Frage von kischkipurenaja, 91

ALG II bei Jobaufnahme?

Ich war von Oktober bis einschließlich April arbeitssuchend und habe ALG II bezogen. Anfangs wurde mir ALG II nur auf sechs Monate bewilligt, dementsprechend bis einschließlich März 2016. Habe rechtzeitig einen Folgeantrag gestellt und recht gleichzeitig einen Arbeitsvertrag unterschrieben, mit dem 01. Mai 2016 als Starttermin, und die Kopie beim Sozialamt vorgelegt. Mein Folgeantrag ist bewilligt worden, allerdings nur bis zum 30. April! Für den Monat Mai habe ich aufgrund der finanziellen Situation ein Darlehen in Höhe der letzten Monatszahlung beim Sozialamt aufgenommen und nun möchten die es gerne zurück haben. Allerdings bekam ich mein erstes Gehalt erst am 01. Juni und deshalb meine konkrete Frage: Muss ich das Darlehen zurückzahlen und wie gehe ich jetzt am besten vor??

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 39

Wenn du dein erstes Einkommen erst im Folgemonat nach deiner Arbeitsaufnahme auf dein Konto bekommen hast ( Zuflussprinzip ),musst du nicht einen Cent zurück zahlen !

Das belegst du mit einer Einkommensbescheinigung,die kannst du dir aus dem Internet ausdrucken,einfach eingeben ,, ALG - 2 Anlage EK " ( Einkommenserklärung ) und einen aktuellen Kontoauszug,darauf soll der Eingang deines Einkommens zu sehen sein.

Es spielt dabei keine Rolle das du die Leistung für Mai nur als zinsloses Darlehen zur Überbrückung bekommen hast,denn Einkommen darf erst angerechnet werden wenn es tatsächlich zugeflossen ist,also auf dem Konto eingegangen ist und man darüber verfügen kann.

Nur wenn du noch im Monat Mai dein Einkommen aufs Konto bekommen hättest,müsste zumindest ein Teil zurück gezahlt werden bzw.der volle Betrag,wenn du nach Abzug deiner Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll noch soviel anrechenbares Nettoeinkommen gehabt hättest,dass du deinen Bedarf nach dem SGB - ll selber hättest decken können.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von Gerneso, 53

Gehalt kommt immer erst rückwirkend. Du hast für den Monat Mai Gehalt bezogen.

Da gibt's nicht zusätzlich noch eine Lohnersatzleistung.

Sei dankbar, dass Du den Kredit bekommen hast und zahle ihn zurück.

Kommentar von kischkipurenaja ,

Wofür soll ich dankbar sein? Für eine Leistung, die mir ohnehin zusteht?! 

Deine Antwort kann doch wohl nicht ernst gemeint sein...

Kommentar von Gerneso ,

Mein Folgeantrag ist bewilligt worden, allerdings nur bis zum 30. April! Für den Monat Mai habe ich aufgrund der finanziellen Situation ein Darlehen in Höhe der letzten Monatszahlung beim Sozialamt aufgenommen

Du hast doch selbst geschrieben, dass Du für Mai ein Darlehen erhalten hast. Ein Darlehen ist ein Kredit und selbstverständlich zurück zu zahlen.

Zugestanden hat Dir für Mai das Gehalt von AG. Welches Du ja auch rückwirkend (wie üblich) erhalten hast!

Kommentar von isomatte ,

Einkommen darf erst angerechnet werden wenn es tatsächlich zur Verfügung steht ( Zuflussprinzip ),also ist man solange als bedürftig anzusehen und da das erste Einkommen erst im Juni zugeflossen ist muss auch nichts zurück gezahlt werden,auch wenn es nur als Darlehen gezahlt wurde !

Denn normalerweise hätte er zumindest für den Monat Mai noch ganz normal seine volle Leistung bekommen müssen.

Kommentar von Gerneso ,

Dann wird es mal Zeit dass ALG2 grundsätzlich auf rückwirkende Zahlung umgestellt wird und dies ans Gehalt angepasst wird. Damit die Steuerzahler nicht noch länger beschissen werden!

Kommentar von isomatte ,

Nach dieser Aussage gehe ich davon aus das du noch keine Sozialleistungen bezogen hast !

