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Alkoholentzug mit Tranxilium?

Frage von NikeboyMuc NikeboyMuc

Hallo Leute! Ich mach mir eben Sorgen um jemanden, daher schreibe ich ganz ausführlich.

Einer meiner besten Freunde (30 Jahre alt und seit 12 Jahren Alkoholiker) hatte im Juni diesen Jahres einen erfolgreichen Alkoholentzug mit Tranxilium absolviert. Geraten hatte ihm dazu ein Kumpel und ihm auch die Tabs (20mg) gegeben. Er war bereits nach nur 3 Tagen völlig trocken und sehr glücklich. Man muss dazu sagen, dass er seinen Angaben zufolge, nicht so hart drauf war und sein Alkoholkonsum auf ein bis 2 Flaschen Wein am Abend reduziert war. Nachmittags ab und an ein paar Alkopops.

Nach einem Schicksalschlag begann er bereits 10 Tage später wieder langsam an zu trinken. Nun hat ihn im September eine Krankheit erwischt, dazu eine schwere Depression. (Er leidet seit Jahren an Depressionen und Phobien, bevorzugt im Herbst und Winter.) Er trinkt mittlerweile schon zuviel. Ab Mittag ca. 1/2 bis 1 Flasche Amaretto, ab Abend bis in die Nacht hinein 2-3 Flaschen Rotwein. Wirkt selten betrunken, aber apathisch und verbittert.

Nach einem Nervenzusammenbruch in der letzten Nacht ließ er sich morgens von uns zum Arzt bringen und von ihm Tranxilium verschreiben. Er meine, er könne das schon richtig dosieren, jedoch sind wir uns nicht sicher, ob das Präparat bei seinem derzeitigen Konsum wirklich hilft.

Bitte nur ernstgemeinte Antworten von erfahrenen Leuten. Danke

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Antworten (7)

  • 2
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Gerd02 Gerd02

    Hallo Nikeboy, also ich bin auch mehr für den konventionellen Entzug (Entgiftung und Langzeit-Therapie). Ich habe ebenmal dieses Medikament gegooglet und bin erstaunt das es von einem Arzt einfach so verschrieben wird. Ist ja auch nebensächlich...auf jeden Fall beinhaltet das Präparat ein eigenes hohes Suchtpotential. Jeglicher Entzug oder auch Entgiftung sollte unter ärztlicher Aufsich stattfinden. Alles andere ist sehr riskant. Mein damaliger Selbstversuch endete mit einem leichten Krampfanfall! Ich will aber nicht den Teufel an die Wand malen. Seine Phobien und Depressionen können in der richtigen Klinik mit in die Behandlung integriert werden. Es gibt die Geschichte vom kleinen Prinzen der gefragt wurde: "Warum bist Du so traurig?" Weil ich soviel trinke" "Und warum trinkst Du soviel?" "Weil ich so traurig bin". Trinkt er im Moment noch während er die Pillen nimmt, oder lässt er absolut die Finger vom Alkohol? Nimmt er Ratschläge von Euch entgegen oder wiegelt er von vornherein ab? Hat er schon über due Alternative einer ambulanten Therapie nachgedacht oder ist er eher resistent gegen Hilfe von aussen? Wenn dem so ist wird es für Euch unmöglich sein, ihn zu einem alkoholfreien Leben zu bewegen. Ich wünsche Dir viel Kraft und den Mut zur richtigen Entscheidung wenn die Hilfsversuche Deinerseits nicht fruchten. Liebe Grüße, Gerd ...PS: Habe gerade gesehen das er in eine ambulante Behandlung möchte. HAltet ihn da bei der Stange :-)

    Kommentar von NikeboyMuc NikeboyMuc

    Danke für die ausführliche Antwort. Er ist seit heute immer noch trocken, aber es geht ihm nicht besonders gut. Er hat seit Mittag mittlerweile eine ganze Tab (20mg) eingenommen, einen leichten Tremor und es ist ihm etwas schwindlig. Macht sich ein Krampfanfall vorher irgendwie bemerkbar? Ich denke er wird später ein Glas trinken, da er zuviel Angst hat, da sein Alk-Konsum bis letzte Nacht recht hoch war.

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    Antwort von Odysseus247 Odysseus247

    Die einzig bis Dato wirksame Methode um trocken zu bleiben ist Selbsthilfe. Wer seine Krankheit in die Verantwortung von Ärzten übergibt, übergibt sein eigenes Leben einem anderen. Einer der Schlüssel zur Genesung ist die in die Handnahme der eigenen Verantwortung für den Alkoholismus und leztlich für das eigene Leben. Die heilsamste Quelle des Trockenbleibens ist die Solidarität trockener untereinander. Keine Tablette kann das auch nur im Ansatz ersetzen - ausser man wechselt schlicht den Suchtstoff und ersetzt die Alkoholsucht mit der Tablettensucht - die beide zum Tode führt. Die Depression ist dabei getrennt zu behandeln. Das erste und wichtigste Ziel dabei ist nicht die Depression anzugehen, sondern den Alkohol und die Süchtigmachenden Medikamente aus dem Körper zu lassen. Nur ohne Alkohol und süchtigmachende Medikamente ist eine Depression überhaupt behandelbar.

