Frage von guschi123, 119

Afd-ignorieren oder etwas unternehmen?

Ich beobachte die Alternative für Deutschland schon seit längerer Zeit mit Sorge, da sie immer mehr Zustimmung der Bevölkerung bbekomt. Ich frage mich ob man die Afd ignorieren sollte, dass man sie als eine Partei ansieht, die nicht lange Erfolg haben wird. Oder sollte man etwas gegen diese rechtspopulistische Partei tun sollte, und wenn ja was kann man tun?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 29

Afd-ignorieren oder etwas unternehmen?

Hier solltest du dir zuallererst die zentrale Frage stellen: "Glaubst du an die Demokratie? Und glaubst du, dass das demokratische System in Deutschland funktioniert?"

Wenn die Antwort "Ja!" ist, dann solltest du daran denken, dass die AfD vom Bundeswahlleiter zugelassen wurde. Es ist seine - und NUR SEINE - Aufgabe, zu prüfen, ob die AfD eine wählbare Partei ist oder nicht.

Wenn er zu dem Schluss gelangt, dass sie wählbar ist, dann ist sie Bestandteil des demokratischen Zirkus, wie all die anderen zugelassenen Parteien auch.

Wenn die Antwort hingegen "Nein!" lautet, dann hast du andere Probleme als die AfD... ;)

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Ich beobachte die Alternative für Deutschland schon seit längerer Zeit mit Sorge, da sie immer mehr Zustimmung der Bevölkerung bbekomt.

Die AfD ist noch sehr jung. Und viele Wähler und Sympathisanten setzen ihre Hoffnungen eben genau darauf: Leute, die noch nicht vom Lobbyismus aufgefressen und gekauft wurden.

Abgesehen davon ist das Klientel der AfD extrem heterogen. Das bedeutet: Diese Partei wird in absehbarer Zeit deutliche(!) Einbußen hinnehmen müssen, weil sich verschiedene Wähler-Gruppen nicht oder nicht ausreichend vertreten sehen.

Oder sollte man etwas gegen diese rechtspopulistische Partei tun sollte, und wenn ja was kann man tun?

Tipp: Demokratie funktioniert am besten, wenn du dich FÜR DEINE MEINUNG - und nicht "gegen fremde Meinungen" engagierst. In diesem Sinne hoffe ich, dass deine Interessen vielschichtiger sind, als nur "gegen irgendwas" zu sein. 

Wenn du also den Rechtspopulismus ablehnst, dann gibt es doch sicherlich diametrale Strömungen, denen du dich anschließen kannst. Und ich meine nicht die Spinner, die sich körperlich abarbeiten wollen; ganz egal, ob es um "Steine werfen" oder um "verprügeln" geht...

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Im Übrigen sei daran erinnert: Es waren nicht die Rechts-Außen-Rand-Parteien, die Hitlers "Machtergreifung" ermöglichten. Es waren die "Parteien der Mitte", allen voran die Zentrums-Partei (heute: CDU) und die Bayerische Volkspartei (heute: CSU), aber auch die Sozialdemokratische Partei (SPD), die ihm dazu verhalfen.

Wenn du dir also Sorgen um den (zunehmenden) Rechtspopulismus machst, dann solltest du mehr auf die schauen, die Verträge mit Demokratie-Feinden und Diktatoren machen - und die darauf auch noch stolz sind -, als auf die, die nur am Zaun stehen und bellen...

"Kläffende Köter sind lästig; keine Frage. Aber von den beißenden Tölen geht die Gefahr aus.", sagte mein Opa immer.

Die AfD beißt nicht. Sie ist dazu gar nicht in der Lage. Und sie wird es auch mindestens die kommenden 8 Jahre lang nicht sein. Alles, was sie tun kann, ist am Zaun hochspringen und kläffen ... gern auch mit gefletschten Zähnen.

Die "etablierten Parteien" - allen voran CSU, CDU und SPD; aber auch die GRÜNEN gehören mittlerweile dazu - laufen jedoch frei herum. Und sie sind es, die Grenzen schließen, Verträge mit Demokratie-Feinden machen, Waffen an Terroristen bzw. deren Helfershelfer liefern, und ... und ... und ...

