Frage von chajenne, 59

ALG 1 oder ALG 2 oder was jetzt am Besten tun?

Hallo. Es geht um folgende Situation. Ein Kumpel wird in ein paar Wochen 25 Jahre. Er hat zurzeit keinen Job und ist zurzeit bei seinen Eltern in der Bedarfsgemeinschaft (Hartz4). Er weiß noch nicht, ob er bald einen neuen Job haben wird aber mit 25 muss er einen eigenen Antrag stellen. Ihm könnte eig ALG 1 zustehen, wenn er für mindestens einen Monat noch eine Beschäftigung hätte (da er zuvor 11 Monate gearbeitet hat). Er will nicht unbedingt ALG 2 beantragen müssen. Würdet ihr versuchen einen JOb für mindestens 1 Monat zu bekommen, um dann übergangsweise ALG 1,was ihm dann zusteht zu bekommen oder jetzt schon ALG 2 beantragen, wo man seine Kontoauszüge und was nicht alles vorzeigen muss. Es geht darum, dass er ab Februar irgendwie Miete und für seinen Lebensunterhalt aufkommen muss. PS: Es geht NUR darum, falls er bis Februar nichts finden sollte und ja jetzt schon einen Antrag stellen müsste.

Antwort
von Parhalia, 29

Spätestens 4 Wochen vor Ablauf seiner Zugehörigkeit in der elterlichen Bedarfsgemeinschaft sollte er auf jeden Fall erst einmal einen eigenen Antrag auf ALG II stellen.

Dieses alleine schon für den Fall, dass er bis zu dieser Frist noch keinen absolut sicheren Arbeitsvertrag in der Tasche haben sollte. ( zusätzlich zu beachten : Arbeitslohn würde ohnehin erst nachträglich zu Anfang des Folgemomats gezahlt werden )

ALG I würde ihm erst zustehen, wenn er binnen 24 Monaten mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Und sollte das ALG I nicht für den Lebensunterhalt auf ALG II - Niveau reichen, so müsste er ohnehin einen Antrag auf ergänzendes ALG II stellen.

Ohne Antrag könnte er ggf. nur noch dann "rauskommen", wenn er ab 2. Januar eine entsprechend entlohnte Arbeit antreten könnte. Dann bekäme er seinen 1. Lohn je nach Firma / Lohnbuchhaltung zwischen Ende Januar bis etwa 15. Februar.

Kommentar von chajenne ,

Und wie sieht es mit den Versicherungen aus? Da er im Januar Geburstag hat und nur die Miete bis Februar gezahlt wird. Versicherungen nur bis seinem Geburtstag.

Kommentar von Parhalia ,

Die gesetzliche Krankenversicherung ist noch maximal einen Monat nachlaufend. ( also im genannten Beispiel dann bis März, wenn ALG II im Vorraus noch für Februar gezahlt wird ) 

Bei "privaten" Versicherungen weiss ich es nicht so genau. Aber die müssten ja ohnehin aus eigener Tasche gezahlt werden. 

Kommentar von chajenne ,

Was heißt denn das genau mit einem Monat maximal nachlaufend, wenn das Arbeitsamt die Versicherung z.B. bis zum 15. Januar bezahlt und er ab 15. Feburar frühstens ALG 2 bekommen würde?

Kommentar von Parhalia ,

Das "Jobcenter" ( ALG II )  bezahlt die Krankenversicherung stets im Voraus für den kompletten Folgemonat. Wenn also Ende Januar noch im Voraus für Februar gezahlt wird, so ist auch der Februar abgedeckt. Danach beginnt die sogenannte "Nachlauffrist" von 4 Wochen. Das heisst : 4 Wochen nach Beendigung der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Person noch 4 Wochen nachversichert. ( Paragraf 19 / Artikel 1 des SGB V )

Bei ALG I wäre es hingegen so, dass die "Mitgliedschaft" genau an dem Tag endet, an dem auch der Anspruch auf ALG I erschöpft wäre. Wäre dieses z.B. am 15. Januar der Fall, so wäre er noch bis zum 15. Februar nachversichert.

