Das ist eine schwere Frage. Zunächst ein mal bieten sich im gegebenen Fall zwei Optionen:
1) Pflege zu Hause 2) Heimunterbringung
Zu 1)
Zunächst einmal zur Frage, was hier im Vordergrund steht: Alkoholismus oder Demenz. In diesem Falle steht die Demenz im Vordergrund und nicht der Alkoholismus. Mit anderen Worten: Voraussetzung für Trockenheit wäre ein halbwegs gut funktionierendes Kurzzeitgedächtnis, was hier schlicht nicht der Fall ist. Die im Langzeitgedächtnis reproduzierten Inhalte haben in der Praxis die genannten Alkoholexzesse zur Folge. Damit muss derjenige, der die Person pflegt leben lernen. Am besten geht das, wenn man sich Unterstützung sucht, wie z. B. in Selbsthilfegruppen wie Al-Anon (Alkoholismus) oder CoDa (Coabhängigkeit). Die Solidarität von ebenfalls Betroffenen ist durch nichts zu ersetzen. Das Ding ist nämlich, dass ein kranker reicht, wobei hier die Coabhängigkeit auch krankhaft werden kann. Da sowohl Alkoholismus als auch Demenz aber auch Coabhängigkeit tödlich enden können (das ist in den meisten Fällen der Fall) sollte die Devise sein: "Ein Toter reicht!". Im übrigen zieht es den Alkoholiker auch nach oben, wenn der Coabhängige an sich arbeitet. Bitte dabei nicht dem Irrtum verfallen, Coabhängigkeit sei mit dem Beenden der Beziehung gleichsam beendet. Das ist ein tödlicher Irrtum. Das alltägliche Leben zu gestalten ist dann letztlich eine Frage der täglichen, so gut wie es eben geht geregelten, Praxis.
2) Durch einen Heimaufenthalt ist das Problem nicht erledigt, sondern nur verschoben. Der Kranke spielt immer noch im Leben eine Rolle, nämlich in der geistigen Präsenz. Wenn es wirklich nicht anders geht, musss dieser Schritt erfolgen, wieder nach dem Motto: Ein Toter reicht. Ich halte es dabei für Selbstverständlich denjenigen im Heim/Krankenhaus zu besuchen.
Ganz ausgeschlossen ist eine Heilung im übrigen nicht. Das weiss man allerdings vorher nicht. Daher meine Empfehlung, alles Menschenmögliche zu tun um sich selbst und dem anderen zu helfen und gleichzeitig noch sein Leben zu gestalten. Dann könnte ein Heim/Krankenhausaufenthalt nur von vorübergehender Dauer sein.
Buchtipp: "Pia Mellody - Wege aus der Coabhängigkeit"
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Tolle Antwort!+ und sicher sehr hilfreich!
Danke für die Blumen! :-)