Frage von meedyiri, 152

Alkoholisiert (atemtest 0.63 promille) mit dem Auto meiner Freundin Unfall gebaut.womit muss ich nun an kosten etc rechnen?

Hallo liebe community, nun ist mir leider das passiert was einem nie passieren sollte...ich bin alkoholisiert Auto gefahren. Mit dem Auto meiner Freundin. Beim Einparken habe ich leider ein an mir vorbeifahrendes Auto erwischt - keine größere Schäden und keiner verletzt. Das andere Auto hatte ne kleine delle und paar Kratzer bekommen leider..Polizei wurde gerufen und an mir ein Alkoholtest durchgeführt. .ich hatte 0.63 promille..ich musste anschließend mit ins Revier für den bluttest. Was könnte nun alles auf mich zukommen? Fahrverbot für wie lange, wieviele Punkte und wie hoch die Strafe? Man bedenke mir ist das alles zum ersten mal passiert.. Und übernimmt die Versicherung meiner Freundin die Schäden am anderen Auto? Wie läuft das genau ab? Und wie zahle ich ihr das am besten zurück?

Wäre für paar hilfreiche Antworten dankbar! LG

Antwort
von Loroth, 37

Hallo,

na dann versuchen wir doch einmal die gestellten Fragen SACHLICH zu beantworten:

Was könnte nun alles auf mich zukommen? Fahrverbot für wie lange,
wieviele Punkte und wie hoch die Strafe? Man bedenke mir ist das alles
zum ersten mal passiert..

Zunächst einmal ist zwischen Fahrer inner- und außerhalb der Probezeit zu unterscheiden, da dieses Merkmal die Höhe und Art der Strafe maßgeblich beeinflusst.

Bei Ersteren gilt die 0,0-Promille-Grenze. Verstöße werden grundsätzlich schon einmal mit 250 € und 1 Punkt (+ ggf. Aufbauseminar) geahndet.

Aber auch erfahrenere Fahrer haben einiges zu erwarten. Bei über 0,5 %o gilt nämlich:

  • 500 € Bußgeld + 2 Punkte + 1 Monat Fahrverbot
  • der Unfall kann sich straferhöhend auswirken (dann wird der Fall als Straftat und nicht mehr als Owi behandelt)

Und übernimmt die Versicherung meiner Freundin die Schäden am anderen
Auto? Wie läuft das genau ab? Und wie zahle ich ihr das am besten
zurück?

Die gute Nachricht: Ja, es besteht Versicherungsschutz. Allerdings gibt es einige Fakten zu beachten, die Dich u.U. teuer zu stehen kommen können.

So gilt in der Kfz-Haftpflicht seit einiger Zeit:

§ 2b AKB:

(1) ... Der Versicherer ist von der Verpflichtung zur Leistung frei,

e) in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung, wenn der Fahrer infolge
Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht
in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen.

Dies beruht im Kern auf der Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung § 5, Abs. 5, wonach ein zulassungspflichtiges Kfz nicht unter Alkoholeinfluß geführt werden darf.

Da der Versicherer jedoch gegenüber geschädigten Dritten uneingeschränkt zur Leistung verpflichtet ist, kann er lediglich im Innenverhältnis einen Regress gegen den Fahrer und - unter bestimmten Voraussetzung - den Halter durchführen. Dieser Regress ist auf max. 5.000,- € beschränkt.

ACHTUNG: Zwischen dem Unfall und dem Alkoholeinfluß muss ein kausaler Zusammenhang bestehen. Ansonsten kann der Versicherer NICHT regressieren! Ob dies im vorliegenden Fall gegeben ist, muss geprüft werden. Hier lohnt sich ggf. die Einschaltung eines Fachanwaltes, um einen ev. ungerechtfertigten Regress abzuwehren.

Außerdem sollten bestimmte Rahmenbedingungen beachtet werden, zu deren Einhaltung der Versicherer verpflichtet ist, um regressieren zu können. Heißt im Umkehrschluss: Tut er dies nicht, ist auch kein Regress möglich. Näheres weiß der Anwalt.

