Allogerie ds glücks von Agnolo Bronzino im Zusammenhang mit dem Philosophen Aristippos?

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1 Antwort

Agnolo Bronzino, Hofmaler der Medici in der Renaissance hatte wohl bereits Kenntnis von dem Glücksverständnis der Antiken Philosophen seit den Sophisten. Religiös ist das eigentlich ein Affront gegen die Glücksvorstellung, die als Gnade Gottes zu den Menschen kommt und als Erlösungsversprechen. Hier geht es um die "Glücksphilosophie der Antike", die manche mit Aristipp beginnen lassen. Ich würde es eher als Interpretation des Lehrgedichts von Lukrez "De rerum natura" ansehen, das damals gerade erst wiederentdeckt worden war und die epikureische Glücksvorstellung eines gelingenden Lebens enthielt. Offen durfte "De rerum natura" nicht gelesen und diskutiert werden, da war die Inquisition vor, doch in einer Bildallegorie für gebildete Kreise war das ein interessanter Gesprächsstoff. Die Venus selbst ist ja bereits eine Herausforderung an die Kirche. Dargestellt wie eine Madonna, barbusig (keine Verdammung des Fleisches!), mit gleichen Anteilen von Rot und Blau, rot für die Emotionen und blau für die geistigen Elemente (Maria war immer in blau gehüllt). Rechts steht die Symbolfigur der Tugenden und links die Weltweisheit. Die Venus zeigt das Füllhorn für ein Leben ohne Darben und den Hermesstab, auch ein Symbol des vernunftgelenkten Handelns. Wissen (der Mann links kniend) und das Schicksal (Frau rechts kniend) dienen dem Glück gleichermaßen. Ganz nah an Venus, Armor, der Bote der Liebe. Dass man am Glück oder einem falschen Streben danach auch zerbrechen kann, zeigen die gefallenen Figuren am Boden an, einer ganz verdreht, weil zuviel verrenkt im Streben nach Glück. Ich persönlich stimme Dir zu, dass hier eher das Lebensglück des Aristoteles und Epikur dargestellt ist, als das des Aristipp.

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