Frage von CMAKLO, 64

Ärzte -- Voraussetzung für Tätigkeit in der ambulanten Versorgung?

Hallo, hoffe Ihr könnt mir bei folgender Frage behilflich sein. Ist es für einen Arzt/Ärztin möglich an der ambulanten Versorgung ( hausärztlichem Bereitschaftsdienst ) teilzunehmen wenn er/sie weder niedergelassen noch über eine vertragsärztliche Zulassung verfügt und auch nicht an einem Krankenhaus angestellt ist. Hab diesbezüglich trotz intensiven Bemühungen keine eindeutige Aussage gefunden. Laut KV Hessen, können neben den Niedergelassenen die ja zur Teilnahme verpflichtet sind auch "Andere Ärzte" auf freiwilliger Basis teilnehmen. Verstehe ich es richtig, dass diese dann aber zumindest eine Praxis haben müssen oder in einem Krankenhaus angestellt sein müssen? Wäre für Antworten sehr dankbar

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sneferu, 64

Wie andere KVen, vergibt auch die KVH kassenärztliche Zulassungen, die nur zur Teilnahme am kassenärztlichen Bereitschaftsdienst berechtigen. Die Voraussetzungen für eine solche Zulassung erfragst du am besten direkt bei der KVH. Sicherlich ist der Facharztstatus, zumindest aber die Anerkennung als "Praktischer Arzt" Voraussetzung. Eine eigene Praxis oder eine Anstellung sind allerdings meines Wissens nicht notwendig.

Kommentar von CMAKLO ,

Danke, hab ich schon versucht leider geben die keine Auskunft ob oder welchen Facharztstatus der entsprechender Arzt hat. Es ist nur bekannt, dass er nicht niedergelassen ist, noch nie eine Zulassung zur  vertragsärztlichen Versorgung hatte und auch irgendwo angestellt ist.

Kommentar von sneferu ,

Ach so, du suchst einen bestimmten Arzt? Ich hatte deine Fragestellung so verstanden, dass du als Arzt mit beschränkter Kassenzulassung im Bereitschaftsdienst teilnehmen möchtest.

Daneben gibt es noch die häufig genutzte Möglichkeit, sich als Arzt von einem Kassenarzt für den Bereitschaftsdienst beauftragen zu lassen. Dann taucht der eingesetzte Arzt nirgendwo "offiziell" auf, er stellt dem Kassenarzt für seine Tätigkeit einfach eine Rechnung und der Kassenarzt rechnet wiederum mit der KV ab. Der Kassenarzt, der diesen "Freelancer" beauftragt, ist jedoch dafür verantwortlich, dass dieser auch die notwendigen fachlichen Qualifikationen besitzt.

Wenn du also einen bestimmten Arzt suchst, der als Bereitschaftsarzt im Dienst war, selbst aber keine Kassenzulassung hat, musst du die Praxis finden, in deren Auftrag er unterwegs war. Dabei kann dir wiederum die KV helfen, der du mitteilst, wann und wo der betreffende Arzt eingesetzt wurde. So kann man die Praxis identifizieren, die zu diesem Zeitpunkt im betreffenden Gebiet Dienst hatte. Dort rufst du an und trägst dein Anliegen vor.

Kommentar von CMAKLO ,

er war wohl nicht als Vertretung eines Kassenarztes tätig sondern direkt bei der KV auf freiwilliger Basis als Honorararzt tätig. Die Dienste wurden in einer Bereitschaftsdienstpraxis getätigt. Die KV gibt keinerlei Auskunft, was uns in unserer Vermutung, dass dieser Arzt hätte gar nicht tätig werden dürfen, bestärkt. Die KV teilt lediglich mit, sie hätten ihm einen Bereitschaftsdienst Ausweis ausgestellt, eine Kopie liege aber nicht vor und könne deshalb nicht eingesehen werden ! ???????  Nach allem was ich bisher gelesen habe, ist Voraussetzung um als Honorararzt tätig zu werden entweder eine Niederlassung oder eine Anstellung. Beides ist bei ihm nicht der Fall ! Die Frage ist nur, ob dies auch für den Bereitschaftsdienst gilt oder es hier Ausnahmeregelungen gibt.

Kommentar von sneferu ,

Vielleicht wäre es doch jetzt sehr hilfreich, wenn du mal den kompletten Sachverhalt schildern könntest. Bislang ist mir nur klar geworden, dass du nach einem bestimmten Arzt suchst, der offenbar keine Nierderlassung hat. Dabei scheint es aber mir mittlerweile vollkommen unerheblich zu sein, ob er eine Kassenzulassung besitzt oder nicht.