Wo also die AfD nur die Zähne fletschen kann, da reißen die "etablierten Parteien" längst große Stücke aus der "friedlichen Demokratie"...

Kommentar von guschi123 ,

Die Afd bellt aber manch  Rechter zündet Flüchtlingsheime an oder verprügelt Asylanten und ich denke, dass diese es sind, die die Afd irgendwann zu etwas treiben, so dass die Afd nicht mehr nur bellt.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Das Gleiche über das "Zähnefletschen" hatte man damals auch von der NSDAP gesagt.

1924:    2%  – Null-Nummer
1930:  18%  – zweitstärkste Partei
1932:  37%  – stärkste Partei – und der Rest ist Geschichte

Aber Du hast schon recht mit den sog. Volksparteien. Das war damals so und wiederholt sich heute schon wieder. Also ist der Vergleich gar nicht so falsch.

Erst kleinreden und dann die Welle reiten, bis sie einen am Ende doch überrollt.

Die 5%-Hürde hat leider nichts gebracht oder verhindern können.

Das wird dann die nächste Erkenntnis sein.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 27

Ich beobachte die Alternative für Deutschland schon seit längerer Zeit mit Sorge, da sie immer mehr Zustimmung der Bevölkerung bbekomt.

Sagen wir mal so: ja, sie bekommt "Zustimmung der Bevölkerung", aber nur in begrenztem, bisher keineswegs Besorgnis erregendem Maße. Selbst bei der Bundestagswahl 2017 wird die AfD nicht mehr als 13-15% der Wählerstimmen erhalten. Sie kann Opposition spielen, aber politisch bestimmen kann sie nichts.

Ich frage mich ob man die Afd ignorieren sollte, dass man sie als eine Partei ansieht, die nicht lange Erfolg haben wird.

Jeder Bürger hat die Möglichkeit, die AfD zu "ignorieren" - es besteht kein Zwang, die AfD zu wählen oder sonstwie zu unterstützen!

Ob die AfD "Erfolg" haben wird oder nicht, wielange sie sich in deutschen Parlamenten halten kann, wird an ihr selbst liegen und daran, wie sie sich entwickelt. Entscheidend werden zwei Punkte sein:

  1. Gelingt es der AfD, die zweifellos rechtsextremen Mitglieder und entsprechenden politischen Tendenzen dieser Partei auszuschalten und aus der Partei zu verbannen, um dann die bürgerlichen Ansätze und Vorstellungen durchzusetzen, so hat sie eine Chance, wenn sie nicht nur unfähige Mitglieder in die Führungsspitze der Partei und die Parlamente entsendet, aus Dauer zu bestehen.
  2. Wenn sich aber die rechtsextremen Mitglieder und Tendenzen in der AfD durchsetzen, wird diese Partei aus den Parlamenten wieder verschwinden oder sogar irgendwann verboten werden.

Oder sollte man etwas gegen diese rechtspopulistische Partei tun sollte, und wenn ja was kann man tun?

Vor dem Hintergrund unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung kann durchaus jeder Bürger etwas tun: die "rechtspopulistische" Politik und die Vertreter dieser Politik in der Partei deutlich benennen und argumentativ widerlegen. Nichts anderes geschieht in den diversen Medien, weshalb sich die rechtsextremen Politiker der AfD sehr ärgern und besonders die öffentlichkeitswirksame Presse als sog. "Lügenpresse" zu diffamieren versuchen.

Unsere Politiker machen einen entscheidenden Fehler: sie scheuen die Mühe, sich mit den rechtspopulistischen AfDlern intensiv auseinanderzusetzen und deren seltsamen, neuerdings auch "völkischen" Vorlieben argumentative Grenzen zu setzen, die auch von weniger gebildeten Menschen verstanden und politisch eingeordnet werden können.

MfG

Arnold

Kommentar von Unsinkable2 ,

Selbst bei der Bundestagswahl 2017 wird die AfD nicht mehr als 13-15% der Wählerstimmen erhalten.