  • 1
    Antwort von PoelertSchmidt PoelertSchmidt

    Hallo Nikeboy, Kliniken und Ärzte setzen es sicherlich zur Akutentgiftung ein, aber das sollte unter ärztlicher Aufsicht, in einer Klinik (Entgiftung) und auf keinen Fall in Selbstmedikation geschehen!!! Bei akuter Abhängigkeit ist ein Entzug ohne ärztliche Aufsicht sehr gefährlich, es kann zu Delirien und Krampfanfällen kommen, beides kann tödlich sein! Dein Freund sollte sich zunächst in eine Klinik einweisen lassen (Entgiftung dauert i. d. R. etwa zehn Tage), dort wird er richtig medikamentiert und ist vor allem, wie gesagt, unter ärztlicher Kontrolle. In einem Krankenhaus, das eine Spezialabteilung für Entgiftungen hat, kann er gleichzeitig Rat einholen, was er weiterhin tun kann. Es gibt viele Möglichkeiten, eine ist die Langzeittherapie. Manchen hilft auch schon eine ambulante Therapie, möglicherweise eine Psychotherapie. Auch sollte er dort seine Depressionen abklären. Unbedingt sollte er eine Selbsthilfegruppe aufsuchen und sich mit anderen Betroffenen austauschen. Zu finden beispielsweise auf www.anonyme-alkoholiker.de. Dort gibt es auch eine Liste von Online-Meetings, falls Dein Freund erst mal anonym bleiben möchte. Dauerhaft natürlich kein Ersatz für eine reale Gruppe.

  • 1
    Antwort von emmster110 emmster110

    Ich hab jetzt deine Text mehrmals gelesen, ich versteh den Arzt nicht das Medikament ist nach der Beschreibung die mir vorliegt absolut ungeeignet, weder gegen die Depressionen, bei Alkoholabhängigkeit soll man es gar nicht geben

    Schau

    Wann darf das Mittel nicht eingesetzt werden?

    Bei: Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Mittels und verwandte Substanzen Abhängigkeit von Alkohol, Drogen oder Medikamenten in der Krankengeschichte Akuten Vergiftungen mit Alkohol oder anderen nervensystemdämpfenden Mitteln (vor allem Schlaf- und Schmerzmittel, Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium) Störung der Koordination von Bewegungsabläufen Schweren Leberschäden Krankhaften Atemstillständen von mehr als 10 Sekunden während des Schlafes Unzureichender Nierenfunktion Vorsicht bei: Myasthenia gravis (Autoimmunerkrankung mit Störung der Erregungsübertragung von den Nerven auf die Muskeln) Blutbildveränderungen Kinder und Jugendliche sollten nicht mit Tranxilium behandelt werden (außer zur Vorbereitung auf Operationen)

    Kommentar von NikeboyMuc NikeboyMuc

    Das ist ihm und uns bewusst. Aber auch viele Kliniken und Ärzte setzen es mittlerweile gern für Alkoholentzüge ein, da es krampflösend und beruhigend wirkt. Kann man auch im Internet nachlesen. Und immerhin, er hat es ja einmal erfolgreich geschafft, nur blieb er leider nicht lange trocken.

    Kommentar von emmster110 emmster110emmster110

    Das ist das Problem es hält nicht lange, deshalb hab ich ne andere Meinung, eine Entgiftung und dann eine Langzeittherapie

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    Antwort von Lotte4 Lotte4

    Medikamente allein bringen nur vorübergehene Erleichterung, Entzug in einer Klinik kann länger vorhalten. Alkoholismus ist nicht heilbar!

    Kommentar von NikeboyMuc NikeboyMuc

    Er weigert sich aufgrund seiner Phobien vehement, wieder in die Suchtklinik zu gehen. Er war bereits schon alle 2-3 Jahre dort.

    Kommentar von Lotte4 Lotte4Lotte4

    Da kann man Nichts machen solange er nicht eine Gefahr für die Mitmenschen wird.

    Kommentar von NikeboyMuc NikeboyMuc

    Nein, er ist sehr friedfertig, nicht aggressiv oder so.

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    Antwort von knattertatter knattertatter

    Das problem ist dass man vor der Alkoholsucht in eine Tablettesucht geraten kann was auch bei Entzug von Alkohl oft passiert , eigentlich wäre , erst mal entgiftung und dann Therapie angebrachter

    Kommentar von NikeboyMuc NikeboyMuc

    Wir teilen ihm die Tabs ein, damit er sie nicht missbräuchlich verwendet. Anschließend wird er in eine ambulante Psychotherapie gehen.

    Kommentar von knattertatter knattertatterknattertatter

    das ist richtig aber dennoch wenn man die tabletten nicht mehr braucht bitte darauf achten dass man sie ausschleichend absetzt also jede Woche weniger geben von ganzer auf halbe von halbe auf viertel

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    Antwort von Abaton111 Abaton111

    Auf keinen Fall darf er diese Tabletten mit Alkohol konsumieren, da es später dann bei einem Entzug zu Krampfanfällen führen kann. Dagegen dies statt Alkohol, das ist OK und nach drei bis 4 Tagen hat er dann das Schlimmste (körperlich) hinter sich. Nur, was macht er, wenn die Tabletten aufgebraucht sind? Denn der berühmte Suchtdruck wird bestimmt noch einige Wochen vorhanden sein.

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