Frage von DerNerdigeBert, 38

Akte X: Sollte man sich die 10. Staffel auch noch geben, oder lieber nach der 9. aufhören?

Antwort
von Lady3Jane, 9

ich zitier mich am besten einfach mal selber. Anbei mein Fazit der 6 neuen Episoden:


Die 6. Episode (der 10. Staffel) , war die erste, die mich komplett vom Hocker gehauen hat und mir komplett das 90iger Jahre Gefühl gegeben hat. Kurzweilig, packend und ein (so kam es mir vor) fundiert recherchiertes Drehbuch, was die wissenschaftlichen Fakten betrifft und wo man sich auch wieder -für Carter ziemlich untypisch - an Geschehnisse aus alten Folgen/Staffeln erinnert. Reyes Entwicklung finde ich auf jeden Fall spannend.

In typischer Carter-Manier gibt es natürlich Voice-over-Monologe in Carterlogue, wieder mehr Fragen als Antworten und einen fiesen Cliffhanger, aber im Gegensatz zu manch anderen hier, hab ich jetzt wieder richtig Bock auf die Serien-Mytholgie, vor allem, da den Autoren anscheinend wieder eingefallen ist, dass sie mit William noch ein Ass im Ärmel haben, der noch ein größere Rolle spielen sollte. Wie ich allerdings Carter und seine Abneigung gegen eine Serienbibel kenne, hat der natürlich noch überhaupt keinen Plan wie es weiter gehen soll. Zu mal die Mythologie-Handlungen aus den Season 10 + 11 Comics Kanon sein sollen und mit der Serienhandlung zu einem Ganzen werden soll, da bin ich echt gespannt, wie Carter und Joe Harris das hinbekommen wollen.

Zweites Highlight war definitiv Darin Morgans Episode. Vermutlich ist diese Art von Humor nicht für jeden was, aber für mich sind seine Drehbücher die besten überhaupt - da macht es auch nichts, dass er nur gefühlt alle drei Jahre was zu Stande bringt. Dessen Talent/Potential haben sie bei Fringe aber so was von verschenkt, dass es schon kriminell ist.

Gründer-Mutation und Home Again war solide Akte X-"Kost, die mich gut unterhalten haben. Ich habe keine Ahnung auf welchem Magic Mushroom-Trpp Carter bei Babylon war, aber die Hallu-Szenen haben mich unterhalten (das könnte aber auch an halben Flasche Rotwein gelegen haben, die ich prophylaktisch vor/während dieser Episode zu mir genommen habe, ich habe erschreckend großes Fremdschämpotential) - über den Rest der Episode reden mir lieber nicht.

Bleibt noch "My Struggle"  Teil 1 - oder wie ich sie nenne, "My Exposition". Wahnsinnig viel Infos, die auf dem ersten Blick planlos und eine Ansammlung von gängigen Verschwörungstheorien wirken, jetzt aber nach dem sehen von My Struggle Teil II auf jeden Fall Sinn im Sinne der Serienmythologie Paranoia zu machen scheinen - wenn auch nicht alles. Ihr solltet mal sehen was für Aluhüte sich seit dem Start der neuen Episoden in der größten deutschen Akte X Fangruppe auf Facebook rumtreiben. immer wieder lustig, was die Leute alles glauben.

Sveta hättes es IMO nicht gebraucht, sie hätten auch Gibson Praise als Beweis für die Alien DNA her nehmen können, aber irgendwie muss ja auch Scully mit Boot holen, Jeff Gulka scheint nur noch sporadisch zu schauspielern. Das die Verschwörung von Menschen gemacht ist, war ja für Zuschauer, die die ersten 9. Staffel gesehen haben, ja nicht neu. Die Zusammenfassung war für die ganzen "Schönwetter"/Neueinsteiger-Fans sicherlich hilfreich - mir kamen die ersten zweieinhalb Minuten mit Duchovnys Monolog wie eine Ewigkeit vor, was auch an dessen sehr an dessen Vortrag lag. Ich würde es nicht lustlos nennen, wie es manchen beschrieben, eher mut- und energielos (was ja zum depressiven Mulder passt und IMO Absicht ist und keine Unfähigkeit Duchovnys, sich in die Rolle einzufühlen).

Ich hätte gern eine Episode von Vince Gilligan oder noch eine Morgan/Wong Episode gesehen (obwohl die auch schon den einen oder anderen Rohrkrepierer a la "TheField were I cried..äh..died" oder Millennium Season 2 fabriziert haben) - und vielleicht eine Regiearbeit von Rob Bowman - und ich hoffe das bei zu erwartenden Season 11 Writer's Room jemand eine illegale Serienbibel führt und Carter hilft, ein paar seiner Handlungsstränge zusammen führt - vielleicht sollte Carter Joe Harris dazu holen, der scheint seine X-Files Comic Mytholgie besser im Griff zu haben als Carter (die ist aber auch noch nicht so umfangreich).

Kurzum:
Experiment geglückt. Hier und da hat man schon gemerkt, dass die Staffel gern ein oder zwei Episoden hätte länger sein dürfen (am deutlichsten bei "Home Again", da wären mir zwei Episoden je eine mit dem MOTW und eine mit Scullys Handlungsbogen mit Mytholgieeinfluss lieber gewesen) aber die sechs Episoden fand ich immer noch unterhaltsamer als was das deutsche und das meiste US-Network Fernsehen sonst so zustande bringt. Für meinen Geschmack hätte man Mythologie und MOTW in den einzelnen Episode auch etwas mehr verflechten können, aber immerhin war die MOTW nicht komplett eigenständig und der Staffelarc wurde in jeder Episode etwas weiter geschoben - finde ich eine erfreuliche Entwicklung.

Antwort
von tucho, 14

Die 10.Staffel ist insgesamt schon eine Enttäuschung. Heraus sticht die Parodiefolge Nr.3 "Mulder and Scully Meet the Were-Monster", fand ich, die schon den Charme von Klassikern wie "Böses Blut" hat, wenn auch nicht ganz die Tiefe.

Ich fand, es gelang weder einen angemessenen Spannungsbogen, noch Chemie zwischen den Schauspielern oder Atmosphäre aufzubauen.Die storylines waren oft zu dünn, um eine gesamte Folge zu tragen, vieles wurde arg überfrachtet mit Pathos und sehr offensichtlichen Selbstzitaten und zum Ende kommt es dann schon sehr, sehr dicke...kurz: es funktioniert leider nicht mehr.

Wenn Du aber Fan der ersten Stunde bist etc musst Du Dir das natürlich ansehen. ;D


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten