Frage von Dereta, 57

ALG 1 übergangsweise, dennoch zu gering?

Hey leute,...

habe demnächst eine Umschulung die über das AA finanziert wird.

Folgendes Problem. Die Umschulung beginnt vermutlich erst Anfang nächstes Jahr (Januar). Da ich aber schnellstmöglich kündigen möchte (Gesundheitliche Probleme, durch meinen Arzt bestätigt das ich den Job nicht weiter ausüben kann) würde das für mich bedeuten ich würde 2 Monate von ALG 1 leben. Dies fällt aber dadurch das ich Teilzeit gearbeitet habe geringer als ALG 2 (Hartz4) aus. Ich weiß das ich dies über das JobCenter/Alg2 aufstocken kann. Nur leider habe ich das Problem das ich bei meiner Freundin (bzw der Eigentumswohnung ihrer Mutter) lebe. Wir sind nicht verlobt o.ä.! Da ich wie gesagt bei Ihr wohne und wir nur die Nebenkosten zahlen, besitzen wir KEINEN Mietvertrag. Desweiteren habe ich Morbus Crohn. Muss mich dementsprechend besonders ernähren und kann nicht alles essen. Ich weiß das es diesbezüglich auch einen Zuschuss gibt, habe ich auf diesen dennoch einen Anspruch?

Nochmal alle fragen zusammen gefasst:

  1. Wie viel Geld habe ich zur Verfügung wenn ich ~700€ Nettogehalt als letztes hatte (ALG 1 + Aufstockung)
  2. Habe ich die Möglichkeit trotz das es keinen Mietvertrag gibt das Geld für die Nebenkosten ebenfalls bezahlt zu bekommen? Wenn ja, was muss ich diesbezüglich machen/beantragen. Was muss mir die Mutter meiner Freundin zur Verfügung stellen? Hat sie irgendwelche Benachteiligungen?
  3. Habe ich die Möglichkeit das Geld für eine Kosten aufwändige Ernährung zu erhalten? Wenn ja, wie?
  4. Wie sieht es mit meinem ersparten aus? (~2.000€ ich bin 24 Jahre alt) kann mir dieses angerechnet werden, so das ich weniger Geld bekomme?
  5. Wie sieht es mit all diesen Faktoren während der Umschulung aus? Wie viel Geld habe ich dort (Übergangsgeld) zur Verfügung?
  6. Mir wurde mal etwas von BAB während der Umschulung gesagt, kann ich dies oder andere Leistungen beantragen? Wenn ja welche.
  7. Muss ich sonst auf irgendetwas achten? Welche Stolper fallen gibt es noch?

Ich weiß das es viele fragen sind und dennoch möchte ich mich hiermit für jede beantwortete Frage bedanken! :) (P.S. an das Jobcenter/Arbeitsamt kann ich mich im Moment nicht wenden.)

Mit freundlichen Grüßen Ben

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, Arbeitslosengeld, Hartz IV, ..., 17

- Es wird von deinem Einkommen der letzten 12 Monate vor der Arbeitslosigkeit ein Durchschnitt ermittelt,davon bekommst du dann als Single ohne Kind mit Anspruch auf Kindergeld 60 %,dass würden dann vom durchschnittlichen Netto etwa 60 %,in deinem Fall von ca. 700 € Netto dann etwa 420 € pro Monat sein.

Was du evtl.an Aufstockung bekommen könntest kann man so nicht sagen,dazu müsste man wissen wie euch ( Freundin und du ) das Jobcenter einstuft,dann käme ggf.noch der Mehrbedarf wegen deiner Krankheit dazu,evtl.was deine Freundin verdient wenn ihr als BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) eingestuft werden würdet und wie hoch die Nebenkosten sind.

- Wenn es keinen Mietvertrag gibt müsstest ihr die Zahlung ggf.anders nachweisen ( Kontoauszüge / Belege ) und dazu wird dann ein Nachweis erforderlich sein was an monatlichen Abschlägen insgesamt an Neben / Betriebs / Heizkosten gezahlt wird und das würde dann ggf.durch die Personen im Haushalt geteilt.

- Den Mehrbedarf bekommst du nur wenn du / ihr auch Anspruch auf Leistungen habt,dass muss dann im Hauptantrag angegeben und evtl.mit einer  zusätzlichen Anlage und dementsprechenden ärztlichen Nachweisen belegt werden.

Im Internet kannst du mal eingeben ,, Mehrbedarfe bei ALG - 2 ",da solltest du deine Erkrankung finden,da steht dann auch wie viel Prozent du dafür an Mehrbedarf bekommen könntest.

- Dein Vermögen was du schon im Monat vor der Antragstellung hattest wird dir bis zum so genannten Schonvermögen nicht auf evtl.Leistungen angerechnet.

Du kannst pro vollendetem Lebensjahr 150 € haben + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen,min. aber 3100 € + diese einmaligen 750 €,würde für deine Freundin auch gelten,verwertbare Versicherungen würden auch dazu zählen.

