Meine Kollegin erzählte mir heute, dass es bei ihr zu hause momentan recht stressig sei. Sie habe ernsthafte Probleme mit ihrem ältesten Sohn, der mitlerweile 31 Jahre alt ist und in der ausgebauten Kellerwohnung wohnt. Er ist Alkoholiker, verdient 2.000 Euro netto als Fliesenleger und zahlt kein Geld bei seinen Eltern. Wohnt praktisch kostenlos in einer 80 qm Wohnung und bedient sich aus den Vorräten und dem Kühlschrank. Wäsche waschen inklusive. Meine Kollegin (kronische Schmerzpatientin) nervt das schon sehr lange. Sie haben sogar einen Mietvertrag mit ihm gemacht, wo pro forma eine geringe Mietsumme eingetragen ist (wurde erstellt, als er arbeitslos war). Nun beschimpfte ihr Sohn sie übelst und sie möchte, dass er endlich auszieht. Seine Wäsche wäscht sie schon lange nicht mehr. Leider stößt sie da auf taube Ohren bei ihrem Mann, denn der wäscht jetzt seine die Wäsche... Sie drängt ihn dazu, Geld abzugeben, der Vater steht nicht hinter ihr. Sie musste sich von ihrem Sohn als geldgierig beschimpfen lassen und hat jetzt seit 5 Wochen kein Wort mehr mit ihm gewechselt. Ihre Nerven liegen blank. Außerdem wohnt ihre Mutter im oberen Geschoss und ist schwer Krebskrank (also ein 3-Generationen-Haushalt). Die Oma unerstützt den Enkel auch noch... Was kann ich ihr raten? Weiß jemand einen Rat? Danke im Voraus.
Antworten (19)
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KolumnaKolumna
Hallo Kyra, was Du schilderst, ist sehr schlimm. Ich kann es nachvollziehen, als Mutter und als Schmerzpatientin. Deshalb weiß ich, dass Deine Kollegin sich in einem absoluten Dilemma befindet, denn jeglicher Stress hat die Macht die Schmerzen noch zu steigern. Leider ist es so, dass wenn Mann und Oma den Sohn noch bestärken, ihr Stresspegel ins unermessliche steigt. Da keiner auf sie Rücksicht nimmt, kann ich nur raten, sie soll aus der Situation aussteigen und sich mit ihrem Arzt über eine psychosomatische Reha verständigen. Nach Möglichkeit so weit weg, dass keiner auf die Idee kommt, sie zu besuchen. Dort hat sie die Möglichkeit, sich körperlich und seelisch zu regenerieren, zu lernen, wie sie mit der Situation besser zurecht kommt und ihre Familie hat die Chance zu sehen, wie sie ohne sie leben muss. Dann prallen alle Dinge, die sonst sie treffen, auf ihren Mann. Erst dann wird er verstehen, was los ist. Vom Gesetz her, kann sie nichts erwarten, weil sie dann gerichtlich gegen ihren Sohn vorgehen müsste. Menschlich helfen kann sie ihrem Sohn aber nur, wenn der Rest der Familie mitzieht, denn das bedeutet, ihn völlig fallen zu lassen. Schlösser austauschen, dass er das Haus, außer seiner Wohnung nicht mehr betreten kann, kein Wäsche waschen, kein Essen - einfach nichts. Dies ist der einzige Weg, der für Suchtkranke erfolgverspechend ist. Solange man sich in einer sogenannten Coabhängigkeit befindet und darin sind alle 3, wird nichts Erfolg haben. Ich weiß, dass beide Wege sehr schwer sind und für mich als Mutter käme nur der erste in Frage, aber sie muss verstehen lernen, dass sie früher oder später daran zerbricht, wenn sie nicht aus der Situation geht. Ich wünsche Dir die Kraft, Deine Kollegin davon zu überzeugen und drücke ihr fest die Daumen, dass sie es schafft, denn ich bin zu spät gegangen. LG
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4Antwort von
wienochmalwienochmal
koffer packen und nichts wie weg, das hält ja kein mensch aus......mutter und mann müssen sich entscheiden, wo ihre prioritäten liegen
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3Antwort von
pacole1pacole1
Ein Zeichen setzen und gehen!!!Und in eine Angehörigengruppe der AA(Anonyme Alkoholiker). Dort bekommt sie die nötige moralische und seelische Unterstützung.
