Frage von Psychojf, 87

Aggressionen und kein Interesse am Leben?

Hallo, Ich habe täglich Aggressionen in mir und möchte mich am liebsten ununterbrochen schlagen,boxen,ritzen und mich einfach nur zu tode brügeln. Sowas wie trauer/freude kenne ich nur vom Namen her. Jeden morgen wache ich auf und denke mir nur " ich will endlich verrecken". Um nicht nochmal in der Psychiatrie zu landen, lenke ich mich durch folgendes ab : zeichnen, musik hören, boxen, schreiben, lesen, dokumentationen und indem ich mich um meine Haustiere kümmer.

Ich lasse mir das nicht immer anmerken und geh mittlerweile manchmal alleine durch die Stadt oder fahre mit im Auto durch die Gegend. Um schonmal die Frage, nach Freunden/Familie etc. zu beantworten, Menschen sind für mich wie Objekte. Manche pflegt man mehr und die anderen eben weniger.

Skills kenne ich und mir ist auch bewusst, dass sich vieles im Leben noch verändern kann.

Noch eine kleine Info über mich: Aufenthalt auf der Vergiftungsstation - 2 Tage (Tablettenüberdosis) Erster Psychiatrieaufenthalt - 5 Monate ( Selbstmordversuch) Aufenthalt auf der Intensivstation - 2 Tage ( "leichte" Bewusstlosigkeit/Alkohol) Zweiter Psychiatrieaufenthalt - 1 Tag ( Alkoholmissbrauch)

Wenn Ihr noch Fragen habt, dan könnt Ihr mir sie stellen.

Meine Frage lautet nun, kennt jemand das von sich selber? Und wie bekomme ich meine Agressionen herunter geschraubt?

^^ Psychologe, Lebensberaterin und regelmäßige Termine bei meiner Hausärztin habe ich immer noch. Medikamente nehme ich auch ein.

Antwort
von JesterFun, 37

Erst einmal solltest du mal überlegen, was diese Aggressionen bei dir hervor runfen. Bestmmt macht das deine Psychologin mit dir, aber wohl mit weniger Erfolg...

Denk mal zurück, seit wann das Ganze angefangen hat. Als Kind warst du sicherlich öfter glücklicher. Und irgendwann ist ewtas passiert. Oder auch schleichend.

Oft sind es Dinge die wir machen wollen, aber nicht können oder dürfen. Diese Einschränkung kann manchmal so erdrückend sein, dass sie aggresiv macht.

Wenn dir jemand empfiehlt ein Anti-Aggresions-Training zu machen, dann vergiss es. Diese Trainings machen meiner Meinung nach alles falsch was man nur falsch machen kann. Die Gesellschaft hat Angst vor Aggresion und deshalb wird versucht das irgendwie zu "bekämpfen". Diese Methode ist aber physisch und psychisch total ungesund. Das sage ich nicht als Arzt oder Psychologe, sondern aus eigener Erfahrung.

Meine Empfehlung ist: Geh in den Wald, such dir einen Stock und hau ein wenig auf einen Baum rum. Zumindest solange, wie du heraus gefunden hast was das Kernproblem ist. Danach wirst du schon wissen was für dich gut ist.

Die Frage ist auch, was du gerade machst. Fühlst du dich nützlich in der Gesellschaft? Ich empfehle immer etwas Gutes zu tun. Hast du ein Problem mit Menschen, so kannst du auch Tiere im Tierheim betreuen auf ehrenamtiliche Basis. Es gibt immer Möglichkeiten.

Wenn du denkst das bringt nix: Probier es aus! Überwinde deinen inneren Schweinehund. Lass die anderen Sorgen eben Sorgen sein und kümmere dich nur um dein Wohlbefinden. Ich hoffe du magst Tiere... ;)

Zudem verstehe ich deine Situation und es war damals so ähnlich bei mir. Lange nicht so schlimm, aber ich weiß wovon ich rede.

Kommentar von Psychojf ,

Danke, doch ich habe fast nichts unversucht gelassen.

Antwort
von zahlenguide, 37

Geh doch mal nicht zu einem Psychologen, sondern in einen Kurs zu einem Antiaggressionstraining und bitte die Leute dort, dir mal bewusst zu machen, wie sich Opfer von dir fühlen würden, wenn du deine Gefühle so rauslassen würdest, wie du es tun willst. - Dann nimmt der Therapeut eine Rolle ein, indem er genauso argumentiert, wie du es tun würdest - er spiegelt dich also - und du kannst mal die andere Seite sehen - wie Menschen reagieren, wenn sie mit dir an deinen schlechten Tagen zu tun bekommen.

