Frage von Saaaraaah94, 33

Als marktforschungsinterviewer tätig seit Jahren gemeldet beim Finanzamt nun kommt Brief zur steuerlichen Erfassung?

Wie die Frage schon beschreibt ich bin seit 4 Jahren nebenbei als marktforschungsinterviewer tätig im Callcenter neben der Schule und in der Ausbildung . Habe es auch schriftlich beim Finanzamt angemeldet und jedoch keine Rückantwort erhalten wodurch ich mir nichts gedacht habe. Nun hab ich nach 3 Jahren ein Brief zur steuerlichen Erfassung erhalten wo alles aufgezählt werden musste mit Umsatz etc. . Habe aber auch kein Gewerbe angemeldet da das Gewerbeamt meinte ich solle erst das Gewerbe anmelden wenn das Finanzamt mir das sagt. Nun habe ich den Bogen ausgefüllt aber weiß nicht ob ich eine Strafe oder ähnliches erhalte da ich nicht weiß ob ich als Kleinunternehmer gelte oder nicht wegen dem Freibetrag im Jahr. Habe jährlich nicht mehr als 8000 verdient es gab ein Jahr da waren es 11000 aber das war nur ein Ausnahmefall. Im Folgejahr habe ich auch angegeben das ich eventuell nicht mehr die Tätigkeit ausüben werde. Meine Frage hauptsächlich ist jedoch ob mich nun etwas erwartet wegen Strafen etc. weil ich das Gewerbe ( weiß nichtmal ob es als Gewebe oder Freiberuflich gilt ) angemeldet habe oder halt wegen den 11000 die ich mal verdient hatte da nichts abgezogen wurde. Würde mich über jede Antwort freuen die hilfreich ist bitte aber eben keine beleidigenden Sätze wie selbst schuld etc. ist das letzte was ich gebrauchen könnte

Antwort
von Steuerbaer, 16

Das ist schon verwunderlich, dass sich das Finanzamt erst jetzt bei dir meldet. Zumal hier einige Punkte erst einmal geklärt werden müssten. Grundsätzlich handelt es sich bei deiner Tätigkeit (wenn sie selbständig ausgeübt wird; ich erläutere weiter unten noch, wie ich das meine) um ein Gewerbe und nicht um eine selbständige Tätigkeit i.S. § 18 EStG. Demzufolge müsstest du dies auch beim Gewerbeamt deiner Stadt anmelden. Eine rückwirkende Anmeldung für 3 Jahre ist allerdings nicht möglich. Erkläre am besten ganz offen deine Situation und sage, dass du dich damals schon einmal dorthin gewendet hast.

Des Weiteren sind die Einkünfte natürlich auch einkommensteuerpflichtig. Wenn du Einkünfte erzielst, von denen keine Steuer an der Quelle (z.B. Lohnsteuer) einbehalten witd, bist du auch verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Dies solltest du schnellstmöglich nachholen. Strafen wie Verspätungszuschläge können durchaus entstehen - allerdings ist auch eine gewisse Mitschuld des Finanzamtes zu prüfen, wenn sie sich auf deine erstmalige Meldung erst jetzt bei dir zuckt. Nachzahlungen werden bei dem Einkommen wahrscheinlich kaum entstehen - das gilt auch für das Jahr, in dem du mal 11.000 € verdient hast. Ich nehme an, damit meinst du den Umsatz. Du kannst ja auch alle Kosten, die dir im Zusammenhang mit der Ausübung der Interviewtätigkeit entstanden sind (z.B. Fahrtkosten) gegenrechnen. Zu versteuern ist nur der Gewinn also deine Einnahmen abzüglich aller betriebsbezogenen Ausgaben. Zudem kommst du mittels Sonderausgaben (z.B. Versicherungsbeiträge) sehr wahrscheinlich auf ein zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag.

Neben der Einkommensteuer ist für dich auch die Umsatzsteuer relevant. Die Ausübung von Marktstudien ist nicht von der Umsatzsteuer befreit. Du kannst allerdings, wenn deine Umsätze im vorangegangenen Jahr insgesamt nicht mehr als 17.500 betragen haben von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Das heißt, du weist in Deinen Rechnungen keine USt aus. Im Gegenzug darfst du allerdings auch keine Vorsteuer für Dinge, welche du für dein Unternehmern einkaufst gegenrechnen. Ich gehe aber davon aus, dass deine Kosten bei der Tätigkeit sich in einem überschaubaren Umfang halten werden, von daher wäre der fehlende Vorsteuerabzug nicht so tragisch. Auch bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung ist eine jährliche Umsatzsteuererklärung abzugeben. Da reicht es aber aus, die erste Seite mit Angaben zum Unternehmen und der Höhe der Umsätze auszufüllen.

