ALG1 + Wohngeld nach Ausbildung?

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6 Antworten

Wenn du eine betriebliche Ausbildung gemacht hast,also eine Vergütung bekommen hast,dann steht dir nach deiner Ausbildung ALG - 1 zu !

Das sind dann 12 Monate ( 360 Tage ) du hast also jeden Monat für 30 Tage Anspruch,egal wie viel Tage der Monat hat,du wirst dann von deiner letzten Netto Azubi Vergütung ca. 60 % als ALG - 1 erhalten,dass ist dann das,was du pro Monat in etwa bekommen wirst.

Du hast zwar dem Grunde nach beim ALG - 1 vorrangig einen Anspruch auf Wohngeld,aber dazu musst du erstens über einen Mietvertrag für selber bewohnten Wohnraum verfügen und zweitens brauchst du ein Mindesteinkommen von 80 % deines Bedarfes,der dir nach dem SGB - ll also ALG - 2 oder auch Hartz - 4 zustehen würde.

Dies würden dann derzeit min.399 € Regelsatz sein + deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung,also der Warmmiete und davon dann min.80 %.

Erreichst du weder das Mindesteinkommen,noch hast du einen Mietvertrag für eigenen Wohnraum,kommt schon mal kein Wohngeld in Betracht.

Wenn du also nur ca. 260 € ALG - 1 bekommst,dann würde das sicher sehr eng mit Wohngeld werden,du könntest dann ja noch nicht mal deinen Lebensunterhalt sichern.

Es bliebe dann also nur eine ALG - 2 Aufstockung vom Jobcenter übrig,wobei dann auch zu beachten wäre,dass wenn du nicht in einer eigenen Wohnung leben würdest,sondern noch bei deinen Eltern und du unter 25 wärst,keinen eigenen ALG - 2 Anspruch geltend machen könntest,auch wenn du schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hast.

Denn dann bildest du mit deinen Eltern eine so genannte BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) und in dieser hast du nur gemeinsam mit deinen Eltern zusammen einen Anspruch,wenn also deine Eltern genügend Einkommen / Vermögen haben,dann wirst du auch nichts bekommen.

Erst ab dem 25 Lebensjahr bildest du deine eigene BG - im Haushalt der Eltern,dann würde es auch keine Rolle spielen ob eine abgeschlossene Berufsausbildung vorhanden ist oder nicht,dann hast du unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern einen ALG - 2 Anspruch.

Würdest du also angenommen alleine leben,deine Warmmiete würde 351 € betragen,dann läge dein Bedarf derzeit mit deinen 399 € Regelsatz bei 750 € pro Monat.

Wenn du dann 260 € ALG - 1 bekommen würdest,dann würde dir das Jobcenter hier min.deine 30 € Versicherungspauschale theoretisch abziehen,also dann dein anrechenbares Einkommen auf 230 € verringern.

Da dein Bedarf aber bei abgenommen 750 € liegen würde,du aber nur 230 € anrechenbares ALG - 1 hättest,würdest du die Differenz von 520 € als Aufstockung vom Jobcenter erhalten,weil du ja keinen Anspruch auf Wohngeld hättest.

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Kommentar von sternchen9986
26.10.2015, 11:42

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! :) Ich lebe in einer 2er WG. Zusammen bezahlen wir 650 € jeden Monat, also jeder 325 €.

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Ja, du hättest Anspruch auf ALG1. Das sind ja aber eben nur ca. 60% vom bisherigen Gehalt, weshalb du auch noch einen zusätzlichen Antrag auf ALG2 stellen kannst. Natürlich wirst du auch dann extrem wenig zum Leben haben, aber sowas sollte ja auch immer nur zur Überbrückung sein und nicht damit man sich jahrelange sein Leben finanzieren kann. Bis Februar vergehen jetzt noch etliche Wochen, du hast also wirklich noch die Möglichkeit an einen neuen Job zu kommen und dann stehst du natürlich um einiges besser da, als wenn du gleich zu Beginn deiner "Arbeitskarriere" Arbeitlosengeld beziehen musst. Zähne zusammenbeissen und Bewerbungen rausschicken... Wenn du übrigens nicht nachweisen kannst, dass du dich wirklich bemüht hast einen neuen Job zu finden, kann dir auch Geld gestrichen werden.. 

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Kommentar von sternchen9986
26.10.2015, 11:05

Genau das habe ich auch vor :) Ich wollte nur vorab wissen, was mir zustehen würde, falls ich es nicht schaffe bis dahin einen Job zu finden. Vielen Dank für die Info :)

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Wenn man nach de Ausbildung arbeitslos wird, bekommt man zunächst für 12 Monate ALG 1. Zusätzlich kannst du Wohngeld beantragen.

Aber du solltest besser anfangen dir Arbeit zu suchen, anstatt gleich an Arbeitslosigkeit zu denken.

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Kommentar von atzef
26.10.2015, 11:05

Nein. In dem Falle könnte er keinesfalls Wohngeld bekommen, sondern müsste ergänzendes ALG 2 beantragen.

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Wenn du nach deinen Berechnungen nur 260 Euro ALG 1 erhältst, kannst du keinesfalls einen Antrag auf Wohngeld stellen, sondern musst einen ergänzenden Antrag auf ALG 2 stellen.

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Ich bin ab 1.2.2016 arbeitlos

Allein diese Formulierung ist schon falsch. Wenn überhaupt "droht eventuelle Arbeitslosigkeit ab dem xy.z" - denn Du wirst ja bereits jetzt fleißig Stellenanzeigen sichten und Dich bewerben, oder?

Denn dazu bist Du verpflichtet. Natürlich musst Du Dich rechtzeitig (3 Monate vor der drohenden Arbeitslosigkeit) arbeissuchend melden und auch mit der Arbeitsagentur zusammenarbeiten. Die Zeit wird dann genutzt die drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, indem man Dich unterstützt übergangslos eine neue Stelle zu finden. Das sollte Dein Plan A sein.

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Kommentar von isomatte
26.10.2015, 11:13

Die Regelung der 3 Monate trifft nicht bei Azubis zu,kannst du nachlesen wenn du mal eingibst ,, Arbeitslosmeldung nach Ausbildung "  !

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Es ist gut, dass du dich jetzt schon über ALG informierst, damit du gegebenenfalls Bescheid weißt. Aber bis zum 01.02.2016 sind es noch 4 (!) Monate. Du wirst sicherlich bis dahin einen Job finden, wenn du dich intensiv bemühst. Dann brauchst du gar kein ALG.

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