Optimist! Bisher waren ALLE Wahl-Prognosen der AfD mit 3-7 Prozent unterbewertet. Sollte sich das auch bei der Bundestagswahl wieder bewahrheiten, bewegt sich die AfD auf "SPD-Niveau" und wird vermutlich dritt-, vielleicht sogar zweitstärkste Kraft werden.

Und wenn man dann noch bedenkt, dass bereits JETZT erste Stimmen in der CDU und der CSU laut werden, über mögliche Koalitionen mit der AfD nachzudenken, ... nun, den Rest kannst du dir selbst ausmalen; auch, wenn wohl in der nächsten Bundes-Legislaturperiode eine Koalition nur zu "befürchten" wäre, wenn die FDP den Wiedereinzug verfehlt und die selbsternannten Volksparteien ihren aktuellen Trend (nur noch "umme 50% zusammen") fortsetzen ... also eine dritte Partei gebraucht wird.

Zwar stehen die Grünen "immer bereiter", wenn es um konservative/reaktionäre Bündnisse geht, aber auch sie müssen schon für die "Nach-Kretschmann-Ära" planen; ganz besonders unter dem Eindruck, dass ihm jetzt schon langsam die Luft ausgeht. Insofern werden die Grünen sich da nicht leicht tun, ein solches Bündnis, das STETS mit der Zerfleischung des kleineren Bündnispartners endete, einzugehen...

Kommentar von Lennister ,

Bisher waren ALLE Wahl-Prognosen der AfD mit 3-7 Prozent unterbewertet

Das ist falsch. Das galt lange Zeit so, hat sich aber bei den letzten Wahlen geändert. In Berlin wurde die AfD richtig eingeschätzt, in Mecklenburg-Vorpommern sogar etwas besser, als sie schlussendlich abgeschnitten hat. 

Kommentar von MarkusGenervt ,

Für Aufklärung und logische und sinnvolle Argumente ist es bereits zu spät. Damit erreicht man nur diejenigen, die ohnehin bereits gegen den Rechtsextremismus sind. Bestenfalls kann man diese Menschen noch vor dem Umkippen bewahren. Aber diese ständigen Sach-Diskussionen sind nur ein Drehen um sich selbst.

Rechtsextremismus und Rassismus sind ein Glaube! Diese Menschen wollen nichts wissen! Sie wollen einfach nur ihren Glauben pflegen, der ihnen schon seit Generationen so vorgelebt wurde oder weil es einfacher ist zu hassen, als sich mit Problemen inhaltlich zu beschäftigen.

Gegen so einen Glauben kann kein Wissen und keine Weisheiten der Welt bestehen.

Die einzigen Mittel sind aber zutiefst "undemokratisch".

Das Dilemma mit jeder Demokratie ist und war es immer gewesen, dass Demokratie auch den Anti-Demokraten gewährt wird. Dadurch löst sich jede Demokratie früher oder später von innen heraus auf. Mit dem hohen Schild der Demokratie wird diese auch sogleich entfernt. Ich muss ja wohl jetzt keine Beispiele nennen.

Antwort
von hansmann1, 48

Sie wird sich irgendwann selbst auffressen. Weil inhaltlich ist es immer wieder nur dasselbe. Und wenn die flüchtlingsgeschichte vorbei ist, was dann?
Außer Merkel muss weg und keine flüchtlinge mehr gibt's da nichts an Inhalt was da leute lockt. Und selbst wenn sie regieren würden. Wenn die Leute plötzlich merken, dass Unternehmer noch mehr Geld scheffeln können dank erleichterung Gewerbesteuer und Erbschaftsteuer und selbst keinen Cent mehr in der Tasche haben weil sie Sozialleistungen kürzen wollen, dann werden auch die letzten leute sich davor abwenden.

Klar sollte man sich eher für seine Interessen durchsetzen und wenn die der afd nicht dazu gehören dagegen was tun, aber es wird erstmal noch zu viele Leute geben die von catchigen Phrasen verleitet werden. So Merkel muss weg, so geht es nicht weiter, jetzt muss was passieren sind sachen für die ja fast alle sind. Aber das ist so Inhaltsleer. Was genau soll unternommen werden? Dann hört man gerne von der afd, man müsse da noch eine einheitliche Meinung finden. Alles klar. Wie viele Jahre denn noch. Die Afd profitiert vom versagen der Politik der letzten Jahre, hat mit den Flüchtlingen einen Schuldigen für alles gefunden, und dem Rassismus Problem in Deutschland, was es schon immer gab und immer geben wird.
Nur damit werden sie auf Dauer gesehen keine Politik machen können.

