Frage von Stef1997, 27

Agoraphobie mit Angststörungen es wird einfach nicht besser?

hallo Leute ich leide unter der Agoraphobie mit Angststörungen bin auch schon seit paar Monaten unter Behandlung beim Psychotherapeut... Es wird trotzdem nicht besser! Es wird eher schlimmer.... Kurze Geschichte: Es hat alles Angefangen als ich nach einem Freizeitpark besuch als Beifahrer heim gefahren bin ich hatte urplötzlich schlecht Luft bekommen und dann ist es ausgeartet... Wir haben angehalten ich war am zittern musste brechen und sind dann wieder weiter gefahren die panickattacke ging nicht weg.... So... Momentan versuche ich mit Bus und Bahn zu fahren(Alleine) ich halte es nicht lange darin aus weil ich mich so reinsteiger das ich nicht flüchten kann und dabei Geistig keine Luft bekomme(Körperlich schon) ich flüchte dennoch meistens weil ich ANgst habe im Bus zu erbrechen bzw Bahn weil es sehr peinlich wäre... Deswegen kann ich auch nicht in Situationen bleiben... Ich sehe seit heute alles Negativ Ich sitze nur in der Wohnung, gehe nur zeitungen austragen (mit begleitung weil ich zurzeit kein Autofahren kann (PS: bin 19 Jahre)) ich seh mich als Versager habe keine Ausbildung habe Angst eine Ausbildung nicht zuschaffen wegen der Agoraphobie.. ich habe momentan einfach keine Kraft mehr.... Vor allem weil ich weiß das es nicht besser wird..

Ich wohne zurzeit noch bei meinen Elternl, mein Psychologe hat gemeint er hilft mir auch eine eigene Wohnung zu suchen, weil zuhause es nicht gut zugeht... (Er meint das die Agoraphobie zum Teil auch von zuhause kommt( Es wird nur rumgeschriehen usw...)

Jetzt habe ich aber angst das ich gar kein Kontakt mehr zu menschen habe wenn ich eine eigene Wohnung habe ich habe nur einen Guten Freund, keine Freundin nichtssss... Ich brauche dringend Rat..............Ich sitze zum grossen Teil nur daheim vor meinem Pc und spring in meine Welt weil es mir dort gut geht... am sonsten gehe ich noch zeitungen austragen....

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 3

Agoraphobie und Panikattacken sind Angststörungen. Sie können gemeinsam oder auch getrennt auftreten. Ein gemeinsames Auftreten ist jedoch mehr Regel als Ausnahme.

Deine Symptome sind klassisch. Das Gefühl zu haben zu ersticken ist bei dieser Erkrankung weit verbreitet. Auch Schwindel und Erbrechen sind Symptome welche diese Krankheit hervorrufen kann.

Ein weiterer Klassiker ist die Angst vor öffentlichen Verkehrsmittel, weiten Plätzen und Menschenansamlungen. Oft verbunden mit Reizüberflutung.

Ein zusätzliches Problem ist die Angst vor der Angst, also die dauerhafte Alambereitschaft aus Angst der nächsten Attacke ausgesetzt zu sein. Folglich getraut man sich auch kaum aus dem Haus, sieht alles negativ und zieht sich sozial zurück.

Menschen die sagen, "ignoriere das einfach, du steigerst dich von selbst in die nächste Attacke rein" haben meines Errachtens keine Ahnung. Wie soll mein denn bitte schön keine Angst vor dem Schlimmsten haben, das man kennt? Dies ist jedoch nur meine persönliche Meinung, kommen wir zum medizinischen Teil:

Was du tun kannst ist in erster Linie dir klar zu werden, dass Angststörungen -so schlimm sie sich auch anfühlen- im Gegensatz zu anderen psychischen Erkrankungen relativ gut behandeln lassen.

Wichtig ist in erster Linie eine Psychotherapie. Dort lernst du mit deinen Ängsten umzugehen und die Ursache dafür zu ergründen. Bis eine Psychotherapie wirkt dauert es leider Monate.

Wenn die Ängste zu stark werden, muss man auch über eine medikamentöse Behandlung nachdenken. Niemand nimmt gerne Medikamente, doch bei gewissen Personen ist die Angststörung schlimmer als deren Nebenwirkungen.

