Frage von Kurnikoviano, 134

Alle Ergebnisse in Google treffen auf mich zu?

Ich (19/m) habe schon seit 3,4 Jahren viele negative Gedanken und nicht gerade das schönste Sozialleben. In letzter Zeit informiere ich mich immer mehr über Psychische Krankheiten und stelle fest, dass sehr viele der Aussagen auf mich zutreffen. Beispiel Depressionen und Psychose. Viele der ersten und weiteren Anzeichen treffen auf mich zu. Auch Schizophrenie und viele weitere Dinge treffen auf mich zu.

Bin ich jetzt ein psychisches Wrack, da gefühlte 20 verschiedene Krankheitsarten auf mich zutreffen oder gibt es da einen Überbegriff für?

Ich habe schon oft darüber nachgedacht zu einem Arzt zu gehen, konnte mich bis jetzt aber nie dazu überwinden und wüsste auch nicht wie ich das ganze Thema ansprechen sollte. Mit meinen Eltern oder Freunden habe ich, aus dem gleichen Grund, noch nicht geredet und kann dies wohl auch in absehbarer Zeit nicht.

Gibt es Möglichkeiten sich selbst zu therapieren? Ich war beispielsweise für 3 Jahre sehr stark dem Cannabis-Konsum verfallen und habe mich, ironischerweise, mit MDMA selbst "therapiert".

Ich würde mich über ernst gemeinte Fragen sehr freuen. Wie gesagt kostet es mich sehr an Überwindung mit Menschen darüber zu reden.

Antwort
von RobertMcGee, 46

Sich über psychische Krankheiten zu informieren, ist generell etwas riskant. Ein Bisschen davon steckt in jedem von uns, "psychische Gesundheit" gibt es nicht als absoluten Zustand.

Ob du ein "echtes" Problem hast, hängt größtenteils davon ab, ob dich deine psychischen Probleme daran hindern, dein Lebens so zu Leben, wie du es gerne tun würdest.

Wenn das so ist, solltest du dir Fachliche Hilfe suchen.

Was du über THC und MDMA schreibst, nennt sich Suchtverlagerung und gilt nicht als erfolgreiche Therapie (außer vielleicht, wenn du jetzt 100% clean bist und dir keine Substanzen, egal welche, mehr zuführst)


Davon, sich selbst zu therapieren, würde ich grundsätzlich abraten. Die Einschätzung, ob "das Gesunde Maß" überschritten ist, kann man alleine meistens nicht realistisch einschätzen (weil die Objektivität zwangsläufig fehlt) und läuft Gefahr, sich auf Sachen "festzufahren", die eigentlich kein krankhaftes Ausmaß angenommen haben.

Außerdem könnte ein Psychologe ggf auch ein Krankheitsbild erkennen, an das du noch gar nicht gedacht hast, bzw. von dem du noch nie gehört hast

Solltest du dich dafür eintscheiden, zu einem Psychologen zu gehen, kannst du ihm die Situation genauso schildern wie in deiner Frage oben, der Rest ergibt sich dann im Verlauf des Gesprächs :)

Eine gute Anlaufstelle wäre zB der Sozial-Psychiatrische Dienst (wenns das in deiner Gegend gibt, einfach mal googeln)

Kommentar von Kurnikoviano ,

Bis auf Nikotin nehme ich sonst nichts mehr zu mir. Sonst Danke für die Antwort.

Hindern tut es mich in der Hinsicht, dass ich starke Antriebslosigkeit usw. habe und quasi eine "Null-Bock" Einstellung habe und mir mehr oder weniger alles gleichgültig ist.

Kommentar von RobertMcGee ,

hört sich sehr nach Depression an - aber wie gesagt, im Zweifel ist es besser, damit zum Arzt zu gehen.

Auch "einfach nur auf Verdacht" - dafür sind die ja da ;)

Antwort
von SebTM, 59

Hallo,

vorweg - dieser Beitrag repräsentiert meine persönliche Meinung,
weder ich noch andere Nutzer hier sind Ausgebildete Psychiater und
selbst wenn wäre es höchst unprofessionell anhand dieser Angaben eine Ferndiagnose zu stellen.

Das was du hier beschreibst klingt für mich eher nach dem u.a. aus Scrubs bekannten Medizinstudentensyndrom (http://alex-rubenbauer.de/psychologie/969/das-medizinstudenten-syndrom/). Wer sich intensiv mit Krankheiten befasst und ggf. auch nach einer Erklärung für sein Verhalten / Probleme sucht schafft es auch Krankheitsbilder auf sich zu projizieren welche rein objektiv und fachlich gesehen womöglich gar nicht zutreffen. Damit will ich dir keinesfalls absprechen, das du Depressionen oder eine andere der genannte Erkrankungen haben kannst! Die Wahrscheinlichkeit an so vielen psychischen Erkrankungen gleichzeitig erkrankt zu sein ist eher gering.

Ich halte die Beratung durch eine Facharzt für Psychiatrie für unerlässlich, normalerweise würde ich dir raten zum Hausarzt zu gehen, da die Hemmschwelle dort geringer ist - aber durch deine ausgiebige Recherche denke ich das du diesen mit Fachwissen oder geglaubten Fachwissen überbietest!