Ein KFZ - mit einem Zeitwert von bis zu 7500 € dürftest du auch haben,deine Freundin auch,dies wäre dann privilegiertes Vermögen und würde nicht zum Schonvermögen gerechnet.

- Beim Übergangsgeld würde dir als Single dann 68 % statt 60 % zustehen,mit Kind würden es 75 % sein und beim ALG - 1 dann 67 %.

- Wenn du aus gesundheitlichen Gründen eine neue Ausbildung / Umschulung machen musst bzw.noch gar keine abgeschlossene Berufsausbildung hättest,dann könntest du unter Umständen BAB - bekommen,beantragen musst du das auch bei der Agentur für Arbeit,dass würde dann aber vollständig auf evtl.zustehende ALG - 2 Leistungen angerechnet und dein Übergangsgeld fast komplett und in der Regel verlangen sie auch einen Mietvertrag.

Solange du noch keine 25 bist können deine Eltern Kindergeld beantragen,wenn sie dir nicht mehr zum Unterhalt verpflichtet wären bzw.nicht leistungsfähig wären,dann steht dir das Kindergeld von min. 190 € zu,wenn du dann 25 bist gibt es nichts mehr,auch wenn du noch in Umschulung bist.

Hast du min. an einem Tag im Monat die Anspruchsvoraussetzungen für das Kindergeld ( Familienkasse der Agentur für Arbeit ) erfüllt,dann steht deinen Eltern bzw.dir für diesen Monat noch das Kindergeld zu,bedeutet,wenn du z.B. in der Umschulung dann in einem Monat 25 wirst und das nach dem 1 des Monats,dann hast du an min. einem Tag die Voraussetzung noch erfüllt gehabt und würdest für diesen Monat noch Kindergeld bekommen.

Würdest du allerdings am 1.eines Monats 25,dann würde die letzte Zahlung im Vormonat erfolgen.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von DODOsBACK, 18

Wenn DU kündigst, gibt es eine Sperre und gar kein ALGI. Im schlimmsten Fall ist sogar die Umschulung gefährdet, da man möglicherweise mangelhafte Mitwirkung vermutet. Also mit dem Chef sprechen und kündigen lassen!

Auch bei einer Krankschreibung gilt, dass man dir die Umschulung streichen kann, wenn man nicht sicher ist, ob du sie gesundheitlich durchstehst.

Wenn ALGI nicht reicht, wird mit ALGII aufgestockt. Allerdings maximal bis zum "normalen" HartzIV-Satz.

Wenn du keine Ausgaben für Miete hast, steht dir auch kein Geld dafür zu. Wenn du ohne Vertrag Miete zahlst, überleg dir, was günstiger ist: einen (Unter-) Mietvertrag mit deiner Freundin oder ihrer Mutter aufsetzen, damit die die Einkünfte versteuern müssen, oder dich "durchfüttern" lassen.

Bitte bedenke, dass auch beim BAB die nachgewiesenen Mietkosten berücksichtigt werden!

Grundsätzlich stehen dir bei MC beim HartzIV-Satz 10% extra zu, also 40€ im Monat. Ob das bei anderen Bezügen genauso berechnet wird, weiß ich nicht.

Ich würde dir raten, mit all deinem Papierkram einen Termin bei der Sozialberatung zu machen - Awo, Caritas, Diakonie usw. Die können dich gegen einen kleinen Unkostenbeitrag (i.d.R. 5-10€)  unabhängig beraten und dir helfen, Schreiben an Ämter und Behörden "richtig" zu formulieren.

Kommentar von Dereta ,

hättest du richtig gelesen, hättest du gesehen das der Arzt mir bescheinigt das ich die Arbeit aus gesundheitlichen gründen nicht mehr ausüben kann. Dies wurde auch so mit dem Amt besprochen. Eben damit es zu keiner Speere kommt.

Zu beachten  sollte außerdem sein, das ich während der Umschulung untergebracht werde, da dies im BFW stadtfindet, werde ich dort wie in einer Art internat untergebracht. Wohne also dort. 

Dennoch danke für die antwort :)

Kommentar von DODOsBACK ,

Muss wohl die Kristallkugel neu polieren, damit ich auch die Teile "zwischen den Zeilen" wieder klar sehe...

Antwort
von Kleckerfrau, 23

Kann dein Arzt dich nicht krankschreioben, bis die Umschulung beginnt ?

Und du bekommst während der Umschulung  Übergangsgeld. Das ist etwas höher als ALG 1

Geh zum Jobcenter und lass dich dort über Extrazahlungen beraten.

Kommentar von Dereta ,

Können ja, doch damit würde ich ja nach 6 Wochen Krankengeld bekommen, was meinen anspruch auf übergangsgeld während der gesamten umschulung senkt..

Kommentar von Kleckerfrau ,

6 Wochen ist Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Krankengeld wird maximal 78 Wochen gezahlt.

Bei meiner Umschulung damals wurde gar nicht gesenkt. ich war bis zur 78 Wochen Grenze krankgeschrieben, danach habe ich umgeschult ohne Abzug vom Übergangsgeld.

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