Im Bereich der Kaskoversicherung gilt:

Anders als noch vor einigen Jahren kann der Versicherer sich nicht mehr auf eine komplette Leistungsfreiheit berufen.

Vielmehr ist - bei Vorliegen einer relativen Fahruntüchtigkeit (als absolut fahruntüchtig gilt man i.a.R. erst ab 1,1%o) - gem. einer entsprechenden Quotelung der Schaden am eigenen Fahrzeug anteilig zu regulieren.

NACH Abschluss der Regulierungen in Haftpflicht und Kasko kann man dann noch prüfen lassen, ob sich ein Schadenrückkauf zur Erhaltung der Schadenfreiheitsrabatte lohnt.

Die Schäden dagegen - wie hier schon empfohlen - von Anfang an selbst zu übernehmen, ist absolut NICHT ratsam!

Viele Grüße

Loroth

Kommentar von FreierBerater ,

Sorry!  Auch du hast -bei aller Sachlichkeit- übersehen, dass der Fragesteller nicht sein eigenes Kfz zerlegt hat. Der Vollkaskoversicherer seiner Freundin (VN) ist daher voll leistungspflichtig!

Kommentar von Loroth ,

Wenn er nicht gerade unter Alkoholeinfluß den Schaden verursacht hätte, würde ich Dir recht geben (gem. AKB 2.8, Musterbedingungen 2015 GDV).

Im zweiten Satz heißt es aber an gleicher Stelle:

Jedoch sind wir bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Schadens berechtigt, unsere Leistung soweit zurückzufordern, wie dies der Schwere des Verschuldens entspricht.

Einzige Einschränkung: Wenn der Fahrer mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft lebt (was im vorliegenden Fall nirgendwo bestätigt wird).

Dass gerade Fahren unter Alkohol zur groben Fahrlässigkeit gezählt wird, bestätigen die AKBs großer Kfz-Versicherer, wo es an entsprechender Stelle wie folgt oder ähnlich heißt:

Ist die Entwendung des Fahrzeugs oder der Schaden infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel von dieser Person grob fahrlässig herbeigeführt worden, sind wir berechtigt, unsere Leistungen soweit zurückzufordern, wie dies der Schwere des Verschuldens entspricht.

(Von der Regelungen bei Vorsatz sehe ich hier einmal ab, weil man das hier wohl ausschließen kann.)

EINEN Unterschied zwischen Versicherungsnehmer und fremden Fahrern bzgl. der Regelung bei Schäden unter Alkohol gibt es aber tatsächlich und insofern korrigiere ich meine Aussage im DETAIL:

Beim Versicherungsnehmer wird bei Alkohol die Leistung anteilig GEKÜRZT; bei fremden Fahrern wird anteilig ZURÜCKGEFORDERT. (vgl. AKB A 2.8. und AKB A 2.9.1., Musterbedingungen GDV 2015)

Antwort
von huepper, 73

Wenn du noch in der Probezeit bist wird es derbe. Ansonsten kannst du so mit 500eur 1 Monat Fahrverbot und zwei punkten rechnen.

Die Versicherung wird den schaden erstmal übernehmen, aber dann den grössten teil zurückfordern.

Antwort
von schleudermaxe, 56

Wichtig: Den Schaden ohne die Versicherung ordnen und bezahlen. Dann gibt es keine Rückstufung und auch keinen Regreß.

Ich erlebe immer wieder, daß viele Makler/Berater ihre Kunden auf diese "Falle" nicht hinweisen.

Kommentar von Apolon ,

 Wichtig: Den Schaden ohne die Versicherung ordnen und bezahlen. Dann gibt es keine Rückstufung und auch keinen Regreß.

Dir ist aber schon bekannt, dass sich der Geschädigte direkt an den Versicherer wenden kann !

 Ich erlebe immer wieder, daß viele Makler/Berater ihre Kunden auf diese "Falle" nicht hinweisen.

