ALG2 oder doch Bedarfsgemeinschaft?

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4 Antworten

Für das erste Jahr des Zusammenwohnens seid ihr eine Haushaltsgemeinschaft und keine BG. Da spielt es keine Rolle, ob ihr schon länger ein Paar seid. Es zählt die Zeit des Zusammenlebens in einer gemeinsamen Wohnung.

Also teilt ihr euch die Betriebskosten durch drei (drei Bewohner des Hauses).

Diesen Betriebskostenanteil, der ja auch in den KdU (= Kosten der Unterkunft) enthalten wäre, zahlt das Jobcenter zusätzlich zu deiner Regelleistung von 404 €. Die anteiligen Kosten für Hausstrom und Telekommunikation u. Internet musst du allerdings aus deiner Regelleistung bestreiten.

Deine Freundin muss erst für dich aufkommen, wenn das erste Jahr des Zusammenwohnens vorbei ist und ihr als Bedarfsgemeinschaft veranlagt werdet.

Deine Freundin muss allerdings nur im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit für dich aufkommen. Je nachdem, wieviel und welches Einkommen sie hat, wird zum Beispiel bei einer Erwerbstätigkeit ein gewisser Freibetrag vom Nettoeinkommen abgezogen. Erst wenn aus diesem "bereinigten Einkommen" ihre eigenen Bedarfe (Regelleistung + KdU) gedeckt werden können und noch etwas übrigbleibt, dann muss sie diesen Betrag für deinen Unterhalt einsetzen.

Und wenn das Einkommen, das für dich "übrigbleibt" , deinen Bedarf  (364 € + KdU + Krankenkasse) nicht deckt, dann kannst du ergänzendes ALG II beantragen. (Krankenkasse wird vom Jobcenter bezahlt, muss allerdings deine Freundin für dich aufkommen, dann musst du dich selbst versichern, damit zählt in so einem Fall der KK-Beitrag mit zu deinem Bedarf.

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Kommentar von haufenzeugs
10.05.2016, 22:02

die freundin und der fragesteller sind eine bg die in haushaltsgemeinschaft mit den eltern der freundin leben. die geschichte mit dem ersten jahr des zusammenlebens existiert nicht und ist ein altes ammenmärchen.

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Da fragt man nicht nach sondern stellt einen schriftlichen Antrag,den findest du im Internet,einfach eingeben ,, Hauptantrag ALG - 2 " den kannst du dir dann ausdrucken und evtl.benötigte Anlagen auch !

Denn nur gegen einen Bescheid kannst du dann auch fristgerecht einen Widerspruch einlegen und ggf.vor dem Sozialgericht klagen.

Wenn ihr keine gemeinsamen Verträge habt und deine Freundin dich nicht freiwillig wirtschaftlich wie finanziell von Anfang an unterstützen will,dann ist das Jobcenter in der Beweispflicht,sie müssten euch nach weisen das ihr eine BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) bildet.

Das betrifft jetzt nur dich und deine Freundin,mit der Schwester kannst du vom Gesetz her keine BG - bilden,du musst auch keine Außendienstmitarbeiter vom Jobcenter ins Haus lassen.

Erst nach diesem Jahr dreht sich die Beweispflicht um,dann wird euch das Jobcenter eine BG - unterstellen,dann liegt es an euch wie ihr dieser dann widersprecht und belegt das ihr keine BG - bildet.

Den Antrag und die dazugehörigen Nachweise würde ich dann an deiner Stelle gleich per Einschreiben mit Rückschein versenden,denn erstens hast du dann etwas als Nachweis in der Hand und zweitens hast du dann das Problem nicht das sie deinen Antrag nicht annehmen wollen.

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Kommentar von haufenzeugs
10.05.2016, 22:01

nein sie müssen beweisen das sie keine bg sind und das können sie nicht.

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Du musst dem Jobcenter erklären können, dass ihr keine "Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft" seid und ihr alle Kosten getrennt habt.

Definition:
"Eine Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft liegt vor, wenn eine Person mit dem erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in einem gemeinsamen Haushalt so zusammenlebt, dass nach verständiger Würdigung der wechselseitige Wille anzunehmen ist, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen."

Das mit dem "ein Jahr zusammenleben" ist auch nur eine Vermutung, die du widerlegen kannst, wenn du tatsächlich so etwas wie Untermiete zahlst.

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Kommentar von thowa89
10.05.2016, 17:45

Naja wenn ich vor einem Monat eingezogen bin (siehe Ummeldebescheinigung) und Sie da bereits knapp 3 Jahre wohnt?! Damit ist die Sache zwecks einem Jahr zusammenleben erklärt oder? ;)

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Ich würde es noch einmal probieren und das Datenblatt vom Amt ausgedruckt mitnehmen, damit man den Leuten in der Behörde schwarz auf weiß zeigen kann,  dass das mit der Beziehung noch nicht zu einer Bedarfsgemeinschaft zählt. Sollten die Mitarbeiter  dennoch einen auf Stur machen, würde ich einen Anwalt einschalten. Dir stünde bei deinen 'Einnahmen' ein Beratungshilfeschein zu. LG 

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Kommentar von haufenzeugs
10.05.2016, 22:03

ein solches datenblatt gibt es nicht. eine bedarfsgemeinschaft wird von anfang gerechnet.

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