Frage von RoxanaCeline, 70

Als deutsche Kinder französisch beibringen?

Hallo Community,
Ich habe bereits seit der 7. klasse französisch, wenn ich aus meiner jetzigen (Real-,) Schule raus bin, habe ich Vorbaus die FOS zu gehen und dort den französisch- Zweig zu wählen.
Danach würde ich gerne auf die IBS (international Business school) gehen, auch französisch. Wenn alles klappt wie ich möchte hätte ich schon mit 23 Jahren zwei Jahre in Frankreich gelebt.
Wäre das ausreichend meine Kinder 2 sprachig zu erziehen? Deutsch und Französisch.
Oder wäre mein französisch zu schlecht?

Antwort
von Darkmalvet, 32

Na, du könntest ihnen die grobe Sprache zum Kommunizieren sicherlich beibringen, aber die kleinen Feinheiten, insbesondere in der Tonlage nicht so gut.

Vergleichs mal ungefähr damit, wie gut manche Migrantenkinder (aus der 2/3. Generation) die in die Grundschule kommen Deutsch können, also wenn deine Kinder auch in dem Grundschulalter sind.

Ist immerhin besser als gar kein Französich oder ?

Ich hoffe ich konnte helfen

Kommentar von RoxanaCeline ,

Ich fände es wichtig dass die Kinder Farben, zahlen Alphabet und sowas können. Schreiben finde ich nicht wichtig aber sprechen!
Danke

Kommentar von Darkmalvet ,

Kommt halt auf dein können an, aber eigendlich sollte das kein Problem sein

Kommentar von LolleFee ,

Ich kann kein Russisch, aber könnte meinem Kind das Alphabet, die Zahlen und die Farben auf Russisch beibringen, wenn ich es nachschlage. Und dann verhält sich das Ganze so wie mit den paar Brocken, die man aus dem fremdsprachigen Urlaubsort mitbringt: zwei drei Worte kann man, vielleicht auch zehn oder dreißig, und man kann sie auch aussprechen, aber man kann sie nicht gebrauchen, weil sie kontextlos dastehen. Zahlen und das Alphabet werden sogar als Reihensprechen rechtsseitig im Gehirn abgespeichert, das könnten sie dann vielleicht sogar noch nach einem Apoplex, wenn sie sonst keinen Zugang mehr zur Sprache haben.

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Sprache & franzoesisch, 14

Du solltest Dir vorher darüber bewusst werden, was es bedeutet, sein Kind zweisprachig zu erziehen: Die Empfehlung geht nämlich dahin, dass ein Elternteil nur die eine, der andere nur die andere Sprache mit dem Kind spricht - nach dem Prinzip: une personne - une langue. Das bedeutete, dass Du nur Französisch mit Deinem zukünftigen Kind sprichst. 

Theoretisch ist das möglich, wenn Du jetzt Französisch in der Schule hast, dann zwei Jahre im französischsprachigen Ausland bist (und Dich dem Französischen auch stellst - manche Studenten brüsten sich damit, dass sie während eines Semesters in Deutschland mehr Französisch sprechen, als sie das in Frankreich während des Auslandssemesters taten.....), dann kannst Du durchaus in der Lage sein, mit Deinem zukünftigen Kind nur Französisch zu sprechen.

Was gerne vergessen wird, ist, dass eine Sprache auch einen Teil der Identität ausmacht. Studien belegen, dass ein Konzept der bilingualen Erziehung, in dem ein Elternteil nicht seine Muttersprache spricht (oder eine Sprache nicht als Muttersprache empfindet, selbst wenn er sie gut kann), früher oder später aufgegeben wird, weil Eltern bei der Erziehung der Kinder ihre eigene Kindheit "noch einmal erleben" in den Kniereiterversen, in den Büchern, in den Liedern etc., die sie damals in der eigenen Kindheit gehört/gelesen/gesprochen/gesungen haben. 

Das bedeutet nicht, dass Dein Vorhaben nicht funktioniert. Das heißt nur, dass es mehr zu bedenken gibt, als Französisch zu sprechen und den Kindern Zahlen, das Alphabet und die Farben beizubringen.

Aber wer weiß - vielleicht wird ja ein Franzose Vater Deiner zukünftigen Kinder und dann spricht er Französisch mit ihnen und Du Deutsch ;))

Zweisprachig zu erziehen bedeutet einfach, dass die Eltern unterschiedliche Sprachen mit dem Kind sprechen. Zweisprachig zu erziehen bedeutet nicht einfach, dass die Eltern unterschiedliche Sprachen mit dem Kind sprechen.

(Der Vollständigkeit halber: Es gibt auch andere Spracherziehungskonzepte, bspw. Familiensprache - Umgebungssprache. Ich beziehe mich nur auf das in meinen Augen für die Kinder einleuchtendste und effektivste Konzept.)

Kommentar von RoxanaCeline ,

Mein Vater hat Kontakte in Monaco, wo man ja auch französisch spricht. Außerdem haben wir 2 Wohnungen dort, die wir zwar momentan vermieten, später aber einer meiner Schwester oder ich einziehen KÖNNTEN. Und vielleicht finde ich da ja dann einen Mann 😂
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Mein Vater spricht mein Vater auch etwas französisch und ich habe schon als 3 jährige französische Kurzfilme/Videos für Kinder gesehen, weswegen ich damit auch irgendwie aufgewachsen bin.
Und auch wenn französisch keine Muttersprache meinerseits ist, ist es selbstverständlich für mich wenn ich anstatt "warum" "pourquoi" oder "was" "quoi" sage.

Antwort
von Falkenpost, 28

Hi,

nicht die Anzahl der Jahre qualifizieren einen, sondern sein Können! Es gibt Menschen, die seit den 70er Jahren in Deutschland leben und Deutsch immer noch nicht können.

Gruß
Falke

Expertenantwort
von ymarc, Community-Experte für franzoesisch, 20

Es hängt davon ab, wie alt die Kinder sind.

Wenn sie die Schule in Frankreich besuchen, lernen sie relativ schnell.

Wenn sie zu klein sind, bringen die 2 Jahre kaum was.

Kommentar von LolleFee ,

Die Frage war, ob das Französisch der zukünftigen Mutter ausreicht, ihre zukünftigen Kinder Französisch zweisprachig zu erziehen, wenn sie selbst nach der FOS zwei Jahre in Frankreich war.

Kommentar von ymarc ,

Sorry, die Anfrage war nicht klar genug für mich. Die Antwort wäre dann "Non" gewesen!

Kommentar von RoxanaCeline ,

Et pourquoi non? 😁

Kommentar von ymarc ,

Dafür muss man die Sprache wie ein Muttersprachler beherrschen.

Der Papa Franzose spricht Französisch mit den Kindern; die Mama Deutsch. Später beide Sprachen abwechselnd.

Die Kinder sprechen später besser Deutsch bzw. Französisch als ihre Eltern (= akzentfrei), vorausgesetzt, sie wollen beide Sprachen als Kind lernen. Viele  wollen das überhaupt nicht.

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