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Kyra700Kyra700 nur... es ist ihr Haus... hm
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pacole1pacole1 "Gehen" heißt nicht für immer, sondern sollte nur ein sichtbares Zeichen sein und die Familie zum Aufwachen bringen
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3Antwort von
stefanpeterstefanpeter
Du solltest ihr raten zu gehen. Im Wissen drum, wie schwer das ist.
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3Antwort von
syrophiasyrophia
Selber ausziehen.
Das ist ja alles mehr als dreist und wenn drei gegen eine sind, hat sie kaum eine Chance. Mehr als Rechtsanwalt fällt mir net ein. Schlüssel austauschen und rausschmeißen.
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rockyourliverockyourlive selber ausziehn find ich net gut ne flucht aus der eigenen wohnung ist schon äuserst krass..
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2Antwort von
kaesbrotkaesbrot
Wenn sie alleine gegen den Rest der Welt ist, dann würde ich mich trennen. Der Vater kann sich um den Sohn und Haushalt kümmern.
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2Antwort von
rockyourliverockyourlive
Ich habe selber mit einem alkoholkranken Vater zu tun und verstehe die situation nur zu gut... er kommt mir sehr aggresiv vor nach der schilderung... das beste ist zum entzug zu überreden aber da sehe ich offen gesagt wenig hoffnung ganz klar der is 31 soll seine sucht selber finanziern und sie soll stark sein und den geldhahn zudrehen (Sie können ihre freundin dabei ja unterstützen)
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Kyra700Kyra700 ja, das möchte ich ja auch, deshalb stellte ich hier diese Frage. Wir haben uns heute etwas länger über das Problem unterhalten. Sie tut mir echt leid. Ich habe mit Alkohol gar keine Erfahrungen. Bei uns trinkt und trank nie einer - ein Glück! Danke für den Kommi! DH
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snoop27snoop27 man kann keinen suchtkranken zum entzug überreden und selbst wenn, wenn keine eigenmotivation da ist, wird das nichts.
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peterpawlowpeterpawlow
Ups, der Bengel muss da raus, egal wie. Keine Ahnung wie man da weiter helfen kann...
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12sonne0412sonne04
Dringend eine Suchtberatungsstelle aufsuchen - hier gibt es mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen....... Wenn auch der Ehemann und die Oma den alkoholkr. Sohn noch unterstützen - evtl. erst mal raus aus diesem Haus und mit Hilfe von außen die Situation versuchen zu ordnen. Es gehört eine ordentliche Portion Mut dazu, diesen Weg zu gehen - wegen der Rederei etc...-aber wenn jetzt nichtspassiert, ist es zu spät.
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Kyra700Kyra700 ich habe auch deine Antwort meiner Kollegin gemailt und ihre Reaktion war diese: Diese Antwort eines Lesers ist auch völlig richtig. Ich verstehe es vollkommen. Aber ich habe meine schwerkranke Mutter im Arm und glaube mir, es geht ihr n i c h t gut. Also kann ich diesen Weg j e t z nicht gehen. Wenn ich das täte, dann würde das eine extreme Verschlechterung ihres Befindens bedeuten und das will ich auf gar keinen Fall. Sie geht jetzt auf die 80 Jahre zu, ihr Zustand hat sich seit ca. März 09 stark verschlechtert und ich will ihr noch eine gute, letzte Zeit geben. Solange halte ich alles noch durch, denn ich bin physisch stark, glaub mir.
