Frage von Schokobonbons, 22

Allgemeine Fragen: Anmeldung von Mitarbeitern - die Einnahmen - Bonität?

Hallo,

ich habe vor drei Monaten mit frischen 20 Jahren ein Unternehmen übernommen. Das Unternehmen ist vor drei Jahren gegründet wurden.

Als Kleinunternehmen führe ich es weiter und berechne somit auf Rechnungen keine Mehrwertsteuern.

Ich habe mich bereits bei der Existenzgründung der Finanzämter beraten lassen, jedoch wissen die selbstverständlich auch nicht über alles bescheid.

Durch Briefkastenwerbung konnte ich neue Kunden gewinnen. Nun benötige ich Mitarbeiter, die ich auf 450 Euro anmelden möchte. Meine Frage hierzu:

  • Wo melde dich meine Mitarbeiter auf 450 EURO Basis an?
  • Zahle ich nur fix 450 Euro an meine Mitarbeitet oder muss ich zuzüglich an irgendwelche Institutionen(Versicherungen, Rente etc.) Beiträge zahlen?

Ich habe über die drei Monate, wo ich das Unternehmen übernommen habe, alle Einnahmen auf mein Privatkonto überwiesen bekommen. Erst musste ich eine passende Bank mit guten Firmenkonditionen für mich finden. Aktuell fließen alle Einnahmen aus meinem Unternehmen auf mein Firmenkonto. Die Einnahmen aus den ersten drei Monaten liegen jedoch noch auf meinem Privatkonto. Meine Fragen hierzu:

  • Müssen meine Einnahmen ins Firmenkonto fließen?
  • Dürfte ich meine Einnahmen aus der Firmenkasse direkt auf mein Privatkonto einzahlen? Das Finanzamt möchte doch sicherlich Einsicht in mein Firmenkonto haben und würde sich wundern, wo das Geld ist, welches ich als Gewinn angeben habe?

Letzte Woche habe ich mich bei einem Mietwagenunternehmen als Firmenkunde angemeldet. Aus Bonitätsgründen wurde die Mietabwicklung via. Rechnung abgelehnt.

  • Wie können die die Bonität meines Unternehmens wissen, ohne entsprechende Nachweise von mir anzufragen?
  • Wie wird eigentlich solch eine "Unternehmensbonität" geprüft?

Ich danke euch sehr für eure Antworten!

Viele Grüße :-)

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 4

Finanzämter dürfen nicht beraten. Daher sind die Auskünfte lediglich Antworten auf Fragen einer rechtlichen Einordnung.

'Ich kaufe ein Unternehmen. Der führt es als Kleinunternehmer. Bin ich es auch? Oder soll ich das lassen?' Schon da kommt eine Gegenfrage, die einige wohl als Beratung verstehen. 'Was ist bei Ihnen denn anders?' 'Nichts? Warum wollen sie was ändern?'

Eigentlich sagt so ein Finanzbeamter dann schon zu viel. Und begeht damit eine Pflichtverletzung! Das ist ein Dienstvergehen.

Wenn Du jetzt in die Größenordnung kommst, dass Du Leute brauchst, dann hast Du wahrscheinlich schon Grenzen verletzt und keinerlei strukturelle Maßnahmen getroffen darauf richtig zu reagieren.

Das ist insbesondere bei der Umsatzsteuer ein ganz übles Problem, weil dieses Geld nimmt der Unternehmer i.S. UStG ja nur für den Staat entgegen und hat dieses weiter zu leiten.

Es gibt jetzt unterschiedliche (mögliche) Konsequenzen die entweder gezogen werden können oder müssen.

Gerade in einer Wachstumsphase ist das natürlich vollkommen blöd. Weil diese Änderungen jetzt nicht Hand in Hand gehen...

Lohn darf meines Wissens nach gar nicht mehr von Hand gemacht werden. Und selbst als gelernter Steuerfachgehilfe, der sogar in der Ausbildung Bau-Löhne gerechnet hat - noch von Hand inklusive dem Meldewesen - versuche ich so etwas gar nicht erst selber zu machen.

Es sind zu viele Fehler in kleinsten Kennziffern möglich. Und Lohn wird schnell ganz teuer! Wenn da ein Lohn von Brutto zu Netto-Lohn wird, dann legt man den Lohn doppelt auf den Tisch. Ohne Diskussion, kein Ermessensspielraum.

