Frage von GamingGirl42, 75

Alle Freundschaften beenden, damit ich glücklich/erfolgreich werde...?

In letzter Zeit denke ich immer öfter darüber nach. Es gibt keinen konkreten Grund, weswegen ich alle meine Freundschaften beenden möchte (selbst die, mit meiner besten Freundin), aber mich reizt der Gedanke... Ich hatte die letzten 2 Jahre eine schwere Phase der Depression. Ich weiss nicht, wie sehr ich euch damit auskennt, aber ich war die letzten 2 Jahre komplett motivationslos, lag nur gefühllos im Bett und hab ferngesehen bzw. nur "braindead" auf den Fernsehbildschirm geschaut. Ich habe nichts erreicht. Meine Noten gingen in den Keller... Zurzeit jedoch, will ich endlich etwas mit meinem Leben anfangen. Ich will produktiv sein. Ich stelle mir schon seit Wochen die Fragen: Was will ich erreichen? Was ist mein (Lebens-)Ziel? Wie werde ich glücklich? Wer bin ich ohne meine Freunde? Ich hab mir Ziele gesetzt und geplant, wie ich sie erreichen kann. Und nach meiner Auffassung hindert mich der Kontakt zu meinen Freunden daran, diese zu erreichen. Eins von meinen Zielen ist ein gutes Abitur. Aber vom meinen engsten Freunden kommen jeden Tag Aussagen wie: "Ich hasse Schule" "Schule ist total unnötig" "Ich würde am liebsten abbrechen" etc.. Man will sich ständig treffen, sich auf WhatsApp schreiben usw. Wären diese ganzen Ablenkungen nicht, hätte ich meine Ruhe, dann könnte ich mich komplett auf mich konzentrieren und vielleicht etwas erreichen oder glücklich werden. Aber sollte man deswegen alle Freundschaften beenden, selbst, wenn sie Jahre lang liefen und mir wunderschöne Zeiten beschert haben? Ist das nicht ein bisschen egoistisch? Und vor allem sehe ich meine Freunde ja dann jeden Tag in der Schule, wäre das nicht komisch? Ich sag ja nicht, dass ich nie wieder mit ihnen reden will. Aber eine Pause von 1-2 Jahren würde mir glaub ich gut tun. Mich würde eure Meinung zu diesem Thema sehr interessieren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Barney123, 6

Hallo GamingGirl,

ja, ich kann Dich verstehen. Wenn ich Dich richtig verstanden habe,
dann hast Du das mit Deinen Depressionen im Griff. Das ist wichtig.

Es ist schön, dass es Dir besser geht. Dass Du dir wieder Pläne für
die Zukunft machst, ist auch ein gutes Zeichen. Und besonders schön ist,
dass Du glücklich werden möchtest. Und produktiv sein, ist bestimmt die
beste Voraussetzung dafür, denn normalerweise ist das die Basis dafür,
dass Du von Anderen respektiert und geachtet wirst. Und damit die Basis
für ein glückliches Leben.

Nun zu Deinen Freunden. Was Du da schreibst, ist einerseits weit
verbreitet, allerdings auch problematisch. Ja, manche Menschen wollen
nur Spaß und Unterhaltung haben, die können allein nichts mit sich
anfangen. Die haben nie gelernt, dass es so viel interessantes im Leben
gibt, das es zu lernen und entdecken gibt. Und dann anwenden und damit
Erfolgserlebnisse haben. Ja, unsere Heutige Welt bietet denen alles: das
volle Unterhaltungsprogramm! Freizeitparks, Kinos, Computerspiele und
Virtual Reality, Urlaub, über andere Lästern, mobben und weiß der Geier
was noch alles. Die sind dann auch verunsichert, wenn Du dann kommst und plötzlich lernen willst und gute Noten erreichen möchtest. Das, von dem
sie sagen, dass es ja so öde ist. Einerseits kann ich sie ja verstehen.
In deren Leben ist deutlich was schiefgegangen, dass sie diese
einfältige Art der Unterhaltung brauchen. Sie wissen es einfach nicht
besser und haben auch nie erlebt, dass Schule richtig Spaß machen kann.