Antwort
von Chemiebeginner, 48

Warum? Wenn du Parteien oder Meinungen verbieten möchtest, dann würdest du dich einer Methodik annehmen, die zum Beispiel zur NS-Zeit durchgeführt wurde.

Möchtest du denn 20 % der Bevölkerung einiger Bundesländer für nicht wahlberechtigt erklären?

Ich glaube, dass die Deutschen ein riesiges Identifizierungsproblem mit ihrem eigenen Land haben. Schau mal über den Tellerrand, so eine verklemmte, doppelmoralische Gesellschaft findest du fast nirgendwo.

Gefährlich wird es nur, wenn man Begriffe vermischt und alles in eine Schublade steckt und plötzlich jedem, der nicht meinungskonform ist, den Nazistempel aufdrückt. Somit polarisiert sich natürlich die Gesellschaft.

Wichtig ist halt jetzt zu sehen, wohin es sich entwickelt - sicherlich ist ein "Rechtsruck" eine Anlaufstelle für zurückgebliebene NS-Sympathisanten oder Rassisten. Aber ich denke, dass es längst überfällig ist, diese Hypokrisie in Deutschland zu überwinden und das naive Schubladendenken abzulegen.

Es zeigt doch auch, dass Menschen nur um ein solchen Statement zu setzen eine Partei wählen, die, rein auf die politischen Maßnahmen bezogen, ihnen wohl eher schaden würde; eben die eigenen Konsequenzen außenvor lassen.

Daher glaube ich, dass hier lange unterdrückte Sehnsucht des Menschen selbst freigesetzt wird, nur eben leider politisch ausgedrückt und den falschen Leuten in die Hände spielt. Aber das ist ja nichts neues, ohne irgendeine Partei oder Namen benennen zu wollen, die Stimmen spielen schließlich immer auch falschen Menschen in die Hände. Das System ist einfach durch und durch zu korrupt, zu untransparent, zu undemokratisch - da gibt es glaub ich keine richtige oder falsche Partei (höchstens moralisch oder gesetzlich, eines ist Ansichtssache, das andere Sache der Juristen).

Kommentar von guschi123 ,

I will kein Parteiverbot und schon gar nicht dass man Menschen das Wahlrecht entzieht. Aber ich denke mir einfach wo es hinführen soll . Und wenn es so weiter geht, wird die Afd bald an der Spitze stehen. Es wäre natürlich eine demokratisch, von der Mehrheit gewählte Partei, ich denke nur dass es unglaublich dumm wäre. 

Kommentar von Chemiebeginner ,

Doch glaube ich, dass es am Ende dazu führen würde, wenn die Menschen hier nicht endlich aufwachen und damit aufhören, zu polarisieren. Mensch = Mensch und Meinung = Meinung. Das kann man nicht ändern. Egal welche Meinung und egal welcher Mensch. Man kann sie nur alle zusammenführen und vernünftig ausloten, was für die Mehrzahl der Individuen betreffend günstiger ist. Wenn man aber von vorn herein eine Meinung ausschließt, sei es durch mediale Massenbeeinflussung, gesellschaftlich gefestigte Verhaltens- /Gedankenmuster, wird man die Menschen, welche eine solche Meinung teilen, nicht ernsthaft an den selben Tisch bekommen. Somit stärkt man auch passiv eine Partei bzw. Gruppe, indem man deren Meinung isoliert und obendrein noch jeden dazuzählt, der vielleicht nur kleinste Übereinstimmungen oder Tendenzen hat, die in die Richtung der ausgeschlossenen Meinung verlaufen - auch wenn das dann oft mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus oder jeglicher anderen Unmenschlichkeit nichts zu tun hat.