Und unter welcher Bezeichnung bist du hier im Forum unterwegs ?

Antwort
von BenLam, 69

Der Schaden des Unfallgegners wird von der Haftpflichtversicherung übernommen. Hier können allerdings Regressansprüche geltend gemacht werden.

Es handelt sich um grobe Fahrlässigkeit.

Ich hoffe, dass du als Fahrer eingetragen bist, ansonsten muss deine Freundin mit einer Strafe seitens der Versicherung rechnen. Im schlimmsten Falle ein kompletter Jahresbeitrag plus Prämienerhöhung.

Eine Vollkasko für den eigenen Wagen wird die Zahlung vermutlich verweigern.

Die Strafe durch den Staat kannst du im Internet recherchieren. Diese stehen im Bußgeldkatalog.

Kommentar von FreierBerater ,

Entschuldige bitte, aber das ist jetzt echt grosser QUATSCH!!

Kommentar von schleudermaxe ,

... und was bitte ist daran Quatsch? Bei Trunkenheitsfahrten und Leistung durch die Versicherung kommt doch der Regreß und die Rückstufung sowieso und somit gleich selber bezahlen.

Alles doch Alltag und ganz einfach und sollte Dir doch bekannt sein, oder?

Kommentar von Apolon ,

@Schleudermaxe,

wie wäre es denn wenn du deinen Text mal ausnahmsweise mit einer Rechtsquelle belegen würdest.

Dann könntest du wenigstens einmal hier im Forum punkten.

So .....   muss man aber davon ausgehen, dass du wie immer keinen blassen Schimmer hast und nur Unsinn schreibst.

Kommentar von schleudermaxe ,

Warum muß ich, wenn die Verkäufer solcher Produkte die AKB schon auswendig kennen?

Kommentar von FreierBerater ,

@schleudi  Ich werfe dir deine Ahnungslosigkeit nicht vor, aber mit Aussagen, die auf falschem Leseverständnis herrühren, machst du alles noch viel schlimmer!!  Der Fragesteller hat ein FREMDES Auto (seiner Freundin) zerlegt, daher zahlt dessen Vollkasko, und die Haftpflicht zahlt den Schaden beim Dritten (Vorbeifahrenden). Der eventuelle Regress richtet sich höchstens gegen den Fahrer, also hier den Fragesteller.

Kommentar von Apolon ,

@Schleudermaxe,

dein Deutsch müsste dir doch schon Schmerzen verursachen.

Auch für dich ein Tipp: belege einen Deutsch + Grammatik-Kurs.

Als Vermittler für Versicherungsprodukte eignest du dich auf jeden Fall nicht, denn sonst würdest du solch einen Unsinn nicht schreiben.

Kommentar von BenLam ,

@FreierBerater

Deine Aussage ist nicht richtig. Die Vollkasko kann sehr wohl die Leistung verweigern. Das haben Gerichte schon so entschieden und zwar nach Klagen von Versicherungsnehmern.

Im Falle der Haftpflichtversicherung habe ich was genau falsch geschildert?

Bitte keine Kritik, die nicht belegt ist.

Im oben genannten Fall wird natürlich geprüft, ob der Unfall auch ohne Alkohol entstanden wäre.

Antwort
von hggyg531, 68

Ich denke mal einen Punkt und eine Geldstrafe. Ich kenne mich nicht so sehr mit dem Strafkatalog aus.

Zumindest wird deine Freundin das gleiche erwarten

Kommentar von Apolon ,

 Zumindest wird deine Freundin das gleiche erwarten

auf welche Rechtsquelle beziehst du dich ?

Stell dir mal vor, bei deinem Auto ist noch eine weitere Person als Fahrer eingetragen.

Dieser fährt mit deinem Auto ins Städtchen, trinkt ein paar Gläschen Wein und es kommt zu einem Unfall.

Und dann darfst du dafür eine Geldstrafe bezahlen und bekommst unter Umständen auch noch den Führerschein abgenommen.

