Frage von breitio, 33

allgemeine frage... ist eine meinung die nicht der norm entspricht falsch?

frage steht oben. konkretes beispiel krim-krise. zusatzfrage: ist unser system wirklich so überlegen, dass es uns zusteht uns auf eine seite zu stellen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von berkersheim, 12

Natürlich kann eine Meinung falsch sein, wenn sie einer neutralen Bewertung der Fakten nicht standhält. Das Problem ist die Möglichkeit der neutralen Bewertung. Da wir auf der Basis von Meinungen unsere Urteile bilden und handeln (z.B. wählen), muss man aber realistischerweise annehmen, dass es mächtige Bestrebungen gibt, unsere Meinung im Sinne von Machterhalt zu manipulieren. Das Problem ist, welche Quellen einem vertrauenswürdig erscheinen. Das wiederum hängt ab, wie oft man manche Quellen beim Lügen oder Verbreiten von Halbwahrheiten ertappt. Man kann auch die Qualität von Quellen vergleichen, z.B. die schweizerischen oder englischen mit den deutschen. Da fällt auf, dass das Bestreben, erst mal zu informieren und hinterher zu bewerten sehr verschieden ausfällt. In Deutschland empfinde ich die allgemeinen Medien inzwischen als Kindergartenpresse, die uns belehren, mit Mutmaßungen überhäufen und Werturteile vorgeben, die mit ausgewählten Informationen nur soweit unterfüttert werden, dass die Belehrung als seriös erscheint. Das hat natürlich mit der engen ökonomischen Verflechtung der Medien mit den herrschenden Eliten zu tun. TV, Radio und große Teile der Printmedien sind staatlich finanziert, teils auf geschickten Umwegen, dass die Köpfe dieser Medien in staatlichen Organisationen mitwirken und gut honoriert werden.

Was die Krim angeht, wird uns ausgerechnet in Deutschland beharrlich verschwiegen, in welchem Maß dort nationalistische und rechtsradikale Kräfte wirken und - unterstützt durch Dienste der USA - die Kriegesgefahr immer wieder anstachen. Da wird uns der König von Saudi Arabien, der Hände abhacken lässt und Frauen das Autofahren verbietet als "demokratischer Bündnispartner" der USA geschildert, der in seinem Land den Steinzeit-Islam pflegt und Quelle von al Kaida und IS ist, diese auch finanziell unterstützt, während man den Behauptungen der USA (die schon immer gelogen haben, wenn sie ihre Interessen durchsetzen wollten - siehe Irak-Krieg) folgt, dass Baschar al-Assad in Syrien ein blutrünstiger Diktator sei, obwohl er als Alawit der liberalsten Form des Islam angehört und die große Religionsvielfalt in Syrien toleriert hat. Jetzt sind die Steinzeit-Sunniten des IS dabei, anfänglich mit US-Hilfe alles platt zu machen, was nicht ihrem Steinzeit-Allah folgt. Aber wer, der den deutschen Staatsmedien Glauben schenkt, hat sich z.B. bei Wikipedia mal über die Religions- und Völkervielfalt in Syrien informiert, sich mal angeschaut, was die Alawiten für eine Glaubensgemeinschaft sind. Wer weiß, dass ihre "Verwandten" die türkischen Alewiten in der Türkei vom sunnitischen Erdogan unterdrückt weden und nach Deutschland ziehen? Da leben Alewiten unter uns und die meisten wissen gar nicht, wer das ist. Es ist wahr, man braucht viele Informationsquellen, um sich ein einigermaßen unabhängiges Bild zu machen.