Ich glaube, dass man auch oft die Angst älterer Menschen unserer Bevölkerung ignoriert bzw. auch für Menschen, die grundsätzlich erst einmal gar keine Meinung, sondern Angst haben, keinerlei Zuwendung aufbringt. Andere, Randgruppen, nutzen dies natürlich als Sprungbrett.

Aber ich denke, dass hat sich der Deutsche selbst anzurechnen.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Schau mal über den Tellerrand, so eine verklemmte, doppelmoralische Gesellschaft findest du fast nirgendwo.

Unfug! "Doppelmoral" gibt es überall auf der Welt.

Nehmen wir die USA, den König der Doppelmoral: Dieses Land ist der mit großem Abstand weltgrößte Porno-Produzent. Jeden Tag werden dort einige Hundert Pornos produziert, die zum Teil an "Abartigkeit" kaum zu überbieten, geschweige denn Auszudenken sind.

Trotzdem darfst du in Kalifornien und Florida nicht einen einzigen Quadratzentimeter Stoff zu wenig auf dem Körper tragen (wird gelegentlich sogar nachgemessen!), wenn du nicht empfindliche Strafen - bis hin zu einem Gefängnisaufenthalt - in Kauf nehmen willst.

Oder nehmen wir die "Meinungsfreiheit": Du darfst in den USA alles sagen, was du willst. Bis dich jemand verklagt und dein Leben - unter anderem mit Millionen-Klagen - ruiniert, weil du aus seiner Sicht das Falsche gesagt hast. (Und bei kritischen Äußerungen zur US-Armee kannst du sogar wegen Hochverrat einfahren. 20 Jahre Sicherungsverwahrung; nur weil du dich kritisch über das Militär geäußert hast...)

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Abgesehen davon ist es keine "Doppelmoral", wenn man die AfD ablehnt. Schwierig wird es erst, wenn man "Meinungsfreiheit" predigt, aber "Nur meine eigene Meinung ist erlaubt!" meint...

Bei einer inhaltlichen Auseinandersetzung - und die dafür notwendige Allgemeinbildung der Wähler und Partizipanten vorausgesetzt - würde die AfD schon Ende der nächsten Woche die Pforten schließen, weil sie - abgesehen von ein paar Superreichen - keine Wähler mehr hätte...

Kommentar von Chemiebeginner ,

Unfug! "Doppelmoral" gibt es überall auf der Welt.

Ja, dem stimme ich zu. Deine Punkte kann ich jetzt so ohne Weiteres nicht be- oder widerlegen, aber natürlich gibt es Doppelmoral auf der ganzen Welt. Jedoch bezog sich meine Aussage auf die "rechts-links"-Thematik in Deutschland. Hier hätte ich mich vielleicht konkreter ausdrücken sollen.

Eine Ablehnung der AfD zeugt natürlich nicht von Doppelmoral, wie du selbst sagst, aber du triffst ja den Nagel mit dem folgenden Nebensatz auf den Kopf.

Dein letzter Satz ist eine Annahme, welcher ich mir wie oben argumentiert nicht einmal sicher wäre, jedoch wäre es eine logische Schlussfolgerung.

Ferner jedoch muss man auch anmerken, wenn man sich die inhaltlichen Punkte der AfD genauer anschaut, dass man hier sehr schwer mit dem "Rechts-links"-Schema pauschalisieren kann bzw., dass die AfD inhaltlich keinen eindeutigen Kurs aufnimmt. So finden sich hier bekanntlich Merkmale für "rechts", jedoch auch Merkmale für "links", sodass man die Partei, dem Politischen Spektrum nach, irgendwo mittig einordnen müsste. Da man aber in Deutschland gern polarisiert (nicht nur bei der AfD), ist die Partei eben allgemein als "die neue Rechte" bekannt.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ferner jedoch muss man auch anmerken, wenn man sich die inhaltlichen Punkte der AfD genauer anschaut, dass man hier sehr schwer mit dem "Rechts-links"-Schema pauschalisieren kann bzw., dass die AfD inhaltlich keinen eindeutigen Kurs aufnimmt.