Aber wie immer im Leben, gibt es auch eine Kehrseite: irgendwo wissen
die schon, dass das, was sie da machen, so nicht alles sein kann. Und
wenn Du nun anfängst zu lernen, werden manche von denen versuchen, Dich von Deinen Zielen abzubringen und Du ja keinen Spaß in der Schule zu hast. Es ist einerseits ihrer Gewohnheit geschuldet, andererseits aber
auch der Tatsache, dass sie versuchen zu verhindern, dass Du einmal ein
besseres Leben haben kannst als Sie. Manche werden neidisch und gemein
werden, weil sie irgendwie und irgendwo ganz genau wissen, dass sie es
genauso machen müssten wie Du.

Wenn Du nun also tatsächlich anfängst zu lernen und auf Deine Ziele
zuarbeiten wirst, dann wirst Du zwangsläufig manche von denen wirklich
kennenlernen. Von manchen wirst Du verstoßen werden, manche werden Dir ins Gesicht lachen und Dich hinter Deinem Rücken mobben. Darüber musst Du Dir im Klaren sein. Ich wünsche Dir, dass unter Deinen (von dir jetzt als vermuteten) Freunden möglichst viele sind, die Dich trotzdem mögen, sich an die gute Zeit erinnern, und sich darüber freuen, dass Du hin
und wieder, aber halt nun weniger, bei ihnen bist, und Spaß mit ihnen
haben wirst. Und dass sie die Anderen klein halten werden, die nun
neidisch und unverständig auf Dein neues Verhalten reagieren.

Darüber hinaus gibt es bestimmt andere in Deiner Schule, mit denen Du
neue Freundschaften schließen kannst, und die ähnliche Ziele wie Du
haben. Und natürlich ist es eine Ablenkung, wenn die alten Freunde
versuchen werden, weiter den engen, aber zeitraubenden Kontakt mit Dir
pflegen wollen. Aber da musst Du halt entscheiden was Dir wichtig ist.
Die Gefahr, dass durch Deine Ziele Freundschaften kaputt gehen, ist
durchaus realistisch. Ich würde einfach abwarten und schauen, welche
Freundschaften eine Chance haben. Noch hat Dir ja niemand etwas getan.
Aber diejenigen, die Dir nun wegen Deiner neuen Ziele etwas tun werden,
sind mit Sicherheit nicht Deine Freunde! Wenn Du Dich von den Menschen,
die Dich nicht unterstützen trennst, dann machst Du mit Sicherheit
keinen Fehler. Denn die wirst Du nicht ändern. Du kannst einmal
versuchen, das anzusprechen, aber der Erfolg ist nicht gesichert.

Dich jetzt einfach ohne Grund von Deinen Freunden zu trennen, halte
ich nicht für eine gute Idee. Gute Freunde unterstützen Dich und das
wird Dir helfen, Deine Ziele zu erreichen. Allein gegen den Rest der
Welt? Das wird wohl kaum funktionieren. Ich kenne niemanden, der das
geschafft hätte.

Und wenn Du über Deine Ziele nachdenkst: Es ist nicht möglich, schon
jetzt das Ziel Deines Lebens festzulegen und Dich dann, wenn Du es
erreicht hast zurücklehnen. Leben heißt Veränderung. Es wird vorkommen,
dass Du die Ziele an Veränderungen, auf die Du keinen Einfluss hast,
anzupassen. Und was Du dann letzten Endes erreichen wirst, steht wieder
auf einem ganz anderen Blatt. Ich weiß z.B., dass Offiziersanwärter bei
der Bundeswehr früher gefragt wurden, welchen Enddienstgrad sie
erreichen wollten. Da gaben über 80% derer, die dann letzten Endes
eingestellt wurden an: General! Wie realistisch ist es denn, dass 80%
aller Offiziere General werden? Das Ergebnis war, dass irgendwann einmal
viel Geld ausgegeben werden musste, um die unzufriedenen Offiziere, die
natürlich nicht General werden konnten, früh-pensioniert werden
mussten, weil demotivierte Führungskräfte halt nichts mehr bewegen
können und nur Frust erzeugen.

Also, realistisch bleiben!

LG

Antwort
von Giwalato, 11

Hallo Gaming Girl,

es macht dann Sinn, eine Freundschaft zu beenden, wenn sie Dir nicht gut tut und Du über einen längeren Zeitraum das Gefühl hast, die einzige zu sein, die gibt.