Ansonsten kannst du auch nach Gegenpolen suchen - stell dir mal vor, wie es war als du noch nicht so aggressiv warst. Hattest du da etwas, was du dir immer total gewünscht hast, aber nie gemacht hast? Bei mir z.B. sind es Wale. Es gibt nichts auf der ganzen lieben weiten Welt, was ich so sehr liebe wie Wale - ich fange sogar vor Freude an zu heulen, wenn ich in der Nähe von Walen bin - wenn du jetzt ich wärst, würde ich dir raten, etwas mit Walen zu tun. - Vielleicht gibt es etwas in deiner Kindheit/ Jugend, was dir damals unglaublich viel bedeutet hat und du heute denkst - Ach, das ist mir nicht mehr wichtig - und wenn du es dann doch mal probierst, stellst du fest, dass es noch genauso besonders ist wie damals.

du kannst auch mal in einen Grundlagenkurs für Gitarrespielen gehen. Da lernst du die Grundlegenden Griffe. Dann kaufst du dir eine preiswerte Gitarre und immer wenn du merkst - Okay, jetzt bahnt sich wieder meine schlechte Laune an, setzt du dich vor dem Fernseher machst ihn an und spielst 30 Minuten Gitarre und übst die Griffe. Oft kann das Gehirn nämlich sowohl Angst als auch Wut nur komplett rauslassen, wenn du dich nicht effektiv ablenkst. Bei dieser Taktik gebrauchst du deine Tastsinne, dein Gehör und deine Augen. Hilft aber am Anfang nur, wenn du ein Gefühl dafür bekommst, wann deine Aggression beginnt.

Ansonsten kannst du dir ein Dankbarkeitstagebuch schreiben - einmal die Woche schreibst du da rein, wofür du dankbar bist - die ersten Wochen wirst du denken, wozu mache ich das jetzt? Aber dadurch das dein Geist auf positive Dinge fokussiert wird, kann das durchaus nach ein paar Wochen - um die 8 Wochen vielleicht helfen.

Schließlich solltest du auch über kleine Probleme mit Menschen reden lernen - also nicht erst anfangen darüber zu wüten, wenn du große Probleme hast, sondern einfach Kleinigkeiten sagen - wenn du dabei mal zu laut wirst, dann gehst du zu der Person hin, wenn du dich beruhigt hast und sagst einfach mal sorry.

Kommentar von Psychojf ,

Ich habe keine "Opfer" ich lasse meine Aggressionen nur an mir selber aus und sie sind unbegründet. Anderen gegenüber verhalte ich mich eigentlich immer respektvoll. Ich habe mal ein Positivtagebuch über mehrere Monate hinweg geführt. Und ich werde nie laut wenn ich gerade sehr gereizt bin. Sogar wenn ich jemandem ausversehen in die Füße trette, dan entschuldige ich mich sofort.

Kommentar von zahlenguide ,

und die anderen Ratschläge? denke ein Antiaggressionstraining kann dir vielleicht trotzdem helfen - wissen kann man es natürlich nicht. hast du dir auch mal einen Boxsack zu hause aufgehangen? Kann man auch mit einem Netz und ein paar alten Bällen selber machen.

Kommentar von Psychojf ,

In meinem Keller habe ich einen eigenen Boxsack hängen und diesen benutze ich auch des öfteren.

Kommentar von zahlenguide ,

und Kindheitsträume, die du erfüllen könntest - sich da mal eine Liste machen und die abarbeiten? mehr fällt mir leider nicht ein...

Kommentar von Psychojf ,

danke aber ich hatte nie träume

Antwort
von Hugito, 36

Ich finde, Du machst schon einiges, was Dich weiter bringt.

Z.B. allerlei Hobbys, aber auch fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ich denke, dass das Problem nichts mit der Lösung zu tun hat. Über Ursachen deiner Probleme nachzudenken, bringt nichts. Sondern es kommt darauf an, eine neue Aufgabe,  Herausforderung,  etc. zu finden. Etwas, das Dir gefällt, was Dich umtreibt, was Dich herausfordert. 

Gibt es etwas, das Dir Freude macht, und Dich weniger aggressiv werden läßt. Falls ja, was ist das?

Kommentar von Psychojf ,

dazu gehören einmal meine Haustiere und Sendungen über die Forensik/Gerichtsmedizin. Wobei Freude zu viel des guten wäre, es ist etwas positives doch das Wort Freude wäre noch zu weit hergeholt.

Kommentar von Hugito ,

Das hört sich gut an!

Das Wort "Freude" ist vielleicht auch zu einseitig. Besser wäre, was interessiert mich, was ist mir wichtig, was kann ich gut. etc.

Wie hast Du gemerkt, das es Dir gut tut, z.B. Dich um Deine Haustiere zu kümmern?

Kommentar von Psychojf ,

Schon als kleines Kind mochte ich tiere sehr. Mein Hund begleitet mich seit dem 9. Lebensjahr und auch meine Wellis zaubern mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Kommentar von Hugito ,

Ich mag Tiere auch sehr. Manchmal unterhalte ich mich auch mit denen. Ich glaube, die verstehen Menschen manchmal ganz gut.

Kannst Du Dir z.B. vorstellen, beruflich mit Tieren etwas zu machen?

Kommentar von Psychojf ,

könnte ich mir schon aber mit meinen unteren abschluss kann ich nichts anfangen

Kommentar von Psychojf ,

meinem*

Kommentar von Hugito ,

Es gibt auch die Möglichkeit, ohne Ausbildung mit Tieren zu arbeiten.

Über Möglichkeiten kann man sich z.b. beim Job-Center informieren.

Es gibt sehr unterschiedliche Bereich, in denen mit Tieren gearbeitet wird: z.B. hier mal ne Liste.

http://www.berufe-mit-tieren.de/berufsliste_alphabetisch.htm

Übrigens, da fällt mir noch ein: eine sehr gute Möglichkeit Frust und Aggressionen aller Art abzubauen ist Sport oder jede Art von körperlicher Betätigung. 

Gefällt Dir eigentlich eine Sportart ?

Antwort
von Dahika, 38

www.bke-jugendberatung.de

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