Frage von TheKn0wledge, 143

Alkohol wirkt durch Fluoxetin nicht?

Ich nehme jetzt seit neuestem das Antidepressivum Fluoxetin, ein SSRI, und war jetzt Samstag auf einer Party, wo ich nicht wenig getrunken haben. Allerdings hat der Alkohol so ziemlich keine Wirkung gehabt, ich hab mich nicht lockerer, sozialer oder fröhlicher gespürt. Ich spüre auch die positiven bzw angedachten Wirkungen des Fluoxetin nicht, nur ein paar der Nebenwirkungen. Ist es normal, dass nur die negativen Auswirkungen des Fluoxetin auf mich wirken, und es die positiven Effekte des Alkohols sogar noch zusätzlich unterdrückt?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo TheKn0wledge,

Schau mal bitte hier:
Medizin Chemie

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 95

Wie du richtigerweise geschrieben hast ist Fluoxetin ein Antidepressivum der SSRI-Klasse, welches vor allem zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen und Bulimie verwendet wird.

SSRI's brauchen ca. 2-4 Wochen täglicher Einnahme bis sie wirken. Zuvor sind nur die Nebenwirkungen spührbar, welche sich allerdings nach einigen Wochen legen sollten.

Auch wenn Fluoxetin nach 4 Wochen oder länger nicht wirkt bist du kein Einzelfall. Nur rund 30% der Patienten reagieren auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament welches ihnen verabreicht wird) ausreichend. Oft sind desshalb Medikamentenwechsel nötig um eines zu finden, das wirklich greift.

Nachdem man ein SSRI probiert hat werden häufig als nächstes sogenannte SSNRI eingesetzt. Diese hemmen neben Serotonin auch noch den Botenstoff Noradrenalin.

Bezüglich Alkohol sollten weder SSRI's noch SSNRI's ein Problem darstellen (sofern du dich nicht völlig abschiesst). Diese Medikamente interagieren nicht mit Alkohol.

Es gibt jedoch Erfahrungsberichte die sagen, dass man mit SSRI's mehr Alkohol braucht um die Wirkung des Alks zu spühren. Genauso gibt es Erfahrungsberichte die das Gegenteil behaupten, also dass man schneller betrunken ist.

Wie immer sind die Reaktionen auf Psychopharmaka (besonders auf Kombinationen bzw. Alkohol ist auch eine psychoaktive Substanz) sehr individuel. Von dem her ja, du kannst eine Ausnahme sein.

Mehr zu Fluoxetin hier: http://deprimed.de/fluoxetin/

Kommentar von voayager ,

Die Sexualstörungen legen sich ganz bestimmt nicht bei Fluoxetin, bei den sonstigen NW besteht auch keine Gewißheit, dass sie verschwinden. Dies eine der Gründe, warum so zahlreiche Patienten eine entsprechende Therapie abbrechen und all die Psycho-Pillen im Mülleimer entsorgen.

Kommentar von samm1917 ,

Libidoverlust ist eine der wenigen Nebenwirkungen, die bestehen bleiben. Jede/r reagiert anders auf Antidepressiva, doch es ist eine Tatsache, dass die meisten Nebenwirkungen verschwinden. Dies soll das Medikament nicht verharmlosen. Am Anfang sind die Nebenwirkungen sehr ausgeprägt und stark, für manche Menschen nicht auszuhalten.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Von Libidoverlust spüre ich reichlich wenig, die einzigen Nebenwirkungen, die ich spüre, sind geweitete Pupillen, Hitzewallungen, gelegentlich Magenstörungen, vermindertes Hungergefühl, und sonst nichts, was nicht schon vorher durch die Depressionen kam.

Antwort
von einfachichseinn, 83

Eigentlich verstärken Anti-Depressiva die Wirkung von Alkohol. Deswegen sollte in der Regel Alkohol nicht mit ADs kombiniert werden.

Und ja es ist normal, dass du zu Beginn der Behandlung ersteinmal nur Nebenwirkungen verspürst. Bis eine Wirkung eintrifft vergehen in der Regel 2-4 Wochen.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ja das habe ich auch gehört, also, dass Antidepressiva den Alkohol verstärken, aber irgendwie war es den Abend andersrum.

Kommentar von dasistsparta5 ,

ich würde dieses eine Bespiel nicht verallgemeinern. Jeder hat mal Tage wo der Alkohol nicht oder scheinbar nicht wirkt. Das kann viele Faktoren haben, die mir aber nicht alle bekannt sind. An anderen Tagen braucht man dafür viel weniger als man erwartet hat.

Antwort
von Manja1707, 47

Ich nehme ein ähnliches Medikament mit dem Wirkstoff Flufvoxamin. Wie hier schon mehrfach erwähnt, musst du es mehrere Wochen einnehmen, bis du die positive Wirkung spürst. Ob es das für dich richtige Medikament in der richtigen Dosis ist, wird sich erst weisen, da stehst du ja in Kontakt mit deiner Therapeutin und ihr werdet das gemeinsam beobachten.

Mein Arzt hat zu mir ebenfalls gesagt, dass ein Glas Wein ok ist. Generell heißt es, die Wirkung des Alkohols wird verstärkt. Jedenfalls ist es nicht gut, wenn du Zuviel trinkst, aber das weißt du ja. Auch wenn es selten vorkommt, solltest du es nicht übertreiben.

Vielleicht geht es dir in einigen Wochen aber durch das Medikament soviel besser, dass du den Alkohol gar nicht mehr brauchst um aus dir rauszukommen?

Kommentar von voayager ,

was heißt hier besser, bei all den Nebenwirkungen!

Antwort
von Everklever, 55

Grundsätzlich kann die Reaktion auf diese Kombination recht unterschiedlich ausfallen. Das kann ein subjektives "ich merk nichts" bis hin zu verheerenden Verhaltensweisen sein. Und selbst, wenn beim ersten Mal scheinbar nichts passiert ist, kann das beim nächsten Mal völlig umschlagen.

Prinzipiell ist es aber so, dass bei der Einnahme von Psychopharmaka der Alkoholgenuss, egal in welcher Menge, tabu ist. Das solltest du auch aus der Packungsbeilage erfahren haben (wenn du sie überhaupt gelesen hast).

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich habe sie gelesen, und auch in Rücksprache mit meiner Psychologin waren kleine Mengen Alkohol okay, solange ich noch bei Verstand bleibe. Und dass der Alkohol nicht gewirkt hat haben mir andere auch bestätigt.

Kommentar von Everklever ,

und auch in Rücksprache mit meiner Psychologin waren kleine Mengen Alkohol okay

Sehr merkwürdig.

solange ich noch bei Verstand bleibe

Das Gegenteil kann jederzeit und völlig unvermittelt eintreten. Nur, dann ist es zu spät zur Einsicht.

Kommentar von dasistsparta5 ,

bei diesem Medikament steht sogar auf der Packungsbeilage, dass man gewissen Mengen Alkohl trinken kann, auch wenn das natürlich nicht empfohlen wird.

Antwort
von TheAllisons, 62

Du weißt aber schon, dass Alkohol und Medikamente keine gute Kombi sind. Die Nebenwirkungen merkst du erst dann, wenn es vielleicht zu spät ist. Also lasse dem Alkohol weg, wenn du Medikamente nimmst

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ohne Alkohol komme ich nicht aus mir heraus.

Kommentar von Everklever ,

Das erzähle lieber deinem Therapeuten als uns.

Kommentar von TheAllisons ,

Aber damit gefährdest du deine Gesundheit, aber die Entscheidung ist bei dir, ist ja auch deine Gesundheit, im Alter wird du das sicher mal besser wissen

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich will eh nicht alt werden.

Antwort
von dasistsparta5, 47

also mir hiflt Fluoxitn, allerdings stellt sich die Wirkung erst nach einer Woche oder so sein und ich nehme, gegen den Rat meiner Ärztin, 60 mg am Tag. Sie hat mir nur 40 mg empfohlen, aber das reicht mir nicht. Und was den Alkohl angeht, spüre ich sogut wie keine Veränderung, alles so wie vorher. Aber man sollte es nicht übertreiben, denn für die Leber bedeutet das eine doppelte Belastung.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ja, ich werde meiner Ärztin auch sagen dass ich vom Fluoxetin in der Dosis nichts habe.