Kommentar von breitio ,

bezüglich meinungsmache und medien in deutschland hab ich kürzlich ein buch gelesen. wenn die hälfte von dem was da drin steht realistisch ist, steht es wahrlich schlecht um unser "schönes" Land. 

das führt mich zu einem kleinen Problem... Die Reputation des Autors. Laut Angaben die im Buch gemacht werden und übereinstimmend mit dem was auf Wikipedia steht, war der Autor langjähriges SPD-Mitglied. die getroffenen Aussagen des Buches sind im Gros, meiner Meinung nach eher der heutigen Linken, als der SPD zuzuordnen, aber einige Aspekte werden, gerade dieser Tage, wenn man nur anfängt, sofort als rechtspopulistisch abgetan. Sie werden abgetan, sind also im Allgemeinsinn falsch?! Ich kann auch nicht sehen, dass da nach Fakten gefragt wird, die etwas bestätigen oder widerlegen. Das bringt mich zu dem Schluss, dass eine Meinung die nicht der Mehrheit entspricht generell falsch sein muss.... (oder die Mehrheit liegt falsch, aber sowas auch nur zu denken ist ja frevel)...

Kommentar von breitio ,

edit: (auch wenn etwas ähnliches schon  vor über 100 jahren in einem buch namens "Psychologie der Massen" zu lesen war...)

aber wer liest schon bücher...

Kommentar von berkersheim ,

@breitio

Man muss unterscheiden zwischen veröffentlichter und offiziell verbreiteter Meinung und der immer öfter aus Angst zurückgehaltenen Meinung vieler Normalbürger. Es scheint sich auch sehr zu unterscheiden, welchen Altersgruppen die Menschen angehören. Die Jungen werden ja teils in den Schulen "idealistisch-moralisch" infiltriert und man liest von ihnen Meinungen, dass man sich als Älterer an den Kopf fährt und klagt: Mein Gott, wer erklärt denen mal, dass all diese überbordenen Großzügigkeiten mal auf ihrem Konto landen in Form weiter abschmelzender Verfügung ihrer Löhne und Gehälter, in Form von Unbezahlbarkeit der Gesundheits- und Sicherungs- und -Rentensysteme.

Interessant ist z.B. auch die Position von Frau Wagenknecht (LINKE) vor dem Wahlsieg von Syriza in Griechenland und jetzt danach. Das ist ja teils ein Schwenk von 180°. Bei der letzten großen Bundestagsdebatte zum Haushaltsplan wurde die CSU noch als "rechtspopulistisch" geprügelt, weil sie für eine Trennung in der Aufnahme der "Flüchtlinge" war. Gisy hat Herrn Bodo Ramelow öffentlich für seine "Flüchtlings"-Politik gelobt. Drei Tage später hatten sie Probleme in Thüringen und siehe da, Herr Ramelow hat die Trennung in Nationalitäten und Religionen verfügt. Keiner in der Presse sprach da von "rechtspopulistisch". Es ist auffallend, wie sehr Maßnahmen danach in den Medien danach beurteilt werden, WER sie durchführt. Die geschickten, den Realerforderungen angepassten Wendungen der SPD tauchen plötzlich in Talk-Runden positiv begutachtet im Mund von Journalisten und Dauertalkgästen auf, die kurz davor noch das Gegenteil behauptet haben.

Die Staatsmedien spüren sehr wohl, dass ihnen das Publikum davon läuft, dass sie kaum noch jemand ernstnimmt. Meine Meinung: Geduld - die Realitäten setzen sich durch. Bei entsprechender ideologischer Verblendung ist aber zu befürchten, dass eine angepasste Reaktion zu spät kommt, manche erst merken, dass das Kind im Brunnen ist, wenn sie das Wasser schon bis zur Hüfte spüren. Dieses Schicksal der Lemminge kann man als einzelner nicht aufhalten. Ich bin daran gewöhnt, weil ich schon seit langem fast immer anderer Meinung bin wie die öffentlichen Medien. In der Einschätzung des Irak-Kriegs war ich noch kompatibel, doch im Gegensatz zur Multikultipresse der Meinung, dass uns Schröder beschissen hat, weil er zu den Wählern den Antikriegs-Kanzler gegeben hat und hintenherum das bei den USA mit Geheimverträgen und Zahlungen glattgebügelt hat, wovon die friedensbegeisterten nichts bemerken wollten. Letztlich muss man sich selbst im Spiegel anschauen können, egal welche Modeurteile gerade medial als Sau durchs Dorf getrieben werden. Aktuell werden wir mit Terrorwarnungen gepeitscht und dabei geht unter, was z.B. die Schuldenländer zusammen mit Brüssel und der EZB als Fakten schaffen. Man setzt medial den Deutschen die Terrorpistole auf die Brust und die nicken irritiert: Jawohl, wir zahlen, zahlen, zahlen........