Ich habe mir seit langer Zeit angewöhnt, für jedes gute Gespräch zu DANKEN. Es fällt nicht so vielen auf, nur einigen .. Ich bin tatsächlich dankbar für gute Worte und für gute Gespräche, die mir ein kurzweiliges Ablenken der häuslchen Situation geben. Und es geht anderen ja noch v i e l schlechter. Das sage ich mir dann immer wieder und dann ist wieder alles gut für eine Weile.
Nun DANKE
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snoop27snoop27
erstens: suchtberatung für die mutter (die machen auch angehörigenberatung) zweitens: es gibt selbsthilfegruppen für angehörige, dort kann sie sich mit anderen leuten austauschen, die das kennen und sich rat bei betroffenen holen
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1Antwort von
KatzewandaKatzewanda
Oje, wenn der Partner nicht mitzieht in so einem Falle, dann ists wohl schwer. Ihn muss sie überzeugen, dass er seinem Sohnemann die Hosen stramm zieht und zu ihr steht. Ansonsten hilft nur, eine Auszeit nehmen und eine Weile ausziehen um sich zu erholen. Um ihre Mutter sollte sie sich schon kümmern, aber nicht um die Männer und den Haushalt.
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Kyra700Kyra700 das hätte ich an ihrer Stelle schon längst gemacht. Ich hätte nur meinen Mann samt Sohn raus geschmissen (es ist ihr Haus ;-)).
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moccajoghurtmoccajoghurt
Wer weiß was mit dem Sohn passiert, wenn er rausgeschmissen wird. Selbstmord?
Der Vater scheint da anscheinend etwas zu spüren und verhindert, dass etwas passiert, was er bereuen würde...
Scheiß Situaton.
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Kyra700Kyra700 ist es kein Selbstmord, wenn er nicht aus der Sucht heraus kommt? Ich denke auch, dass ein Süchtiger erst ganz ganz unten sein muss, bis er Hilfe annimmt. Aber dem jungen Mann geht es halt zu gut zu hause. Wenn es mein Sohn wäre, wäre er längst aus dem Haus raus, egal mit welchen Mitteln. Aber wie soll ich ihr das klar machen? Man kann und darf jemanden nicht in Watte packen, nur weil man angst hat, dass er sich umbringen könnte. Er ist erwachsen und sollte endlich lernen, die Verantwortung für sein Leben selbst zu übernehmen, statt auf Kosten seiner Eltern, seine Sucht zu finanzieren!
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Kyra700Kyra700 zu deiner Mail schrieb meine liebe Kollegin folgendes: was ist, wenn der Sohn Selbstmord verübt? Der Vater scheint etwas zu spüren ..
Genau das ist der Punkt, warum mein Mann so stark an unserem Sohn festhält. Und wenn ich ehrlich bin, dann habe ich das auch im Hinterkopf. Deshalb können ich und mein Mann nicht so konsequent sein, wie alle es mir und uns raten. Familientherapie haben wir einmal mit einem anderen Hintergrund (Bulemie) mit ihm zusammen versucht. Dabei ist er dann während der Stunde aufgestanden und hat den Kreis verlassen.
Die Situation ist echt verzwickt, das kannst Du mir glauben. Auf der einen Seite liebt man den kranken Sohn wie verrückt, auf der anderen Seite kann man diese Super-Streßsituationen nicht aushalten. Ich schwanke ständig hin und her zwischen Rausschmeißen und Augen zumachen. Wer n i c h t in solcher Situation steckt, der kann sie auch nicht richtig nachfühlen, obwohl ich es auch keinem übelnehme, wenn er/sie dieses Handeln von mir/uns kaum nachvollziehen kann.
Selbstverständlich hat diese Situation einen riesigen Keil zwischen mich und meinen Mann getrieben. J e t z t realisiere ich es so richtig, nachdem ich all diese Reaktionen der lieben Menschen gelesen habe. J e t z t wird mir allerlei klar.
