Hallo Flume! Ich kann nicht beurteilen, ob Sterbehilfe eine Option für irgend jemanden ist, außer für mich selber. Für mich und nur für mich bedeutet es, dass ich das selber entscheiden möchte, da ich gewisse Dinge nicht oder nicht mehr erleben möchte. Eine gewiisse Menge an Schmerzen ja, denn ich denke dass wir auch in der Palliativmedizin immer weirtere Fortschritte erzielen und wenn ich noch ein paar Dinge selber tun kann, dann stelle ich mir ein Sterben im Hospitz als angenehm vor. Mir ist wichtig bewusst zu gehen und durch viele körperliche Faktoren, werde ich irgendwann sehr viel Hilfe benötigen, die ich auch bis zu einem gewissen Grade bereit bin dankbar anzunehmen, aber ich wünsche mir sehr nie wieder in Anhängigkeit zu geraten - wie man als Kind von den Eltern abhängig ist - da mir das beständige Angst machen würde (durch negative Erfahrungen) und weil sehr neugierig auf die Erfahrung bin. Keine Ahnung, ob danach wirklich etwas kommt, aber ich glaube schon, dass das Loslassen von dieser Welt etwas Besonmderes ist, wenn man denn vorbereitet ist und ich würde es daher gerne "erleben", so merkwürdig sich das vielleicht anhört. Also mit Ruhe und Bewusstsein gehen.
Einen sehr guten Freund habe ich begleitet. Er wollte keine weiteren Maßnahmen mehr, nur genug an Schmerzmittel und dann war klar, dass er innerhalb der nächsten 24 Stunden sterben würde. Ich sorgte dafür, dass seine Tochter, Schwester und sein bester Freund und ich da waren, wir erfüllten einige kleine Wünsche wie ein Tasse starken heißen Kaffee, Ein Pfarrer und wir alle beteten mit ihm und dann erzählten wir in gemütlicher Runde. In dieser Atmosphaäre wurde er immer mal wach, schaute jeden kurz lächelnd und zufrieden an und schlief so, dann auch endgültig ein. Das war ein wundervoller Abschied.
Solle mir das so nicht vergönnt sein und es zur o.g. Abhängigkeit kommen oder eben so extreme Einschränkungen, dann möchte ich es mir noch einmal so gemütlich wie möglich machen und dann mittels meiner bereits vorgesorgten Medikamente gehen. Mein Wunsch ist dies alleine machen zu können, da ich es keinem aufbürden möchte. Sollte es leider so kommen, dass ich in einem Krhs. an Geräten angeschlossen bin, habe ich deutliche Verfügungen geschrieben und sie auch bei verlässlichen Menschen hinterelgt. Doch lieber ware mir der bewusste letzte Gang - wenn ich aussuchen könnte.
Immer mehr wird gesetzlich geregelt und immer wieder habe ich dabei Anghst, dass es weniger die Menschenwürde ist, die hier bemüht wird. sondern eine Zweckmäßigkeit. Wer entscheidet denn, was Menschenwürde ist? Unwürdiges Leben war auch schon mal nur eine einfache körperliche oder geistige Behinderung bishin zur falschen Rasse.
An einen strafenden Gott will und werde ich niemals glauben und so straft er mich auch nicht, wenn ich zur Sterbehilfe greife, also wäre es dann eine Option für mich als (sehr eingenwillige) Christin? Keine Ahnung. Wenn ich so halbwegs realistisch bin, geht es mit meinen Knochen noch so 20 Jahre, wenn mein Geist auch so lange noch mit macht, würde ich dann gerne zur Veranbschiedung kommen ohne auch nur ein bisschen lebensmüde zu sein. Mir nimmt diese Haltung die Angst vor dem Alter, die so viele um mich rum haben und gibt mir ein großes Stück Gelassenheit und inneren Frieden.
Hilft Dir das überhaupt weiter, eine von MIllionen Meinungen? Aber ich kann nunmal nur meine eigene weitergeben, alles andere fände ich sehr vermessen.
Viel Erfolg für Deine Prüfung summt das Immchen
Danke für diese Auszeichnung