Dies wäre doch eine tolle Rechtsprechung!

Antwort
von chongzi, 68

Polizeilich geht das Ganze zur Bußgeldstelle und endet evtl. Mit ner Ordnungswidrigkeitsanzeige. Als Ersttäter kann dich der Spaß 500€ kosten + 1Monat Fahrverbot + 4 Punkte. Wird aber individuell entschieden, .... du bist nur dummerweise über den 0,5 promille.

Schaden wird die Versicherung zu 99,9% nichz zahlen, warum sollte eie auch. Die bekommen das Unfallprotokoll der Polizei, damit ist die Sache klar. Vielleicht hast du Glück und der Sachbearbeiter drückt nen Auge zu und die übernehmen nen Teil, oder deine Freunfin hat ne Zusatzversicherung. Das kann leider auch relativ teuer werden. Je nach Modell, Ausbeulen nen paar Hunder Euro, Lackieren, je nachdem, welcher Teil ebenfalls nen paar Hundert Euro. 

Dazu kommt halt der Schaden an ihrem Fahrzeug, den auch keiner übernimmt ;)

Dumm gelaufen, Alkohol am Steuer und so. Sei froh, dass es glimpflich ausging. Auch wenns deine eigrne Schuld ist, drück ich dir die Daumen, dass es günstiger wird! Evtl. mal mit dem Unfallgegner sprechen, ob er dich drauf einlässt zu ner Werkstatt ohne Rechnung zu gehen, ... dann wird es günstiger ;)

Oder er lässt sich den Kostenvoranschlag von dir auszahlen, da entfällt dann die MwSt, ...

Kommentar von BenLam ,

Der Schaden wird durch die Haftpflichtversicherung reguliert. Es kann lediglich zu Regressansprüchen kommen.

Kommentar von chongzi ,

Stimmt, mein Fehler. Bei 0,6 Promille wird die Versicherung wohl 50% übernehmen. Über 1 Promille zahlt sie nix. 

Außerdem wird seine Freundin in der Versicherung hochgestuft. 

Kommentar von FreierBerater ,

Sorry, Eure Meinung in allen Ehren, aber bei der Fragestellung ist WISSEN erforderlich!

Kommentar von chongzi ,

Nein, bei der Fragestellung ist nen Anwalt nötig, ... Ich teile nur meine persönlichen Erfahrungen, nicht unbedingt meine Meinung. Hatte damals vor knapp 12 Jahren auch mal nen kleinen Unfall gebaut, dummerweise morgens mit Restalkohol, .... auch eher weniger clever und unüberlegt, ... hatte es dann so mit der Werkstatt meines Vertrauens geregelt. War nen defektes, gesplittertes Rücklicht und die Schrammen davon hinten am Fahrzeug. Inkl. Ersatzteil und Lackieren hat mich der Spaß ca. 600 gekostet. 

Ausbeulen, wenn man es richtig macht ist aber Aufwendiger, da du erst ablackieren musst, dann kleine Ösen aufschweißen, dann ausbeulen, dann Ösen beseitigen, schleifen und lackieren musst, ...

Oder du sagst sch**ß drauf und haust mit nem Hammer von innen gegen - haha.

Kommentar von FreierBerater ,

@chongzi Ich dachte mir bereits, dass du hier verschiedene Sachverhalte in einen Topf wirfst und dann zwangsläufig falsche Schlüsse ziehst...

Hier ist es schlicht so, dass der Fragesteller mit einem FREMDEN Auto das Fahrzeug eines Dritten beschädigt hat. Dafür braucht es keinen Anwalt um den Sachverhalt zu erfassen.

Kommentar von chongzi ,

Gut, dann bin ich raus, was die Haftung der Versicherung angeht - haha. Beim möglichen Bußgeld hingegen bin ich mir relativ sicher, da mir ein ähnlicher Fall bekannt ist. 

Soll ers sportlich nehmen, verletzt wurde ja anscheinend niemand, das ist ja immerhin die Hauptsache 

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