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Alkoholismus und Demenz

Frage von Mephisto13 Mephisto13

Wie verfährt man mit einem ehemals trockenen Alkoholiker, der nach 18-jähriger Abstinenz nun wieder täglich zu ein - zwei - drei Flaschen Wein/Sekt greift und danach nichts davon weiß? Weil er seit 3 Jahren fortschreitende Demenz hat und absolut alles nach spätestens 5 Minuten vergißt!

Er trinkt den Alkohol wie Wasser - und beschimpft danach seine Frau, woher die vielen leeren Flaschen kommen! Manchmal versteckt er sie auch im Schrank, unter dem Bett, hinter der Heizung und verdächtigt dann seine Frau, sie dorthin gelegt zu haben ...

Was kann man da machen? Nichts mehr zu Hause haben funktioniert nicht, weil er losgeht und sich billigen Wein im Supermarkt besorgt. Das kann er plötzlich, obwohl er sonst nirgendwo mehr hingeht!

Was soll die arme Frau machen.

Bitte Ratschläge - möglichst von Leuten, die sowas kennen bzw. auch mitmachen müssen.

Und bitte keine Spaß-Antworten, dazu ist das Thema zu ernst und zu traurig! Danke

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Antworten (13)

  • 2
    Antwort von Odysseus247 Odysseus247

    Das ist eine schwere Frage. Zunächst ein mal bieten sich im gegebenen Fall zwei Optionen:

    1) Pflege zu Hause 2) Heimunterbringung

    Zu 1)

    Zunächst einmal zur Frage, was hier im Vordergrund steht: Alkoholismus oder Demenz. In diesem Falle steht die Demenz im Vordergrund und nicht der Alkoholismus. Mit anderen Worten: Voraussetzung für Trockenheit wäre ein halbwegs gut funktionierendes Kurzzeitgedächtnis, was hier schlicht nicht der Fall ist. Die im Langzeitgedächtnis reproduzierten Inhalte haben in der Praxis die genannten Alkoholexzesse zur Folge. Damit muss derjenige, der die Person pflegt leben lernen. Am besten geht das, wenn man sich Unterstützung sucht, wie z. B. in Selbsthilfegruppen wie Al-Anon (Alkoholismus) oder CoDa (Coabhängigkeit). Die Solidarität von ebenfalls Betroffenen ist durch nichts zu ersetzen. Das Ding ist nämlich, dass ein kranker reicht, wobei hier die Coabhängigkeit auch krankhaft werden kann. Da sowohl Alkoholismus als auch Demenz aber auch Coabhängigkeit tödlich enden können (das ist in den meisten Fällen der Fall) sollte die Devise sein: "Ein Toter reicht!". Im übrigen zieht es den Alkoholiker auch nach oben, wenn der Coabhängige an sich arbeitet. Bitte dabei nicht dem Irrtum verfallen, Coabhängigkeit sei mit dem Beenden der Beziehung gleichsam beendet. Das ist ein tödlicher Irrtum. Das alltägliche Leben zu gestalten ist dann letztlich eine Frage der täglichen, so gut wie es eben geht geregelten, Praxis.

    2) Durch einen Heimaufenthalt ist das Problem nicht erledigt, sondern nur verschoben. Der Kranke spielt immer noch im Leben eine Rolle, nämlich in der geistigen Präsenz. Wenn es wirklich nicht anders geht, musss dieser Schritt erfolgen, wieder nach dem Motto: Ein Toter reicht. Ich halte es dabei für Selbstverständlich denjenigen im Heim/Krankenhaus zu besuchen.

    Ganz ausgeschlossen ist eine Heilung im übrigen nicht. Das weiss man allerdings vorher nicht. Daher meine Empfehlung, alles Menschenmögliche zu tun um sich selbst und dem anderen zu helfen und gleichzeitig noch sein Leben zu gestalten. Dann könnte ein Heim/Krankenhausaufenthalt nur von vorübergehender Dauer sein.

    Buchtipp: "Pia Mellody - Wege aus der Coabhängigkeit"

    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Kommentar von dschinghi dschinghidschinghi

    Tolle Antwort!+ und sicher sehr hilfreich!

    Kommentar von Odysseus247 Odysseus247Odysseus247

    Danke für die Blumen! :-)

  • 2
    Antwort von SoNiEricsSon SoNiEricsSon

    In dem Fall wäre es mal besser, mit dem Hausarzt zu sprechen, ob es eine Therapie gibt oder die Möglichkeit, ihn in einer Suchtklinik oder Psychiatrie weiter zu behandeln oder zu pflegen, er sollte da ständig unter Beobachtung stehen, damit die Möglichkeit einer Alkoholversorgung nicht mehr besteht. (Und die Antwort meine ich sowas von Ernst)

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    Seine Frau war bereits beim Arzt, der hat nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, da kann man gar nichts machen.

  • 1
    Antwort von DemenzPm DemenzPm

    Ist den schon eine Betreuung für ihn beantragt? Es wäre vielleicht gut den Herrn ein Neurologen vorzustellen.