WENN man sich die inhaltlichen Punkte der AfD genauer anschaut, kommt man zu einem unweigerlichen Schluss:

Die AfD ist ultra-neoliberal und reaktionär. Ihr GESAMTES Grundsatz-Programm, wie es im April 2016 beschlossen wurde, zielt auf die Bevorteilung der Reichen und die Benachteiligung der "Durchschnitts-Bevölkerung", ganz besonders aber auf die Benachteiligung der unteren Schichten der Bevölkerung ab.

Daran besteht nicht der geringste Zweifel.

So finden sich hier bekanntlich Merkmale für "rechts", jedoch auch Merkmale für "links"

Dass (ultra-)rechte Parteien immer wieder "linke Schutzmäntel" nutzen, um ihre Absichten zu verschleiern, ist nicht neu. Entscheidend ist daher die Linie, die durch die Programm-Punkte gezogen werden kann; und deren Richtung.

sodass man die Partei, dem Politischen Spektrum nach, irgendwo mittig einordnen müsste.

Eine Partei ist "mittig", wenn sie "von allem ein bisschen" hat? Dann ist JEDE Partei - ganz egal, welche du hernimmst - "mittig". Denn JEDE Partei - selbst die Parteien von totalitären Diktatoren - hat "linke" Merkmale.

Damit hast du die Meinungsvielfalt herrlich vereinfacht: Es gibt keine extremen Parteien. Nur "mittige Parteien". Auch die NPD, der wohl auch du kaum nachsagen wirst, sie sei eine "mittige Partei", hat "linke Merkmale" und ist damit - deiner Logik folgend - "mittig".

Da man aber in Deutschland gern polarisiert (nicht nur bei der AfD), ist die Partei eben allgemein als "die neue Rechte" bekannt.

Hier bin ich durchaus bei dir. Tatsächlich behauptet die Propaganda, die AfD sei die "neue Rechte". Das ist in wesentlichen Teilen falsch. Denn die AfD ist eine ultra-neoliberale reaktionäre Partei. Die wahre "neue Rechte" besteht aus dem Konglomerat der "etablierten Parteien", namentlich CSU-SPD-CDU-FDP-GRÜNE" (in genau dieser Reihenfolge). Alle diese Parteien sind MASSIV nach rechts gerutscht und haben den gesamtgesellschaftlichen Fokus weit von der Progression der Jahrzehnte zwischen 1960 und 1990 weggeschoben.

Und die AfD ordnet sich da - auch kraft der Tatsache, dass sie noch kein aktuelles Programm, sondern nur ein Grundsatzprogramm besitzt - irgendwo rechts von der CSU und rechts von der FDP ein. Wo genau, das wird die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl genauer zeigen...

Mithin KANN - nicht: MUSS - sie die "neue Rechte" sein. Sie ist aber am Rechtsruck der Politik maßgeblich beteiligt. Und damit mindestens Bestandteil der "neuen Rechten"...

Kommentar von Chemiebeginner ,

Da ich mit der Zitierfunktion nicht zurechtkomme, zitiere ich dich einmal so:

""Die wahre "neue Rechte" besteht aus dem Konglomerat der "etablierten
Parteien", namentlich CSU-SPD-CDU-FDP-GRÜNE" (in genau dieser
Reihenfolge)"

weiter schreibst du:

"Und die AfD ordnet sich da [...]
irgendwo rechts von der CSU und rechts von der FDP ein."

Evtl. meinst du links von der CSU.

Worauf ich hinaus will, ja, die AfD lässt sich nach dem "links-rechts"-Spektrum nicht wirklich rechts einordnen, jedenfalls nicht weiter rechts als bereits bestehende, etablierte Parteien.

Sofern sehe ich es als falsch an, die Partei als rechts zu bezeichnen. Mit diesen Federn wird sie ja eigentlich von der Opposition bestückt.