Kommentar von berkersheim ,

Hier ein aktuelles Beispiel:

"Er ist der Lautsprecher der SPD. Keiner ist medial so präsent wie der SPD-Linksaußen Ralf Stegner. … Doch jetzt hat jemand die Forderung nach Obergrenzen für Flüchtlinge erhoben, den man nicht einfach in die aus Stegners Sicht rechtsnationale Ecke stellen kann: Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Ein neuer Befürworter von Obergrenzen

„Die Welt“ zitiert Schuster so: “Ich glaube, es sollte kontrollierte Zugänge nach Deutschland geben”, sagt er und: “Über kurz oder lang werden wir um Obergrenzen nicht herumkommen”, um schließlich doch energischer zu werden: “Wenn es so weitergeht wie bisher wird die Vermittlung unserer Werte zunehmend schwieriger. Die erfolgreiche Integration ist aber auch für die jüdischen Gemeinden in Deutschland wichtig.

”Schuster: “Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des ‘Islamischen Staates’ und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist”, sagte er. “Denken Sie nicht nur an die Juden, denken Sie an die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen.” Kaum jemand hat bislang auf die Ursache der Schwierigkeit der Integration so deutlich hingewiesen: “Wenn ich mir die Orte und Länder in Europa anschaue, in denen es die größten Probleme gibt, könnte man zu dem Schluss kommen, hier handele es sich nicht um ein religiöses Problem, sondern um ein ethnisches.”

Der Sprecher der Juden in Deutschland auf CSU-Kurs? …. ist dieselbe Forderung diskussionswürdig, wenn sie vom Zentralrat der Juden erhoben wird, aber rechtsradikal, wenn sie von der CSU kommt?"

von Hugo Müller-Vogg in Tichys Einblick

Antwort
von Interesierter, 33

Nun, eine Meinung ist eine Meinung und kann daher nicht richtig oder falsch sein. 

Meist entspringt eine Meinung einer angenommenen oder behaupteten Faktenlage. Diese Annahme oder Behauptung kann natürlich falsch sein, wodurch die Meinung in eine falsche Richtung geht. 

Daher gilt es, nicht die Meinung sondern die "Fakten", die zu dieser Meinung führen, zu hinterfragen. 

Die Krim Krise ist ein heikles Thema, weil hier nicht so einfach zwischen Sezession und Annexion zu unterscheiden ist. 

Kommentar von breitio ,

also entsteht ein streit zwischen zwei meinungen aufgrund unklarer faktenlage?

Kommentar von Interesierter ,

Nicht ausschliesslich, aber im wesentlichen Grundsatz schon.

Dazu kommen natürlich noch andere Dinge, wie ungewisse Prognosen, Ängste oder Hoffnungen.

Antwort
von Hamburger02, 9

Einstein ist das beste Beispiel, dass oft sogar das Gegenteil der Fall ist. Er hat oft Meinungen geäußert, die das genaue Gegenteil der Norm darstellen und hat damit fast immer recht gehabt.