In erster Linie werden Antidepressiva der SSRI (selektiver Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer) und seltener der SSNRI (selektiver Serotonin Wiederaufnahme-Hemmer) - Klasse eingesetzt. Antidepressiva dieser Klasse wirken gegen Angststörungen ironischerweise einiges besser als gegen Depressionen. Bei den meisten ist nach der Einnahme von Antidepressiva ruhe. Bekannte Substanzen gegen Angststörungen sind Citalopram, Escitalopram, Venlafaxin und vor allem Sertralin.

Antidepressiva haben jedoch auch Nachteile. Die Nebenwirkungen sind vor allem in den ersten 2-4 Wochen stark ausgeprägt. Eine dieser Nebenwirkungen kann (muss aber nicht) die Steigerung der inneren Spannungszustände und der Angst sein. Diese Medikamente können also zuerst angststeigernd wirken bevor sie angstlösen wirken. Bis die angstlösende Wirkung eintritt dauert es etwas 5 Wochen. Antidepressiva müssen täglich eingenommen werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Antiepileptikum Pregabalin. Dieses wirkt auch angstlösend, ist jedoch mit noch mehr Nebenwirkungen als Antidepressiva verbunden. Auch Pregabalin muss täglich eingenommen werden.

Zur Notfallmedikation eignen sich Benzodiazepine wie z.B. Alprazolam oder Lorazepam. Benzodiazepine wirken innert 20-40min sehr stark angstlösend und beruhigend. Sie können bei Bedarf (also nicht regelmässig) eingenommen werden. Die Angststörung ist auf einmal wie weggeblasen. Doch auch hier gibt es einen Hacken und zwar einen gröberen. Benzodiazepine können nach längerem (ca. 8 Wochen regelmässiger Einnahme) Gebrauch psychisch und körperlich abhängig machen. Zudem stellt sich eine Toleranzentwicklung ein (bei längerem Gebrauch verlieren die Tabletten ihre Wirkung und man muss immer höhere Mengen nehmen um den gleichen Effekt zu erziehlen).

Ich wollte damals auf keinen Fall Medikamente nehmen und habe es erst mit Entspannungsübungen und einer Verhaltenstherapie probiert. Als es jedoch nicht zurück ging, habe ich zähneknirschend einer medikamentösen Therapie zugestimmt. Ich kriegte ein Antidepressiva und für die aktuen Zustände Benzodiazpine bzw. Lorazepam (Abens) und Alprazolam (Tagsdurch). Das Antidepressiva meine Angst zunächst steigerte nahm ich ab und zu ein Benzodiazepin ein. Nach ca. 2 Wochen setzte ich diese ohne Probleme ab (etwas schlecht geschlafen allerdings).

Noch heute habe ich als Sicherheit Alprazolam dabei, doch gebraucht habe ich es schon lange nicht mehr. Gibt mir einfach psychologische Sicherheit.

Das ganze musst du unbedingt mit deinem Therapeuten besprechen bevor du irgendwelche Schritte machst...

Antwort
von huldave, 6

Hast du schon mal darüber nachgedacht in eine psychosomatische Klinik für ein paar Wochen zu gehen oder in eine entsprechende Tagesklinik.
Erstmal hast Abstand zu deinem Umfeld und dort kann dir auch geholfen werden
Alles Gute

Kommentar von Stef1997 ,

Ja Tagesklinik habe ich schon gedacht... nur ich habe "Angst" wenn ich Leute sehe die Total Psychisch krank sind... davor habe ich am meisten Angst.... am sonsten weiß ich auch nicht.... ob es 100% hilft

Kommentar von huldave ,

Du kannst dort in der Ambulanz einen Termin machen, dich beraten lassen, evtl das Haus ansehen und dich dann entscheiden

Antwort
von nil101, 12

Wieso gehst du nicht zu einem Psychiater, vllt helfen dir Medikamente gegen deine Ängste !

Kommentar von Stef1997 ,

War ich auch schoin er hat mir welche gegeben mein Psychologe hat gemeint es wäre sinnlos da ich die  Panickattacken bekämpfen soll.... und nicht davor weglaufen soll mit tabletten(Mein Psychologe hat eine Wertung von 1.1 (Sehr Gut))

Kommentar von nil101 ,

Bei mir haben die Medikamente auf jeden fall geholfen, ich hatte auch sowas wie panickattacken vor ein paar Monaten.. seit März nicht mehr durch die Medis geht es mir jetzt ziemlich gut u hab keine Ängste mehr -- ich bin auch bei einer Psychotherapeutin u sue sagte, ich soll die Medis nehmen u die Therapie nicht abbrechen !

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