Eigentlich kann man Dir gar nicht wirklich raten was Du tun sollst. Die Dinge mit Umsatzsteuer und Lohn solltest Du mindestens und spätestens am Montag zu einem Steuerberater tragen. Und nicht irgend einem Kumpel von einem der jemanden kennt...

Und dann die Sachen auch da lassen und dort abarbeiten lassen. Dazu gehört auch Buchführung, Abschluss und Steuererklärungen.

Da wird es für Dich richtig schmerzhaft. Aber wer zu viel spart, der zahlt doppelt. Es fühlt sich wenigstens so an.

Eigentlich kannst Du dann nur eng mit dem Steuerberater die formalen Korrekturen in Deinen Abläufen anbringen. Dich über ordnungsgemäße Rechnungen informieren lassen. Was ist mit Rechnungen per Mail usw.

Und dann hoffen, dass Du mit Deinen Aushilfen keinen Mist baust. Also im Sinne von richtigem Einsatz der Arbeitskraft. Damit sich ein Mitarbeiter vernünftig trägt, da sollte man ihm einen Umsatz von mindestens drei Gehältern geben. Rechne vorher aber Dinge wie Wareneinsatz raus.

Jetzt könnten Kollegen von mir meckern, aber hier geht es nur um schnelle Daumenwerte. Auf der Grundlage kann man die Entscheidung Aushilfe ja oder nein nicht ernsthaft erörtern.

Jede der getroffenen Entscheidungen der letzten Zeit sollte eigentlich auf den Prüfstand. Und zwar richtig. Dann eine Unternehmensplanung. Wie soll die jetzige Phase laufen? Wie lange? Welche Ziele können oder müssen erreicht werden? Was folgt danach? Wann sind die Folgen zu planen? Wie weit muss die Zielerreichung sein?

Dein einziger Vorteil ist: Du hast im Aufbau das Unternehmen übernommen. Damit kommst Du relativ früh in die Bereiche mit dem Steuern bezahlen. Deshalb wird bei Dir noch nicht so viel angebrannt sein, wie es möglich wäre. Vielleicht brauchst Du nur zwei Jahre Steuern auf einen Schlag zahlen und nicht vier.

Ach Bonität. Wenn Dein Unternehmen bei den Auskunfteien nicht bekannt ist, dann bekommst Du die Absage. Kannst also bei den Mietwagen-Unternehmen nachfragen, wo die prüfen lassen.

Dann kannst Du da Gewinnermittlung usw. hin schicken. Aber mache das bitte nach dem der Steuerberater Deine Sachen bearbeitet hat. Sonst bekommst Du gleich ein Minus. Ist nicht beraten, sieht nicht 120% perfekt aus - hat bestimmt keine Ahnung.

Ich will Dir nicht sagen, dass Du keine Ahnung hast, sondern was da unterstellt wird.

Viel Erfolg.

Antwort
von HaGue60, 13

Oh, sehr viele Fragen!

Angestellte auf 450,- € Basis: www.minijobzentrale.de . Dort meldest Du an und an Beiträgen (Pauschalbeträge in Kranken-, Renten-, Pflegeversicherung, Arbeitslosenvers. ? und pauschale Steuer) zahlst Du ca. 25 % drauf.

Du solltest Dir dringend einen Steuerberater suchen. Aus dem Kleingewerbe kommst Du mit Angestellten ganz schnell raus. Bei Angestellten wirst Du auch eine Berufsgenossenschaft und sonstige Versicherungen brauchen.

Bonität wird über entsprechende Firmen abgeprüft, z.B. wird nach Schufa-Einträgen geschaut, wie Deine Firmeneintragung mit Gründungskapital (z.B. bei GmbH) ist usw. - Vermutlich gibt e snoch zu wenige Einträge auch positiver Transaktionen, so dass das Risiko zu hoch eingeschätzt wird.

Alle Geldflüsse würde ich nur über das Geschäftskonto gehen lassen, sonst geht dwer Überblick verloren und Du müsstest bei eienr Steuerprüfung auch beide Kontobelege vorlegen.

Nimm Dir einen Steuerberater. Die wissen auch, wie die Personalabrechnung und Sonstiges geht, was alles zu machen ist!

Das Nachsehen am Ende könnte größer sein.

Viel Erfolg bei Deinen Unternehmungen!

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