Ich würde bei den Freunden, die mich ständig ablenken, feste Zeiten einführen, in denen ich für niemanden erreichbar bin und auf die entsprechenden Kontakte in dieser Zeit nicht antworten/offline sein.

Wenn Du dies vorher kommunizierst, können die Leute, die es betrifft, auch nicht böse mit Dir sein. Und Du kannst Dich in der freigeschaufelten Zeit auf das Lernen konzentrieren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

So kannst Du für Dich selbst entscheiden, ob Du erst nach den Hausaufgaben oder nur am Wochenende in die Chats eingebunden bist. Und für wirklich wichtige Nachrichten gibt es auch noch das gute alte Telefon.

Erfolg macht nur dann glücklich, wenn man ihn auch mit Freunden feiern kann. Und es wäre schade, wenn Du Dein Abi zwar bestehen würdest, aber dafür auf hilfreiche Informationen zur Studien- oder Berufswahl verzichten würdest.

Nur Mut, Du kriegst beides hin, Zeit für Deine Freunde und für Deinen schulischen/beruflichen Erfolg zu haben.

Alles Gute,

Giwalato 

Antwort
von Venlou, 28

Also, an deiner Stelle  würde ich  erstmal mit meinen Freundinnen reden, du falls sie dich mal ablenken oder so könntest du sie nett darauf hinweisen dass du dich zu konzentrieren versuchst, oder während du allein arebeitest das Handy usw. abschalten.Es sind schließlich deine Freunde (wie du sagst teilweise seit Jahren) und deshalb werden sie sicher kein Problem damit haben dich zu unterstützen und dir zur Seite zu stehen, dafür sind Freunde schließlich da.

 Ich bin mir also sicher dass sie deine Wünsche respektieren, denn das würdest du doch auch für sie tun. Es ist allerdings auch richtig zu dir zu stehen und dich nicht von ihnen verbiegen zu lassen, tu was du möchtest aber mit deinen Freunden an deiner Seite :) 

Ich hoffe ich konnte dir irgendwie mit meiner Meinung helfen

Antwort
von hanni5001, 29

Das War bei mir eine Zeit auch so. Und dann ist eine gute Freundin sitzen geblieben und jetzt schreibe ich fast nur noch gute Noten. Ich finde du musst nicht gleich alle Freundschaften beenden, aber überlegen mal wer dich motiviert nichts zu tun und so. Und von den Personen solltest du dich trennen. Aber nicht von denen die dir gut tun.

Kommentar von GamingGirl42 ,

Problem ist: Sie tun mir ALLE gut, aber gleichzeitig halten mich ALLE auch davon ab, etwas zu schaffen.

Kommentar von hanni5001 ,

Dann bist du am Arsch ;)

Antwort
von melonene12, 20

Ich denke, Freunde sind sehr wichtig und dass sie dich nerven ist normal und geht jedem mal so. Im Endeffekt ist es dine Entscheidung und wenn du denkst, dass deine Freunde dich davon abhalten, wirklich zu leben, ist es natürlich eine option, aber für mich sind meine Freunde sogar wichtiger als meine Familie und wenn u zu deiner Famiie keinen guten Draht hast, bist du ziemlich alleine und das wäre echt nicht schön...

Antwort
von CoxinelleC, 26

Also erst mal, glücklich werden ohne Freunde? Das bezweifle ich stark. Und viele Ziele lassen sich auch mit Freunde oder gerade wegen deinen Freuden umsetzen. 

Ich verstehe was du meinst mir Freunden, die dich ablenken, die die Schule nicht mögen. Aber dann liegt es nicht an deinen Freunden, sondern an dir, das du dich im Unterricht nicht vom Handy ablenken lässt. Oder das du das Wochenende Zuhause bleibst, um zu lernen. Dafür muss man seine Freunde nicht ganz loswerden. Besonders sind Freunde ein wichtiger Bestandteil im Leben und besonders, wenn du mal wirklich depressiv warst, würde ich das nicht wieder wegschmeißen. Denn am Ende brauchst du deine Freunde, wenn dir Zuhause die Decke auf den Kopf fällt oder dich sonst was belastet. 