Wenn es dann bei dir mal soweit sein sollte,dann wirst du deine Ansicht sicher ändern und wärst froh das wir so ein Sozialsystem haben.

Kommentar von Basti6000 ,

ein Darlehen kriegt nicht jeder. Nur weil man Alg 2 Empfaenger ist wird einem nicht alles in den Ars.. gesteckt

Kommentar von isomatte ,

Falsch !

Hier geht es nicht um das SGB - lll ( ALG - 1 ) sondern um das SGB - ll ( ALG - 2 ) und da ist man solange als bedürftig anzusehen,bis das erste Einkommen ( Zuflussprinzip ) auf dem Konto eingegangen ist.

Erst dann darf angerechnet werden,hier gibt es aber gar nichts anzurechnen,denn das erste Einkommen war erst im Juni auf dem Konto.

Kommentar von Gerneso ,

Er hat aber ja gar kein ALG2 mehr bekommen für Mai. Es war ja nur bis einschließlich April genehmigt worden.

Bekommen hat er ein Darlehen. Darlehen sind zurück zu zahlen.

Kommentar von isomatte ,

Du vergisst hier dass das Jobcenter die Leistung hätte gar nicht vorzeitig einstellen dürfen,denn Einkommen darf erst nach dem Zufluss angerechnet werden !

Kommentar von Gerneso ,

Ja, am Ende sind wieder die Steuerzahler die Blöden.

Doppelt für Mai kassieren obwohl man gearbeitet hat und Gehalt dafür bekommen hat.

Kommentar von isomatte ,

Du verstehst das ganze System nicht,ich wünsche dir wirklich nichts böses,aber du verstehst es wahrscheinlich erst,wenn du selber mal in diese Situation kommst !

Kannst du mir mal verraten wie man dann den Monat Juni finanzieren soll,wenn man nichts hat,von ALG - 2 kann man nichts ansparen,zumindest nicht soviel das man einen kompletten Monat überbrücken kann.

Es wird hier immer nur über die hergezogen die eh schon am Boden sind,regst du dich auch über die vielen Millionen an Euro auf die jedes Jahr an Steuergeldern in den Sand gesetzt werden.

Im übrigen,auch Menschen die Sozialleistungen beziehen sind Steuerzahler,auch wenn es nur die Mehrwertsteuer ist.

Kommentar von Gerneso ,

Zum Überbrücken gab es ein Darlehen. 

Kommentar von isomatte ,

Das aber zu unrecht,weil ihm seine volle Leistung für Mai noch zugestanden hat !

Und bei einer Rückzahlung startet man ins Berufsleben dann mit Schulden und genau das soll verhindert werden.

Nur wenn man nach dem Zuflussprinzip nach Abzug von Freibeträgen soviel anrechenbares Nettoeinkommen hat,dass man seinen Bedarf für den Monat selber hätte decken können,dann müssen die zu unrecht bezogenen Leistungen oder ein zinsloses Darlehen zur Überbrückung zurück gezahlt werden,auf Antrag dann auch in Raten,wenn es nicht anders möglich ist.

Kommentar von Gerneso ,

Das liegt aber daran, dass ALG2 nicht sowieso rückwirkend bezahlt wird, was eigentlich richtig wäre.

Kommentar von isomatte ,

Die Sache ist doch ganz einfach !

In Beschäftigung hat man sich an die Zahlungsverpflichtungen angepasst,weil man sein Einkommen rückwirkend bekommt,genauso wie das ALG - 1 dann auch.

Wenn man aber dann in ALG - 2 rutschen sollte,dann käme man ggf.eine gewisse Zeit hin,aber dann ist auch ende und man hat nichts mehr,die Zahlungsverpflichtungen sind aber nun mal meistens am Anfang des Monats und deshalb werden die Sozialleistungen auch im voraus gezahlt.

Würde die Umstellung so erfolgen,dann würden nämlich auch die ALG - 1 Kunden einen Aufstand machen,die dann nach Ende des Anspruchs ins ALG - 2 kommen.

Denn die haben alle den Vorteil zwei mal Leistungen zu bekommen,einmal das ALG - 1 rückwirkend und gleichzeitig das ALG - 2 im Voraus.

Kommentar von Gerneso ,

Ja so ist das. Die einen heben nur ab während die anderen nur einzahlen.

Nennt sich wohl Partnerschaft. Einer ist Partner und der andere schafft.