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    Seine Frau ist seine Betreuerin.

    Und der Neurologe macht immer nur Untersuchungen, aber nichts Effektives. Beim nächsten Termin will er wieder was 'untersuchen' - erscheint mir sowas von sinnlos!

    Kommentar von DemenzPm DemenzPmDemenzPm

    Um vielleicht sofort etwas zu unternehmen, könnte seine Frau bei der Pflegekasse anrufen und einen Pflegeberater bestellen, darauf hat sie Anspruch. Der Pflegeberater muss Vorort erscheinen und der Ehefrau und dem Erkrankten Hilfestellung geben.Als letzte sollte die Zwangseinweisung in Anspruch genommen werden, dies könnte die Ehefrau als Betreuerin auch veranlassen. Aber wie gesagt nur als letzten Ausweg sehen.

  • 1
    Antwort von finzerconsult finzerconsult

    Kann es sein, dass er unter dem Wernicke-Kosakov-Syndrom leidet ? Das ist eine alkoholbedinge Schädigung des Gehirns mit demenzähnlichen Ausprägungen.

    Wenn du mich fragst: Wie kann man so etwas aushalten? Zum einen geht wohl viel Geld weg, zum anderen vernichtet dieser Mann ja jeglichen Frieden.

    Und eine Therapie, Entgiftung zuerst, dann Entzug? Wird aber wegen der fortgeschrittenen geistigen Nicht-Erreichbarkeit keinen Erfolg haben können.

    Die Mutter einer Bekannten von mir hat das Wernicke-Korsakov-Syndrom und lebt seit Jahren in einer entsprechenden Einrichtung.

    Eine psychiatrische Klinik kann dir Auskunft geben. Die Sache ist sehr bitter. Ich wünsche euch viel Kraft. LG

    Kommentar von finzerconsult finzerconsultfinzerconsult

    Sucht euch bitte einen Arzt, der das problem einschätzen kann. Psychiater . Schulterzucken ist noch nicht einmal bei Schnupfen hilfreich.

  • 1
    Antwort von Raimund1 Raimund1

    da gibts nur eins:

    Trennung

    oder Co-Abhängigkeit

    http://de.wikipedia.org/wiki/Co-Abh%C3%A4ngigkeit

    Das muss man nicht mitmachen!

    Das ist der große Irrtum aller, die zuwenig Mut haben, konsequent zu sein.

    Ich meine das überhaupt nicht böse, ich kann nachvollziehen, dass es 100 Gründe gibt, um sich nicht zu trennen. Abder die Konsequenz aus der Nicht-Trennung sollte genauso klar sein.

    Und wenn man/frau sich dann nicht trennt, dann sollte sie sich nicht beklagen, sondern die Verantwortung für die eigene Handlung tragen

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    er ist ja schon fast sowas wie ein Pflegefall - und daher kann sie ihn nicht verlassen. Es wäre unterlassene Hilfeleistung.

  • 1
    Antwort von TheAmducias TheAmducias

    Wenn ihr ihn nohc zu Hause haben wollt und ihn nicht in eine Pflegeeinrichtung geben wollt würd ich das ganze Geld verstecken, damit er sich nichts mehr kaufen kann oder alkoholfreie Sachen kaufen. Wenn er jetzt soviel trinkt, müsst ihr aufpassen, dass er nicht in den Entzug rutscht wenn ihr es irgendwie hinbekommt, dass er nicht mehr an Alkhohol kommt. Bei uns in der Stadt gibt es Demenzhilfegruppen mit denen man sich austauschen kann und sich Hilfe holen kann. Gibt es so etwas bei euch auch?

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    ... die gibt es ja überall - aber die geben keinen Rat. Sie plaudern nur über sich und ihre Versuchungen und sind keine Hilfe! Sie war schon ein paar Mal dort - aber kein Ratschlag, den man nutzen könnte. Geld verstecken ist nicht, weil er dann so wütend wird. Entzug geht nicht - da macht er nicht mit und gegen seinen Willen kann man niemanden zwingen, sowas zu machen.

    Er hat aber ja keinen eigenen Willen mehr.

    Kommentar von TheAmducias TheAmduciasTheAmducias

    Mit Entzug meinte ich auch den ungewollten! Also wenn er keinen Alkohol mehr bekommen. Das man einen Dementen nicht in einen Entzug schicken kann, ist jawohl klar :D Gebt ihn lieber in eine Pflegeeinrichtung, redet mit dem Sozialdienst, sonst macht ihr euer Leben auch noch kaputt!

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    ich rat ihr mal, sich an die AWO zu wenden, da hat er sowas wie eine Aufsichts-Schwester, die alle 6 Monate ihre Pflege-Situation überprüft. Vielleicht kann die ihr helfen. Und ihm...

  • 1
    Antwort von andereaas andereaas

    eine frage vorab, kam erst die demenz und dann der neue griff zur flasche oder umgekehrt?

