**Aggression ist ein Gemisch aus sozialen und kulturellen Einflüssen, frühkindlichen Situationen, gegenwärtigen Frustrationen und biologisch vorgegebenen Reaktionsnormen. Die Ursache für aggressives Verhalten liegt meist in dem Beschädigen des Selbstwertgefühls.
Frustration kann Aggressionen entstehen lassen. Ob eine aggressive Reaktion eintritt oder nicht ist aber eher davon abhängig, welche diesbezüglichen Lernprozesse in der Vergangenheit abgelaufen sind, d.h. die Erziehungsmethoden der Eltern besitzen eine herausragende Funktion hinsichtlich des Erwerbens aggressiver Verhaltensweisen.**
siehe: http://www.fzpsa.de/paedpsych/Fachartikel/erziehung/aggressionen/aggressionen-be...
Das dein Sohn vielleicht mehr zu Agressionen neigt als andere Jugendliche ist die eine Sache! Viel wichtiger ist doch, das er es anscheinend nie gelernt hat das es ein Fehlverhalten ist. Ihm das zu lehren ist Deine Aufgabe!!!
Leider scheint die Grenze zur Gewaltbereitschaft schon längst überschritten zu sein...leider! Nicht erst wenn er jemanden an der Gurgel geht ist es an der Zeit etwas zu tun - sondern bereits dann wenn Agressionen in Form von Verhaltensauffälligkeiten sichtbar werden. Die Hemmschwelle scheint mir bei deinem Sohn längst überschritten zu sein! Verhaltensauffälligkeiten waren vermutlich schon vor Jahren sichtbar. Sobald die boshafte Absicht dahintersteckt aus eigener Frustration jemanden schaden zu wollen, sollte man erziehungstechnisch entgegensteuern! Damit meine ich nicht schlagen oder Freiheitsberaubung, sondern klärende Gespräche, Möglichkeiten aufzeigen wie man die Situation hätte besser lösen können und hinterfrage warum es so weit gekommen ist. Auch Konsequenz ist ein wichtiger Teil in der Erziehung. Fehlverhalten sollte natürlich jedem Menschen mal gestattet sein, denn nicht jeder Tag ist gleich...
Ein Fehlverhalten ist auch nicht gleich automatisch eine Verhaltensauffälligkeit - dies tritt erst ein, wennein Fehlverhalten zum widerholten Male auftritt. Wie hätte man also entgegensteuern können, das ein Fehlverhalten nicht zu einer Verhaltensauffälligkeit wird? In dem man Fehlverhalten bespricht und dem Kind klar macht welche Konsequenzen dieses verhalten hätte haben können oder das die Situation hätte noch schlimmer enden können, mit Konsequenzen die man möglicher Weise nicht mehr rückgängig machen kann. Es sollte außerdem eine Vereinbarung getroffen werden, das an diesem Verhalten gearbeitet wird und es nicht mehr vorkommt. Widerholt es sich, dann folgen erzieherische Maßnahmen mit Konsquenzen, die möglicher Weise sogar schon im ersten Gespräch vereinbart wurden. Wichtig dabei ist natürlich immer dem Kind zu zeigen das trotz des Fehlverhaltens nicht weniger geliebt wird, das also nicht das Kind wegen seiner negativen Gefühle ermahnt wird, sondern wegen des falschen Ausdrucks seiner Gefühle. Es gibt viele andere Möglichkeiten Aggressionen zu verarbeiten, ohne anderen Menschen zu schaden.
Dies ist ein langer Lernprozess, der es Menschen irgendwann ermöglicht trotz Frust & Leid, schlechten Erfahrungen und Trauer, Ängsten und vielleicht sogar eigener körperlicher Gewalt dennoch mit anderen Menschen respektvoll umzugehen und seine eigenen Aggressionen zu verarbeiten ohne anderen Schaden zuzufügen.
Es mag für dich nun vielleicht so klingen als wäre dein Sohn zu alt für solch "DuDu Gespräche" und ich muß dir Recht geben, das ist er tatsächlich! Solch Lernprozess beginnt bereits im Kleinkindalter und legt wesentliche Grundsteine in der Erziehung. Mit 12 Jahren sind Kinder eigentlich bereits so weit, das bestimmte Lernprozesse gefruchtet haben und das Kind sich dessen bewusst ist das Fehlverhalten Konsequenzen trägt und starkes Fehlverhalten sogar massive Konsequenzen haben kann. Sicherlich ist das Ganze immer noch mit jugendlichen Leichtsinn gemischt, so das in manchen (vorallem neuen) Situationen der Impuls siegt und die Vernunft erst später folgt...Aber bei deinem Sohn scheint überhaupt keine Vernunft zu sein, sondern nur Impulsivität. Aggressionen stauen sich über einen gewissen Zeitraum an und bei der nächstbesten Situation handelt er impulsiv. Die Frage ist jetzt natürlich ob die Vernunft überhaupt eintritt....Das sollte wohl besser aus meiner Sicht ein Arzt abklären. Du solltest schnell handeln, denn schon bald bekommt dein Sohn sonst die Konsequenz in voller Bandbreite zu spüren, nämlich durch das Gesetz!
Kurz, knapp, Hilfreich, DH !