Und wer bereits jetzt schon wüsste, dass sein ALG I - Anspruch am 15. Januar erschöpft wäre, der sollte ebenfalls schon ab dem 01 Januar den Antrag auf ( ergänzendes ) ALG II stellen.

Denn ( ergänzendes )  ALG II gibt es auch frühestens ( rückwirkend ) ab Antragsstellung bewilligt. 

Kommentar von chajenne ,

Ja aber in dem Bescheid stand, dass nur die Miete bis Ende Januar bezahlt wird und die Versicherungen bis 15. nur gezahlt sind. Und er ist ja nicht automatisch aus der Versicherung raus, außer er kündigt, das heißt er muss das Geld irgendwie selbst aufbringen.

Kommentar von Parhalia ,

Genau so sieht es aus. Seine bisherige Bewilligung in der elterlichen Bedarfsgemeinschaft endet demnach am 31. Januar. Und wenn er im Februar nicht ohne Kohle dastehen will, so sollte er halt ungeachtet aller "Eventualitäten" Jetzt schon einen Antrag als nun "Eigenständige" Bedarfsgemeinschaft zum 1. Februar stellen. 

Denn einerseits sind halt 3 wichtige Punkte zu berücksichtigen :

 - noch hat er keinen sicheren Arbeitsvertrag, den er Anfang Januar auch antreten könnte. 

 - er weiss auch nicht, ob - wann und in welcher Höhe er seinen ersten Lohn überhaupt bekommen KÖNNTE...denn NOCH hat er ja scheinbar keine Arbeit

 - die Bearbeitungszeit der Anträge kann durchaus etwa 3 bis 6 Wochen dauern. Sollte er in dieser Zeit doch eine Arbeit aufnehmen können, so meldet er dieses VOR der Arbeitsaufnahme einfach dem Jobcenter . Dann entscheidet sich je nach Datum des Lohneinganges, ob seitens des JC für den Monat Februar noch ( aufstockender ) Bedarf besteht, oder nicht.

Antwort
von GerdausBerlin, 17

Würdet ihr versuchen einen JOb für mindestens 1 Monat zu bekommen, um dann übergangsweise ALG 1,was ihm dann zusteht zu bekommen

Wenn er einen solchen Job von sich aus kündigt, muss er mit einer Sperrzeit des ALG I von 12 Wochen rechnen und mit einer Absenkung des ALG II um rund 130,- für je 3 Monate plus Rückzahlungsforderung für das restliche ALG II für die gesamte Zeit des Bedarfs.

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von Georg63, 35

Hat er denn in den 11 Monaten genug verdient, um mit 60% vom Netto über die Runden zu kommen? Wenn das nämlich nicht reicht, muss er sowieso ALG2 beantragen.

Kommentar von chajenne ,

Naja er hat wohl immer unterschiedlich verdient abr der Durchschnitt wären wenn überhaupt der Hartz 4 Satz wenn nicht etwas weniger. Wird das nicht aufgestockt, dass es mindestens der Hartz 4 Satz ist? Man bekommt doch wenn man 1 Jahr arbeitet ALG 1 automatisch?

Kommentar von EstherNele ,

@ chajenne

Man bekommt doch wenn man 1 Jahr arbeitet ALG 1 automatisch?

Man hat dann einen Anspruch darauf, aber man muss einen Antrag stellen, automatisch passiert da gar nichts.
Außerdem muss man 12 Monate innerhalb von 24 Monaten gearbeitet haben, nicht irgendwie 1 Jahr zusammengestoppelt in ....Jahren.

Das ALG I kann auch - je nach Verdienst / monatlicher Stundenzahl usw. sehr niedrig ausfallen, gegebenenfalls auch weit unter dem Hartz-IV-Satz.

Aber das wird nicht von der Arbeitsagentur automatisch aufgestockt, sondern man muss beim Jobcenter einen Antrag auf ergänzendes ALG II stellen.

Kommentar von Georg63 ,

Er will nicht unbedingt ALG 2 beantragen müssen.

Das wird dann nur gehen, wenn er schnell einen auskömmlichen Job findet. Auch bei Aufstockung muss er seine Finanzen offenlegen.

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