Antwort
von 0815Interessent, 15

Eine Meinung kann weder richtig noch falsch sein, es ist schließlich nur eine Meinung. Hinterfragt werden sollten die Fakten, die hinter dieser Meinung stehen (oder auch nicht stehen). Eine Meinung außerhalb der Norm, aber mit belegbaren Argumenten dahinter, ist sinnvoller als eine Normmeinung ohne sinnvolle Fakten dahinter.

Zur Krim-Krise: Selbst bei den Personen, die sich besser mit den einzelnen Punkten dieses Themas auskennen, ist man sich uneins, wie die Krise einzuordnen ist. Die Lage ist einfach zu uneindeutig. Ein Schwarz-Weiß-Denken wäre unangebracht. Aber viele Deutschland-Kritiker machen den Fehler, sich zu sehr auf russische Medien zu stützen und nebenbei die deutschen Medien als unglaubwürdig und propagandistisch abzustempeln. Da stellt sich dann nämlich die Frage, welche Medien jetzt unglaubwürdiger sind.

Antwort
von Dojando98, 8

Eine Meinung kann Moralisch unkorrekt sein, andere bsileiden, unfair gegenüber jemandem sein etc.
Aber falsch ist sie nicht.
Bei einer Meinung gibt es kein richtig oder falsch.
Meine Familie zum beispiel ist der Meinung dass man ein kind mit schwerer behinderung nicht abtreten sollte.
Das ist nicht meine Meinung. Also habe ich (zumindest in meiner Familie) eine Meinung die nicht der norm entspricht, das heißt aber nicht dass sie falsch ist.

Es ist gut seine eigene Meinung zu haben und ein Individuum zu sein und nicht jemand der anderen zustimmt um bloß kein aufsehen zu erregen!

Antwort
von Maximemaik, 30

Wir leben in Meinungsfreiheit, jeder hat seine Meinung. Ob die der Norm entspricht oder nicht ist da doch wohl egal. Generell ist es schwer zu sagen welche Meinung richtig oder Falsch ist. Das ist oft eine Frage der Perspektive. Genauso ist es bei deiner über das System. Wir sagen unser System ist überlegen, einer unter Kim Jong Uhn's Herrschaft wird das wohl anders sehen.

Antwort
von voayager, 8

alle Herrschenden und ihre Helfeshelfer sind von der Überlegenheit ihres Herrschaftssystems überzeugt. Warum sollte das hier anders sein.

Es ist daher nicht für einem selbst wichtig, was weiter Oben so gemeint wird und was zu sein hat. Vielmehr habe man seinen eigenen Standpunkt und lasse sich nicht von den Meinungsmachern was vormachen. die segnen bekanntlich stets das Eigene ab und deuten div. Andere als die Falschen aus.

Antwort
von h3nnnn3, 27

wir sind sogar moralisch dazu verpflichtet!

Antwort
von Gwennydoline, 30

Wie kann eine Meinung, die nicht der Norm entspricht falsch sein?
Meinungen können nicht falsch sein - Meinung ist Meinung

Kommentar von breitio ,

das ist philosophisch vllt richtig, aber realistisch gesehen doch irgendwie falsch

meinungen die nicht der mehrheit entsprechen werden, wenn man sie mehrheitsfähig machen will, denunziert.

Was wiederum zu der urpsrünglichen frage führt.


Antwort
von gercraluja01, 32

Es gibt keine falsche Meinung

Kommentar von breitio ,

dann tolerierst du die AfD?

ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen, bevor man dinge verallgemeinert lohnt es sich nachzudenken! 

Kommentar von gercraluja01 ,

Ich wollte damit nur sagen, dass eine Meinung nicht ,,falsch" sein kann, da es eine Meinung ist und somit von jedem anders angesehen werden kann

Kommentar von breitio ,

und ich wollte damit sagen, dass sie offensichtlich doch falsch ist, weil sie nicht toleriert und von der masse geradezu als verbrechen abgetan wird. :) 

Kommentar von gercraluja01 ,

Meinung ist Meinung, sie kann weder falsch noch richtig sein

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