu finden, üben wie er vor dem Jugendamt auftritt. Denn das ist eine Chance, er muss sie auch wahrnehmen.

Lasst die Geschichte mit Halbschwestern weg und dass er Taschengeld will. Dann nimmt man das Ganze vielleicht ernster.

Ein Jugendamt versucht immer erstmal die Situation zu klären, solange das Wohl nicht gefährdet ist. Und da er 16 ist und keine 12 geht man davon aus, dass er auch überlebt wenn die Mutter oben beim neuen Freund schläft.

Antwort
von autmsen, 8

http://www.dajeb.de/bwtel.htm

Da sind einige Stellen die er unbedingt bzw. Ihr für ihn nutzen sollte. 116 111 fällt mir auf jeden Fall ein. Hier unbedingt darauf achten, dass auch eine kompetente Person von nummergegenkummer am anderen Ende der Leitung ist und nicht die Erwachsenentelefonseelsorge. 

Wesentlich ist weiter, bei Wikipedia den Artikel Jugendamt genau zu lesen und alle Links im Text zu öffnen. 

Weiter ist notwendig, Beweise zu sammeln. Hier sind auch Zeugenaussagen von Bedeutung. Und manches Gedächtnisprotokoll. 

Sein Zimmer kann ja vom Jugendamt besichtigt werden. Kann er ruhig einfordern. 

Es macht viel Sinn, vor dem Termin beim JA mit einer Lehrkraft des Vertrauens zu sprechen. Sicherlich ist sein maroder Zustand schon aufgefallen. Womöglich weiß die eine oder andere Lehrkraft von seiner erbärmlichen und menschenunwürdigen Situation. Dann kann die Fachkraft bei Bedarf als Zeuge genannt werden. 

Ich unterstelle, dass Ihr am Ort des zuständigen Jugendamtes wohnt. Das ist tatsächlich jenes wo seine Mutter lebt. 

Der Junge kann einen Beistand mitbringen. Dieser hört bitte nur zu um ein Gesprächsprotokoll machen zu können. Jede Aussage, die ein Beistand während eines amtlichen Gespräches tätigt, gilt als von der betroffenen Person geäußert. Daran bitte unbedingt denken. 

Der Junge kann zum Familiengericht am Ort des Jugendamtes, meist beim Amtsgericht untergebracht, ,gehen und dort Antrag auf rechtlichen Beistand stellen. In einem wie dem von Dir geschilderten Fall, der als Begründung zu nennen ist, ist dem Antrag nach meiner Kenntnis nachzukommen. 

Mindestens eine Antwort hier kann ich nur als verfassungsfeindlich und asozial bezeichnen. Mache ich hiermit. 

Eltern erhalten in diesem Land den weltweit dritthöchsten Betraf dafür, dass sie ihren Pflichten ihren Kindern gegenüber nachkommen. Im vorliegenden Fall aber beraubt die Mutter ihr Kind indem sie das an sie gezahlte Kindergeld einbehält. Wobei zu klären wäre, ob sie für das Zimmer des Jungen laut Mietvertrag überhaupt Miete zahlt. 

Es ist nicht nur mir bekannt, dass wir in diesem Staat sehr viele solcher Mütter haben. 

Und nein: Kinder sollen nicht so schnell als möglich Geld verdienen. Sie sollen sich bestmöglich auf ihr Berufsleben vorbereiten. 

Ach ja: 

Den rechtlichen Beistand kann er selbst aussuchen - Anwalt. Der gewährte Antrag finanziert dann den Rechtsweg. Und die Vertretung gegenüber Ämtern. 

Ist ja nicht nur das Jugendamt, wenn er sich problemlos hat ummelden können. 

Es erwärmt meine Seele, dass Ihr ihm beisteht. :)))

Antwort
von nicinini, 29

Er muss den weg über das Jugendamt gehen.

Kommentar von HoneyBunny08 ,

Im Sinne von "da wo er sich aufhält" oder über den von der Mutter?

Kommentar von Dahika ,

da , wo er offiziell gemeldet ist. Und das dürfte der Wohnort der Mutter sein. Er kann sich nicht selbständig abmelden ohne Zustimmung der/des Erziehungsberechtigten.
Er darf natürlich nicht bei Freunden leben. Er ist minderjährig und von zu Hause abgehauen.
Und das andere Jugendamt wird genauso handeln wie das Jugendamt, das für ihn nach wie vor zuständig ist. Jugendämter halten sich an Gesetze und sind keine Wunscherfüllungsämter.
Der Junge wird  in einer Jugendwohngruppe untergebracht werden, wenn er nicht zu Hause wohnen kann.

Kommentar von nicinini ,

Es ist egal zu welchem er geht. das andere kann allerdings Sachen das sich ja schon ein Jugendamt damit beschäftigt. er sollte mit irgendwem vom Jugendamt in ruhe sprechen und bekommt dann jemand der sich die Situation über einen längeren Zeitraum anschaut und entscheidet was das beste wäre. der freund ist natürlich kein Familienmitglied was vom Jugendamt nicht erneut gesehen wird. könnte mir vorstellen das das Jugendamt es schneller erlaubt zu einem der Geschwister zu ziehen.

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