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    Erst kam die Demenz, Februar 2007 -

    und im August 2010 waren Beide auf einer Kreuzfahrt, bei der es Gratis-Tischwein zum Essen gab. Die Ober haben ihm eingeschenkt, und er hat den Wein getrunken- während seine Frau gerade am Buffet war und sich was zu Essen geholt hat - als sie wiederkam, hatte er schon 2 Gläser ausgetrunken und gesagt: das schmeckt aber gut, das trink ich jetzt öfter!

    Was ist das denn??? (seine Frage!)

    Kommentar von andereaas andereaasandereaas

    es gibt ja verschiedene formen von demenz. eine ist ja, das er die letzten 20 oder auch 30 jahre plötzlich vergessen hat und dann kommen wieder lichtblicke! diese zeiten können varieren, daher seine unterschiedlichen reaktionen. ich kann euch nur folgende tipps geben: pflegestufe beantragen, nach möglichkeit eine selbsthilfegruppe für demenz-kranke aufsuchen, erste anlaufstelle: http://www.deutsche-alzheimer.de/ .und ihr müsst euch darüber im klaren sein das es sehr,sehr hart werden kann.

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    ..ich nehme an, das ist ihr völlig klar

    Kommentar von andereaas andereaasandereaas

    nochmal mein tipp holt euch beistand; es wird knallhart. ich weiss wovon ich rede!

  • 1
    Antwort von googleme googleme

    Also, ich arbeite in einem Alters und Pflegeheim und wir haben viele solcher Fälle hier. Wichtig ist, dass man der Person Aufmerksamkeit und Betreuung schenkt, damit eben nicht mehr zur Flasche gegriffen werden kann. Alkohol verstärkt die Demenz und ist deshalb überaus gefährlich. Ich würde dir ernsthaft raten, dir Gedanken darüber zu machen, ihn in ein Heim oder wenigstens unter Aufsicht Zuhause zu stellen. Wenn er weg läuft, muss er evt. sogar in eine Geschlossene...das hört sich schlimmer an als es ist...

    lg Googleme

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    In eine Anstalt kann sie ihn nicht bringen, weil er das üüüberhaupt nicht will - und gedroht hat, vom Dach zu springen, wenn sie das macht.

    Kommentar von googleme googlemegoogleme

    Diese Drohung wird er wohl auch wieder vergessen... Mit starker Demenz wird es kurz oder lang nicht anders gehen. Auf ner Geschlossenen gibts übrigens keine Dächer wo man runterspringen könnte ;)

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    ..aber bei ihm in dem Haus, in dem er lebt .... (23 Stockwerke)

    Kommentar von googleme googlemegoogleme

    Ja, aber ab einem gewissen Grad ist er eh nicht mehr entscheidungsfähig und Angehörige entscheiden darüber, was am besten für ihn ist. Er wird das, je nach zustand, nicht mal mitbekommen...

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    das bekommt er schon mit - er war ja schon im Krankenhaus und da hat er randaliert, weil er unbedingt nachhause wollte

    man wollte ihn in die Geschlossene wegen Suizidgefahr bringen - aber seine Frau hat ihn vorher schnell rausgeholt.....

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    Antwort von anjanni anjanni

    Wenn die Frau der Situation psychisch nicht mehr gewachsen ist, muß vielleicht mal über eine Pflegestelle (eventuell Tagespflege) nachgedacht werden...

    Wegen der Demenz ist doch sicherlich eine Pflegestufe beantragt/genehmigt? - Auf jeden Fall sollte die Frau bei entsprechenden Stellen Beratung suchen.

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    Pflegestufe besteht.

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    Antwort von LiYaPa LiYaPa

    Findet er denn die versteckten Flaschen wieder?

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    nein! er weiß ja nicht mal, dass er sie versteckt hat. Er bezichtigt dann seine Frau, sie ausgetrunken zu haben, wenn er sie zufällig entdeckt!

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    Antwort von Schuhu Schuhu

    Vielleicht kann die Ehefrau einen Vorrat alkoholfreien Weins und Sekts anlegen. Daraus bedient sich dann der Ehemann. Möglicherweise bemerkt er aufgrund seiner Demenz nicht, dass die von gewünschte Wirkung nicht eintritt. So kann die Ehefrau wenigstens die körperlichen Folgen der Alkoholsucht vermeiden.

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    Hatte sie bereits gemacht - der Ehemann lehnt aber so was als 'Plörre' ab und schüttet das teuere Zeugs in den Ausguß, weil es ihm nicht schmeckt .....

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    Antwort von marion32 marion32

    ihn verlassen--bis er wieder trocken ist!der weiß genau,was er tut,sonst würd er auch vergessen,das er was zu trinken kaufen gehn muß!!!!!

    Kommentar von Mephisto13 Mephisto13Mephisto13

    verlassen geht nicht, dann verkommt er sofort - er weiß ja gar nichts mehr..

    das wäre dann ja unterlassene Hilfeleistung!

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    Antwort von Regenbogen1958 Regenbogen1958

    Dann hat er einen Rückfall und wird sich wohl zu Tode trinken! Leider!

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