Wenn ich nicht mein altes und schwerkrankes Muttchen an meiner Hand hätte, die mittlerweile ihr ganzes Dasein in meine Hände gelegt hat, dann wäre ich schon lange weg. In diesem Punkt stimme ich den Antwortern bei. Sachen packen und weg, denn ich komme dabei nicht nur zu kurz, sondern ich verkomme dabei als Mensch und auch als Frau. Und aus solchen Umständen heraus entstehen dann solche Ausgeburten der Phantasie, indem man sich kleine Inseln des Frohseins, des Lachens, des Glücklichseins schafft, wie ich es teilweise tue. Vielen Dank!
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miamojomiamojo
Da gibts kaum einenRat. Wenn ich ehrlich bin denke ich dass dieses Problem mindestens die Ehe kaputt machen wird. Und nur wegen diesem Alki...
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thomruthomru
Rausschmeissen geht leider nicht. Da fällt mir nur sowas wie eine professionelle Familietherapie ein.
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kochstuebchenkochstuebchen
wenn es mein sohn wäre, würde ich mein schloss auswechseln. er käme mir nicht mehr in meine wohnung. wenn er keine miete zahlt, fliegt er raus.
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KamuiKamui
das echt s*******... was man raten kann?? selber ausziehen...
quatsch... sie könnte mal nachschauen ob sie das rechtlich irgendwie regeln könnte
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noeliahnoeliah
also bitte den cheisskerl von sohn wird ich sofort rausschmeissen! schmarozzzzzer! und wenn er nicht geht, würde ich gehen... ab auf die insel--
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mawan der sohn muß raus und wenn der mann nicht zu dir hält, nix wie weg von beiden, schaffst das auch ohne sie
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Kyra700Kyra700 äh, ich bin hier nicht gemeint, sondern meine Kollegin. Ich selbst habe meinen Mann verlassen, als es mir zu bunt war, aber sie schafft es einfach nicht.
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WenneWenne
Die Flucht ergreifen!
Wenn die anderen drei (Mutter, Mann und Sohn) so stark zusammenhalten, dann sollen sie doch auch sehen wie sie alleine zurecht kommen.
Aber dann auch hart bleiben und nicht gleich zurück kommen, wenn die dann mal winselnd ankommen, weil sie nicht zurecht kommen.
Manche müssen wohl erst am eigenen Leib spüren dass sie alleine nicht lebensfähig wären. (hier der Sohn!)
eine coabhängigkeit hier zu "diagnotizieren" ist fehl am platz, dafür stehen eindeutig zu wenig informationen im der frage. es ist möglich, das eine solche hier bei vater und mutter vorliegt, aber nicht zwangsläufig. vielleicht nochmal nachlesen, was das wort bedeutet. nicht jeder angehörige von suchtkranken ist coabhängig.
hier die Reaktion meiner Kollegin: Diese Frau hat v ö l l i g Recht !! Eines Tages werde ich so was tun. Bei diesem Rat ist jedoch zu bedenken, dass mein Mann eine 4-fache Bypass OP hinter sich hat, und auch meine Mutter ist krankheitsbedingt eine Art Hinderungsfaktor momentan. Aber dieser Rat ist völlig richtig und wohl wirklich der einzigste, der wirklich hilfreich wäre. Eines Tages, wenn ..., dann tu ich es.
Mach Dir bitte icht zu große Sorgen um mich. Ich bin nicht so schwach, aber ich bin wohl irgenwie durch alles angegriffen. Das zeigt sich dann natürlich durch meine Beschwerden und durch meinen Schmerzmittelkonsum. Diese Frau hat Recht.
Vielen DANK.
Erstens ich "diagnostiziere" nicht und maße mir das auch nicht an - es ist lediglich meine Meinung und Erfahrung. Da Du mich allerdings angreifst, offensichtlich aber den Begriff vollkommen falsch auslegst oder betroffen(?) bist, empfehle ich Dir folgenden Link:www.bkk.de/bkk/common/download/infomaterial/co-abhaengigkeit_erkennen.pdf