Frage von Polarlicht132, 57

Als Mädchen im Islam von Familie emanzipieren?

Hallo,

ich bin w, 15 und lebe seit meiner Geburt in Deutschland. Leider lebe ich auch in einer muslimischen Familie. Entsprechend streng ist auch mein Vater. Er will, dass ich nach dem Islam lebe und "unsere" Mentalität schätze. Nur ist es so, dass ich still und heimlich für mich Atheistin bin. Ich kann und werde nicht an Gott glauben. Aber wehe ich, ich spreche das in seiner Gegenwart aus. Ich war schon immer das schwarze Schaf der Familie. Ich trage kein Kopftuch, beten tu ich schonmal gar nicht. Kann auch sein, dass ich hin und wieder Mal ein knapperes Teil ohne Wissens der Familie an hatte. 

Mich mach die Vorstellung, mich nach außen hin für immer nach dieser Religion richten zu müssen so traurig und verzweifelt, dass ich vor Angst wirklich keinen Ausweg mehr sehe, als die vollständige Emanzipation.

Ich habe die Religion nie als "Religion der Brüderlichkeit" erfahren. Nein. Wohl eher "Religion des mach was ich sage, oder es knallt!" 

Die Strafe habe ich schon zu oft zu spüren bekommen.

Ich Frage mich nur, was ich unternehmen soll.

Bis zur Volljährigkeit warten und mich aus dem Staub machen?

Meinen Eltern ist die Volljährigkeit und die damit verbundenen Recht völlig egal. Mein Bruder ist 20 und durfte nur ausziehen, weil die Uni etwas weiter weg ist. Er erfährt trotzdem nur Überwachung und Missachtung von unserem Vater.

Ich als weibliches Wesen darf ausziehen schon mal garnicht. Nunja, ob ich mir die Erlaubnis einhole?

Soll ich mir das Jugendamt zur Hilfe holen?

Ich würde mich über jeden Rat freuen.

Antwort
von Slaytanic88, 12

Schwierig. Prinzipiell gilt in unserem Land auch unser Recht und das heisst Du darfst auch nicht gläubig sein. Allerdings hat Dein Vater das Sorgerecht und auch die Aufsichtspflicht.

Er wurde eben so erzogen wie er jetzt ist. Er fühlt sich vielleicht fremd hier, klammert sich an dem Altbekannten. Hat Angst die Kontrolle zu verlieren. Das ist letztlich ein Zeichen von Schwäche. Im Gegensatz zu Dir, Du willst emanzipiert leben. Ich schlage vor, permanenten Druck auszuüben, Sprichwort: Steter Tropfen höhlt den Stein! Versuch immer gefasst und kühl zu argumentieren. Schildere Deine Emotionen aber ohne emotional zu sein.

Du kannst versuchen ihm beizubringen, dass er froh sein kann eine intelligente Tochter zu haben, die nicht vorgekaute Meinungen akzeptieren sondern ihren  eigenen Weg gehen will. Über Religion zu  diskutieren hat in den seltensten Fällen etwas gebracht, wenn jemand den anderen nur überzeugen will. Aber er kommt nicht dran vorbei, Dir Deine Freiheit zu  lassen. Es ist Dein Leben und nicht seins. Kinder kommen durch ihre Eltern auf diese Welt aber sie kommen nicht von ihnen. Kinder gehören niemandem.

Versuch Verständnis für ihn zu haben aber bleib innerlich knallhart. Mit 18 kannst Du gehen. Wenn er Dich nicht gehen lassen will ist das Freiheitsberaubung und das kann kein Mensch hinnehmen wenn er keinen psychischen Schaden haben will.

Antwort
von Jogi57L, 31

Ein Beratungsgespräch kannst Du sicher beim Jugendamt führen. 

Bevor die aktive Hilfe leisten, könnte es halt sein, dass sie mit Deinen Eltern reden wollen.... aber die tun das natürlich nicht, wenn Du es nicht willst.

Evtl. kann auch das weiterhelfen:

http://www.hilfetelefon.de/aktuelles.html

Das evtl. einfachste, wäre in der Tat, bis zur Volljährigkeit zu warten, und dann Deine eigenen Wege gehen...  bzw. mit entsprechender Unterstützung...z.B.:

http://exmuslime.com/kontakt/

Tut mir leid, dass Du aus religiösen und/oder kulturellen Gründen derart eingepfercht bist.

Antwort
von kleinefrechemau, 13

Rein rechtlich kann dir dein Vater den Auszug mit 18 nicht verbieten. Ich kann verstehen, dass die Situation sehr schwierig für dich ist, denn Glaube lässt sich nunmal nicht erzwingen. Da du aber erst 15 bist, würde ich dir zunächst mal den Kontakt zu einer Beratungsstelle empfhelen, z.B. Cileli oder Sabatina, auch die einzelnen Bundesländer bieten Beratungsstellen.

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