Kommentar von CMAKLO ,

es geht um die Frage ob dieser Arzt überhaupt qualifiziert und berechtigt war im Bereitschaftsdienst tätig zu werden. Nach allem was ich bisher gefunden habe ist entweder Niederlassung oder Vertragsarzt oder angestellter Arzt Voraussetzung. Wie schon erwähnt war dieser wohl immer als Honorararzt im Bereich Arbeitsmedizin tätig, was wohl nichts mit unmittelbarer Patientenbetreuung zu tun hat.  In der Bereitschaftsdienstordnung steht u.a. Voraussetzung: Praxisbezogene Sachkunde. Es ist für uns absolut nicht nachvollziehbar, wie ein Arzt der offensichtlich nie als Allgemeinmediziner oder praktischer Arzt ( sofern er überhaupt einen solchen Facharztstatus hat) gearbeitet hat für den Bereitschaftsdienst qualifiziert sein soll. Seine Approbation liegt 43 Jahre zurück.

Kommentar von sneferu ,

Um als Bereitschaftsarzt tätig sein zu dürfen, bzw. zu müssen, benötigt man keine Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner oder die Anerkennung zum Praktischen Arzt. Jeder Facharzt, auch Fachärzte für Arbeitsmedizin (die dem Allgemeinmediziner übrigens sehr nahe stehen), können und dürfen im Bereitschaftsdienst tätig werden. In vielen KVen gibt es zudem den von dir angesprochenen Fachkundenachweis, das ist letztendlich nur ein Lehrgang, den Ärzte ohne Besitz einer entsprechenden Qualifikation machen müssen, um im Bereitschaftsdienst tätig werden zu dürfen. Heutzutage werden sogar niedergelassene Pathologen und ärztliche Psychotherapeuten zum KV-Bereitschaftsdienst herangezogen.

Kommentar von sneferu ,

P.S.: Der Eintrag im hessischen Arztregister dürfe eine weitere Voraussetzung sein.

Kommentar von CMAKLO ,

Laut KBV war er noch nie im Arztregister eingetragen, was bedeuten würde, dass er noch nie über eine Zulassung zur ambulanten Tätigkeit verfügt hat.

Kommentar von sneferu ,

Wer eine Kassenzulassung hat, muss zwar im Ärzteregister eingetragen sein, aber nicht umgekehrt. Viele Ärzte stehen im Ärzteregister, ohne eine Kassenzulassung zu haben.

Antwort
von Mimi081, 61

Hey,

zunächst mal wäre die Landesärztekammer in Gießen für diese Frage zuständig, die kann genauestens Auskunft geben.

Des Weiteren habe ich gerade gelesen, dass momentan ein sehr großer Bedarf (Bezug: Flüchtlinge) an freiwilligen Ärzten benötigt werden. Jede Form der Unterstützung - stundenweise, in Teilzeit oder für eine Übergangszeit .

Interessierte Freiwillige können sich direkt auch per Mail an die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung HEAE richten.

Ich denke, dass sich dann da alles Weitere ergibt. Da ich nicht alles abschreiben kann, bzw. möchte, hier ist der Link, in dem Namen, Tel.-Nr. usw. drinstehen:

http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/medizinerinnen-fuer-fluech...

Auf dieser Seite könntest du vielleicht auch deine genaueren Suchbegriffe eingeben.

Kommentar von CMAKLO ,

Danke für die Antwort hatte aber nicht die jetzige Situation gemeint sondern wie die rechtliche Gestaltung generell ist. Hab diesbezüglich nur folgendes gefunden ---Ermächtigung nach § 116 SGB wobei dies wohl nur Krankenhausärzte betrifft. Was ja in diesem Fall auch nicht zutrifft.


Kommentar von sneferu ,

Die Landesärztekammer hat mit einer (begrenzten) Kassenzulassung gar nichts zu tun. Das ist allein das Aufgabenfeld der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) des jeweiligen Bundeslandes. Dafür hat die KV wiederum nichts mit dem Einsatz der Ärzte in den Flüchtlingsunterkünften zu tun, was wiederum den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst nicht tangiert.

Kommentar von CMAKLO ,

welche Voraussetzungen muss ein Arzt erfüllen um eine  (begrenzten) Kassenzulassung zu bekommen.

Kommentar von sneferu ,

Wie ich schon schrieb, muss er Facharzt sein oder (je nach Bundesland) die Anerkennung als Praktischer Arzt haben.

Kommentar von CMAKLO ,

ist uns leider nicht bekannt, auch diese Auskunft wird uns verwehrt. Wir wissen lediglich, dass er wohl immer als Honorararzt in großen Firmen als Betriebsmediziner oder Arbeitsmediziner tätig war.

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