Frage von piobar, 41

Allgemeine Fragen zur Berufsausbildung Fachkraft für Schutz und Sicherheit?

Ein bekannter von mir möchte in einer Sicherheitsfirma eine Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit anstreben. Sein zukünftiger Betrieb hat sich erneut mit meinem Bekannten in Verbindung gesetzt und meint, dass er unbedingt bei der IHK eine Unterrichtung, vor Beginn der Berufsausbildung, nach §34a GewO machen soll.

Laut meiner Recherche ist das nicht notwendig, da die Berufsausbildung höherwertig ist als nur die Unterrichtung mit oder ohne Sachkundeprüfung. Darauf hin antwortete sein Ausbildungsbetrieb, dass dies durch ein neues Gesetzt wichtig sei für die Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

Ist das nun richtig, dass man mindestens die Unterrichtung braucht bevor man die Berufsausbildung antritt?

Antwort
von Samika68, 32

Mit der Unterrichtung nach §34a beginnt i. d. R. die Ausbildung.

Schau' mal hier...

http://www.secupedia.info/wiki/Sicherheitsfachkraft_(IHK)_Personenschutz

Antwort
von Sparifankerl, 18

Es stimmt zwar, dass die Ausbildung höherwertig ist als der Unterrichtungsnachweis nach §34a GewO, aber die Unterrichtung ist die Grundvoraussetzung, um gewerbsmäßig Leben und Eigentum fremder Personen zu bewachen.

In der Unterrichtung werden die wichtigsten Themen gelehrt, die ein Sicherheitsmitarbeiter wissen muss, um gesetzeskonform agieren zu können: Rechtliche Grundlagen, wie z. B. die Jedermannsrechte (Notwehr, Notstand, Selbsthilfe des Besitzdieners, vorläufige Festnahme durch Jedermann usw.) und deren Abgrenzung zum staatlichen Gewaltmonopol, Grundzüge des Strafrechts (Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Nötigung, Freiheitsberaubung etc.), zivilrechtliche Themen wie Schadensersatzforderungen.

Außerdem werden deeskalierende Maßnahmen im Umgang mit verschiedenen Menschentypen vorgestellt und Grundzüge der Sicherheitstechnik.

All das sind Themen, deren Unterrichtung sich in der Ausbildung über Monate oder Jahre hinziehen, da es neben den sicherheitsrelevanten Inhalten auch noch die allgemeinen berufsschulischen Inhalte gibt, wie Deutsch und Ethikunterricht und das kaufmännische Know-How.

Im Umkehrschluss bedeutet dies wiederum, dass ein Auszubildender nicht im tagtäglichen Sicherheitsgeschehen tätig werden könnte, bevor er nicht alle gesetzlichen Grundlagen im Unterricht gelernt hätte.


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