Frage von MikeRat, 74

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Halten sich Unternehmen daran?

Das Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) regelt u.a. das bei Bewerbungen von Schwerbehinderten auszuschliessen ist das der Bewerber nur wegen seiner Schwerbehinderung eine Absage bekommt. Insbesondere wenn ein Unternehmen seine Schwerbehindertenquote von 5% nicht erfüllt müssen Bewerbungen von Menschen mit Behinderung besonders berücksichtigt werden. So muss die Bewerbung dem Schwerbehinderten-Vertreter des Betriebsrates zwingend vorgelegt werden.

Wer hat damit schon mal Erfahrungen gemacht wenn er/sie die Schwerbehinderung in der Bewerbung angeben hat. Halten sich die Unternehmen an dieses Gesetz. Die Schadenersatzregelung bei Nichteinhaltung belaufen sich auf mehrere Monatsgehälter, darum sollte man doch davon ausgehen das Chancengleichheit bestehen müsste, oder?  

Wer kennt sich damit aus?
Schon mal erfolgreich beworben?
Wurden die Regeln/Gesetze eingehalten?

Googeln kann ich selbst 😀.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarcoAH, 31

Die Firmen müssen 5% Schwerbehinderte einstellen. Ansonsten müssen sie eine Ausgleichszahlung leisten. Was sich für Firmen eher lohnt, ist dahingestellt. Denke aber, dass diese Regelung doch kontrolliert wird. Anders sieht es bei einer Einstellung aus. Die Firmen müssen sich bei der Ausschreibung an das AGG halten. Denkst du aber wirklich, dass die Firmen bei der Auswahl der Bewerber das wirklich machen? Nicht alle Firmen sind so, aber einige sieben sich die Männer/Frauen/Nationalitäten/usw. heraus, um diese dann einzustellen/nicht einzustellen.

Kommentar von MikeRat ,

Danke für die Antwort.

Aussieben der Bewerbern bereits vor einem Bewerbungsgespräch,  die man nicht will wegen Vorurteilen ist bestimmt möglich und kaum zu kontrollieren. Wenn allerdings der Schwerbehindertenvertreter eines Betriebsrat keine Kenntnis von der Bewerbung eines Schwerbehinderten hat, dann ist die Benachteiligung bereits erwiesen.
Ob nun absichtlich oder aus Unkenntnis ist nicht relevant.

Besonders wenn das Unternehmen die 5% Quote nicht erfüllt müsste Schadenersatz möglich sein. Denn in diesem Fall hätte der Betriebsrat den Grund für die Absage zur Kenntnis bekommen müssen.    

Auch Gesetze, die einen nicht gefallen müssen Arbeitgeber einhalten.

Kommentar von MarcoAH ,

Ich würde mich da mal schlau machen. Es gibt bestimmt eine Stelle, wo man sich hinwenden kann, wenn man den Verdacht hat, dass die Firmen weder eine Abgleichszahlung und unter der 5%-Quote liegt.

Kommentar von MikeRat ,

Die Absage muss individuell begründet sein. Ein Text wie es waren viele qualifizierte Bewerber reicht nicht. Diese Bewerber bringen das Unternehmen nicht auf ihre Quote. Es muss der Betriebsrat über die Bewerbung und Absage informiert sein

Kommentar von MarcoAH ,

Danke für den Stern!!!

Antwort
von chokdee, 32

Also ich war bereits bei vielen Berwerbergespräche (als AG) dabei.

Und unsere Personalabteilung hielt sich meistens daran. Allerdings wussten sie auch genau was sie nicht sagen dürfen um nicht verklagt werden zu können.
Bedeutet natürlich auch, dass sich eben manchmal NICHT dran gehalten wurde.

Das Problem für den Bewerber ist halt immer, das ganze zu beweisen.

Kommentar von MikeRat ,

Danke für die Antwort

Besonders wenn das Unternehmen die 5% Quote nicht erfüllt müsste Schadenersatz möglich sein. Denn in diesem Fall hätte der Betriebsrat den Grund für die Absage zur Kenntnis bekommen müssen.    

Auch Gesetze, die einen nicht gefallen müssen Arbeitgeber einhalten.

Kommentar von chokdee ,

Tja, Betriebsrat hatten wir halt nicht, erst kurz bevor ich gegangen bin hat sich einer gebildet.

Antwort
von Appelmus, 39

Erfahrungsgemäß hatte ich bereits mit Firmen zu tun, die lieber die Ausgleichsabgabe bezahlen und es auch weiterhin so machen werden. Dem gegenüber stehen Firmen, die, bei gleicher Eignung, sehr gerne Schwerbehinderte einstellen und es in den letzten Jahren auch nie bereut haben. Es kommt am Ende immer auf die Branche, die Firma, die finanzielle Situation, die Arbitsleistung die erbracht werden soll und die Art der Schwerbehinderung an.

Die Ausgleichsabgabe ist finanziell gesehen nicht wirklich teuer.

Kommentar von MikeRat ,

Danke für die Antwort

Besonders wenn das Unternehmen die 5% Quote nicht erfüllt müsste Schadenersatz möglich sein. Denn in diesem Fall hätte der Betriebsrat den Grund für die Absage zur Kenntnis bekommen müssen.    

Auch Gesetze, die einen nicht gefallen müssen Arbeitgeber einhalten.

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