Frage von Kruemelchen06, 36

Alleinerbin, Sozialhilfe, unbillige Härte?

Hallo zusammen, da ich erst kurz vor Weihnachten einen Termin beim Anwalt für Erbrecht habe, versuche ich hier ein wenig Klarheit zu bekommen. 1. Mein Vater, den ich nicht kenne, der nie Unterhalt gezahlt hat und dem das Sorgerecht abgenommen wurde, ist verstorben. 2. Sechs Tage vor seinem Herzstillstand kam er zu Vermögen, was dem Sozialamt mitgeteilt wurde. Das Amt teilte mit, dass die Rückforderungssumme ausgerechnet wird. Bevor das geschah, starb mein Vater. Somit ist sein Vermögen jetzt Erbmasse. 3. Ich bin Alleinerbin. 4. Das Sozialamt wusste nichts von einer Tochter und der Sachbearbeiter kippte mir fast vom Stuhl. 5. Angeblich wird jetzt die Sozialhilfe von 5 Jahren komplett zurückgefordert (etwa 70000 Euro), da mein Vater bei Antragstellung wohl nicht angegeben hat, dass er ein halbes Haus besitzt. (Fakt ist, in diesem Haus lebte seine Mutter, die lebenslanges Wohnrecht hatte, der Wert des Hauses (Vermögen meines Vaters) wurde erst nach ihrem Tod, sechs Tage vor dem Tod meines Vaters ausgezahlt. Ich bin mir nicht sicher, ob das vor dem Tod seiner Mutter dann schon wirklich anzurechnendes Vermögen ist??? 6. Ich wurde vor einigen Jahren von jeglichen Unterhaltsverpflichtungen in Bezug auf meinen Vater befreit, da unbillige Härte vorlag. Wie verhält es sich jetzt? Kann das Sozialamt diese Leistungen (70000 Euro) von mir als Erbin zurückverlangen, obwohl damals anerkannt wurde, dass ich für meinen Vater und seinen Sozialhilfebezug nicht aufkommen muss?

Ich weiß, es ist sehr kompliziert und es wird jeden Tag schlimmer, aber vielleicht kennt sich hier jemand aus.

Vielen Dank:))

Antwort
von isomatte, 36

Du darfst hier meiner Ansicht nach deine Befreiung von der Unterhaltspflicht nicht mit dem Erbe verwechseln,dass sind zwei unterschiedliche Dinge !

Die Befreiung von der Unterhaltspflicht betrifft meiner Ansicht nach nur dein privates Einkommen,damit hat das Erbe nichts zu tun.

Wenn dein Vater nicht angegeben hat das er Miteigentümer einer Immobilie ist,dann kann es tatsächlich dazu führen das auch Leistungen vor dem Heimaufenthalt zurück gefordert werden können.

Denn wenn er dies bei Antragstellung gleich mitgeteilt hätte,dann hätte man ihn auf Grund des noch nicht verwertbaren Anteils seiner Immobilie die Leistungen der Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung nur in Form eines zinslosen Darlehens zuerkannt,dass dann nach der Verwertung von den Erben zurück gefordert werden würde bzw. wenn es vor dem Tod noch verwertet werden konnte von ihm selber,natürlich nur bis max.auf Höhe des Erbes,nach Abzug aller damit verbundenen Kosten,also auch Bestattung,weil mit persönlichem Vermögen nicht gehaftet werden muss.

Wenn es um Erbschaften oder Unterhalt geht,dann kann man tatsächlich nur einen Fachanwalt beauftragen der auch von seinem Fach etwas versteht,da kann dir kein Laie weiter helfen,dass würde dich nur verunsichern und dir ggf.falsche Hoffnungen bringen.

Zumal vom Sozialamt oft Beträge zurück gefordert werden,die völlig überhöht sind und wenn man da keine fachliche Hilfe in Anspruch nimmt,dann ziehen die einen über den Nuckel.