Solltest du eine oder mehrere dieser Erkrankungen haben gehört das in professionelle Hand eine Eigentherapie ist (wenn überhaupt) in den seltensten Fällen erfolgreich. Im Rahmen einer Psychotherapie wirst du auch nicht gänzlich "Therapiert" sondern es ist ein Prozess der Veränderung in dem du einiges an Mitarbeit leisten musst um einen Erfolg zu erzielen.

Die Eigentherapie deines Cannabis-Konsums mit MDMA ist um es mal drastisch zu sagen einfach nur dumm, eine Verschlechterung und nicht förderlich!

Disclaimer: Solltest du in eine akute Krise gerate und sowohl
Impulse zur eigen- oder fremdgefährung haben begib dich bitte
selbstständig in die örtliche psychiatrische Klinik oder melde dich beim
Notruf 112!

Gruß,
SebTM

Antwort
von Sanja2, 9

Grins, das ist so wenn man sich damit beschäftigt. Nach den Psychologie Vorlesungen in meinem Studium bin ich auch immer raus gegangen und habe erst mal aufgezählt was ich alles auch habe. Deshalb diagnostiziert man das auch nicht selbst, sondern eine Fachkraft. Die schaut dann nämlich wesentlich objektiver drauf und beurteilt danach.

Antwort
von blackforestlady, 44

Kein Wunder wenn man sich mit Drogen vollpumpt das man Jahren danach die Nebenwirkungen spürt. Du solltest lieber zum Arzt gehen und Dich in Behandlung begeben. Nur so kannst Du feststellen lassen was Dir wirklich fehlt.

Antwort
von Getter5, 37

Kein wunder warum es dir so geht wenn du versuchst dich mit MDMA zu therapieren...


An deiner stelle würde ich einfach in eine offenen Psychiatrie gehen..
mehr kannst du da wirklich nicht machen

und ja der überbegriff heißt sehr wahrscheinlich schizophrenie
hör auf mit Cannabis und MDMA du willst ja nicht das dich noch Stimmen in deinem Kopf beleidigen


Kommentar von Kurnikoviano ,

Bitte versteift euch nicht zu sehr auf das Thema mit dem Drogenkonsum. Es ist nicht so, dass ich es mehrmals genommen habe. Es hat beim Konsum "Klick" gemacht und ich habe gemerkt, dass es mit den Drogenkonsum nicht weitergehen kann und seit diesem Tag nehme ich auch nichts mehr außer Nikotin und habe mit dem Thema abgeschlossen.

Kommentar von Getter5 ,

und welche Symptome hast du genau?

Also die jetzt sehr oft zutreffen

Kommentar von Kurnikoviano ,

Wie schon geschrieben bin ich sehr antriebslos, sitze meist lieber vor dem PC als raus zugehen, bin oft leicht reizbar, hab eher negative Gedanken, denke von anderen Menschen schlecht, bzw denke, dass sie schlecht über mich denken und mir ist alles gleich. Darunter leidet bspw die Schule sehr stark. Außerdem habe ich Schlafstörungen, was man ja grade sieht, da ich in 3 Stunden zur Schule muss..

Kommentar von Getter5 ,

hört sich nach Depressionen an aber denkst du das dich Menschen umbringen wollen oder sowas?

z.B deine Famiele dich im schlaf oder so töten will?

oder fühltst du dich beobachtet oder verfolgt?

Antwort
von Alexuwe, 55

Es ist leider nicht gut , wenn Laien versuchen Diagnosen zu stellen 

je mehr du da liest , je mehr fehlt dir 

ließ einfach mal positive Sachen , dann geht es dir besser 

nimm dein Leben in deine Hände , suche dir Ziele und erreiche sie 

das ist dein Weg !

Antwort
von GanMar, 11

Bin ich jetzt ein psychisches Wrack, da gefühlte 20 verschiedene Krankheitsarten auf mich zutreffen

Würdest Du nun weiter googeln, könntest Du hier locker noch eine Verdoppelung erreichen.

Ich habe schon oft darüber nachgedacht zu einem Arzt zu gehen, konnte
mich bis jetzt aber nie dazu überwinden und wüsste auch nicht wie ich
das ganze Thema ansprechen sollte.

Zumindest geht es Dir im Moment nicht besonders gut. Allein die Überlegung, eine Eigentherapie zu beginnen, wo es überhaupt noch keine halbwegs gesicherte Diagnose gibt, zeigt schon, daß Du Hilfe benötigst.

Überlege einmal in aller Ruhe, ob Deine Probleme sich nicht erheblich verschlimmern würden, wenn Du etwas vollkommen falsches machst? Betrachte es als "Selbsttherapie", indem Du Dir eine Überweisung zu einem Spezialisten ausstellst. Allein das Gespräch mit einem Arzt wäre ein kleines Stückchen "Sozialleben", welches positive Folgen nach sich ziehen könnte. Möchtest Du diese Chance vorübergehen lassen?

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort
von Neunmalschlauer, 18

Du MUSST zum Arzt gehen. Desto früher desto besser kann es behandelt werden. Und noch was: Finger weg von Drogen ;)

Antwort
von ihatert, 41

Hey,

ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, wirklich. Deine Situation ähnelt meiner Situation in deinem Alter stark!

MDMA-Konsum als Therapie zu bezeichnen halte ich für sehr fragwürdig.

Du bräuchtest einen Gleichgesinnten, mit dem du darüber sprechen kannst.

Dann merkst du schnell ob du dich selbst therapieren kannst oder dir doch lieber Hilfe holen solltest.

Ersteres ist definitiv schwerer.

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