Frage von megster, 50

Als ehrenamtl. Mitarbeiter Kontakt zu Kindern erhalten, nachdem diese die Grundschule verlassen-Wie?

Hallo! Also ich (w, 19) arbeite ehrenamtlich in einer Betreuungsgruppe der Grundschule und viele der Kinder mag ich sehr, einige sind mir sogar richtig ans Herz gewachsen. Ich sehe meine Funktion dort nicht nur als Aufsichtsperson oder Hausaufgabenhilfe, sondern vor allem darin, zusammen Spaß zu haben, zuzuhören,also eher auf einer freundschaftlichen Ebene. So. Nun musste ich mich in den letzten Jahren schon von vielen ''Abgängern" verabschieden, ohne zu wissen, wie es jetzt, wie es in ein paar Jahren um sie steht, was zwar der Lauf der Dinge ist, mich aber auch etwas traurig macht.

Gibt es eine Möglichkeit, den Kindern die spätere Kontaktaufnahme zu ermöglichen, ohne dass es komisch(weiß wirklich nicht,was die Kinder davon halten)oder aufdringlich wirkt (auch auf die Eltern, letztendlich bin ich ja noch nicht einmal angestellter Mitarbeiter :D).

Vielen dank für eure Ideen und Vorschläge

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mia68, 18

In meinen Augen ist dieser -auch hier- immer wieder strapazierte Begriff der "professionellen Distanz" nicht sehr viel mehr als eine ziemlich inhaltslose und überholte Floskel.


Eine gute Beziehung zu einem Menschen (auch und gerade
in einem pädagogischen Kontext) definiert sich für mich insbesondere darüber, dass man sich im beruflichen Leben eben nicht anders gibt und ist als in den persönlichen und privaten Belangen.  Ich kann mein ganzes Wesen, das mich ausmacht, jedenfalls nicht einfach an der Türe ablegen wie einen Mantel.

Und gerade das (nämlich: nicht etwas vorgeben zu wollen, das man nicht "ist"), macht am Ende eine Qualität aus, mit der man sich ggf. von all jenen unterschiedet, welche die "professionelle Distanz" zu ihrem allerhöchsten Credo erheben. Und nicht selten somit in genau jener Distanz auch verbleiben, die bei dem Gegenüber 1:1 so ankommt.
Was ich nur sagen möchte: Bewahre dir möglichst diese Nähe, die du für deine "Schutzbefohlenen" (jene, die dir anvertraut sind, und welche sich dir anvertrauen) empfindest! Das muss nicht heißen, jedem inneren Impuls auch gleich und unbedingt zu folgen.
Aber wenn es die Umstände hergeben und es dir im Einzelfall tatsächlich ein Bedürfnis ist, dich nach einem Kind auch im Nachhinein (also: nach dem Kontakt, welcher einem offiziellen Auftrag folgt)  einmal zu erkundigen, dann tue das!


Dieses Kind wird dein Nachfragen mit Sicherheit als ein
Signal verstehen, das da heißt: "Du bist wichtig, du hast Bedeutung." Und das allein ist etwas, das man ein Leben lang mit sich trägt wie einen inneren Schatz.    

 

Kommentar von megster ,

Vielen Dank für die Antwort! Bei den meisten anderen Antworten hatte ich wirklich das Gefühl, nicht richtig verstanden worden zu sein. Ich bin froh,dass es doch Menschen gibt, die meine Sichtweise teilen. ( Als Kind hat man sich damals auch immer über Erwachsene gefreut, die einem ehrliche Anerkennung schenken. Zumindest diese sind mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben :-)  ). Das mit der pädagogischen Arbeit sehe ich genauso: Die Arbeit mit Kindern sollte nicht einfach ''abgeleistet'' werden, das ist wirklich nun mehr als traurig (auch da gibt es leider genug Beispiele :/). Eltern, die letzteres unterstützen und sich geradezu empören, wenn andere ''fremde"Leute das Kind nunmal als Person wertschätzen und es, sofern es in ihrer Macht steht, unterstützen möchten,stoßen bei mir nicht auf Verständnis.

Nochmal danke mia68 :-) !!

Kommentar von mia68 ,

Mir war im Grunde ganz unmittelbar klar, was du hier mit deiner Frage meinst; und dass es dabei über eine Schwarz-Weiß-Betrachtung weit hinausgeht. Es gibt eben auch einen großen -und sehr bedeutsamen!- Bereich, der zwischen "professioneller Distanz" und einem "Sich-verdächtig-Machen" liegt.  