Dass die AfD an dem allgemeinen Rechtsruck unbeteiligt ist, sieht man ja, wenn man sich einmal die politischen Reaktionen in anderen Ländern anschaut. Egal, ob ich nach Osten Richtung Ungarn schaue oder nach Westen (bzw. Norden), Richtung England. Ja, auch südlich, Österreich,... etc - Überall findet ein "Rechtsruck" in der Bevölkerung und Politik statt. Gut erkennbar an den Ländern, wo durch Abstimmung Beschlüsse erfolgten, welche sich einen "Rechtsruck" unterstellen lassen. Ein wesentlicher Aspekt ist hier die "Flüchtlingskrise", welche eigentlich nicht erst seit heuer besteht, aber in den Fokus der Medien und somit auch der Bevölkerung gerückt ist. Die AfD würde ich hier nicht als maßgeblichen Beteiligten des Rechtsrucks anführen, den hätte es auch so gegeben, sie ist nur ein Trittbrettfahrer, welche aus diesem, wahrscheinlich medial geschaffenen, Rechtsruck profitiert. Profitieren kann die AfD eben gerade mittels der falschen Federn, mit welchen sie geschmückt wird - überwiegend durch die Medien und Oppositionellen.

Würde man das zurückweisende und rechtsverschreiende Verhalten ablegen, könnte man sich einmal ganz objektiv mit den Konzepten der AfD außeinandersetzen und diese hast du meiner Meinung nach ganz gut eingeordnet. Die Flüchtlingskrise wird hier nur als Deckmantel genutzt, bzw. geht man damit auf Wählerfang, doch unter dieser Haube stehen eigentlich ganz andere Punkte im Mittelpunkt.

Antwort
von atzef, 19

Rechtspopuliistische bis rechtsextremistische Organisationen muss man argumentativ verfolgen, sie stellen und dekonstruieren. Das ist ja auch nicht weiter schwierig. Man erlebt hier auf gutefragen.net ständig, dass Rechte überwiegend mit Falschbehauptungen "auftrumpfen" und sich dann rasch wieder verziehen, wenn man ihnen das nachweist.

Deswegen: Immer feste druff! :-)

Im Übrigen ist deine Eingangsbehauptung auch falsch. Die AfD stagniert seit etlichen Monaten im 13 % Ghetto des rechten Schmuddelrands der Bevölkerung bei der Sonntagsumfrage.

Antwort
von hpugutefrage, 12

Weder noch. "Ignorieren" ist keine Lösung, man sollte sich mit jeder Partei inhaltlich auf sachlicher Ebene auseinandersetzen. "Etwas dagegen unternehmen" ist mindestens genauso blöd: Die AfD ist eine demokratische Partei und die Meinung derer, die sie wählen, ist zu respektieren.

Antwort
von Geraldianer, 44

Mich nerven diese ständigen Verständnisbekundungen für für die Wähler dieser Partei:

"Die Ärmsten haben eben noch nie einen Ausländer gesehen, nach der Wende haben viele ihren Arbeitsplatz verloren und verdienen heute viel weniger, die Frauen hängen sie im Beruf ab ..."

Ich finde es besser, klare Kante zu reden. Die Leute wählen eine ausländerfeindliche Partei ohne Sinn für unsere pluralistischen Werte die Doppelmoral vertritt und Sozialleistungen abbauen möchte.

Nach meiner Ansicht sollte man die Leute nicht ständig verhätscheln sondern klare Kante zeigen.

Antwort
von StevenArmstrong, 35

Hallo,

die etablierten Parteien müssen sich endlich weider bewegen. Die SPD muss wieder die die ArbeiterInnen Partei werden, die CDU die der Kosnervativen.

Mit dem lösen des Syrischen Bürgerkriegs könnten die ersten Flüchtlinge kurz vor der Bundestagswahl zurückkehren.

Das wäre das einizigst sonnvolle.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von voayager, 24

Geh mal auf eine fortschrittlich-politische Homepage, dann erfährst du alles Wesentliche.

Antwort
von BTyker99, 9

Mich würde es freuen, wenn die Partei von ihren Gegnern ignoriert werden würde, anstatt Lügen über sie zu verbreiten. Das nervt mitlerweile einfach nur noch. Wenn du die Partei nicht magst, kannst du ja einfach eine andere wählen.

Antwort
von nowka20, 4

zeige starkmut in den bereichen, in denen du dazu fähig bist

Antwort
von 1900minga, 35

Die wird sich in den nächsten Jahren eh zerlegen.

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