Kommentar von Kruemelchen06 ,

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Das ist ja der Punkt. Ich habe gerade die Unterlagen durchgesehen. Die Übertragung der Haushälfte stand vor dem Leistungsbezug an. Dann liegt der Fall anders. Fakt ist, dass er es trotzdem hätte angeben müssen. Das gesamte Geld liegt bei dem Betreuer, der ja jetzt eigentlich nichts mehr damit zu tun hat, da das Geld ja jetzt Erbmasse ist. Schwierig ist halt, dass das Amt nichts von mir wusste. Ich möchte, dass alles vernünftig geregelt wird. Daher habe ich mich persönlich an das Amt gewendet und bat um eine Kostenaufstellung. Dem Mann vom Amt blieb die Spucke weg, als er hörte, dass plötzlich eine Erbin da ist. Er wollte trotzdem das Geld beim Betreuer einfordern. Das habe ich untersagt und ihn darauf hingewiesen, dass er sich an mich als Erbin zu wenden hat, damit ich Widerspruchsfristen einhalten kann. Ich habe ihm all meine Daten gegeben und warte noch immer auf eine Kostenaufstellung. Zusätzlich habe ich den Betreuer gebeten keine Zahlungen zu leisten, da ich bitte alles vernünftig klären möchte. Mir kommt halt komisch vor, dass zuerst eine Summe von 36000 Euro erwähnt wurde und plötzlich soll die Summe bei 70000 Euro liegen? Es gibt ein weiteres neues Konto im Ausland. Auf dieses Konto ging kurz vor dem Herzstillstand meines Vaters auch eine Menge Geld ein (Erbe seiner Mutter). Dieses Konto habe ich "einfrieren" lassen. Da kommt erstmal niemand ran. Es besteht ein unheimliches Chaos und ich möchte doch nur eine klare Linie und jeder soll das bekommen, was ihm zusteht. Doch hierzu bedarf es einer ordentlichen Klärung, die allerdings erschwert wird, da nie bekannt war, dass er eine Tochter (sprich Erbin) hat. In seinem Zimmer im Pflegeheim war ich schon und habe wichtige Briefe (Mahnungen usw) mitgenommen und bereits in diesem Bezug schon alles geklärt. Das Zimmer musste innerhalb von 24 Stunden geräumt werden, das habe ich alles geregelt. Dazu habe ich das E-Mobil abholen lassen (war auch noch nicht bezahlt) und habe auch da alles geklärt. Außerdem habe ich bei Behörden, Notaren und im Ausland, wo er gebürtig herkam, nach einem Testament gesucht. Fündig bin ich nicht geworden. Hiermit möchte ich nur mitteilen, dass ich alles, was in meiner Macht steht, bereits unternommen habe und einen vernünftigen Abschluss einfordere und dazu gehört auch, dass ich prüfen lassen möchte, ob die Forderung des Amtes wirklich in dieser Höhe berechtigt ist. Und das geht nicht, wenn der ehemalige Betreuer mal eben 70000 Euro überweist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er gezahlt hätte, wenn ich jetzt nicht dazwischen gegangen wäre. Ich denke, dass es mein gutes Recht ist, dass das Sozialamt sich an mich als Erbin wendet und nicht an den Betreuer. Mein Anwalt ist derzeitig so überlastet, dass ich erst am 21ten einen persönlichen Termin habe. Hier gibt es nur einen für Erbrecht:( Da es meinem Vater in den letzten Jahren sehr schlecht ging und er obdachlos war, habe ich für ihn eine Betreuung organisiert. Ich konnte nicht für ihn sorgen, das ging einfach nicht. Doch ich war in den letzten Jahren immer bestens über ihn informiert und habe im Hintergrund gewirkt. Ich hatte einen fremden Mann im Blick. Dass er noch zu Vermögen kommt, war mir nicht bekannt. Daher bin ich auf diese Situation absolut nicht vorbereitet, möchte aber auch nicht über den Tisch gezogen werden. Klare Linie, klarer Abschluss. Selbst die Bestattung habe ich würdig gestaltet und lege großen Wert darauf, dass alles würdig abgeschlossen wird. Dazu kommt dann noch die Freundin meines Vaters, die mir jetzt im Nacken hängt. Sie wusste auch nichts von mir und würde sich freuen, wenn die plötzlich "geborene" Tochter den Kredit, den sie für meinen Vater aufgenommen hat, abzahlen würde,..... Da habe ich aber eine Lösung. Das mit dem Amt, das liegt mir quer im Magen,...

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