Zudem:

Als Kind hat man sich damals auch immer über Erwachsene gefreut, die einem ehrliche Anerkennung schenken. Zumindest diese sind mir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben

... ganz genau so hab ich es als Kind auch erfahren.

Und: Zu dem afrikanischen Sprichwort "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen" hab ich grad dies hier noch entdeckt:

"Wir haben ein schönes altes Wort für die Verbindung von Werten, Erziehung und Orientierung: Herzensbildung. Herzensbildung umfasst die gesamte Persönlichkeit und ist weit mehr als nur Wissen. „Erkenne dich selbst“, lautet die Aufforderung am Tempel des Apollon in Delphi. Sich selbst gut zu kennen, Selbstkritik und Einfühlungsvermögen zu entwickeln, anderen mit Respekt und Toleranz zu begegnen, die eigenen, inneren Kräfte auszubilden und uneigennützig auch für die Gemeinschaft einzusetzen, das ist Herzensbildung – und Grundlage eines Lebens der Orientierung an Werten." (http://www.werte-bewegen.de/werte/werte-erwachsen-unsere-verantwortung-fuer-die-...)

In diesem Sinne - wünsch ich dir (und vor allem den Kindern :-)), dass du auf deinem Wege bleibst.

Sehr gerne. :-)  

Antwort
von brido, 21

Es gehört zwar mmn. zur Tätigkeit, loslassen zu können. Du kannst denen aber deine Numer oder Mail hinterlassen, und sie bitten wenn sie möchten zu schreiben wie es ihnen geht. Mit Einverständnis der Eltern natürlich. 

Kommentar von megster ,

Dankeschön!! Ich glaube, so ist es OK. Ob die Kinder dann auch antworten ist ja ihnen überlassen 

Kommentar von BigDreams007 ,

Ich würde das wirklivh vorcher mit den Eltern und deinem Arbeitgeber abklären, denn in meinen Augen geht sowas einfach nicht....

Antwort
von DieKatzeMitHut, 29

Nein, ganz ehrlich - soetwas wirkt immer komisch.

Ich verstehe dass es für dich schade sein kann, dass du die Kinder nicht mehr siehst, aber so ist das nunmal. Vielleicht kommt der ein oder andere ja nochmal vorbei, bei der Verabschiedung kann man ja auch ruhig offiziell sagen, dass ihr euch freuen würdet, wenn sie sich selbst nochmal melden oder zu Besuch in die Gruppe kommen.

Ansonsten solltest du wohl ein wenig lernen die richtige Distanz zu wahren. Du kannst und solltest auch nicht der "Freund" von den Kindern sein - vielleicht solltest du besseren Kontakt zu Gleichaltrigen suchen?

Kommentar von megster ,

Das ist es ja. Ich bin nicht an einen Lehrauftrag oder ähnliches gebunden. Natürlich wahre ich Distanz, vor allem was '' Umarmungen '' oder sowas betrifft, da kann es ja immer wegen irgendwas zu Anzeigen kommen.

Ich glaube schon,dass man befreundet sein kann-da spielt Alter nun wirklich keine Rolle :D 

Kontakt zu Gleichaltrigen habe ich zu genüge, bin ja auch eher eine soziale Person, aber danke :P

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Das hat doch nichts mit einem Lehrauftrag zu tun, es gehört dort einfach nicht hin.
Auch ein Ehrenamt, gerade mit Kindern, benötigt eine gewisse professionelle Distanz - und die fängt nicht erst bei Umarmungen an.
Wie du das handhabst ist natürlich dir überlassen.

Sowohl als Mutter eines Kindes, als auch als "Arbeitgeber" wäre ich von soetwas aber absolut nicht begeistert - darauf solltest du dich einstellen.

Antwort
von BigDreams007, 27

Hallo,

also mal ganz erlich.
Ich als Mutter hätte was dagegen.
Deine Aufgabe ist nicht die "neue beste Freundin" zu werden sondern die Kinder in der Zeit zu betreuen, bei den Hausaufgaben zu helfen usw.

Ich finde das kommt sehr komisch rüber und ich würde das auch nicht zulassen.

LG

Kommentar von megster ,

Ok. Vielen dank für die ehrliche Meinung :)! 

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