Was hast du denn noch für Lebensziele, woran dich deine Freunde hindern? Ich hatte auch Hass-Freunde. Manchmal habe ich sie einfach nur gehasst, weil sie unzuverlässig waren und nie zu mir hielten, wenn es mal drauf ankommt. Und dann habe ich mich auch einzige Zeit nicht bei ihnen gemeldet oder ich verreise ziemlich oft, weil ich in der freien Zeit z.B. Semesterferien Zuhause mit meinen Freunden eh nichts anfangen kann. Das ist wie ne Art Pause von meinen Freunden. Aber genau so oft gibt es Momente, wo ich froh bin, das ich sie habe. Das ich anrufen kann und man was trinken gehen kann, wenn Zuhause mal wieder stress ist oder mich irgendwas belastet. Darum finde ich deine Idee bescheuert. Du kannst dich immer mal wieder ne Zeit zurück ziehen und die auf deine Ziele konzentrieren und sie werden sicher Verständnis haben, aber du brauchst Freunde im Leben und ich weiß gar nicht wie du dir das vorstellst, den jetzt allen so vor den Kopf zu stoßen... 

Kommentar von GamingGirl42 ,

Aber ich komme auch sehr gut alleine klar, auch ohne Freunde. Und ich will mein Glück nicht von meinen Freunden abhängig machen. Ich will von MIR aus, glücklich werden, sodass ich auch glücklich bin, falls meine Freunde mich mal verlassen sollten. 

Kommentar von CoxinelleC ,

Das macht gar kein Sinn. Ein normaler Mensch ist ein Sozialwesen und sozial wegen brauchen den Kontakt und anderen Wesen, um glücklich zu sein. Darum macht es keinen Sinn zu sagen, ich will alleine glücklich sein, weil soziale Kontakte zum glücklich sein dazu gehört. 

Und wenn du gerade dein Abitur machst, dann kannst du auch einfach nach dem Abitur in einer anderen Stadt ein Studium anfangen und dann bist du ganz alleine, dann kannst du schauen wie glücklich du alleine bist. Mir geht es im Moment ähnlich, mein Freunde leben in einem anderen Land und es ist nicht schön, in einer neuen Stadt zu leben und niemanden hier zu haben, dem ich meine neuen Eindrücke erzählen kann.

Wie willst du denn dein Alltag gestalten, ohne Freunde? Willst du immer alleine ins Kino gehen? Freibad, Shopping, Pizza essen gehen? 

Kommentar von GamingGirl42 ,

Wenn ich von meinem tiefsten Inneren glücklich werde, dann bin ich glücklich mit oder ohne Freunde. Das meine ich mit "Das Glück von niemanden abhängig machen". Wenn ich mein Glück von einer Person abhängig mache, und diese Person ist irgendwann (aus welchem Grund auch immer) nicht mehr Teil meines Lebens, dann kann ich trotzdem glücklich werden, wenn dieses Glück aus mir selbst kommt.

Und genau deinen Vorschlag, habe ich auch vor umsetzen. Ich möchte in ein paar Jahren in ein anderes Land ziehen. Und ja ich hatte schon öfter Erfahrung damit. Ich bzw. meine Familie ist schon 6x umgezogen. Ein mal davon in ein anderes Land. 

Wäre es nicht besser, wenn ich glücklich werden könnte, ohne mein Glück an jemanden binden zu müssen? Außerdem sind nicht alle Menschen gleich. Ich für meinen Teil komm alleine gut klar (deswegen auch die Idee, meine Freundschaften zu beenden), du aber anscheinend nicht. Heißt nicht, dass das jedem so gehen muss.

Kommentar von CoxinelleC ,

Natürlich ist es besser, aber dafür musst du nicht deine Freunde los werden?  Das geht auch mit Freunden. Klar ist es jetzt anders wenn man sich jeden Tag in der Schule sieht, aber warte mal bis du aus der Schule bist, dann ist das mit Freunden auch wieder ganz anders. Also ich würde jetzt die Freundschaften nicht beenden. Du hast nach unserer Meinung gefragt, aber musst du wissen was du machst. Selbst der größte Einzelgänger braucht irgendwie soziale Kontakte. Nicht viel aber er braucht sie irgendwo. Mein Vater ist auch ein Einzelgänger und schwer depressiv, aber selbst er hat mittlerweile 1-2 Freunde. Und die tuen ihm gut. 

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