Frage von Steffenomatic, 80

ALG I - Urlaub?

Hallo liebe Gutefrage.net-Community,

meiner Mutter wurde das ALG I gestrichen, weil Sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stand. Zu den Hintergründen: Meine Oma ist an Alzheimer erkrankt und lebt im Ausland. Da meine Mutter die einzige Familienangehörige ersten Grades in unmittelbarer Nähe ist, musste sie dorthin fliegen, auch weil ihr sonst eine Gefägnisstrafe drohte, da sie ihre Mutter ,, im Stich gelassen" hat. Die Lage war/ist sehr prekär, da meine Oma pflegebedürftig ist. Meine Mutter hat es versäumt, der INGA-Beraterin rechtzeitig vorher bescheid zu geben. Sie hat aber trotzdem ab dem 15.10. einen neuen Job in Vollzeit, so dass sie nur 1 Monat arbeitslos ist.

Die Beraterin will von all dem nichts wissen. Für ihr ist nur wichtig, dass wir nicht ihre Erlaubnis hatten, auch wenn die Genehmigung ,,kein Problem" dargestellt hätte. Meine Mutter stand dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, das ist das einzige, was für die Beraterin zählt und somit hat sie meiner Mutter das ALG I gestrichen.

In den Haushalt meiner Mutter leben mein kleiner Bruder und ich. Die Reise hat unsere Haushaltskasse stark beansprucht. Aufgrund der Fixkosten sind wir auf dieses ALG I angewiesen.

Wie kann ich mich gegen diese Entscheidung wehren? Wo kann ich Beschwerde einreichen?

Ich hoffe, dass man mir hier weiter helfen kann.

Vielen Dank für eure Bemühungen!

Antwort
von EstherNele, 10

In den Haushalt meiner Mutter leben mein kleiner Bruder und ich.

und 

Wie kann ich mich gegen diese Entscheidung wehren? Wo kann ich Beschwerde einreichen?

Nur als Ergänzung zu dem bisher Geschriebenen - DU kannst dich gar nicht wehren, denn deine Mutter ist die Leistungsbezieherin.

Da sie volljährig und auch geschäftsfähig ist, kannst du zwar deinen Frust über diese Entscheidung bei irgendwem ablassen, aber eine Beschwerde oder Widerspruch würde DIR  niemand abnehmen.

Deine Mutter ist mit dieser Entscheidung des Amtes noch ganz gut weggekommen. Die Bearbeiterin hätte auch eine Anzeige machen können wegen versuchtem Sozialbetrug.

Auch wenn du das nicht gern hören magst - die Entscheidung ist korrekt.

Antwort
von DerHans, 45

AlG 1 steht dem Versicherten tatsächlich nur zu, wenn man auch auf Arbeitsplatzangebote reagieren kann.

Die Sachbearbeiterin ist also vollkommen im Recht.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt & Arbeitslosengeld, 39

Wenn die Beschäftigungsaufnahme ab dem 15.10.2016 schon vorher feststand,dann wird auch ein Widerspruch hier sicher nichts bringen,denn in der Regel steht einem in den ersten 3 Monaten der Arbeitslosigkeit keine Bewilligung einer bezahlten Ortsabwesenheit zu !

Dazu käme dann das diese auf 21 Tage pro Jahr begrenzt ist.

Es gibt zwar auch Ausnahmen,dies könnte ggf.eine gewesen sein,wenn es ein Notfall war und deine Mutter es nicht rechtzeitig mitteilen konnte,aber wie gesagt,wenn die Beschäftigungsaufnahme vorher schon sicher war hätte man diesen Antrag sicher abgelehnt.

Sie hätte dann zwar trotzdem Fliegen können,dass aber dann ohne Anspruch auf Leistungen zu haben,weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stand.

Warum sollte deine Mutter in Haft kommen ?

Wenn sie nicht leistungsfähig ist kann sie im Normalfall nicht belangt werden.

Kommentar von Steffenomatic ,

Vielen Dank für die erste hilfreiche Antwort. Nach italienischem Recht können auch Angehörige ersten Grades belangt werden, auch wenn diese im Ausland leben. Meine Mutter hat sich arbeitslos gemeldet, weil sie ja gesetzl. dazu verpflichtet ist. Es stand aber schon vor der Arbeitslosigkeit fest, dass der Arbeitgeber sie wieder beschäftigen würde, wenn sie aus ihrem "Urlaub" zurück kommt. Im Gegensatz zum Amt hat dieser Verständnis für die Situation meiner Mutter gehabt. Das Amt will davon nichts wissen und bestraft meine Mutter aufgrund eines Formfehlers.

Kommentar von isomatte ,

Das mag schon sein das auch Angehörige ersten Grades bestraft werden können die im Ausland leben !

Ich kann mir aber nicht vorstellen das dies auch dann zutrifft wenn man gar nicht in der Lage ist eine finanzielle Unterstützung zu leisten,weil man nicht leistungsfähig ist.

Denn würde das so sein,dann wären die italienischen Haftanstalten sicher überbelegt,wenn jeder der nicht leistungsfähig ist in den Knast kommen würde.

Wenn der Arbeitgeber deine Mutter nur gekündigt hat damit sie nach Italien zur Mutter kann und sie dann noch Versicherungsleistungen dafür in Anspruch nehmen möchte,dann lass das mal lieber keinen hören,denn das nennt man umgangssprachlich Betrug.

Es könnte dann nicht nur deine Mutter,sondern auch der AG - belangt werden.

Kommentar von DerHans ,

Sie ist keineswegs gesetzlich verpflichtet, Arbeitslosengeld zu beziehen, obwohl sie dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung stejt

Antwort
von Ursusmaritimus, 44

Bei einem Arbeitslosenverhältnis von einem Monat gibt es keinen Urlaubsanspruch und richtig ist das deine Mutter dem deutschen Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung stand. Damit ist auch die Entscheidung korrekt.


Antwort
von Virginia47, 33

Das ist zwar traurig für euch. Aber deine Mutter hätte sich ordentlich beim Arbeitsamt abmelden müssen. Da hätte sie vielleicht Urlaub bekommen.

So stand sie - ohne Entschuldigung - dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Somit ist die Reaktion der Sachbearbeiterin vollkommen gerechtfertigt.

Antwort
von glaubeesnicht, 39

Wie kann ich mich gegen diese Entscheidung wehren? Wo kann ich Beschwerde einreichen?

Gar nicht! Deine Mutter hat die Regeln nicht eingehalten. Die Entscheidung der Sachbearbeiterin ist völlig richtig.

Antwort
von Furino, 18

Meine Mutter hat es versäumt, der INGA-Beraterin rechtzeitig vorher bescheid zu geben.

Dann muß Sie auch dafür gerade stehen.

Sie kennen die Antwort?

Fragen Sie die Community