Kommentar von isomatte ,

Da kannst du aber sicher sein das der Großteil lieber zu den schaffenden gehören möchte und weg vom Jobcenter will !

Kommentar von Gerneso ,

Da bin ich nicht so sicher. Zumindest nicht was den Großteil betrifft.

Diejenigen, die lange berufstätig und finanziell unabhängig waren, ja. Das ist aber nicht der Großteil, der dann unverschuldet den Job verloren und aufgrund Alter oder Krankheit keinen mehr findet.

Da reden wir von der Minderheit.

Der Großteil ist weder gut qualifiziert noch arbeitswillig. 

Kommentar von isomatte ,

Mit der Ansicht liegst du zu 100 % daneben !

Wenn es tatsächlich ein Großteil von arbeitsunwilligen geben würde,dann hätte man das schon lange in den Schlagzeilen lesen oder im TV - sehen und hören können.

Dann würde es mit der Höhe der verhängten Sanktionen noch mal ganz anders aussehen.

Denn sobald man eine zumutbare Beschäftigung ablehnt oder sich auf ein Stellenangebot nicht bewirbt,gibt es beim ersten Verstoß schon min. eine Sanktion von 30 % der Regelleistung und bei unter 25 jährigen in der Regel gleich 100 % und das über einen Zeitraum von 3 Monaten.

Beim zweiten Verstoß innerhalb eines Jahres kämen dann noch mal 30 % dazu,dann wird aber addiert und man hat 60 % Sanktion über 3 Monate und da überlegt sich jeder ob er ablehnt oder nicht.

Das ist dann tatsächlich nur ein geringer Prozentsatz,den geht das dann auch am A .... vorbei,so wie der Rest im Leben wahrscheinlich auch,die geben sich dann mit Lebensmittelgutscheinen zufrieden oder gehen schwarz arbeiten.

Kommentar von Gerneso ,

Der Großteil hat noch nie in die Kassen einbezahlt und ist aufgrund Werdegang, Qualifikation und Erscheinungsbild nicht vermittelbar. 

Die glauben ja auch, dass sie nicht mehr als 160 € verdienen dürfen, weil das Hartz4 fest eingeplant ist und keinesfalls gekürzt werden oder entfallen darf.

Ausreden weshalb man nicht arbeiten kann oder keinen Job findet sind zahlreich vorhanden, aber nie bei sich selbst gesucht.

Statt sich um Jobs oder Weiterbildung zu bemühen fragt man "was einem zusteht" und "ob das Amt dies oder jenes verlangen darf".

Dann schnell noch ein neues Kind her, damit man eine größere Wohnung bekommt.

Kommentar von isomatte ,

Um einen ALG - 2 Anspruch geltend machen zu können muss man in keine Kasse eingezahlt haben,es zählt hier die Bedürftigkeit und das diese Personen nicht vermittelbar sind sagt noch lange nicht aus das sie nicht arbeiten wollen !

Wenn dann darf man 100 € und nicht 160 € verdienen ohne das etwas angerechnet wird,die Grenze von 165 € gilt nur im ALG - 1 Bezug.

Mit Ausreden kommt da beim Jobcenter keiner weiter,da bist du auf der schiefen Bahn,da zählen nur nachweisbare Fakten,sonst gibt es eine Sanktion.

Um Jobs und Weiterbildungen wird sich ganz sicher gekümmert,denn die eigene Jobsuche zählt hier zur Mitwirkungspflicht und kommt man dieser nicht nach gibt es Sanktionen und an eine Weiterbildung zu kommen müssen auch die Voraussetzungen gegeben sein,die bekommt man nicht mal eben so.

Ein Kind setzt keiner in die Welt um eine größere Wohnung zu bekommen,wie bist du denn drauf und wegen dem Geld ganz sicher auch nicht,denn das Kindergeld wird in der Regel zu 100 % auf den Bedarf angerechnet,da würde es derzeit 47 € pro Monat mehr geben.

Kommentar von Gerneso ,

Genau, alle sind bedürftig. Deshalb fragen ja schon junge Erwachsene ob ihnen bereits eine eigene Wohnung zusteht oder ob sie erst 25 werden müssen.

Die sind auch alle super qualifiziert und bemühen sich intensiv um Ausbildung und Arbeit.

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