Kommentar von voayager ,

In der Roten Liste steht bei  Nebenwirkungen u.a. auch Leberfunktionsstörungen, also ist Vorsciht mehr als angebracht.

Antwort
von voayager, 25

Warum nimmst du eigentlich dieses miese Antidepressivum, das so viele Nebenwirkungen hat, die beachtlich sind. Trinkst du dazu noch Alkohol, kannste so dir locker einen Leberschaden zulegen. Sexuwell geht es ohnehin bergab mit diesem Medikament. Warum also nicht eine natürliche alternative ansteuern?

Kommentar von TheKn0wledge ,

Weil Homöopathie nichts bringt. Weil "alternative Arzneien" keinerlei wissenschaftlich fundierte Wirkungsweise haben. Weil mir gut zureden schon lange nicht mehr hilft. Weil ich wieder gesund werden will. Und Sorry, aber von sexuell bergab merke ich nichts, im Gegenteil. Außerdem habe ich sowieso keinen Erfolg bei den Frauen. Und so selten, wie ich Alkohol trinke, werden mich die minimalen Leberschäden nicht umbringen, obwohl das eigentlich wünschenswert wäre.

Kommentar von voayager ,

Die behauptest einfach was. Von Homöopathie war nie die Rede und einige Heilverfahren sind dir einfach nicht bekannt.

Zu nennen wäre:

  • Johanniskraut
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Tyrosin je nach Art der Depression, in dem Fall Antriebsschwäche
  • L-Tryptophan/Griffonia 5HTP bei Ängsten und Stimmungstiefs
  • Mucuna pruriens (Juckbohne) bei Dopaminmangel
  • Sport
  • Liebe
  • Arbeit
  • Natur
  • Psychotherapie
  • transkranielle Magnetstimulation
  • Vagusstimulation
  • temporär hilft Cannabis und Betelnuß

Fazit: das Schlucken dieser miesen Pillen nutzt hauptsächlich den Phamakonzernen, die das Geld so nur feste scheffeln, sprich eine Profitrmaximierung betreiben.

P.S. hier noch was aus der Welt der Psychiatrischen Kliniken. 30-40% der Pateineten werden innerhalb von 6Monaten wieder aufgenommen, nach 3-5 Jahren sind es bereits 65 -75%. Dies deshalb, weil die Psychopilen nicht dauerhaft wirkten.

Kommentar von TheKn0wledge ,

Was schlägst du denn als Alternative vor? Als WIRKSAME Alternative?

Kommentar von voayager ,

siehe dazu mein obiger Beitrag!

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich habe schwere Depressionen, da helfen so nette Kräuter nicht sondern nur Wirkstoffe. Und Sport ist nichts für mich, eben wegen der Depressionen. Liebe kriegt man nicht einfach so. Natur bringt mir auch nichts und habe ich keinen Bock drauf. Für Arbeit mangelt es an Zeit und Energie. Psychotherapie mache ich bereits und da wurde mir eben das Medikament verschrieben. Magnetstimulation ist Pseudowissenschaft. Cannabis ist teuer und meine Eltern würden mich sofort bei den Cops anschwärzen. Es gibt keine alternative Medizin, nur Sachen, deren Wirksamkeit nicht bewiesen oder gar widerlegt ist. Und ich brauche etwas wirksames, mit wissenschaftlich belegten Wirkung und Wirkweise.

Kommentar von voayager ,

Schade, dass du die alternative Medizin, die Naturheilkunde so negativ bewertest, hingegen die Medizin der Pharmakakonzerne so hoch einschätzt. Die Schulmedizin befindet sich in deren Schlepptau, wird von den Monopolen gesponsert und du bist deren nützlicher "Idiot" (=nicht wörtlich gemeint)

Un noch eine erneute eher bittere Erkenntnis: arme Leute und notleidende Menschen sind oftmals reaktionär, ihnen fehlt offensichtlich der Überblick und der psychische Spielraum um die bestehenden Verhältnisse abzulehnen als auch kritisch zu betrachten. So klammern sie sich zielsicher an die Herrschenden und deren Helfer und Helfeshelfer.

Nun, so zieh halt dein Psychopharmaka-Ding durch, jammere aber nicht, von mir kannste jedenfalls auf kein Verständnis hoffen.

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