Last  but not least wäre zu klären, ob das Call Center dein einziger Auftraggeber ist. Falls dies der Fall sein sollte, könnte es sich um eine Scheinselbständigkeit handeln. Ich würde dir empfehlen, deinen Fall bei der Deutschen Rentenversicherung vorzutragen. Diese kann die klare Auskunft über deinen Status geben - also ob du als Gewerbetreibender zählst oder ob das Call Center dich eigentlich hätte anstellen müssen. Keine Angst, nachteile können für dich dadurch nicht entstehen, lediglich der Auftraggeber müsste ggf. Steuer- und SV- Beiträge nachzahlen.

Kommentar von Saaaraaah94 ,

Also ich habe nebenbei die Schule besucht und die Ausbildung da bin ich ja trotzdem noch versichert gilt das dann nichtmehr wegen der Rentenversicherung etc. also ich mache die Ausbildung noch. Ich arbeite nur für das call Center aber die meinten ich müsste als arbeitgeber mich selber angeben da ich als Kleinunternehmer gelten würde . Habe eben nun totalen schiss dass ich irgendwelche Strafen bekomme etc. Auch wenn ich mich bei nem Steuerberater mich wende helfen die auch grad nicht weiter 

Antwort
von Griesuh, 15

Bei mir hättest keine Möglichkeit erhalten mit solchen telefonumfragen. Sie sind verboten.

Und nun zum steuerlichen.

da es sich anscheinend um eine selbstständigige Tätigkeit handelt, hättest du als erstes ein Gewerbe anmelden müssen. Dann hättest du einen Fragebogen vom FA erhalten in dem deine Umsätze erfragen werden und ob du die Kleinunternehmerreglung naxch § 19 UstG nutzen möchtest.

Das alles hast du versäumt.

Es könnte sein, das das FA dir Versäumnisszuschläge auferlegt.

Du musst dir auch einmal die Begriffe auseinander klabüster.

Umsatz ist nicht gleich Gewinn.

Dein Umsatz ist das was du als selbstständiger umsetzt. davon gegen dann die Betriebskosten ab. Und was dann übrig bleibt ist dein zusätzliches zu versteuerendes Einkommen.

Die Kleinunternehmerreglung besagt nur, dass du bis zu einem Jahresumsatz von 17.500€ von der MwST befreit bist. Mehr auch nicht.

Alle anderen Steuerarten und Agaben bleiben hiervon unberührt.

Und nun zu deinem eigentlichen Problemen.

Bist du dort fest angestellt oder auf selbstständiger Basis. Bei ersterem würden die Steuer und Abgabenlasten direkt von deinem Lohn abgerechnet.

Bist du dort als Selbstständiger musst du alle Steuern und Abgaben selbst bezahlen.

Nun kommt das  Problem: Bist du als Selbstsändiger von nur einem Auftraggeber abhängig, was hier zu 100% zutrifft und dann auch noch Weisungsgebunden, so bist du scheinselbstständig.

Und das gibt erheblichen Ärger für dich und deinen Auftraggeber.

Ziehe dioch schonmal warm an.

Lese einmal hier zur Scheinselbstständigkeit:

http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/arbeitsrecht/scheinselbstaendigkei...

Und warum wurdest du dort nicht fest eingestellt oder zu mindest auf 450€ Basis?

Dann hättest du diese Probleme jetzt nicht.

Kommentar von Saaaraaah94 ,

Ich hab es neben der Schule gemacht war grad mal 18 und erst jetzt kam der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung . Habe auch alles angegeben und auch meine Leiterin gefragt sie meinte ich würde als Kleinunternehmer regeln und müsste das und das ausfüllen bin nicht fest angestellt da ich nur freiberuflich halt arbeite wenn es zeitlich passt also nur ab und zu und es wurde bei mir nie was abgezogen . Deswegen sind halt meine Bedenken nun dass ich mich irgendwie strafbar gemacht habe 

Kommentar von Griesuh ,

Hast du wirklich gelesen was ich dir da zu geschrieben habe?

Antwort
von fiwaldi, 13

Ganz einfach: Auf https://www.elster.de/ gehen, durchlesen, Software herunterladen (frei) ausfüllen und abschicken.

Das Programm erklärt sich selbst und gibt wertvolle Tipps

Kommentar von Saaaraaah94 ,

Den Fragebogen habe ich ausgefüllt und abgeschickt habe aber online das Problem mit Elster gehabt und hat mir leider nichts gebracht 

Kommentar von fiwaldi ,

Soll ja nich dir sondern FA was bringen. Die melden sich schon, wenn was fehlt

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